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Νέα Δημοκρατία
Neue Demokratie
Logo der Nea Dimokratia
Kyriakos Mitsotakis 0317.jpg
Partei­vorsitzender Kyriakos Mitsotakis
Gründung 4. Oktober 1974
Haupt­sitz Athen
Aus­richtung Liberaler Konservatismus
Christdemokratie

proeuropäisch

Farbe(n) Blau
Parlamentssitze
75/300
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale,
Internationale Demokratische Union
Europaabgeordnete
5/21
Europapartei Europäische Volkspartei (EVP)
EP-Fraktion Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
Website www.nd.gr

Nea Dimokratia (griechisch Νέα Δημοκρατία ‚Neue Demokratie‘) ist eine liberal-konservative[1] Partei in Griechenland, die 1974 von Konstantinos Karamanlis nach dem Sturz der griechischen Militärdiktatur gegründet wurde. Dem ND-Gründer Konstantinos Karamanlis wird vor allem das Verdienst zuerkannt, der Europa-Architekt Griechenlands zu sein. Unter seiner Regierung kamen sowohl die Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft als auch der Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften 1981 zustande.

Inhaltsverzeichnis

Politisches SpektrumBearbeiten

Die Partei vereinigt ein relativ breites politisches Spektrum. Karamanlis, der vorher selbst der von ihm gegründeten rechtsgerichteten Ethniki Rizospastiki Enosis (Nationalradikale Union) angehörte, versuchte die Partei als moderner und progressiver mit einem liberalen Programm darzustellen. In ihr vereinigten sich Wirtschaftsliberale wie Gesellschaftskonservative, Royalisten wie ehemalige Anhänger der Zentrumsunion. Sie ist in Griechenland die mit Abstand wichtigste konservative Partei. Auf europäischer Ebene ist sie in der Europäischen Volkspartei organisiert

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Erstes Logo der Nea Dimokratia (1974–2010)
 
Das zweite Logo der Partei (2010–2017)
 
Das aktuelle Logo der Partei (2018-)

Das ursprüngliche Logo der Nea Dimokratia zeigte deren Initialen Ν und Δ, sowie einer rechten Hand mit einer brennenden Fackel.Dieses Logo sollte für mehr als zwei Jahrzehnte (1974–2010) bleiben, genau wie die Farben Blau und Weiß, welche die Verbindung zu den Nationalfarben darstellen sollte. Die rechte Hand sollte das Spektrum des politischen Raums, welches von der Mitte der Gesellschaft bis zum rechtskonservativen und liberal-bürgerlichen Lager reichen sollte, darstellen. Unter dem Vorsitz von Andonis Samaras wurde im Jahr 2010 ein neues Logo eingeführt, worin nun die Anfangsbuchstaben Ν und Δ der DIN-Schrift angelehnt sind. Vom ersten (1974–2010) wie vom zweiten Logo (2010–2017) gibt es eine Version mit ausgeschriebenem Parteinamen (statt der Initialen), die im Wahlkampf verwendet wurde.Der Name beziehungsweise das Partei-Logo wurde in Griechenland in der Farbe Blau wiedergegeben. Im Jahr 2017 präsentierte der Parteivorsitzende Kyriakos Mitsotakis das neue und aktuelle Logo der Partei. Dabei wurde das Logo erneut überarbeitet und dem digitalen Zeitalter angepasst, allerdings wurde ein Augenmerk auf die Tradition des Logos wert gelegt und beide Komponenten im Logo vereinigt.So ist die brennende Fackel genauso eingearbeitet wie eine 3D-Positionierung der Anfangsbuchstaben N und Δ.

Der ParteisitzBearbeiten

Die jeweiligen beiden Änderungen gingen mit der Verlegung der Parteizentrale einher. Die traditionsreiche Parteizentrale an der Rigillis-Straße (1975–2013), ein neoklassizistischer Bau im Zentrum Athens, nur zwei Straßen vom Sitz des Ministerpräsidenten und dem Sitz des Staatspräsidenten entfernt, wurde im Jahr 2013 verlassen und in einen Glasbau des Athener Südens an der Syngrou-Straße (2011–2013) verlegt.[2][3] Als Gründe führte damals die Führungsriege um den Vorsitzenden Samaras Platzgründe und die nicht mehr ausreichenden technischen Gegebenheiten und elektronische Infrastruktur des alten Gebäudes an. Als nur wenige Jahre später und unter dem Vorsitz von Kyriakos Mitsotakis erneut die Zentrale verlegt wurde, führte dies auch zum neuen und aktuellem Logo der Partei. Die aktuelle Parteizentrale (seit 2016) befindet sich im Stadtteil Moschato an der Pireos-Straße im Athener Zentrum. Das Gebäude ist energieeffizienter durch eine Reihe von energetischen Maßnahmen wie der Installierung von LED-Technik sowie Dämmungssystemen.[4][5]

GeschichteBearbeiten

Die Gründerjahre und erste Regierung 1974–1981Bearbeiten

Die Partei wurde am 4. Oktober 1974 gegründet, zwei Monate nach der Vereidigung von Konstantinos Karamanlis als erster Ministerpräsident nach der Militärdiktatur. Sie gewann die ersten freien Parlamentswahlen nach der Militärherrschaft mit einem bis heute von keiner Partei erreichten Ergebnis von über 54 %.

Bei den Parlamentswahlen 1977 holte die Partei erneut den Sieg mit 41,82 %, und war immer noch mit knapp 20 % Abstand zur zweiten Partei beliebteste Partei Griechenlands. Nach dem Rücktritt von Karamanlis 1980 wurde Georgios Rallis sein Nachfolger. Die Aufnahme Griechenlands in die damalige EWG legte den Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung in den nächsten zwei Dekaden. Mit einer anti-europäischen Rhetorik und der Forderung, aus dem westlichen Bündnis der NATO auszutreten,[6] führte der damalige Oppositionsführer der Sozialdemokraten Andreas Papandreou seine bis dato relativ kleinen Partei, die in den vorherigen Wahlen mit 13,00 % im Jahr 1974 und 25,00 % im Jahr 1977 blieb, in der Wahl 1981 zum Sieg.

Die Jahre in der Opposition 1981–1989Bearbeiten

In den Jahren der Opposition erfolgte ein Machtwechsel innerhalb der Partei, wobei der Vorsitz von Georgios Rallis zu Evangelos Averoff überging. Die innerparteilichen Strömungen der eher bürgerlichen christlich-konservativen Kräfte richteten sich mit den eher wirtschaftsliberal-konservativen Strömungen um Konstantinos Mitsotakis neu aus und prallten aufeinander. Dieses Kräftemessen endete mit der Wahl von Konstantinos Mitsotakis zum Vorsitzenden.

Rückkehr an die Macht und die zweite Regierung 1989–1993Bearbeiten

 
Premierminister Konstantinos Mitsotakis mit Gattin Marika

Erschüttert von dem Skandal Koskotas wurde die Regierung von Andreas Papandreou abgewählt.[7] Das Kabinett Mitsotakis nahm im Jahr 1989 die Arbeit auf.

Als Hauptwerk der zweiten Regierung Mitsotakis ist das Führen des Landes in den neu gegründeten Europäischen Binnenmarkt (Vertrag von Maastricht). Überzeugt von einer guten und im europäischen Kontext gehaltenen Wirtschafts- und Finanzpolitik, um die teilweise ausufernde Politik der Ausgaben und der Versprechungen in einem rechtlichen europäischen Rahmen zu halten und um dem Land Stabilität zu verleihen, stimmte das Parlament mit großer Mehrheit für den Beitritt in den Vertrag von Maastricht. Die notwendigen Privatisierungen in Branchen wie der Telekommunikation und der Stromversorgung sowie Reformen in der Arbeits- und Sozialpolitik stießen auf Gegenwehr der Bevölkerung, welche von der Opposition zu Streiks und Widerstand angetrieben wurde und somit die nötige Entwicklung ausbremste. Der Streit um den Namen des Nachbarstaates Mazedonien nach dem Zerfall Jugoslawiens und die Meinungsverschiedenheiten des damaligen Außenministers Samaras mit dem Ministerpräsidenten führte zu Neuwahlen, aus denen die Partei als Verlierer hervorginge. Andonis Samaras gründete nach der Wahl 1993 die neue politische der Partei Politiki Anixi (deutsch: Politischer Frühling), welche sich im politischen Spektrum rechts der ND platzieren sollte, womit die – letztlich erfolglose – Partei traditionelle Themen der Nea Dimokratia besetzen und damit Wählerstimmen aus dem traditionellen Lager der Volkspartei für sich gewinnen wollte.

Strukturelle Innerparteiliche Veränderungen 1993–2004Bearbeiten

Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1993 (die ND erreichte damals 39,30 % der Stimmen) trat Mitsotakis vom Amt des Parteichefs zurück, was er später als „schweren Fehler“ bezeichnete. Sein Nachfolger wurde der bisherige Athener Bürgermeister Miltiadis Evert. Beide Politiker steuerten wie Karamanlis einen pro-europäischen Kurs. Nach der Wahlniederlage von 1996 trat Evert zurück und sein Nachfolger wurde der bis dahin recht unbekannte ND-Abgeordnete Kostas Karamanlis. Unterstützer dieser Bewerbung um den Vorsitz waren die einflussreichen Politikerfamilien der Kefalogiannis aus Kreta und des ehemaligen Ministers Ioannis Varvitsiotis. Nicht zuletzt aufgrund der Namensgleichheit zu seinem Onkel Konstantinos Karamanlis konnte er um ein Anknüpfen an alte Erfolge der Partei werben. Doch zunächst konnte auch Kostas Karamanlis keinen Wahlerfolg erzielen, allerdings fiel schon die Wahlniederlage im April 2000 äußerst knapp aus: Mit 42,73 % zu 43,79 % verfehlte die ND die Mehrheit nur ganz knapp, weshalb sich die Führungsfrage nicht stellte. Seit 1996 gab es mehrere spektakuläre Austritte, die auch Neugründungen von kleineren Parteien wie etwa den „Liberalen“ von Stefanos Manos zur Folge hatten, die Ausgründungen waren jedoch nicht erfolgreich; die ND verschloss sich jedoch nie pauschal der Wiederaufnahme von Abtrünnigen.

Dritte Regierung 2004–2009Bearbeiten

 
Kostas Karamanlis als Premierminister 2006 im EPP Summit mit Angela Merkel

Nach einer langen Zeit in der Opposition konnte man schließlich die Wahl im Jahr 2004 gewinnen und schlug somit die Sozialdemokraten von PASOK.

Das erste Kabinett Karamanlis, welches von 2004 bis 2007 regierte, übernahm von der Regierung Simitis die die bedrohliche prekäre Finanzlage des Landes, welche zwischenzeitlich mit der Einführung des Euro an Brisanz zunahm. Nachdem man auch die Wahlen im Jahr 2007 für sich entscheiden konnte und Themen wie der Annan-Plan für Zypern und die Situation mit dem Nachbarn aus der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien wieder an Aktualität gewannen, begannen auch innenpolitische Themen immer mehr in den Fokus zu rücken. Die während der zweiten Regierung Kostas Karamanlis nahende Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verlangte Neuwahlen. Der Konkurrent Giorgos A. Papandreou im Gegensatz behauptete, dass Geld da sei, welches nur nicht richtig eingesetzt werde. Der Satz des Papandreou "Λεφτα ηπάρχουν" (deutsch: Geld ist vorhanden) sollte in die Geschichte eingehen.[8] Nach der Abwahl von Kostas Karamanlis, der nach der Niederlage auch den Vorsitz der Partei abtrat, formierte sich die Partei neu.

Das Duell Bakogiannis – Samaras und die Vierte Regierung 2012–2015Bearbeiten

Als Nachfolgerin wurde Dora Bakogianni, im Kabinett Karamanlis Außenministerin, gehandelt. Die Wahl des Parteivorsitzenden sollte jedoch zum ersten Mal von allen Mitgliedern der Partei und damit von der Basis gewählt werden. Selbst Mitglieder im Ausland sollten ihr Wahlrecht vor Ort ausführen dürfen. Mit einer Mehrheit und damit zum Vorsitzenden der Partei wurde der eher klassisch-konservative Samaras gewählt. Die eher wirtschaftsliberale und auf den Spuren ihres Vaters wandelnde Dora Bakogianni musste sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Dritter wurde Panagiotis Psomiadis. Damit schien die alte Fehde aus dem Jahr 1993 endgültig ad acta gelegt worden zu sein. Samaras führte die Partei auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise zum Wahlsieg im Jahr 2012 und bildete mit der sozialdemokratischen PASOK eine Koalition und damit nahm das Kabinett Samaras seine Arbeit auf und die Verhandlungen mit der EU,der Troika und dem Internationalen Währungsfond auf.

Parteivorsitzende seit der GründungBearbeiten

Parteivorsitzende der Nea Dimokratia
Amtszeit Parteivorsitzender Porträt Jahre als Premierminister
1. 04. Oktober 1974 bis
08. Mai 1980
Konstantinos Karamanlis

(Gründer der Partei)

1974–1980
2. 08. Mai 1980 bis
Dezember 1981
Georgios Rallis 1980–1981
3. Dezember 1981 bis
01. September 1984
Evangelos Averoff -
4. 01. September 1984 bis
03. November 1993
Konstantinos Mitsotakis 1990–1993

(TzanisTzannetakis 1989)

5. 03. November 1993 bis
21. März 1997
Miltiadis Evert -
6. 21. März 1997 bis
30. September 2009
Kostas Karamanlis 2004–2009
7. 30. November 2009 bis
05. Juli 2015
Andonis Samaras 2012–2015
Interims 05. Juli 2015 bis
24. November 2015
Vangelis Meimarakis -
Interims 24. November 2015 bis
11. Januar 2016
Ioannis Plakiotakis -
8. seit 11. Januar 2016 Kyriakos Mitsotakis -


ParlamentswahlenBearbeiten

Wahlen 2004Bearbeiten

Die Nea Dimokratia ging als Sieger aus den griechischen Parlamentswahlen am 7. März 2004 hervor. Der Spitzenkandidat der Partei Kostas Karamanlis wurde daraufhin am 8. März 2004 vom Staatspräsidenten Konstantinos Stefanopoulos mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

Wahlen 2007Bearbeiten

Trotz Stimmenverluste konnte die Nea Dimokratia bei den Parlamentswahlen am 16. September 2007 ihre absolute Mehrheit an Sitzen im Parlament verteidigen. Sie erreichte einen Stimmenanteil von 41,86 % (2004: 45,4 %) und gewann damit 152 der 300 Parlamentssitze. Nachdem vor der Wahl Ministerpräsident Karamanlis schlechtes Krisenmanagement während der verheerenden Waldbrände im August 2007 vorgeworfen worden war, waren höhere Verluste für die Nea Dimokratia erwartet worden.

Wahlen 2009Bearbeiten

Bei den Parlamentswahlen am 4. Oktober 2009 verlor die Nea Dimokratia über 8 Prozentpunkte und damit ihre Regierungsmehrheit. Sie erreichte mit rund 33,5 Prozent nur noch 91 Sitze. Karamanlis trat unmittelbar nach der Wahl vom Parteivorsitz zurück. Für seine Nachfolge kandidierten die bisherige Außenministerin Dora Bakogianni, der bisherige Kulturminister Andonis Samaras und der Präfekt von Thessaloniki Panagiotis Psomiadis. In einer Wahl, bei der erstmals alle Parteimitglieder wählen konnten, wurde am 29. November 2009 Andonis Samaras, der zwischen 1993 und 2004 noch seine eigene Partei Politiki Anixi angeführt und die Regierung von Nea Dimokratia gestürzt hatte, zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.[9] Samaras verweigerte der Regierung von Giorgos Papandreou in der Staatsschuldenkrise jede Unterstützung. Seine Rivalin Dora Bakogianni wurde alsbald aus der Partei ausgeschlossen, nachdem sie entgegen der Parteilinie mit der Regierung Papandreou gestimmt hatte; sie gründete die Dimokratiki Symmachia, die jedoch 2014 wieder in der Nea Dimokratia aufging.

Beteiligung an der Regierung PapadimosBearbeiten

 
Loukas Papadimos

Als sich im November 2011 die Finanzkrise verschärfte, die Wirtschaftslage durch die rigiden Sparmaßnahmen immer dramatischer, der Unmut der Bevölkerung immer größer wurde, überflügelte die Nea Dimokratia die PASOK in den Umfragewerten, die allerdings einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber beiden großen Parteien belegten. Unter starkem inländischen wie ausländischem Druck musste Papandreou zurücktreten, Samaras aber entgegen der bis dahin von ihm verfochtenen strikten Verweigerungshaltung einer Beteiligung der ND an einer Übergangsregierung und der Mitwirkung an neuen von der „Troika“ aus EU, IWF und EZB zur Voraussetzung einer weiteren Kredithilfe gemachten drastischen Reform- und Sparmaßnahmen zustimmen. Er machte baldige Neuwahlen zur Bedingung und versuchte die Beteiligung an der Regierung von Loukas Papadimos als geringfügig darzustellen; als Vertreter der ND wurden keine Parlamentarier in die Regierung Papadimos entsandt; die beiden stellvertretenden Parteivorsitzenden Stavros Dimas und Dimitris Avramopoulos erhielten mit dem Außen- und dem Verteidigungsministerium zwar wichtige Ressorts. Außer ihnen entsandte die ND aber lediglich einige Vizeminister und Staatssekretäre in das Kabinett.

Bei Abstimmungen über die von der „Troika“, dem Dreigespann aus Europäischer Kommission (EU-Kommission), Europäischer Zentralbank (EZB) sowie Internationalem Währungsfonds (IWF), geforderten Spar- und Reformmaßnahmen verweigerten zahlreiche Abgeordnete der Regierung die Gefolgschaft und wurden aus der Partei ausgeschlossen. Die Größe der Parlamentsfraktion der ND fiel dadurch von ursprünglich 91 auf 62 Abgeordnete.

Wahlen 2012Bearbeiten

 
Andonis Samaras

Bei den Parlamentswahlen am 6. Mai 2012 erhielt die Nea Dimokratia nur 18,85 % und somit 108 Mandate, was als Denkzettel der Wähler für die Spar- und Reformmaßnahmen betrachtet wurde. Sie wurde damit jedoch wieder stärkste Partei, obwohl sie gegenüber der Wahl 2007, bei der sie noch fast drei Millionen Stimmen erhalten hatte, mehr als 60 % ihrer Wähler verlor.

Da diese Wahl keine regierungsfähige Mehrheit erbrachte, fanden am 17. Juni erneut Parlamentswahlen statt. Aus diesen ging die Nea Dimokratia erneut als stärkste Partei hervor, wobei sie ihren Stimmanteil auf 29,66 % erhöhen konnte und 129 Mandate erzielte.[10]

Nachdem sich Nea Dimokratia und PASOK mit der Demokratischen Linken auf die Bildung einer Regierung hatte einigen können, wurde Andonis Samaras am 20. Juni 2012 zum griechischen Ministerpräsidenten vereidigt. Die Regierung bestand aus Vertretern der Nea Dimokratia sowie Technokraten. Die beiden kleineren Koalitionspartner entsandten keine Parteimitglieder in das Kabinett.[11] Im Juni 2013 schied die Demokratische Linke aus der Koalition aus; die Regierung wurde umgebildet und der PASOK-Vorsitzende Evangelos Venizelos und weitere Vertreter seiner Partei bekamen Kabinettsposten.

Wahlen 2015Bearbeiten

 
Evangelos Meimarakis

Die Neuwahl im Januar 2015 führte zu einer Niederlage und zum Machtverlust der ND. Nach dem Rücktritt von Andonis Samaras, der am 5. Juli 2015 als Konsequenz des "Nein"-Sieges beim Referendum erfolgt war, übernahm Vangelis Meimarakis vorübergehend den Parteivorsitz. Am 24. Juli 2015 wurde er vom Vorstandsgremium der Nea Dimokratia als Vorsitzender einstimmig bestätigt, dies ausdrücklich auch im Hinblick auf eine mögliche vorgezogene Neuwahl des Parlaments. Spätestens im Frühjahr 2016 solle dann aber, wie zuletzt bei der Wahl von Samaras 2009, die laut Parteisatzung vorgeschriebene Neuwahl eines Parteivorsitzenden durch die Parteibasis durchgeführt werden.[12]

Bei der Neuwahl im September 2015, in die Nea Dimokratia mit Meimarakis als Spitzenkandidat ging, konnte sie ihren Stimmanteil entgegen den Prognosen kaum steigern und blieb in der Opposition. Meimarakis kandidierte für die Wahl des Parteivorsitzenden durch die Parteibasis und Unterstützer der Partei. die zunächst am 22. November 2015 stattfinden sollte[13], jedoch wegen einer Computerpanne scheiterte und verschoben werden musste. Aus der Stichwahl zwischen Meimarakis und Mitsotakis ging am 10. Januar 2016 Mitsotakis als Sieger hervor.[14]

Ergebnisse bei ParlamentswahlenBearbeiten

Jahr Prozent % Sitze Stimmen Parteiführer
1974 54,37 220 2.669.133 Konstantinos Karamanlis
1977 41,84 171 2.146.365 Konstantinos Karamanlis
1981 35,87 115 2.034.496 Georgios Rallis
1985 40,84 126 2.599.681 Konstantinos Mitsotakis
1989 (Juni) 44,28 145 2.887.488 Konstantinos Mitsotakis
1989 (November) 46,19 148 3.093.479 Konstantinos Mitsotakis
1990 46,89 150 3.088.137 Konstantinos Mitsotakis
1993 39,30 111 2.711.737 Konstantinos Mitsotakis
1996 38,12 108 2.586.089 Miltiadis Evert
2000 42,73 125 2.934.948 Kostas Karamanlis
2004 45,36 165 3.360.424 Kostas Karamanlis
2007 41,84 152 2.994.979 Kostas Karamanlis
2009 33,49 91 2.283.562 Kostas Karamanlis
2012 (Mai) 18,85 108 1.192.054 Andonis Samaras
2012 (Juni) 29,66 129 1.825.609 Andonis Samaras
2015 (Januar) 27,81 76 1.718.815 Andonis Samaras
2015 (September) 28,10 75 1.526.205 Evangelos Meimarakis
Quellen:

Griechisches Parlament (Wahlen 1974–2009)[15]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2012 (Mai))[16]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2012 (Juni))[17]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2015 (Januar))[18]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2015 (September))[19]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. José María Magone: The Politics of Southern Europe: Integration Into the European Union. Greenwood Publishing Group, 1 January 2003, ISBN 978-0-275-97787-0, S. 148.
  2. Markus Bernath: [www.pressreader.com Griechische Konservative glauben an den Sieg.] Der Standart, 4. September 2015, abgerufen am 12. September 2018.
  3. Βίκυ Σαμαρά: Μέσα στα νέα γραφεία της Νέας Δημοκρατίας. 18. August 2016, abgerufen am 9. Dezember 2018 (griechisch).
  4. Internetseite der Partei: Γραφείο Τύπου | Νέα Δημοκρατία. Abgerufen am 9. Dezember 2018 (griechisch).
  5. ΝΔ: Από τη Ρηγίλλης στη Συγγρού και τώρα στο Μοσχάτο. 3. August 2016, abgerufen am 9. Dezember 2018 (griechisch).
  6. Christos Katsioulis: [www.frankfurter-hefte.de »Wir werden Monster nach Europa senden« Griechenlands Parteiensystem vor der Wahl.] 2014, abgerufen am 9. Dezember 2018.
  7. [www.spiegel.de Abenteurer und Gauner.] 13. Februar 1989, abgerufen am 9. Dezember 2018.
  8. Μάκης Θεοδώσης: Ο Γιώργος Παπανδρέου σε δίκη για το «λεφτά υπάρχουν». 11. Januar 2017, abgerufen am 9. Dezember 2018 (griechisch).
  9. Ta Nea online vom 30. November 2009
  10. Offizielles Ergebnis Parlamentswahl Juni 2012 Griechisches Innenministerium (griechisch, englisch)
  11. Samaras ist neuer Ministerpräsident Griechenlands. - Er will ein Kabinett aus Konservativen und Technokraten anführen – seine Koalitionspartner stellen keine Minister. zeit.de vom 20. Juni 20120 (abgerufen am 22. Juni 2012)
  12. Kathimerini: Meimarakis bleibt bis zum Frühjahr (griechisch)
  13. Griechenland Zeitung vom 30. September 2015
  14. Spiegel-Online
  15. Wahlergebnisse 1974–2009, Griechisches Parlament (englisch)
  16. Offizielles Wahlergebnis 2012, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)
  17. Offizielles Wahlergebnis 2012, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)
  18. Offizielles Wahlergebnis Januar 2015, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)
  19. Offizielles Wahlergebnis September 2015, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)