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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lützkampen
Lützkampen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lützkampen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 9′ N, 6° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 510 m ü. NHN
Fläche: 10,98 km2
Einwohner: 349 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54617
Vorwahl: 06559
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 263
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Website: www.luetzkampen.de
Ortsbürgermeister: Manfred Schoden
Lage der Ortsgemeinde Lützkampen im Eifelkreis Bitburg-Prüm
BitburgAuw bei PrümRoth bei PrümOlzheimNeuendorfKleinlangenfeldSchwirzheimBüdesheimWallersheimFleringenWeinsheimGondenbrettSellerichBuchetOberlascheidBleialfMützenichWinterscheidWinterspeltGroßlangenfeldBrandscheidPrümRommersheimGiesdorfHersdorfSeiwerathSchöneckenOberlauchNiederlauchOrlenbachWinringenDingdorfWatzerathPittenbachPronsfeldHabscheidHeckhuscheidMatzerathHeisdorfNimsreulandLaselWawernFeuerscheidNimshuscheidLützkampenGroßkampenbergKesfeldÜttfeldEuscheidStrickscheidLünebachLierfeldEilscheidDackscheidMerlscheidPintesfeldKinzenburgWaxweilerManderscheidLichtenbornArzfeldIrrhausenReiffSengerichLeidenbornHerzfeldEschfeldRoscheidHarspeltSevenig (Our)DahnenReipeldingenDaleidenDasburgPreischeidOlmscheidJuckenKickeshausenLauperathKrautscheidOberpierscheidNiederpierscheidLascheidHargartenLambertsbergMauelPlütscheidBurbachBalesfeldNeuheilenbachNeidenbachUschZendscheidSteinbornSankt ThomasMalbergweichMalberg (Eifel)KyllburgweilerSeinsfeldOberkailGransdorfGindorfPickließemOrsfeldKyllburgEtteldorfWilseckerBademSefferweichSeffernSchleidHeilenbachEhlenzOberweilerBickendorfNattenheimFließemRittersdorf (Eifel)LießemNiederweilerBiersdorf am SeeWiersdorfWißmannsdorfHamm (Eifel)EchtershausenBrechtFeilsdorfHütterscheidBaustertBrimingenMülbachOberweisBettingen (Eifel)OlsdorfWettlingenStockemHalsdorfEnzenDudeldorfGondorfMetterichHüttingen an der KyllRöhlScharfbilligSülmDahlemTrimportIdenheimIdesheimMeckelEßlingenOberstedemNiederstedemWolsfeldDockendorfIngendorfMesserichBirtlingenAltscheidBerkothNusbaumBiesdorfKruchtenHommerdingenHüttingen bei LahrMettendorfNiehlBurgLahrGeichlingenKörperichRoth an der OurGentingenAmmeldingen an der OurBerscheidBaulerWaldhof-FalkensteinKeppeshausenRodershausenGemündSevenig bei NeuerburgAfflerDauwelshausenScheitenkorbNasingenMuxerathObergecklerNiedergecklerSinspeltNiederradenKoxhausenHerbstmühleKarlshausenZweifelscheidLeimbachEmmelbaumAmmeldingen bei NeuerburgHeilbachUppershausenPlascheidHüttenNeuerburgScheuernFischbach-OberradenUtscheidWeidingenÜbereisenbachWallendorfBollendorfEchternacherbrückErnzenFerschweilerMindenMenningenEisenachGilzemKaschenbachNiederweisIrrelPrümzurlayAlsdorfHolsthumPeffingenSchankweilerSpangdahlemHerforstBeilingenPhilippsheimSpeicher (Eifel)PreistOrenhofenAuw an der KyllHostenNordrhein-WestfalenBelgienLuxemburgTrierLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild

Lützkampen ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Stupbach vom belgischen Stoubach (Gemeinde Burg-Reuland) aus gesehen

Der Ort liegt in der Landschaft Islek, im Westen der Eifel und in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland–LuxemburgBelgien. Die Ortslage hat die Form eines langgezogenen, halbrunden Straßendorfes, das sich in Ost-West-Richtung erstreckt. Erweitert wurde sie in jüngerer Zeit durch Neubauten in Richtung Harspelt und in der „Bornwiese“.

Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist Auf der Nell mit 540 m ü. NHN, der niedrigste Bodenpunkt ist an der Our südlich der Grimmelslei mit 321 m.

Mit 51,0 % wird die Hälfte des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, 43,5 % sind Waldfläche (Stand 2011).[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde gliedert sich in die Gemeindeteile Lützkampen, Stupbach und Welchenhausen. Zu Lützkampen gehören auch die Wohnplätze Auf dem Bock, Diedrichsborn, Lützkampenermühle, Zollamt Lützkampen (Auf dem Halvent), Auf der Nöll und Im Pesch; zu Stupbach gehören die Wohnplätze Auf Halenfeld, In der Loch und Stupbacherseif (Brodelseifen).[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind Burg-Reuland (Belgien) im Westen und Norden, Kesfeld und Großkampenberg im Osten, Herzfeld im Südosten sowie Harspelt im Süden.

GeschichteBearbeiten

Funde von Ruinen römischer Siedlungen im Lützkamper Bereich weisen auf eine frühe Besiedelung des Ortes hin.

Die drei Dörfer Lützkampen, Stupbach, Welchenhausen gehörten bis Ende des 18. Jahrhunderts zur luxemburgischen Herrschaft Dasburg.

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Unter der französischen Verwaltung gehörten Lützkampen, Stupbach und Welchenhausen zum Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig dem Departement Wälder zugeordnet war.

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugeordnet. Lützkampen und Stupbach wurden der Bürgermeisterei Harspelt, Welchenhausen der Bürgermeisterei Leidenborn angehörig. Gemeinsam gehörten diese zum 1816 neu gebildeten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und von 1822 an zur Rheinprovinz. Alle drei Gemeinden gehörten von 1936 an zum Amt Daleiden-Leidenborn und seit 1970 zur Verbandsgemeinde Arzfeld.

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Stupbach (seinerzeit 60 Einwohner) und Welchenhausen (51 Einwohner) nach Lützkampen eingemeindet.[4]

Eine erste Kirche wurde im frühen Mittelalter errichtet, als Lützkampen eine Filiale von Ouren war. Zum Bau eines Pfarrhauses kam es 1806.

Vom Zweiten Weltkrieg wurde es 1944 erstmals betroffen, als amerikanische Truppen einmarschierten und die Bevölkerung nach Belgien evakuiert wurde. 1945 fand eine erneute Evakuierung durch die Amerikaner statt. Insgesamt wurden für den Krieg 27 Gefallene, drei Vermisste sowie sechs Tote in der Zivilbevölkerung verzeichnet.

1955 wurde der Ort an das Kreiswasserwerk angeschlossen, zwei Jahre später wurde er kanalisiert.

Der Ortsname bedeutet in etwa „kleines Feld“, denn „lütz“ wird als „klein“ abgeleitet und „campen“ ist auf das lateinische Wort für „Feld“ zurückzuführen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lützkampen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 321
1835 409
1871 462
1905 480
1939 516
1950 482
Jahr Einwohner
1961 464
1970 439
1987 465
1997 409
2005 401
2018 349

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Lützkampen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In neunmal von Silber und blau geteiltem Schildhaupt ein goldener Keil, darin ein gestürztes blaues Schwert mit schwarzem Knauf und schwarzer Parierstange.“[6]
Wappenbegründung: Lützkampen gehörte vom 11. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Herrschaft Ouren, einem Lehnsteil der Grafschaft Vianden im Großherzogtum Luxemburg, zählte aber auch andererseits zur Herrschaft Dasburg. Die Entstehung des Ortsnamens wird verschieden gedeutet: Lützel-Lütz-Littel-klein und Campus-Feld oder Siedlung, Lütsch-Letsch-Letzkampen mehr als eine Sprachvariante zum Luxemburg-Letzeburg. Diese Bedeutung würde der wirtschaftlichen historischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung entsprechen, als ein Gegensatz zum benachbarten Großkampen. Deshalb im Gemeindewappen die luxemburgischen Landesfarben Blau und Silber. Pfarrpatron der Gemeinde Lützkampen ist der heilige St. Martin. Seine Attribute sind Mantel und Schwert, die durch den goldenen Keil und das Schwert im Wappen wiedergegeben sind.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche von Lützkampen
 
„Museum in der wArtehalle“, Welchenhausen.

Die heutige Kirche Lützkampens wurde 1962–63 erbaut. Der Chor wurde aus der früheren Kirche übernommen. 1964 baute man drei neue Glocken ein. 1974 wurde eine neue Orgel eingeweiht. Der Friedhof wurde 1958 etwa einen Kilometer außerhalb des Dorfes verlegt.

Im August 2002 wurde das „Museum in der wArtehalle“ eröffnet, ein kleines Kunstmuseum in der Ortschaft Welchenhausen, das neben Werken von Künstlern aus Deutschland und seinen Nachbarländern sowie verschiedenen Einzelpräsentationen in den Wintermonaten Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Islek-Region zeigt.[7]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lützkampen

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

Naturdenkmal ist eine 250 Jahre alte Buche bei einem Einzelgehöft an der Straße nach Sevenig (Our).

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Lützkampen

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Die Kirmes wird am letzten Sonntag im Juli abgehalten, als Erinnerung an die Grundsteinlegung der neuen Kirche.
  • Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag
  • Burgbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag)[8][9]
  • "Kandskaffee" nach der Geburt eines Kindes
  • "Schießen", wenn ein fremder Freier ins Dorf kommt
  • „Streuen“ - ausstreuen von Sägemehl vom Brauthaus bis hin zum Haus eines früheren Freiers[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Lützkampen durch zahlreiche kleine Landwirtschaftsbetriebe geprägt. Seit 1971, als noch 72 landwirtschaftliche Betriebe gezählt wurden, hat die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 668 ha auf 301 ha (2010) abgenommen, die von acht Betrieben bewirtschaftet wurden.[2] Dadurch ist Lützkampen auch zu einer Wohngemeinde geworden.

Im Zentrum Lützkampens trifft die im Ort endende und in Nord-Süd-Richtung verlaufende Landesstraße 15 auf die von Osten nach Westen führende Landesstraße 1. Die beiden Landesstraßen führen u. a. nach Üttfeld, Harspelt und bis zur belgischen Staatsgrenze.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Lützkampen ist Standort einer 1950 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr mit 15 Mitgliedern, eines Kindergartens und der Grundschule St. Willibrord.

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Prüm (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 12/II). Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3, S. 98–99 (222 S., Mit 12 Taf. u. 227 Abb. im Text. Nachdr. d. Ausg. Schwann, Düsseldorf 1927).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lützkampen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 61 (PDF; 1,9 MB).
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 185 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Wappen von Lützkampen
  7. Infos auf der Homepage des Museums
  8. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  9. Hüttensonntag in der Eifel. Abgerufen am 10. August 2017.
  10. Brauchtum in Lützkampen. Abgerufen am 2. Januar 2019.