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Basisdaten (Stand ca. 1945)
Bestandszeitraum: 18181945
Land: Freistaat Preußen
Provinz: Ostpreußen
Regierungsbezirk: Königsberg
Verwaltungssitz: Heilsberg
Einwohner: 55.057 (1939)
Kfz-Kennzeichen: IC
1953 vorgesehen: HBG
Kreisgliederung: 2 Städte
104 Gemeinden
1 Gutsbezirk

Der Kreis Heilsberg war ein Landkreis in Ostpreußen und bestand als preußisch-deutscher Kreis in der Zeit von 1818 bis 1945.

Der Kreis Heilsberg umfasste am 1. Januar 1945:

  • die beiden Städte Heilsberg und Guttstadt
  • sowie 104 weitere Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern
  • und einen Gutsbezirk (Forst).

Der Kreis hatte auf Grund der Zugehörigkeit zum Bistum Ermland eine mehrheitlich katholische Bevölkerung, die Zentrumspartei gewann bei den Wahlen bis 1933 die absolute Mehrheit der Stimmen.

Inhaltsverzeichnis

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Königreich PreußenBearbeiten

Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress entstand mit dem 1. Februar 1818 der Kreis Heilsberg im Regierungsbezirk Königsberg in der Provinz Ostpreußen. Dieser umfasste die Kirchspiele:

Das Landratsamt war in Heilsberg.

Bereits zum 1. April 1819 wurden die Kreisgrenzen wesentlich verändert:

  • Eingliederung des Kirchspiels Frauendorf aus dem Kreis Braunsberg in den Kreis Heilsberg,
  • Eingliederung des Kirchspiels Wormditt aus dem Kreis Heilsberg in den Kreis Braunsberg.

1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Norddeutscher Bund und Deutsches ReichBearbeiten

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Heilsberg am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Das Landratsamt, das sich einige Zeit in Guttstadt befunden hatte, wurde am 1. Oktober 1896 wieder nach Heilsberg verlegt.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Heilsberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurde die eingesessene deutsche Bevölkerung des Kreisgebiets fast vollständig aus dem Kreisgebiet vertrieben.

1999 wurde der heutige Powiat Lidzbarski (Heilsberger Kreis) mit veränderten Grenzen eingerichtet.

LandräteBearbeiten

KommunalverfassungBearbeiten

Der Kreis Heilsberg gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Guttstadt und Heilsberg führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 die im Deutschen Reich gültige Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Dietrich Borm (* 13. Oktober 1928 in Elditten; † 9. März 2018 in Hildesheim), Chirurg in Kiel und Hildesheim
  • Bernhard Buchholz (* 19. August 1870 in Knopen; † 20. Juni 1954 in Amberg), Politiker (Zentrum)
  • Adolf Poschmann (* 2. Januar 1885 in Neuendorf; † 24. Dezember 1977 in Münster), Pädagoge, Heimatforscher und Sachbuchautor.
  • Georg Sterzinsky (* 9. Februar 1936 in Warlack; † 30. Juni 2011 in Berlin), Erzbischof von Berlin

LiteraturBearbeiten

  • Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 109–114.
  • Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 19, Ziffer 14.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38. Bd. 11/II. S. 550. (Online.; PDF; 2,0 MB)