Langenmantel

Familienname
Zwei Augsburger Ratsherren: Langenmantel vom Sparren links, Langenmantel vom doppelten R rechts (1457)

Langenmantel ist der Familienname einer alten Augsburger Patrizier-Familie mit zwei Hauptzweigen: 1. „Langenmantel vom Sparren“ (auch: „Langenmantel von Radau“) und 2. „Langenmantel vom RR“ (auch: „Langenmantel vom doppelten R“ oder „Langenmantel von Westheim“ und „Langenmantel von und zu Langenthal“); jeweils benannt nach einem Charakteristikum im Familienwappen.

Ursprung und Teilung in zwei LinienBearbeiten

Die Langenmantel erscheinen ab 1272, mit Hartmann Langenmantel († 1301 od. 1306), urkundlich in Augsburg und zählten zu den sogenannten „Alten Geschlechtern“ der Reichsstadt. Hartmann war 1288 einer der beiden ersten Stadtpfleger (Bürgermeister) und bekleidete auch das Amt des Judenpflegers. Neben ihm werden ab 1280 seine Brüder Konrad I. († 1302 od. 1304) und Heinrich I. († 1300 od. 1306) genannt, letzterer amtierte 1292 ebenfalls als Stadtpfleger. Sie bilden den Ursprung der Langenmantel und hießen „Langenmantel vom Sparren“, nach ihrem Familienwappen, einer roten Spitze (fälschlich Sparren genannt) auf weißem Grund.

Bereits 1291, nochmals 1294, erscheint auch Rüdiger I. († 1342) und wird als Schwestersohn des Hartmann Langenmantel sowie seiner Brüder bezeichnet. Ab 1299 amtierte Rüdiger I. sechsmal als Stadtpfleger, fast 40 Jahre war er eine dominierende Figur der Augsburger Politik. Er zählte zu den bedeutendsten Augsburger Kaufleuten. Wenngleich nur seine Mutter eine Langenmantel vom Sparren war, führte auch er den Namen Langenmantel, wählte jedoch ein unterschiedliches Wappen, allerdings in gleicher Farbgebung, nämlich ein gespiegeltes, weißes R (doppeltes R) auf rotem Grund. Danach nannten sich seine Nachkommen „Langenmantel vom RR“ oder „Langenmantel vom doppelten R“, später auch „Langenmantel von Westheim“. Die Familie ist eine sogenannte „Weiberlinie“ der Langenmantel vom Sparren und zählte in der Folge als eigenständiges Geschlecht.

Die „Langenmantel vom Sparren“ und die „Langenmantel vom doppelten R“ lebten als verwandte, aber eigenständige Familien zeitgleich in Augsburg und gehörten beide zu ihren bedeutendsten Patriziergeschlechtern. Nach ihnen ist dort die „Langenmantelstraße“ benannt.

Die Langenmantel vom SparrenBearbeiten

 
Wappen der Langenmantel vom Sparren
 
Die Langenmantel vom Sparren, 1550
 
Christoph Langenmantel vom Sparren bringt Luther nach Hohenschwangau. Entwurf von Wilhelm Lindenschmit dem Älteren, zu seinem Großfresko auf Schloss Hohenschwangau, 1835.

In der ersten Generation der Augsburger Langenmantel vom Sparren erscheinen Ende des 13. Jahrhunderts die Brüder Hartmann I., Heinrich I. und Konrad I.

Hartmann I. Langenmantel vom Sparren, reicher Kaufmann und Finanzier, stiftete 1288 ein Haus für acht Kranke beim schon bestehenden Leprosenspital St. Servatius.[1][2] 1301 gewährten er, sein Schwiegersohn und sein Neffe Rüdiger I. Langenmantel vom RR, ein großes Darlehen an König Albrecht I. Er scheint keine überlebenden Söhne gehabt zu haben, denn sein beträchtlicher Besitz, darunter Oberottmarshausen und Bliensbach, kam über die Erbtochter Mechthild an die Familie Schongauer.

Der Bruder Heinrich I. amtierte 1292 als Augsburger Stadtpfleger. Ihm gehörte Zusmarshausen und ein großer Teil von Agawang. Sein als Weinhändler erscheinender Sohn Heinrich III. († 1326 od. 1327) erwarb 1325 zudem Langerringen. Seit 1320 im Rat nachweisbar, wurde er 1323 zum Stadtpfleger gewählt. Bei der Teilung seines Erbes ging Zusmarshausen an die Bach verloren, der Sohn Johann III. († 1380 oder 1382) musste 1376 das ihm zugefallene Langerringen verkaufen, sein Besitz in Agawang gelangte an den Schwiegersohn. 1409 war die Witwe gezwungen ihr Haus am Weinmarkt zu veräußern. Mit den Geistlichen Nikolaus und Magister Ulrich, Propst zu Völkermarkt und Kanoniker an St. Moritz in Augsburg, der 1464 die erste Augsburger Studienstiftung errichtete,[3][4] erlosch die auf Heinrich I. zurückgehende Linie.

Konrad I., der dritte der ursprünglichen Brüder, begründete den Hauptstamm der Langenmantel vom Sparren. Er wurde von seinem Sohn, Ritter Johann I. Langenmantel vom Sparren († 1337), fortgesetzt, den man 1304 zum Stadtpfleger wählte. Dessen, aus dritter Ehe mit Margaretha von Rohrbach stammender Sohn Johann II. begründete die Rohrbacher bzw. Radauer Seitenlinie. Johann II. trat in Augsburg kaum hervor. Große Bedeutung erlangte hingegen sein ältester Sohn Johann Langenmantel von Radau († 1426 oder 1428), der zehnmal als Stadtpfleger amtierte. Dessen politischer Nachfolger wurde sein spätgeborener Sohn Leonhard († 1470), der letzte dieses Radauer Familienzweigs. Zwischen 1452 und 1469 bekleidete er achtmal das Amt des Augsburger Stadtpflegers. Sein Erbe (u. a. Aystetten, Hainhofen und Ottmarshausen) fiel an die Schwiegersöhne.

Der älteste Sohn von Johann I., genannt Konrad III. „beim Salzstadel“ († 1363 oder 1364), amtierte ab 1353 dreimal als Stadtpfleger. Sein ältester Sohn Peter „beim Salzstadel“ († 1419 oder 1420) wurde 1399 Stadtpfleger. Konrads früh verstorbener mittlerer Sohn Johann IV. († 1401 oder 1402) blieb unbedeutend. Einer seiner Nachkommen war jedoch der bekannte Eitelhans Langenmantel, den man 1528 als Täufer hinrichtete und der ein mütterlicher Ahne des dritten US-amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson ist.[5]

Schon Ende des 14. Jahrhunderts war Konrads jüngster Sohn Hartmann II. († um 1430) in den Vordergrund getreten, der mit dem Erbe seiner Ehefrauen eine gezielte Erwerbspolitik betrieb. Am wichtigsten war dabei der Kauf von Binswangen (1412), das in den folgenden 150 Jahren Kern des Grundbesitzes der Langenmantel vom Sparren bleiben sollte. Ab 1403 ist er im Rat belegt, nachdem sich der kinderlose Bruder Peter aus der Politik zurückgezogen hatte. Hartmann II. Sohn, Hartmann IV. († 1466) gelang es, durch günstige Heiraten, seine wirtschaftliche Position zu sichern. Seit 1454 im Rat vertreten, erscheint er vorübergehend als Pfandbesitzer der Herrschaft Kühlenthal.

Hartmann IV. Sohn Johann IX. Langenmantel vom Sparren († 1505) wurde 1478 an Stelle des ermordeten Jos Onsorg zum Bürgermeister (Stadtpfleger) gewählt und zählte in den folgenden drei Jahrzehnten zu den wichtigsten politischen Köpfen. 13-mal war er Bürgermeister, bekleidete zudem das Amt des Bundeshauptmannes im Schwäbischen Bund und erhielt 1495, auf dem Wormser Reichstag, durch König Maximilian I., den Ritterschlag, als Ritter vom güldenen Sporn.[6][7] Von seinen Söhnen amtierte Markus († 1540) seit 1505 als bayerischer Pfleger in Mering. Der bis 1547 im Augsburger Rat genannte Matthäus († 1551) hinterließ eine Stadtchronik[8][9][10] und trat später in sächsische Dienste. Der Sohn Lukas ging zum Braunschweiger Militär, sein Bruder Georg (Jörg) diente als Offizier im Dienste König Franz I. von Frankreich und fiel als Brigadier der schwarzen Reiter, 1525, in der Schlacht bei Pavia.[11]

Nach dem überraschenden Tod Johann IX. Langenmantel (1505) folgte ihm der Bruder Georg († 1521) im Amt des Bürgermeisters nach. Er war auch 1518 Bürgermeister von Augsburg, als sich Martin Luther hier aufhielt. Sein Sohn, der Domherr Christoph Langenmantel vom Sparren († 1538), brachte diesen in der Nacht vom 19. zum 20. Oktober heimlich aus der Stadt und verhalf ihm zur Flucht.[12] Die Fluchthilfe ist historisch gesichert, eine ausschmückende und unbelegte Legende bleibt hingegen die Geschichte, dass er ihn auch von Augsburg nach Schloss Hohenschwangau geführt habe.[13][14] Diese Legende ließ König Max II. dort im Schwangauer Zimmer, durch den Maler Wilhelm Lindenschmit, in Form eines romantisierenden Wandgemäldes darstellen.[15] Christophs Bruder Sigmund Langenmantel († 1545) war Landrichter und herzoglicher Pfleger in Kelheim, wo sich sein Epitaph in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt erhalten hat.[16]

Als letzter Familiensproß wurde Joachim I. († 1559), ein Enkel von Johann IX., noch einmal Mitglied im Geheimen Rat und Bürgermeister.[17] 1541 hatte er das Dorf Binswangen übernommen, mit dem man 1560 seine Söhne Joachim II. († 1596) und Lukas belehnte. Schon 1561, wohl in Zusammenhang mit dem Konkurs Joachim II., verkauften die Brüder den Ort für 11.000 Gulden an David Baumgartner, wegen dessen Zahlungsunfähigkeit es schließlich an die Langauer fiel. 1591 gab Joachim II. sein Augsburger Bürgerrecht auf. Seine Schwester Sibylla Langenmantel († 1592) hatte 1551 den natürlichen Wittelsbacher Georg von Hegnenberg-Dux (unehelicher Sohn des bayerischen Herzogs Wilhelm IV.) geheiratet und begründete mit ihm das gleichnamige Adelsgeschlecht.[18]

Die heute noch vereinzelt in Bayern vorkommenden bürgerlichen Familien Langenmantel bzw. Langmantel dürften auf Nachkommen der Langenmantel vom Sparren zurückgehen, da die Langenmantel vom doppelten R bzw. von Westheim später das Freiherrenprädikat erhielten und bis in die Neuzeit stets mit Adelstitel erscheinen.

Die Langenmantel vom RR bzw. von WestheimBearbeiten

 
Wappen der Langenmantel vom RR
 
Widmungsbild aus Sigismund Meisterlins Augsburger Stadtchronik von 1457. Der Augsburger Rat; links sitzend ein Ratsherr der Langenmantel vom Sparren, hinten mittig einer der Langenmantel vom RR
 
Augsburger Ratsmedaille von 1600, mittig das Wappen der Langenmantel vom RR

Die „Langenmantel vom RR“ gehen auf Rüdiger I. († 1342), den Schwestersohn der ersten fassbaren Langenmantel vom Sparren (Hartmann I. und seiner Brüder) zurück. Ab 1299 amtierte Rüdiger I. sechsmal als Stadtpfleger, fast 40 Jahre war er eine dominierende Figur der Augsburger Politik. Er zählte zu den bedeutendsten Augsburger Kaufleuten. Wenngleich nur seine Mutter eine Langenmantel vom Sparren war, führte auch er den Namen Langenmantel, wählte jedoch ein unterschiedliches Wappen, allerdings in gleicher Farbgebung, nämlich ein gespiegeltes, weißes R (doppeltes R) auf rotem Grund. Danach nannten sich seine Nachkommen „Langenmantel vom RR“ oder „Langenmantel vom doppelten R“, später auch „Langenmantel von Westheim“.

Rüdiger I. beteiligte sich 1301 mit seinem Onkel Hartmann I. Langenmantel vom Sparren an einem großen Darlehen für König Albrecht I. 1310 erscheint er als Gläubiger der bayerischen Herzöge, 1324 wird er als Pfandinhaber der herzoglichen Steuer zu Gundelfingen genannt. Mehrfach trat er als Gesandter der Stadt bei König Ludwig IV. auf. Das bis in die Neuzeit zum Familienbesitz gehörende Westheim hatte Rüdiger I. wohl schon ererbt, da es im Urbar seines Sohnes (um 1360) als Erbe von Vater und Großvater bezeichnet wird. Beim Stift St. Moritz gründete er eine Familienkapelle mit Vikarie.

Unter seinen Söhnen formierten sich drei Familienzweige. Rüdiger II. († 1366 oder 1367) und seine Nachkommen blieben relativ unbedeutend, letzter Vertreter dieses Zweiges war vermutlich Blasius Langenmantel († nach 1442). Gleiches gilt für den Anfang des 15. Jahrhunderts erloschenen Zweig von Konrad I.

Die herausragende Gestalt unter Rüdigers Söhnen war Johann I. Langenmantel vom RR, auch genannt „von Wertingen“ († 1367), der dreimal als Stadtpfleger amtierte, 1348 die namensgebende Herrschaft Wertingen und 1363 die Herrschaft Villenbach erwarb.

Von den fünf Söhnen des Johann I. traten Marquard († 1372 oder 1376), Rüdiger IV. († 1391 oder 1393) und Hartmann I. († 1389 oder 1390) nur wenig hervor. Sein Nachfolger im Rat wurde der Sohn Ulrich I. († 1411), der 1368 seinen ersten Zunftbrief siegelte und ab 1380 dreimal als Stadtpfleger amtierte. Dessen Bruder Johann II. Langenmantel vom RR, auch genannt „Mülin von Wertingen“ († 1425 oder 1426) wurde ab 1393 viermal Stadtpfleger. Nach dem Konkurs von Rüdiger VI. († 1402 oder 1403), der Geschäftsverbindungen mit den Nürnberger Imhof unterhielt, ist ein größeres Engagement der Langenmantel im Handel nicht mehr belegt. Besonders ab den 1430er Jahren wird der Verlust der einstigen wirtschaftlichen Stellung immer deutlicher erkennbar. 1468 wurde Wertingen an die Pappenheimer verkauft. Die verarmten Nachkommen Johann II. verließen Augsburg in den 1450er Jahren. Die Linie Rüdiger IV. war seit 1430 erloschen. Wilhelm († nach 1499), ein Enkel Hartmann I. wanderte 1467 nach Memmingen ab. Zu jener Zeit wirtschaftlich am Bedeutendsten waren Johann IV. († 1420) und Heinrich II. († 1463), zwei Söhne Ulrich I. Dank des Erbes seiner Frau war Heinrich II. der einzige Langenmantel vom RR, der Mitte des 15. Jahrhunderts nicht mit wirtschaftlichen Problemen kämpfte und sogar Liegenschaften erwarb. 1455 versteuerte er ein Vermögen von 5760 Gulden.

Durch zahlreiche Nachkommenschaft wurde Heinrichs Vermögen zertrümmert, den fünf Söhnen blieb nur ein begrenztes Erbe. Andreas, der älteste († 1469) und Heinrich III., der jüngste († 1495), waren in Augsburg verheiratet. Andreas’ Sohn Mang wird 1501 noch einmal fassbar, als er sein Erbe versteuerte. Er begründete in Kärnten bzw. Krain eine eigene Linie, die sich teilweise als „Langenmantel zu Rosenfeld“ bezeichnete, 1653 in den Freiherrenstand erhoben wurde und mit Franz Adam von Langenmantel, Herr auf Rothenturm (heute Slovenj Gradec) erlosch. Er adoptierte 1673, mangels Nachkommen, den Grafen Franz Joseph von Lamberg (1668–1746), welcher sich dann Franz Joseph Langenmantel, Graf von Lamberg nannte. Christoph Stürgkh auf Plankenwarth († 1594) hatte eine Gattin aus dem Zweig der „Langenmantel zu Rosenfeld“.

Anfang des 16. Jahrhunderts waren die Langenmantel vom RR in Augsburg nur noch durch Heinrichs Sohn Wolfgang I. vertreten, dessen wirtschaftliche Situation sich wieder stabilisiert hatte.

Wolfgang I. Sohn David († 1572) begründete die evangelische Familienlinie, die neben einer Anzahl Ratsherren mit Martin Hieronymus Langenmantel († 1739) einen Stadtpfleger (1735–39) stellte.

Der andere Sohn Wolfgang II., auch Wolfgang der Jüngere genannt, (1522–1568) begründete die katholische Familienlinie der „Langenmantel von Westheim“,[19] die mit Octavian († 1689), Ignatius († 1725), Franz Octavian († 1730) und Jakob Wilhelm Benedikt († 1790) vier Stadtpfleger hervorbrachte.

Oktavians Sohn Hieronymus Ambrosius Langenmantel (1641–1718) war katholischer Priester und befreundet mit dem Universalgelehrten Pater Athanasius Kircher. Als Kanoniker am Kollegiatstift St. Peter am Perlach stiftete er dort im Jahre 1700 das Gnadenbild Maria Knotenlöserin, das heute von Papst Franziskus besonders verehrt wird und durch diesen auch in Südamerika Berühmtheit erlangte.

Otto von Langenmantel (1816–1875), Bauingenieur und Baumeister der Befreiungshalle bei Kelheim, sowie sein Sohn, der Kunstmaler Ludwig von Langenmantel (1854–1922) gehören ebenfalls zu den Langenmantel vom RR.

Den „Langenmantel vom RR bzw. von Westheim“ bestätigte Kaiserin Maria Theresia 1766 ihren althergebrachten Adel und verlieh ihnen das Prädikat Edle von, mit Datum vom 27. Dezember 1779 erhob sie die Familie in den erblichen Freiherrenstand.[20]

1808, bei Anlegung der bayerischen Adelsmatrikel, ließen sich folgende Personen der Familie dort eintragen: Wolfgang Ignaz von Langenmantel, Augsburger Senator (Ratsherr) im Ruhestand (* 1765); Wolfgang Joseph Andreas von Langenmantel, kgl. bayerischer Stadtgerichtsprotokollist in Augsburg (* 1768); Wolfgang Xaver von Langenmantel, Hauptmann der Bayerischen Armee (* 1773), und Wolfgang Gebhard von Langenmantel, kath. Pfarrer zu Waal (1775–1847), alle vier Brüder. Außerdem Joseph Maria von Langenmantel kgl. bayerischer Kämmerer und Bau-Inspektor (* 1784).[21][22]

Österreichische Linie Langenmantel von und zu LangenthalBearbeiten

 
Wappen der Langenmantel von und zu Langenthal, österreichische Seitenlinie der Langenmantel vom RR

Die „Langenmantel von und zu Langenthal“ sind eine österreichische Seitenlinie der „Langenmantel vom RR“, mit gleichem Stammwappen, aber unterschiedlicher Helmzier.

Die Augsburger Georg und Lazarus Langenmantel vom RR wurden 1511 in die ständischen Adelsmatrikel von Tirol aufgenommen. Veit Langenmantel, der Sohn von Lazarus kaufte 1560 Schloss Weiherburg bei Innsbruck und ließ dort den freskengeschmückten Langenmantel-Saal errichten. 1569 veräußerte er es an Anna Welser, die Mutter von Philippine Welser.[23]

Georg erwarb die Herrschaft Tramin in Südtirol. Hier gehörten der Familie u. a. Ansitz Unterspaur[24] und der Ansitz Langenmantel (Schneckenthalerstraße 6–12), der Fresken des 16. Jahrhunderts, mit ihrem Wappen aufweist.[25][26] Im nahen Eppan ließen die Langenmantel den Ansitz Thalegg erbauen.[27]

Aus dem Traminer Stamm erhielt Kajetan Langenmantel vom RR (1731–1798)[28] 1763 von Kaiserin Maria Theresia die Bestätigung seines alten Adels, 1766, als Postmeister von Kalsdorf bei Graz, die Würde eines Ritters vom goldenen Sporn, verbunden mit dem Prädikat „Langenmantel, Edler von und zu Langenthal“ und 1779, als Kreishauptmann in Cilli, die Erhebung in den erblichen Freiherrenstand.[29][30]

„Edler von und zu Langenthal“ bezog sich dabei auf die Herrschaft Langenthal im damaligen Possruck (heute Kozjak nad Pesnico im slowenischen Kungota). Diesen Besitz hatte Kajetan Langenmantel vom RR 1764 gekauft und das dortige Schloss erbaut.[31][32]

DiversesBearbeiten

  • In der Augsburger Kirche St. Moritz befindet sich die Langenmantelkapelle, eine Stiftung der Familie zur Marienverehrung und als Grablege.[33]
  • Das schwäbische Dorf Westheim, einstmals Besitz der Langenmantel zum doppelten R, trägt heute noch deren Wappenzeichen im Gemeindewappen, ebenso wie die Stadt Neusäß, zu der Westheim seit 1972 politisch gehört.
  • Bei dem von den Langenmantel neu erbauten Schloss Westheim (heute Notburga-Seniorenheim Westheim) ließ Karl Langenmantel von Westheim, im Jahre 1587, als Dank für seine Genesung, die noch bestehende Kapelle St. Kosmas und Damianus erbauen. Unter seinem Nachfahren Jakob Wilhelm Benedikt von Langenmantel wurde sie 1777 renoviert und erweitert.[34][35] Im Erbauungsjahr der Kapelle stiftete Karl Langenmantel auch einen den beiden Heiligen geweihten Bildstock und schenkte ihn den Einwohnern. Er trägt ebenfalls das Langenmantel-Wappen.
  • Karl Langenmantel von Westheim ließ um 1600 auf dem Kobelberg bei Westheim die Wallfahrtskapelle St. Maria von Loreto errichten, spätere Familienmitglieder pflegten und erweiterten sie. Es ist vermutlich die älteste noch bestehende Loretowallfahrt in Süddeutschland.[36]

PersönlichkeitenBearbeiten

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Langenmantel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag zu St. Servatius im Augsburger Stadtlexikon (Memento des Originals vom 19. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadtlexikon-augsburg.de
  2. Webseite zu St. Servatius
  3. Julius Hans: Beiträge zur Augsburger Schulgeschichte, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg, 4. Jahrgang, Augsburg, 1878, S. 27; (Digitalscan)
  4. Franz Eugen von Seida und Landensberg: Allgemeine königlich-baierische Vaterlandskunde, 35. Stück, Augsburg, 1807, S. 554–557 des Jahrgangs; (Digitalscan mit Auszügen aus der Stifterurkunde von 1464)
  5. Stammbaum des US-amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson; eingesehen am 21. Februar 2009
  6. Johann Reuchlin, Briefwechsel, Band 1, S. 160, Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 1999, ISBN 3772819834; (Ausschnittscan)
  7. Johann Seifert: Hoch-Adeliche Stamm-Taffeln, Teil 3, Regensburg, 1726, 2. Stammtafel der Langenmantel; (Digitalscan)
  8. Bayerische Akademie der Wissenschaften: Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert, Band 33, S. 250, Hirzl Verlag, 1928; (Ausschnittscan)
  9. Werner Rösener: Adelige und bürgerliche Erinnerungskulturen des Spätmittelalters und der der Frühen Neuzeit, Vandenhoeck & Ruprecht, 2000, S. 173, ISBN 3525354274; (Digitalscan)
  10. Englische Webseite zu Matthäus Langenmantel
  11. Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon, 3. Auflage, Band 4, S. 611, Basel, 1743; (Digitalscan)
  12. Gottlob Egelhaaf: Deutsche Geschichte im sechzehnten Jahrhundert bis zum Augsburger Religionsfrieden, Band 1, S. 168, BoD – Books on Demand, 2015, ISBN 3734007615 (Reprint); (Digitalscan)
  13. Joseph von Hormayr: Die goldene Chronik von Hohenschwangau,München, 1842, S. 178, (Digitalscan)
  14. Webseite zu Luthers Flucht im Portal Nordbayern
  15. Neue Flora (Koversationsblatt), Nr. 13, Augsburg, 22. Januar 1835, S. 49 des Jahrgangs; (Digitalscan)
  16. Felix Mader: Die Kunstdenkmäler von Niederbayern: Bezirksamt Kelheim, Oldenbourg Verlag, 1922, S. 172; (Ausschnittscan)
  17. Genealogische Seite zu Joachim Langenmantel I.
  18. Franz Xaver Ostermayr: Sammelblatt des Historischen Vereines in und für Ingolstadt, Heft 2, S. 21–24, Ingolstadt, 1877; (Digitalscan)
  19. Mark Häberlein: Brüder, Freunde und Betrüger: Soziale Beziehungen, Normen und Konflikte in der Augsburger Kaufmannschaft um die Mitte des 16. Jahrhunderts, Verlag Walter de Gruyter, 1998, S. 132 u. 133, ISBN 3050074299; (Digitalscan)
  20. Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, 2. Band, Ilmenau, 1826, S. 10; (Digitalscan)
  21. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adelslexikon, Band 5, Leipzig, 1864, S. 389; (Digitalscan)
  22. Karl Heinrich von Lang: Adelsbuch des Königreichs Baiern, Band 1, München, 1815, S. 423 u. 424; (Digitalscan)
  23. Jahrbuch der K.K. Heraldischen Gesellschaft „Adler“, Neue Folge, 1. Band, S. 99, Wien, 1891; (Digitalscan)
  24. Webseite zum Ansitz Unterspaur
  25. Offizielle Webseite zum Ansitz Langenmantel
  26. Private Webseite zum Ansitz Langenmantel
  27. Webseite zum Ansitz Thalegg
  28. Genealogische Webseite zu Kajetan Langenmantel vom RR
  29. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adelslexikon, Band 5, Leipzig, 1864, S. 388 u. 389; (Digitalscan)
  30. Karl Friedrich Beniamin Leupold: Allgemeines Adels-Lexikon der österreichischen Monarchie, Teil 1, Erster Band, Wien, 1789, 444–451; (Digitalscan)
  31. Karl Schmutz: Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, Band 2, S. 363 u. 364, Graz, 1822; (Digitalscan)
  32. Rudolph Gustav Puff: Marburg in Steiermark: Seine Umgebung, Bewohner und Geschichte, Band 1, Graz, 1847, S. 200 u. 201; (Digitalscan)
  33. Gemeindebrief Rund um die Moritzkirche, Nr. 3, 2014, S. 3 (Digitalansicht)
  34. Webseite der Pfarrei, zur Kapelle St. Kosmas und Damianus in Westheim
  35. Bebilderte Privat-Webseite zur Geschichte der Kapelle St. Kosmas und Damianus in Westheim
  36. Webseite zur Loretokapelle Westheim