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Lòwetsch oder Lòvech ([ˈɫɔvɛtʃ], bulgarisch Ловеч) ist eine Bezirksstadt in Bulgarien mit 34.002 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Die Stadt, die zu beiden Seiten des Flusses Ossam in den nördlichen Regionen des Balkangebirges liegt, ist ein Industrie- und Weinanbauzentrum sowie Metropolitensitz der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Im Mittelalter trug die Stadt den Namen Owetsch.

Lowetsch (Ловеч)
Wappen von Lowetsch Karte von Bulgarien, Position von Lowetsch hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Lowetsch
Einwohner: 34.002 (31. Dezember 2016)
Fläche: 70,0 km²
Bevölkerungsdichte 485,7 Einwohner/km²
Koordinaten: 43° 8′ N, 24° 43′ OKoordinaten: 43° 8′ 0″ N, 24° 43′ 0″ O
Höhe: 200 m
Postleitzahl: 5500
Telefonvorwahl: (+359) 068
Kfz-Kennzeichen: OB
Verwaltung
Bürgermeister: Kornelia Marinowa
Website: www.lovech.bg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Wegen der bedeutenden strategischen Lage errichteten die Römer das Kastell Melta. Im Mittelalter war die Festung Sitz der späteren bulgarischen Herrscher Iwan Assen I. und Theodor Peter. Im Jahre 1187 wurde hier der Friedensvertrag mit Byzanz unterzeichnet, womit die Errichtung des Zweiten bulgarischen Reiches besiegelt war.

Während der osmanischen Herrschaft war die Stadt ein bedeutendes Handwerker- und Handelszentrum und wurde wegen ihres Wohlstandes Altan Lowetsch ("goldenes Lowetsch") genannt. Der Revolutionär Wassil Lewski (1837–1873) wählte die Stadt als Sitz des inneren Widerstandes und Kampfes um die Befreiung Bulgariens von der türkischen Besatzung.

In der Nähe von Lowetsch existierte während der kommunistischen Herrschaft ein Arbeitslager, in dem viele Regimegegner ermordet wurden. Die Einweisung in das Lager war meist politisch motiviert. Gründe dafür konnten sein: die Zerstörung von Stalindenkmälern, Hilfeleistung für feindliche (deutsche) Soldaten, die Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche in Bulgarien oder zum Bauernverband, eine im nicht-kommunistischen Ausland absolvierte Ausbildung[1], Spionage für den „anglo-amerikanischen Kapitalismus“ oder Kritik an der Anwesenheit der Roten Armee in Bulgarien etc.[2]

Die Stadt ist seit 2005 über ihren den Namen des römischen Kastells Namensgeber für den Melta Point, eine Landspitze der Livingston-Insel in der Antarktis. Entsprechendes gilt seit 2012 für die Lovech Heights, ein Gebirge im Grahamland auf der Antarktischen Halbinsel.

WirtschaftBearbeiten

Der aufstrebende chinesische Automobilkonzern Great Wall eröffnete im Februar 2012 ein Montagewerk in Lowetsch. Es ist das erste Montagewerk eines chinesischen Autokonzerns in der Europäischen Union.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Gedeckte Brücke
  • Gedeckte Brücke: Der Baumeister Kolju Fitscheto (1800–1881) erbaute 1872–1874 eine gedeckte Brücke – das bekannteste Bauwerk der Stadt. Die Brücke brannte 1925 vollständig aus und wurde 1931 neu gebaut, wobei allerdings kein Holz (wie beim Original), sondern Stahlbeton zum Einsatz kam. 1981 und 1982 erfolgte ein Umbau im Stil der ursprünglichen Brücke.
  • Festungsruine Hisarja
  • Monument von Wassil Lewski
  • Altstadt Waroscha aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt
  • Wassil-Lewski-Museum
  • Drassow-Museum und Raschow-Häuser
  • Park Stratesch mit dem Zoo
  • Park Basch bunar

SportBearbeiten

Bekannt ist Lowetsch auch durch seinen Fußballverein Litex Lowetsch. Der Fußballclub nahm im Jahr 2007 am UEFA-Pokal teil. So fand am 18. September 2007 das Spiel Litex Lowetsch gegen den Hamburger SV im Gradski Stadion statt. Es endete 0:1 für den Hamburger SV. Das Rückspiel entschied der HSV mit 3:1 für sich.

GalerieBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Lòwetsch hat acht Partnerstädte:

Stadt Land seit
Berat Albanien  Albanien 2008[4]
Erfurt Deutschland  Deutschland 1971[5]
Isjaslaw[6] Ukraine  Ukraine 2012
Laval Frankreich  Frankreich 2010[7]
Lotoschino[7] Russland  Russland
Rjasan Russland  Russland 1964[8]
Syktywkar[7] Russland  Russland 1980
Valladolid Spanien  Spanien

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lowetsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bericht von dem Überlebenden Metjo Metew
  2. ZDF-Dokumentation von Ilija Trojanow: „Vorwärts aber nie vergessen. Ballade über bulgarische Helden“, 2007
  3. Chinesische Autobauer zurück nach Europa
  4. Албанската делегация е възхитена от Ловеч - Ловеч Прес. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
  5. Partnerstadt - Lowetsch (Bulgarien) auf Erfurt.de. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
  6. Република България - Община Ловеч - Новини. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 16. Dezember 2014; abgerufen am 16. Dezember 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lovech.bg
  7. a b c Lovech - Go Local. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
  8. г. Ловеч (Болгария) - Администрация города Рязани. Abgerufen am 16. Dezember 2014.