Hauptmenü öffnen

Stepperg

Ortsteil des Marktes Rennertshofen

Stepperg ist ein Pfarrdorf und Ortsteil des Marktes Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Regierungsbezirk Oberbayern. Zur Gemarkung gehören auch noch der Antoniberg und die beiden Einöden Hundertthalermühle und Sprößlmühle.

Stepperg
Koordinaten: 48° 44′ 46″ N, 11° 4′ 16″ O
Höhe: 388 m
Fläche: 5,78 km²
Einwohner: 723 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 86643
Vorwahl: 08434
Pfarrkirche St. Michael

GeographieBearbeiten

 
Robinienallee (Antonibergstraße)

Stepperg liegt südöstlich des Hauptorts Rennertshofen am Südrand der Südlichen Frankenalb, der das Donautal im Norden begrenzt.

Südlich von Stepperg, etwa in der Nähe des Stepperger Schlosses, liegt die Mündung der von Nordwesten kommenden Ussel in die Donau.

Ferner mündet die Friedberger Ach (in die nur 300 m zuvor die Kleine Paar mündet) gegenüber von Stepperg von Süden in die Donau, nachdem sie diese eine ganze Strecke parallel in deren Auen begleitet hat.

Verkehrstechnisch liegt es direkt an der Staatsstraße St 2214 von Rennertshofen nach Neuburg an der Donau.

Die Nachbarorte von Stepperg sind im Nordwesten Hatzenhofen und der Hauptort Rennertshofen, im Norden Treidelheim und Siglohe und im Osten Dittenfeld und Riedensheim. Im Süden grenzt die westöstlich fließende Donau an, hinter der der Burgheimer Ortsteil Straß und der Oberhausener Ortsteil Unterhausen liegen.

Stepperg wurde in einem Plan von 1903 als Ausgangspunkt für eine Wasserstraßenverbindung von der Donau nach Nürnberg zum Ludwig-Donau-Main Kanal vorgesehen (siehe Main-Donau-Kanal).

GeschichteBearbeiten

 
Modell der Römerbrücke in Stepperg, Keltenmuseum Manching

Jungsteinzeitliche Einzelfunde nahe der Landstraße weisen auf eine frühe menschliche Besiedelung der Gegend hin. Dort wurden auch Siedlungsreste der Hügelgräberbronzezeit gefunden und auf der Ostseite des Hartl bronzezeitliche Hügelgräber.
Am Ostfuß des Antonibergs südlich von Stepperg befand sich eine wichtige hölzerne Römerbrücke über die Donau (ein Modell ist im Kelten Römer Museum in Manching zu sehen) – dort wurde auch ein römischer Weihestein an Neptunus Danuvius gefunden. Im Hartl, im Aufeld und nahe der Römerbrücke befanden sich auch die Reste dreier römischer Gutshöfe, ferner eines spätantiken Fingerrings mit Kreuzzeichen. An der Donaubrücke in Stepperg nahm die Römerstraße entlang des Usseltals nach Weißenburg ihren Anfang.

Stepperg, ehemals Stettenberg (Stätte am Berg) lag seit jeher im herzöglichen, ab 788 königlichen Amt Neuburg an der Donau. Die Landesherren waren jeweils königliche Lehensmänner, so 1197 bis 1214 die Kalendine zu Neuburg, 1214 bis 1247 die Pappenheimer und ab 1247 die Wittelsbacher.

Schon die Pappenheimer setzten Ministeriale ein und gründeten eine Hofmark in Stepperg. Diese Ministerialen gründeten das Ortsadelsgeschlecht der Herren von Stepperg, die ihren Sitz im noch existierenden Schloss Stepperg südlich des Ortes hatten. Durch die Jahrhunderte hatte das Schloss zahlreiche Besitzer.

 
Antonibergkapelle
 
Gruftkapelle der von Arco und von Moy auf dem Antoniberg

Bis zum 30. Juni 1972 war Stepperg mit seinen Ortsteilen eine selbständige Gemeinde im schwäbischen Landkreis Neuburg an der Donau und wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern dem jetzt oberbayerischen vergrößerten Landkreis Neuburg an der Donau, der am 1. Mai 1973 den Namen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erhielt, zugeschlagen. Am 1. Januar 1978 erfolgte die Eingemeindung in den Markt Rennertshofen.[1]

Sankt MichaelBearbeiten

Die Pfarrei Sankt Michael in Stepperg gehört zur Pfarreiengemeinschaft Rennertshofen im Dekanat Neuburg-Schrobenhausen im Bistum Augsburg. Zur Pfarrei gehören auch die Filialkirche Sankt Stephanus in Riedensheim, Hatzenhofen sowie Hundertthalermühle und Sprößlmühle.

Die Pfarrkirche Sankt Michael wurde 1907 vom Münchener Architekten Gabriel von Seidl erbaut, wobei der Turm von 1731 beibehalten wurde. Sie befindet sich am südwestlichen Ende des Dorfes, umgeben vom Friedhof, in der Nähe des Schlosses.

Ursprünglich war die Pfarrkirche in Stepperg eine dem Amt Neuburg an der Donau gehörende königliche Eigenkirche, die von den Reichsmarschällen geleitet wurde. 1323 übergab Kaiser Ludwig der Bayer seine Kirchen zu Stettberg und Rüdensheim dem Kloster Niederschönenfeld zur Deckung der Ausgaben. 1542 bis 1616 war Stepperg evangelisch. Nach der katholischen Restitution 1616 „vergaß“ das Kloster Niederschönenfeld für längere Zeit sein Präsentationsrecht auf Stepperg bis 1700, als die Pfarrei erledigt wurde und die Freiherrn von Servi auf ihr „ausgeübtes“ Recht beharrten. Der Bischof gab dem Schlossherren auch tatsächlich Recht, was sich auch durch einen Gerichtsprozess nicht mehr änderte.

AntonibergBearbeiten

Auf dem Antoniberg südöstlich von Stepperg ließ 1676 der damaligen Schlossherr Freiherr von Servi eine Kirche erbauen, die dem Heiligen Antonius geweiht wurde. In dieser hauste bis 1827 ein Eremit. Freiherr Josef von Staader ließ Ende des 18. Jahrhunderts den rechtwinkligen Anbau, die St.-Anna-Kirche, errichten.

Auf dem Antoniberg befand sich die Familiengruft der Grafen von Arco-Stepperg. 1852 wurde daneben eine Gruftkapelle für die bayerische Kurfürstin Maria Leopoldine von Österreich-Este unter der Leitung von Professor von Volz aus München errichtet.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Stepperg (Mitteltrakt)

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 601.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Stepperg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien