Marbach SG

Gemeinde im Kanton St. Gallen, Schweiz
SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Marbachf zu vermeiden.
Marbach
Wappen von Marbach
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Rheintalw
BFS-Nr.: 3253i1f3f4
Postleitzahl: 9437
Koordinaten: 760817 / 251204Koordinaten: 47° 23′ 31″ N, 9° 34′ 8″ O; CH1903: 760817 / 251204
Höhe: 427 m ü. M.
Fläche: 4,42 km²
Einwohner: 2105 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 476 Einw. pro km²
Website: www.marbach.ch
Lage der Gemeinde
BodenseeWichensteinSämtiserseeSeealpsee (Appenzeller Alpen)FälenseeRütiweierWenigerweierSchlossweierLiechtensteinÖsterreichKanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton ThurgauKanton ThurgauWahlkreis St. GallenWahlkreis RorschachWahlkreis WerdenbergWahlkreis SarganserlandAltstättenAltstättenAu SGBalgachBerneck SGDiepoldsauEichberg SGMarbach SGOberrietRebsteinRheineck SGRüthiSt. MargrethenWidnauKarte von Marbach
Über dieses Bild
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Schloss Weinstein mit Rebbergen im Oberdorf von Marbach
Die reformierte Kirche in Marbach SG aus Richtung Süden. Links neben der Kirche steht, mit einem einstöckigen Anbau verbunden, der Kirchturm.

Marbach ist eine politische Gemeinde in der Kulturlandschaft St. Galler Rheintal im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz. Marbach gehört politisch zum Wahlkreis Rheintal.

Luftbild (1947)

GeographieBearbeiten

Marbach befindet sich zwischen Rebstein und Altstätten und liegt am Fuss des westlichen Hangs des Rheintals. Marbach zählt zu den kleinen Gemeinden im St. Galler Rheintal, verfügt jedoch über ein relativ grosses Gemeindegebiet, welches bis zum Rheintaler Binnenkanal bei Kriessern und bis an die Kantonsgrenze von Appenzell Ausserrhoden reicht.

Das Dorfbild ist geprägt von Einfamilienhäusern und hat einen historischen Dorfkern nordwestlich der Hauptstrasse. Das Gebiet in der Rheintaler Ebene ist von ländlichem Charakter und von Landwirtschaft geprägt. Am Hang, mitten in den Weinbergen, befindet sich das historische Schloss Weinstein, welches über einen Restaurations- und Weinbaubetrieb verfügt.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1830 1850 1900 1950 1980 2000 2010
Einwohnerzahl 1074 1088 1111 1216 1382 1779 2014

Ende Dezember 2012 wies Marbach eine Bevölkerung von 2062 Personen auf; davon waren 1026 weiblich und 1036 männlich. Als Ortsbürger sind in Marbach 374 Personen wohnhaft. Die Gemeinde weist mit 356 Ausländern im Verhältnis zum Schweizer Durchschnitt einen geringen Ausländeranderteil auf (17,26 %).

WirtschaftBearbeiten

Die Gemeinde Marbach führt im Jahr 2012 insgesamt 52 Gewerbebetriebe auf ihrer Internetseite auf. Sie zählen durchwegs zu den KMU. Ein Betrieb mit langer Tradition ist die Mosterei Kobelt, welche unter anderem Bartlis Most produziert. Dieser Begriff hat eine alte Tradition im Rheintal und stammt aus einer Redewendung (Wissen, wo Bartli den Most holt). Der Begriff Sura Most (auch einfach nur Saft) bezeichnet im Rheintal vergorenen Apfelsaft, andernorts als Apfelwein bekannt.

In der Landwirtschaft dominieren Silomais, aber auch Speisemais (Rheintaler Ribelmais) und Karotten (Rüebli). Die Ziegenzucht-Genossenschaft Rheintal-Werdenberg hat ihren Sitz in Marbach.

VerkehrBearbeiten

Marbach liegt an der Hauptstrasse 13 und besitzt keinen direkten Anschluss an die A13. In der Mitte der Gemeinde zweigt, in östlicher Richtung, eine Nebenstrasse als Verbindung nach Kriessen ab, welche die Anbindung an das Autobahnnetz der Schweiz gewährleistet. In nordwestlicher Richtung zweigt die Bergstrasse ab, welche eine Verbindung an die von Altstätten kommende Heidenerstrasse aufweist und die Strassenverbindung ins Appenzeller Vorderland gewährleistet. Die Anbindung an die SBB erfolgt über den Bahnhof Rebstein-Marbach, welcher genau auf der Grenze der beiden Gemeinden Marbach und Rebstein liegt. Marbach wird durch die Autobuslinie 301 der RTB Rheintal Bus vom Öffentlichen Verkehr bedient. Dieser Betrieb ist Nachfolger des 1977 eingestellten Trolleybus Altstätten–Berneck, der wiederum 1940 die 1897 eröffnete Strassenbahn Altstätten–Berneck ablöste.

GeschichteBearbeiten

Kunst, KulturBearbeiten

SchulenBearbeiten

PrimarstufeBearbeiten

Marbach kannte bis ins Jahr 1971 die Trennung in Katholische und Evangelische Primarschule. 1972 wurden die beiden Schulen im Schulhaus Feld der Katholischen Schule zusammengelegt und Marbach führt seither die paritätische Primarschulgemeinde. Vorerst wurde mit fünf Lehrstellen für die 1. bis 6. Klasse sowie einer für die Abschlussklasse und zwei für Handarbeit und Hauswirtschaft begonnen.[2]

OberstufeBearbeiten

Bis 1992 gehörte Marbach der Sekundarschulgemeinde Oberrheintal an. 1992 trat die Primarschulgemeinde Marbach zusammen mit Rebstein aus der Sekundarschulgemeinde Oberrheintal aus. Es wurde eine neue Oberstufenschulgemeinde (Rebstein-Marbach) gegründet. Diese konnte das Sekundarschulhaus «Sonnental» in Rebstein von der Sekundarschulgemeinde Oberrheintal erwerben. Nach einem Erweiterungsbau 1994 wurden auch die Realklassen von Marbach und Rebstein ins neue Schulhaus verlegt. Sechs Jahre später wurde aufgrund der steigenden Schülerzahlen nochmals ein Erweiterungsbau notwendig.[2]

VeranstaltungenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katholische Kirche St. Georg
  • Evangelisch-reformierte Kirche Rebstein-Marbach[3].
  • Ortsmuseum Marbach, 1985 entstanden im ehemaligen Restaurant «Oberes Bad»[4]
  • Schloss Weinstein, als Edelsitz erbaut Ende 14. Jahrhundert, 1613 Erweiterung des Schlosses durch den Nordostflügel mit dem heutigen Rittersaal («Schlapparitzi-Saal») und dem mächtigen Torkel[5]

PersönlichkeitenBearbeiten

Jakob Salzmann (1484–1526), Pädagoge und Reformator in Chur

WeblinksBearbeiten

Commons: Marbach SG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b Bildungswesen in Marbach. Gemeinde Marbach, abgerufen am 10. Dezember 2013.
  3. Irene Hochreutener, Moritz Flury-Rova, Werner Kuster: Die Kirchen von Marbach im Rheintal. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 738, Serie 74). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2003, ISBN 978-3-85782-738-9.
  4. Ortsmuseum Oberes Bad. Gemeinde Marbach, abgerufen am 12. Dezember 2013.
  5. Schloss Weinstein auf swisscastles.ch, abgerufen am 18. Dezember 2013