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Mauern (Rennertshofen)

Ortsteil des Marktes Rennertshofen

Mauern ist ein Pfarrdorf und Ortsteil des Marktes Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Regierungsbezirk Oberbayern. Zur Gemarkung gehören auch noch das Kirchdorf Treidelheim und der Weiler Siglohe.

Mauern
Koordinaten: 48° 46′ 18″ N, 11° 3′ 44″ O
Höhe: 407 m
Fläche: 7,1 km²
Einwohner: 242 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 86643
Vorwahl: 08434

GeographieBearbeiten

 
Mauern im Ausgang des Wellheimer Trockentals

Mauern und seine Ortsteile liegen nordnordöstlich vom Hauptort Rennertshofen am Anfang des Wellheimer Trockentals inmitten der hügeligen Landschaft der Südlichen Frankenalb.

Mauern liegt an der nordöstlich-südwestlich verlaufenden Staatsstraße St 2047 von Dollnstein nach Hatzenhofen.

Die Nachbarorte von Mauern sind im Süden Stepperg, Hatzenhofen und der Hauptort Rennertshofen, im Südwesten Gallenmühle, im Westen Rohrbach, im Norden der Wellheimer Ortsteil Gammersfeld und im Nordosten Ellenbrunn.

GeschichteBearbeiten

 
Eine der Höhlen bei Mauern

Siedlungsspuren deuten auf eine frühe Besiedelung der Gegend um Mauern hin: In den Weinberghöhlen befinden sich zahlreiche Relikte aus der menschlichen Vorzeit.[1] Am südlichen Ortsrand fanden sich Reste einer jungsteinzeitlichen Siedlung und eines keltischen Eisenverhüttungsplatzes. Im Bereich der heutigen Kirche befand sich ein römischer Gutshof (heute noch römisches Grabdenkmal in der Kirche).

Die einwandernden Baiern nannten im 6./7. Jahrhundert den Ort angesichts noch sichtbarer römischer Mauerreste Murun.

1100 bis 1342 gehörte die Territorialhochheit des Ortes der Grafschaft Lechsgemünd, später Grafschaft von Lechsgemünd-Graisbach. Bereits früh besaß das Hochstift Augsburg größere Besitzungen in Muron, darunter auch den Kirchensatz, wie eine Urkunde von 1143 belegt. Die Augsburger errichteten in Mauern ein eigenes Domherrnamt. Ab 1342 gehörte Mauern zum bayerischen Landgericht Graisbach, später Graisbach-Monheim.

 
Heiligenfigur in der Ortsmitte

1505 bis 1808 gehörte Mauern zum Herzogtum Pfalz-Neuburg. 1679 und 1741 trat das Domherrnamt Mauern seine gesamten Rechte gegen eine jährliche Abgabe an das Landkapitel Burgheim ab, unter Vorbehalt des Patronatsrechts. 1808 bis 1880 gehörte Mauern zum Landgericht Monheim, ab 1880 dann zum Amtsgericht Neuburg an der Donau.

Treidelheim wurde erstmals 1291 als Trudelheim erwähnt. Bis 1342 lag es damals ebenfalls in der Grafschaft von Lechsgemünd-Graisbach, dann im bayerischen Landgericht Graisbach-Monheim. Grundherren waren damals Graf Berthold III. von Lechsgemünd-Graisbach, der 1324 seinen Besitz dem Kloster Niederschönenfeld vermachte, und das Benediktinerinnenkloster Neuburg an der Donau. 1600 bis 1800 erschienen als Grundherrn das Jesuitenkolleg Neuburg an der Donau, das Kastenamt Graisbach-Monheim, die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Mauern, das Kloster Niederschönenfeld und das Domherrnamt in Mauern.

Bis zum 30. Juni 1972 war Mauern mit seinen Ortsteilen eine selbstständige Gemeinde im schwäbischen Landkreis Neuburg an der Donau und wurde dann im Zuge der Gebietsreform in Bayern dem nunmehr oberbayerischen vergrößerten Landkreis Neuburg an der Donau, der am 1. Mai 1973 den Namen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erhielt, zugeschlagen. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung in den Markt Rennertshofen.[2]

Die katholische Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Mauern gehört zur Pfarreiengemeinschaft Rennertshofen im Dekanat Neuburg-Schrobenhausen im Bistum Augsburg. Zur Pfarrei gehören auch noch Ellenbrunn, Siglohe und Treidelheim sowie 2 Häuser (Schlösslein und Bayermühle) von Hatzenhofen und das nördliche Haus von Dittenfeld.

Der Turm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt stammt aus der Zeit um 1250, der Chor vom Ende des 14. Jahrhunderts, das Schiff von 1734. An der nördlichen Außenwand des Schiffes findet sich ein beachtliches romanisches Steinrelief aus dem 13. Jahrhundert.

Die Filialkirche Sankt Veit in Treidelheim stammt mit dem Mauerwerk aus spätromanischer Zeit, wurde 1632 durch die Schweden stark beschädigt und 1639 restauriert.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mauern (Rennertshofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Weinberghöhlen bei Mauern
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 602.