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Giorgia Meloni (2018)

Giorgia Meloni (* 15. Januar 1977 in Rom) ist eine italienische Journalistin und Politikerin.

Sie ist seit 2014 Vorsitzende der Partei Fratelli d’Italia. In Silvio Berlusconis viertem Kabinett war sie von Mai 2008 bis November 2011 Ministerin für Jugend und Sport.

Inhaltsverzeichnis

JugendBearbeiten

Meloni wuchs als Tochter einer Sizilianerin und eines Sarden im römischen Viertel Garbatella auf.[1] Mit 15 Jahren trat sie der Fronte della Gioventù („Jugendfront“) bei, der Jugendorganisation des neofaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI).[2] Außerdem gründete und organisierte sie noch als Schülerin die Protestbewegung Gli Antenati (dt.: „Die Vorfahren“ aber auch der italienische Name der Zeichentrickserie Familie Feuerstein) gegen die von der christdemokratischen Unterrichtsministerin Rosa Russo Iervolino eingeleitete Schulreform. 1996 schloss sie eine Sprachenausbildung an einer Hotelfachschule ab.[3] Nach eigenen Angaben arbeitete sie zeitweilig als Kellnerin, als Barfrau in der Diskothek Piper und als Kindermädchen im Haushalt des Showmasters Fiorello.[4]

Politischer WerdegangBearbeiten

 
Meloni im Jahr 2009

1996 wurde sie an die Spitze der Azione Studentesca, der Studentenorganisation der Partei Alleanza Nazionale (AN; Nachfolgepartei des MSI, die sich inzwischen vom Faschismus abgewendet hatte), gewählt und vertrat diese im vom Bildungsministerium geschaffenen Forum aller Studentenvereinigungen. Von 1998 bis 2002 saß sie für ihre Partei im Provinzrat von Rom. Im Jahr 2000 rückte sie an die Führungsspitze der Azione Giovane (Jugendorganisation der AN) auf, zu deren nationaler Vorsitzenden sie 2004 gewählt wurde.

Bei den Parlamentswahlen 2006 trat sie für die AN im Wahlbezirk Latium 1 an; sie wurde in die Abgeordnetenkammer gewählt und bekleidete in der 15. Legislaturperiode (2006–2008) als jüngste Abgeordnete das Amt der Vizepräsidentin der unteren Parlamentskammer.

Nach ihrer Wiederwahl bei den vorgezogenen Wahlen 2008 und dem deutlichen Sieg von Berlusconis neuem Mitte-rechts-Bündnis Popolo della Libertà (PdL) wurde sie am 8. Mai 2008 mit 31 Jahren Jugend- und Sportministerin der neuen Regierung. Das Amt hatte sie bis November 2011 inne. Nachdem AN und Forza Italia 2009 zur PdL fusionierten, wurde sie Vorsitzende von deren Jugendorganisation Giovane Italia („Junges Italien“), die sie bis 2012 führte.

Aus Unzufriedenheit über Berlusconis Führungsstil gründete Meloni im Dezember 2012 zusammen mit Ignazio La Russa und anderen die Partei Fratelli d’Italia, zu deren Vorsitzender sie im März 2014 gewählt wurde. Bei der Kommunalwahl in Rom 2016 trat sie als Kandidatin für das Amt des Bürgermeisters an und kam mit 20,7 % auf den dritten Platz.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Giorgia Meloni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Giorgia Meloni: biografia, studi e carriera politica, curriculum. In: The Italian Times, 27. Mai 2019.
  2. Giorgia Meloni: gli inizi nel Fronte della Gioventù. In: Corriere del Veneto, 9. Mai 2019.
  3. Biografia di Giorgia Meloni. Governo italiano, Stand November 2011, abgerufen am 4. Juni 2019.
  4. Giorgia Meloni : «Io militante ventenne e i Lego con la figlia di Fiorello». In: Corriere della Sera (online), 17. Januar 2013.