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Lütgeneder ist Ortsteil der Stadt Borgentreich im Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen.

Lütgeneder
Koordinaten: 51° 32′ 26″ N, 9° 12′ 11″ O
Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 6,39 km²
Einwohner: 443
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 34434
Vorwahl: 05643
Karte
Lage von Lütgeneder in Borgentreich

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Lütgeneder liegt mitten in der Warburger Börde an der Bundesstraße 241 und ist etwa fünf Kilometer süd-westlich der Stadt Borgentreich gelegen.

NachbarorteBearbeiten

Die Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend Borgentreich, Rösebeck, Daseburg, Dössel, Hohenwepel (alle drei in der Stadt Warburg), Großeneder und Eissen (letzterer in der Stadt Willebadessen).

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft Lütgeneder kann im Jahre 1987 auf ein 1100-jähriges Bestehen zurückblicken. Ihre erste urkundliche Erwähnung geschah im Herbst des Jahres 887, als Kaiser Karl III. auf Bitten des Paderborner Bischofs Biso die Privilegien des 868 gegründeten Kanonissenstiftes Heerse (Neuenheerse) bestätigte und dem Kloster zudem Besitzungen von zehn Hufen mit Haus und Hof und allem Zubehör in der „Villa Nadri“ schenkte. Aus der Ortsbezeichnung „Nadri“ entwickelte sich der Name „Neder“ und weil in den ältesten Urkunden noch nicht zwischen West- und Ostneder oder „major und minor neder (Groß- und Kleinneder)“ unterschieden wurde, führt auch die Ortschaft Großeneder ihr 1100-jähriges Bestehen auf diese Urkunde zurück.

Lütgeneder liegt im Herzen der Warburger Börde. Am Ortsrand des Dorfes vereinigt sich die Eder (Eggel), die in Bonenburg unterhalb der Kirche entspringt und durch Engar und Großeneder nach Osten fließt, mit der Eggel; sie nimmt deren Namen an und mündet bei Haueda in die Diemel.

Ihre Fruchtbarkeit verdankt die Borgentreicher Keupermulde, wie die Börde auch genannt wird, vor allem dem Löß, der während der letzten Eiszeit angeweht und in Schichten bis zu 10 m Dicke abgelagert wurde. Wind und Wasser formten die Landschaft weiter, räumten flache Täler aus und schufen weite Landrücken. Landschaftgestaltend wirkten nicht zuletzt auch Vulkane der Tertiärzeit. Sie durchbrachen die Muschelkalk-, Keuper- und Lößschichten an mehreren Stellen und bildeten kegelförmige Berge, in denen die Eruptivmassen zu Basaltgestein erkalteten. So entstanden Desenberg, Dörenberg und Hüssenberg sowie in der Flur von Lütgeneder der Tannenkopf (auch Wörtenberg genannt) und die flache, bewaldete Kuppe des Weißholzes. Der Basaltstein im Inneren dieser Kuppe wurde seit 1835 für den Bau der Kreisstraßen gebrochen und bildete über 100 Jahre lang eine willkommene Einnahmequelle für das Dorf. Heute lädt das Weißholz als einziger Buchenhochwald der baumarmen Bördelandschaft die Bewohner von Lütgeneder und Umgebung zu erholsamen Spaziergängen ein.

Lütgeneder war von jeher ein Bauerndorf und ist es bis zum heutigen Tage geblieben. Der ertragreiche Boden gehört mit durchschnittlich 68 Bodenpunkten zu den fruchtbarsten der Warburger Börde. Umgeben von großen Getreidefeldern und saftigen Wiesen, drängen sich die Häuser des Haufendorfes um den spitzen Kirchturm.

EingemeindungBearbeiten

Durch die Gebietsneuordnung, die im Paderborn-Gesetz festgelegt wurde, verlor auch die Gemeinde Lütgeneder am 1. Januar 1975 ihre Selbstständigkeit. Sie wurde ein Ortsteil der Flächengemeinde Borgentreich.[1] Statt des bisherigen Gemeinderates mit einem Bürgermeister an der Spitze vertritt nun der Ortsvorsteher allein die Interessen des Dorfes. Diese Amtsbezeichnung erinnert zwar an die früheren Ortsvorsteher, die von 1803 bis 1945 den Gemeinden vorstanden, ihre Kompetenzen aber sind ungleich geringer. Seit 1999 bekleidet Klaus Reddemann dieses Ehrenamt; er wird von einem Ortsbeirat beraten und unterstützt.

ReligionenBearbeiten

Lütgeneder ist ein stark katholisch geprägter Ort. Die Gemeinde gehört dem Pfarrverband Borgentreich an Die St. Michael-Kirche im Barockstil wurde 1728 erbaut und ist für einen so kleinen Ort relativ groß und üppig ausgefallen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lütgeneder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 328.