Leichtathletik-Europameisterschaften 1946/Stabhochsprung der Männer

Der Stabhochsprung der Männer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1946 wurde am 25. August 1946 im Bislett-Stadion der norwegischen Hauptstadt Oslo ausgetragen.

3. Leichtathletik-Europameisterschaften
Disziplin Stabhochsprung der Männer
Stadt Norwegen Oslo
Stadion Bislett-Stadion
Teilnehmer 10 Athleten aus 9 Ländern
Wettkampfphase 25. August
Medaillengewinner
Gold Gold Allan Lindberg (Schweden SWE)
Silber Silber Nikolai Osolin (Sowjetunion 1923 URS)
Bronze Bronze Jan Bém (Tschechoslowakei CSK)
Das Bislett-Stadion in Oslo kurz nach den Europameisterschaften

Europameister wurde der Schwede Allan Lindberg. Auf den zweiten Platz kam Nikolai Osolin aus der Sowjetunion. Der Tschechoslowake Jan Bém gewann die Bronzemedaille.

Rekorde Bearbeiten

Bestehende Rekorde Bearbeiten

Weltrekord 4,77 m Vereinigte Staaten 48  Cornelius Warmerdam Modesto, USA 23. Mai 1942[1]
Europarekord 4,27 m Norwegen  Erling Kaas Oslo, Norwegen 23. September 1939[2]
Meisterschaftsrekord 4,05 m Deutsches Reich NS  Karl Sutter EM Paris, Frankreich 3. September 1938

Rekordverbesserungen Bearbeiten

Der bestehende EM-Rekord im Wettkampf am 25. August insgesamt fünfmal gesteigert:

Durchführung Bearbeiten

In den Quellenangaben (europäischer Leichtathletikverband EAA[3] sowie bei todor66[4]) mit dem Stabhochsprung-Resultat findet sich nur jeweils eine Ergebnisliste mit dem Finalresultat für alle Teilnehmer. Demnach sind alle zehn Stabhochspringer gemeinsam in einer Gruppe zum Finale angetreten.

Legende Bearbeiten

Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet:

verzichtet
o übersprungen
x ungültig

Finale Bearbeiten

 
Der sechstplatzierte Georges Breitman
(Foto Mitte, bei den französischen Meisterschaften 1945)

25. August 1946

Platz Name Nation 3,60 m 3,80 m 3,90 m 4,00 m 4,10 m 4,17 m 4,24 m Höhe (m)
1 Allan Lindberg Schweden  Schweden ? ? xo xxo CR o CR/NR xxx 4,17 CR/NR
2 Nikolai Osolin Sowjetunion 1923  Sowjetunion ? ? ? xo o CR xxx 4,10
3 Jan Bém Tschechoslowakei  Tschechoslowakei ? ? xo xo CR xxx 4,10
4 Erling Kaas Norwegen  Norwegen ? ? xxo xxo CR xxx 4,10
5 Hugo Olsson Schweden  Schweden xo xo xxx 4,00
6 Georges Breitman Frankreich 1944  Frankreich ? ?o xxx 3,90
7 Miroslav Krejcar Tschechoslowakei  Tschechoslowakei ? ?o xxx 3,90
8 Helmer Petersen Danemark  Dänemark ? ?o xxx 3,90
9 Cor Lamorée Niederlande  Niederlande ? ?o xxx 3,90
10 Zoltán Zsitvai Ungarn 1946  Ungarn ?o xxx 3,80
DNS Armin Scheurer Schweiz  Schweiz
Ferenc Kovács Ungarn 1946  Ungarn
Claude Bouret Frankreich 1944  Frankreich
Josef Haunzwickl Osterreich  Österreich

Die entscheidende Phase des Wettkampfs begann, als die Höhe von vier Metern aufgelegt wurde. Vier Athleten, die zuvor 3,90 m übersprungen hatten, schieden mit jeweils drei Fehlversuchen aus. Fünf weitere Wettbewerber stiegen jetzt erst in die Konkurrenz ein. Der Schwede Allan Lindberg, Nikolai Osolin aus der Sowjetunion, Hugo Olsson (späterer Hugo Göllors), ein weiterer Schwede, und der Tschechoslowake Jan Bém benötigten jeweils zwei Sprünge für die neue Höhe. Der Norweger Erling Kaas zog mit seinem dritten und letzten Versuch nach. So waren noch fünf Springer im Wettbewerb, als es galt, die neue Meisterschaftsrekordhöhe von 4,10 m zu überqueren. Osolin gelang dies auf Anhieb, Bém war im zweiten Anlauf erfolgreich. Kaas und Lindberg blieben ebenfalls mit im Rennen, nachdem sie die Höhe mit ihrem jeweils dritten Versuch gemeistert hatten. Hugo Olsson riss die Latte dreimal und war damit Fünfter.

Nun wurden 4,17 m aufgelegt. Einzig Allan Lindberg übersprang diese Höhe und war damit Europameister. Seine Gegner dagegen liefen jeweils dreimal vergeblich an. Über die Reihenfolge von Rang zwei bis vier musste nun die Fehlversuchsregel entscheiden. Nikolai Osolin, der 4,10 m mit seinem ersten Sprung bewältigt hatte, gewann Silber, für Jan Bém gab es die Bronzemedaille. Auf den undankbaren vierten Platz kam Erling Kaas – er hatte drei Versuche für 4,10 m benötigt.

Lindberg versuchte sich anschließend dreimal vergeblich an 4,24 m, aber er hatte seine Goldmedaille ja bereits vorher sicher.

Video Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Athletics – Progression of outdoor world records, Pole vault – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 22. Juni 2022
  2. Athletics - Progression of outdoor European records, Pole vault - Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 10. November 2022
  3. Oslo European Championships 1946, European Athletics, european-athletics.com, abgerufen am 22. Juni 2022
  4. Men Pole Vault European Championships 1946 Oslo (NOR), todor66.com (englisch), abgerufen am 22. Juni 2022