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Kyriakos Mitsotakis

griechischer Politiker, Ministerpräsident der Hellenischen Republik
Kyriakos Mitsotakis (2017)

Kyriakos Mitsotakis (griechisch Κυριάκος Μητσοτάκης, * 4. März 1968 in Athen) ist ein griechischer Politiker und seit dem 8. Juli 2019 griechischer Ministerpräsident. Seit dem 11. Januar 2016 ist er Vorsitzender der Nea Dimokratia (ND). Zuvor war er Minister für die Verwaltungsreform und E-Government im Kabinett Samaras sowie von 2016 bis 2019 Oppositionsführer im griechischen Parlament.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Kyriakos Mitsotakis stammt aus einer kretischen Familie, die sich in Athen niedergelassen hatte, Eleftherios Venizelos war sein Großonkel. Sein Vater Konstantinos Mitsotakis musste während der griechischen Militärjunta als oppositioneller Politiker ins Exil, die Familie zog nach Paris, als Kyriakos Mitsotakis 6 Monate alt war, und kehrte 1974 nach Ende der Diktatur zurück. 1989 wurde sein Vater Ministerpräsident und später Ehrenpräsident der Nea Dimokratia.

1986 schloss Kyriakos Mitsotakis das Athens College als Jahrgangsbester ab und studierte in Harvard und Stanford. Er ist mit der Griechin Mareva Grabowski verheiratet, gemeinsam haben sie drei Kinder, Sophia, Konstantinos und Dafni. Kyriakos Mitsotakis spricht fließend Englisch und Französisch sowie etwas Deutsch.

WerdegangBearbeiten

Mitsotakis studierte von 1986 bis 1990 Sozialwissenschaften an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts und erhielt dort einen Bachelor mit summa cum laude.

Von 1990 bis 1991 arbeitete er als Wirtschaftsanalytiker bei der Chase Manhattan Bank in London und leistete anschließend seinen Wehrdienst in Griechenland ab. Danach erwarb er an der Universität Stanford in den USA seinen Master für „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ mit Schwerpunkt „Europäische Einigung“. Mit dem Erwerb eines weiteren Masters in Betriebswirtschaft an der Harvard Business School hat er seine Studien abgeschlossen. Zwischen 1995 und 2003 arbeitete er bei McKinsey und griechischen Banken.

Seit März 2004 ist er Abgeordneter der Nea Dimokratia im griechischen Parlament. Vom 25. Juni 2013 bis 26. Januar 2015 war er Minister für Verwaltungsreform und E-Government im Kabinett Samaras.[1]

Mitsotakis wurde am 10. Januar 2016 in einer Stichwahl von der Parteibasis und Unterstützern der Nea Dimokratia zum Parteivorsitzenden gewählt.[2]

Politische Ansichten und WerkBearbeiten

Mitsotakis wird auch parteiintern eher dem wirtschaftsliberalen Flügel der Nea Dimokratia zugeordnet. Er legte während seiner Amtszeit als Minister für die Verwaltungsreform detaillierte Pläne für Einsparungen im Staatsapparat vor, die unter anderem bei Staatsangestellten die Angleichung (einheitliche Besoldungsgruppen) nach unten von Gehaltsungleichheiten vorsahen. Im Gegenzug schlug er eine Senkung der Steuern um mindestens eine Milliarde Euro vor. Diese relativ radikale Reform wurde jedoch vom damaligen Koalitionspartner PASOK abgelehnt und deshalb von der Regierung aufgegeben. Im Übrigen war er überwiegend mit Personalversetzungen und der Verbesserung der Elektronischen Datenverarbeitung beschäftigt, mit dem Ziel, die Effizienz der Verwaltung zu erhöhen und den Bürgern unnötige Behördengänge zu ersparen. Des Weiteren schlug er auch ein Bewertungssystem für Staatsbeamte vor, das seiner Aussage nach jedoch nur zu Beförderungszwecken und zur Vergabe von Bonus-Zahlungen eingeführt werden sollte; keinesfalls sollte es zur Entlassung schlecht bewerteter Beamter kommen. Diese Pläne konnten vor dem Regierungswechsel am 26. Januar 2015 nicht umgesetzt werden und wurden von der neuen Regierung nicht weiterverfolgt.

Im Laufe seiner Kandidatur zum Parteivorsitzenden der Nea Dimokratia kam er auf seine früheren Einsparpläne zurück und schlug konkrete Einsparungen von 2 Milliarden Euro vor, um im Gegenzug ein Steuersenkungspaket zu finanzieren.

Umfragen deuteten bereits seit mindestens 2017 darauf hin, dass Mitsotakis nach der nächsten Parlamentswahl in Griechenland Ministerpräsident werden würde.[3] Bei der Europawahl am 26. Mai 2019 unterlag der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras der Opposition Kyriakos Mitsotakis’ deutlich, worauf jener noch am gleichen Abend vorgezogene Neuwahlen ankündigte.[4] Diese gewann Mitsotakis am 7. Juli 2019, woraufhin er einen Tag später als neuer Ministerpräsident vereidigt wurde.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ministerliste Kabinett Samaras 2012–2015 (griechisch)
  2. Kyriakos Mitsotakis soll Partei wieder an die Macht bringen, nzz.ch, abgerufen am 11. Januar 2016
  3. Michael Martens: „Reformen allein werden nicht reichen“ – Interview mit K. Mitsokakis. FAZ.net, 24. Juli 2017, abgerufen am 27. Mai 2019.
  4. Christian Oliver: Greece’s Tsipras calls snap election after EU poll drubbing. politico.eu, 26. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019 (englisch).