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Der London-Marathon 2019 (offiziell: Virgin Money London Marathon 2019) war die 39. Ausgabe der jährlich stattfindenden Laufveranstaltung in London, Vereinigtes Königreich. Der Marathon fand am 28. April 2019 statt. Er war der sechste Lauf des World Marathon Majors 2018/19 und hatte das Etikett Gold der IAAF Road Race Label Events 2019.

Bei den Männern brach der zum vierten Mal in London erfolgreiche Eliud Kipchoge in 2:02:37 h seinen eigenen Streckenrekord, das Frauenrennen gewann Brigid Kosgei in 2:18:20 h mit fast zwei Minuten Vorsprung.

Das Rennen verzeichnete nach Veranstalterangaben mit 42.549 Finishern einen Teilnehmerrekord.[1]

RennverlaufBearbeiten

Das 40 Minuten früher gestartete Elitefeld der Frauen folgte bei Temperaturen um 10 °C den drei fortan alleine vorneweg laufenden Tempomacherinnen (u. a. Halbmarathonweltrekordlerin Joyciline Jepkosgei) zunächst nicht, einzig die 42-jährige Australierin Sinead Diver nahm die Verfolgung auf und hatte bei Rennhalbzeit in 1:11:22 h noch einen Vorsprung von 16 Sekunden auf die ihr folgende Gruppe.[2] Danach wurde das Rennen schneller, sodass sich die Kenianerin Brigid Kosgei und ihre Landsfrau sowie 5000-Meter-Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot nach der 25-Kilometer-Marke – nun ohne im Feld verbliebene Tempomacherinnen – von einer aus Mary Keitany, Gladys Cherono und Roza Dereje bestehenden Dreiergruppe lösen konnten.[2] Kosgei setzte sich nach 30 Kilometern leicht ab und baute, nachdem Cheruiyot zunächst noch einmal aufschließen konnte, ihren Vorsprung auf den letzten Kilometern rennentscheidend aus.[2] Cheruiyot hatte im Ziel nach 2:20:14 h schließlich fast zwei Minuten Rückstand auf die in 2:18:20 h siegreiche Kosgei, dahinter entschied die Äthiopierin Dereje in 2:20:51 h den Kampf um Platz 3 gegen die zwei Kenianerinnen Cherono (2:20:52 h) und Keitany (2:20:58 h) knapp für sich. Auf den Plätzen folgte die US-amerikanische Debütantin Emily Sisson in 2:23:08 h[3] und die in 2:24:11 h Hausrekord laufende Diver.[4] Als beste Britin steigerte sich die zehntplatzierte Charlotte Purdue auf 2:25:38 h.[5] Siegerin Kosgei legte die zweite Rennhälfte in 1:06:42 h und damit schneller als je eine Marathonläuferin zuvor zurück.[6]

Auf Männerseite folgte die Gruppe der Favoriten den Tempomachern und lag nach 10 Kilometern (29:01 min) und bei der Halbmarathonmarke (1:01:37 h) jeweils in den Regionen des von Eliud Kipchoge gehaltenen Streckenrekords (2:03:05 h).[2] Nach Kilometer 22 sorgte der auch diesmal an den Start gegangene Topfavorit Kipchoge von der Spitze weg mit konstant hohem Tempo dafür, dass die Gruppe zerfiel und 2017-Sieger Daniel Wanjiru, Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang, Vizeweltmeister Tamirat Tola und der britische Mehrfacholympiasieger Mo Farah nicht mehr folgen konnten.[2] Nachdem bei Kilometer 30 auch der Äthiopier Leule Gebrselassie zurückgefallen war, befanden sich schließlich noch seine Landsmänner Mosinet Geremew, Mule Wasihun und Tola Shura Kitata in der Führungsgruppe um den weiterhin das Tempo bestimmenden Kipchoge.[2] Während Kilometer 38 musste allerdings auch der Vorjahreszweite Kitata abreißen lassen und kurz vor Kilometer 40 konnten zunächst Wasihun sowie kurz danach Geremew das von Kipchoge angeschlagene Tempo nicht mehr mitgehen.[7] Kipchoge beendete das Rennen daraufhin ungefährdet mit Streckenrekord von 2:02:37 h, je schneller gelaufen war zuvor nur er selbst bei seinem im Vorjahr erzielten Weltrekord.[8] Dahinter blieb Geremew in 2:02:55 h als nach Kipchoge bis dato zweitschnellster Marathonläufer aller Zeiten noch unter 2:03 h,[8] womit er den äthiopischen Nationalrekord von Kenenisa Bekele um 8 Sekunden steigerte.[2] Wasihun komplettierte das Podium in 2:03:16 h, Kitata wurde in 2:05:01 h Vierter. Auf Rang 5 verpasste Farah in 2:05:39 h seinen eigenen Europarekord um 28 Sekunden,[2] zwei Positionen dahinter kam sein Trainingspartner Bashir Abdi mit belgischem Nationalrekord von 2:07:03 h ins Ziel.[9] Dem in 2:08:05 h neuntplatzierten Italiener Yassine Rachik folgte der Brite Callum Hawkins als Zehnter mit schottischen Rekord (2:08:14 h).[10]

ErgebnisseBearbeiten

MännerBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (h)
01 Eliud Kipchoge Kenia  Kenia 2:02:37
02 Mosinet Geremew Athiopien  Äthiopien 2:02:55
03 Mule Wasihun Athiopien  Äthiopien 2:03:16
04 Tola Shura Kitata Athiopien  Äthiopien 2:05:01
05 Mo Farah Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2:05:39
06 Tamirat Tola Athiopien  Äthiopien 2:06:57
07 Bashir Abdi Belgien  Belgien 2:07:03
08 Leule Gebrselassie Athiopien  Äthiopien 2:07:15
09 Yassine Rachik Italien  Italien 2:08:05
10 Callum Hawkins Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2:08:14

FrauenBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (h)
01 Brigid Kosgei Kenia  Kenia 2:18:20
02 Vivian Cheruiyot Kenia  Kenia 2:20:14
03 Roza Dereje Athiopien  Äthiopien 2:20:51
04 Gladys Cherono Kenia  Kenia 2:20:52
05 Mary Keitany Kenia  Kenia 2:20:58
06 Emily Sisson Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2:23:08
07 Sinead Diver Australien  Australien 2:24:11
08 Carla Salomé Rocha Portugal  Portugal 2:24:47
09 Birhane Dibaba Athiopien  Äthiopien 2:25:04
10 Charlotte Purdue Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2:25:38

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kenyans make history as records tumble in the biggest ever London Marathon. In: virginmoneylondonmarathon.com. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  2. a b c d e f g h Helmut Winter: 39. Virgin Money London Marathon am 28. April 2019: Eliud Kipchoge gewinnt zum vierten Mal mit Streckenrekord. In: germanroadraces.de. 1. Mai 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.
  3. What a Debut! Emily Sisson Shows She’s Ready for the Marathon in London. In: runnersworld.com. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  4. Athletics: Mayo-born Diver seals Olympic spot for Australia. In: irishexaminer.com. 29. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  5. London Marathon 2019: Charlotte Purdue clocks third fastest time by a British woman after knocking almost four minutes off PB. In: telegraph.co.uk. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  6. Kipchoge cracks course record in London with second-fastest time in history. In: iaaf.org. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  7. Eliud Kipchoge Runs 2:02:37, Shatters London Course Record To Win 10th Straight Marathon. In: letsrun.com. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).
  8. a b Der Schnellste ist auch der Zweitschnellste. In: faz.net. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.
  9. Bashir Abdi kiest binnen twee weken tussen WK atletiek of marathon van Chicago. In: hln.be. 30. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (niederländisch).
  10. London Marathon: Callum Hawkins takes big step towards Tokyo 2020. In: bbc.co.uk. 28. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).