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Marcus Spiegelberg (* 22. Februar 1992 in Kaltenkirchen) ist ein deutscher Politiker (AfD).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

PrivatesBearbeiten

Spiegelberg wurde am 22. Februar 1992 in Kaltenkirchen (Holstein) geboren, nachdem seine beiden in der DDR geborenen Eltern nach der Wende und dem Ende der DDR kurzzeitig in den alten Bundesländern lebten. Danach lebte er in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und anschließend im Süden Sachsen-Anhalts.

2008 erlangte Spiegelberg den Erweiterten Realschulabschluss an der Weißenfelser Beuditzschule. Das Abitur legte er 2011 an der Berufsbildenden Schule in Weißenfels ab. Seit 2011 studiert Spiegelberg Geschichtswissenschaft und Ethnologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.[1]

Spiegelberg wohnt in Weißenfels und ist christlichen Glaubens (freikirchlich). Er ist seit Juli 2017 mit der Russlanddeutschen Elisabeth Spiegelberg (geb. Dick) verheiratet, welche seit 2018 Sprecherin der Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD Sachsen-Anhalt (IGdRD) ist. Marcus Spiegelberg selbst ist u. a. großmütterlicherseits sudetendeutscher Abstammung und Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft[2] sowie in der VAdM (Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten in der AfD). Als Hobby betreibt Spiegelberg zudem seit seiner Jugend eine umfangreiche Ahnenforschung/Genealogie.

Politische LaufbahnBearbeiten

Nach dem Abitur war Spiegelberg zunächst Mitglied in der CDU und Jungen Union (JU). Er war Ortsvorsitzender der JU Weißenfels und seit 2014 Kreisgeschäftsführer im JU-Kreisvorstand Burgenlandkreis.[3] Zudem gehörte Spiegelberg bis zu seinem Austritt dem CDU-Ortsvorstand Weißenfels an.

2015 wechselte Spiegelberg zur AfD und deren Jugendorganisation Junge Alternative.[2]

Seit 2015 ist er stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD Burgenlandkreis und war zeitweise stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Alternative Sachsen-Anhalt.[4] Im Herbst/Winter 2015 wurde er als Listen- und Direktkandidat von seiner Partei nominiert und zog bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2016 mit 31,8 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Weißenfels (Wahlkreis 43 – Weißenfels, Teuchern, Lützen) über das Direktmandat als zu diesem Zeitpunkt jüngster Abgeordneter in den Landtag Sachsen-Anhalt ein.[5]

Im Landtag war er zunächst ständiges Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration sowie im 15. Untersuchungsausschuss. Nach einigen Änderungen der Ausschussbesetzungen innerhalb der AfD-Fraktion ist er seit 2017 Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultur. Stellvertretendes Mitglied ist Spiegelberg im Petitionsausschuss, im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration sowie im 15. Untersuchungsausschuss. Spiegelberg begleitet seit 2016 im Landtag die Funktion des Schriftführers. Sein Wahlkreisbüro befindet sich in der Langendorfer Straße 27 in Weißenfels.[6][7]

Inhaltliche Positionen und KontroversenBearbeiten

Spiegelberg warb im Vorfeld der Landtagswahl auf seinem Wahlplakat mit der Eigendarstellung „Jung. Patriotisch. Bürgernah.“ und ordnet seinen politischen Kurs selbst als „patriotisch und sozial“ ein. Er ist Unterzeichner der Erfurter Resolution und damit Mitglied des sich selbst als nationalkonservativ verortenden „Flügels“ innerhalb der AfD, zu dem auch Björn Höcke und André Poggenburg zählen. Letzterer ist ebenfalls aus dem AfD-Kreisverband Burgenlandkreis wie Spiegelberg und derzeit in der Funktion des Kreisvorsitzenden zusammen mit Spiegelberg im Kreisvorstand der AfD Burgenlandkreis.[8]

Bei Facebook kritisierte Spiegelberg bereits seit 2016 „die linken Altparteien bzw. ihre radikalen Sympathisanten“ und die evangelische Kirche als inzwischen „links-grüne Organisation“.[9]

Der erste größere politische Vorfall im Zusammenhang mit Spiegelberg ereignete sich bereits am 9. November 2016 auf einer Gedenkveranstaltung der Stadt Weißenfels und des Simon-Rau-Zentrums zur Reichspogromnacht, wo Spiegelberg allein wegen seiner Parteizugehörigkeit des Saales verwiesen wurde. Spiegelberg bezeichnete diesen Vorgang als „bodenlose Frechheit“ und empörte sich, dass ihm mit dem Rauswurf „indirekt Antisemitismus“ unterstellt werde. Er selbst äußerte sich dahingehend, dass er sich „dem jüdischen Volk als Christ sehr verbunden“ fühle und dass für ihn das jüdisch-christliche Abendland „keine Phrase“ sei.[10]

Im Dezember 2017 sorgte eine Kleine Anfrage von Spiegelberg zum Thema Organspende für Empörung, in welcher er Österreich als „deutschen Staat“ bezeichnete: „Hierbei [bei der Regelung der Organspende] sollten wir uns die erfolgreiche Herangehensweise eines anderen deutschen Staates ansehen und uns als Vorbild nehmen: die von Österreich.“ Seitens der anderen Fraktionen wurde diese Aussage massiv kritisiert und Spiegelberg sowie der AfD allgemein „Revisionismus“ und „großdeutscher Vormachtwahn“ vorgeworfen. Spiegelberg selbst verteidigte seine Äußerung: „Es steht doch kein Anschluss von Österreich auf der Agenda der AfD. […] Österreich ist sprachlich und historisch eng mit uns verbunden. Es ist unser Bruderstaat Nummer eins.“[11]

2018 sprach Spiegelberg im Landtag in der Aktuellen Debatte zur Absage des Konzertes der Band Feine Sahne Fischfilet seitens des Bauhauses in Sachsen-Anhalt. Hierzu sagte er, dass ein Auftritt von Feine Sahne Fischfilet im Bauhaus „unverantwortlich und ein Skandal für ganz Sachsen-Anhalt“ gewesen wäre. Die Punkband sei eine „linksextremistische Hetzband“, die mit gewaltverherrlichen Texten aufgefallen sei. Sie habe in der Vergangenheit nicht ohne Grund im Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern gestanden.[12]

Neben regionalen Themen befasst befasst sich Spiegelberg bei öffentlichen Stellungnahmen, Reden und Kleinen Anfragen an die Landesregierung inhaltlich oft mit einer von ihm befürchteten „Umvolkung“ Deutschlands, mit der Wissensvermittlung zu Spätaussiedlern, deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen, mit deutschen Ost-West-Problemen sowie mit Forderungen zu Familie und Sicherheit. Im Herbst 2017 äußerte er sich zudem in einer Kleinen Anfrage und in den nachfolgenden Nachfragen positiv zu einer möglichen mitteldeutschen Länderfusion „Sachsen-Thüringen“.[13][14][15]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. FAZ.de: Wie radikal sind die Köpfe der AfD
  2. a b AfD-Sieg im Wahlkreis 43: Rüdiger Erben spricht von einem „politischen Erdrutsch“. In: Mitteldeutsche Zeitung. Abgerufen am 10. April 2016.
  3. Junge Union Burgenlandkreis mit neuem Vorstand. In: wochenspiegel-web.de. Abgerufen am 15. Mai 2017.
  4. Junge Alternative Sachsen-Anhalt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: jungealternative-lsa.de. Archiviert vom Original am 10. April 2016; abgerufen am 10. April 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jungealternative-lsa.de
  5. Tagesschau.de: Landtagswahlen 2016
  6. Landtag von Sachsen-Anhalt: Landtag von Sachsen-Anhalt – Die Abgeordneten der 7. Wahlperiode. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  7. Landtag von Sachsen-Anhalt: Landtag von Sachsen-Anhalt – Biografien. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  8. KREISVORSTAND | AfD Kreisverband Burgenlandkreis – Alternative für Deutschland. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  9. AfDler in den Landtagen: AfD-Abgeordnete – Angstmacher, Biedermänner, Ex-Kommunisten. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 24. März 2016]).
  10. Martin Machowecz: AfD-Abgeordneter: „Sie sind doch von der AfD“. In: zeit.de. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  11. Michael Bock: AfD-Politiker sorgt für Empörung. In: Volksstimme Magdeburg. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  12. „Feine Sahne Fischfilet“: Konzert-Absage heftig im Landtag diskutiert. In: mdr.de. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  13. Marcus Spiegelberg - AfD. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  14. Volksabstimmungen in Sachsen-Anhalt – Volksmeinung zu „Sachsen-Thüringen“ als fusioniertes Bundesland. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  15. „Für Russlanddeutsche klatschte niemand“. In: n-tv Nachrichten. Abgerufen am 25. Dezember 2018.