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Klaus Wedemeier

deutscher Politiker, MdBB, Bürgermeister von Bremen

BiografieBearbeiten

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

1956 zog Klaus Wedemeiers Familie aus dem fränkischen Hof an der Saale nach Bremen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Er war ab 1961 kaufmännischer Angestellter im Elektrogroßhandel, dort seit 1969 Handlungsbevollmächtigter. 1972 Prokurist der Bremischen Gesellschaft für Stadtentwicklung, Stadterneuerung und Wohnungsbau mbH. 1976 – 1979 arbeitete er als kaufmännischer Angestellter im Lebensmittel-Einzelhandel. Nach der Zeit als Bürgermeister trat er 1995 als Generalmanager in die Dienste der Düsseldorfer o.tel.o GmbH (Telekommunikationsunternehmen der VEBA + RWE) ein;[1] Seit 1999 ist Wedemeier Geschäftsführender Gesellschafter der We2 Kommunikation GmbH – Wirtschaft + Politik – und als Berater von Industrieunternehmen tätig.

Wedemeier ist mit Ute Wedemeier verheiratet.

PolitikBearbeiten

ParteiBearbeiten

Wedemeier trat am 1. Februar 1964 in die SPD ein. Von 1970 bis 1976 war er Landesvorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos. Zugleich war er Vorsitzender seines SPD-Ortsvereins Bremen Horn-Achterdiek. Seit 1972 gehörte er dem Vorstand der SPD Bremen an. Von 1976 bis 1980 amtierte er als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Bremen-Ost in der SPD Bremen. Von 1985 bis 1995 war er Beratendes Mitglied im Präsidium der Bundes-SPD und von 1989 bis 1996 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (Bundes-SGK).

BürgerschaftBearbeiten

Bei der Wahl im Oktober 1971 wurde er erstmals in die Bremische Bürgerschaft gewählt; dieser gehörte er – mit der Unterbrechung der Zeit als Bürgermeister – bis 1999 an. Er war Mitglied in verschiedenen Deputationen (u. a. Finanzdeputation) und im Haushaltsausschuss des Parlaments. 1979 wurde er als Nachfolger von Egon Kähler zum Vorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion des Landes Bremen gewählt; ihm folgte 1985 Konrad Kunick.

SenatBearbeiten

Am 18. September 1985, nach dem Rücktritt von Hans Koschnick (SPD), wurde Wedemeier zum Präsidenten und Bürgermeister des Senats der Freien Hansestadt Bremen gewählt. Er war zugleich bis 1995 auch Senator für kirchliche Angelegenheiten. Sein Senat war eine Alleinregierung.

Er trat für die Bürgerschaftswahl 1987 erstmals als Spitzenkandidat der SPD an. Die SPD erhielt 50,5 % der Stimmen; auch der Senat Wedemeier II von 1987 bis 1991 war eine Alleinregierung. In seiner Zeit konnte der Senat um 1987 bei der Auflösung der Neuen Heimat große Anteile an dem Wohnungsunternehmen Gewoba für das Land sichern.

Bei der Wahl 1991 erhielt die SPD nur 38,8 % der Stimmen und verlor damit nach zwanzig Jahren die absolute Mehrheit. Wedemeier schloss eine Ampelkoalition, den Senat Wedemeier III (1991 bis 1995), mit FDP und Bündnis 90/Die Grünen. 1987 erreichte Wedemeier die Übernahme der Neuen Heimat Bremen, die sich seitdem als GEWOBA AG mit ca. 45.000 Wohnungen mehrheitlich im Besitz der Stadt Bremen befindet. Bei der Auseinandersetzung um die Neuordnung des Länderfinanzausgleichs bewirkte er 1992 eine angemessene Berücksichtigung Bremens. Mit der Umsetzung eines Urteils zum Länderfinanzausgleich vor dem Bundesverfassungsgericht erreichte er u. a. den verfassungsrechtlich anerkannten Anspruch auf Bundesergänzungszuweisungen und so flossen Bremen in den Folgejahren über zehn Milliarden D-Mark zu. Der Erhalt der ehemaligen Klöckner-Stahlwerke als bremischer Industriestandort – seit 1994 Stahlwerke Bremen – konnte um 1993/94 mit Hilfe des Senats erreicht werden. Die Ampelkoalition zerbrach im Januar 1995.

Bei der vorgezogenen Neuwahl 1995 erhielt die SPD 33,4 % der Stimmen, nur 0,8 Prozentpunkte mehr als die CDU. Wedemeier erklärte seinen Rücktritt; Henning Scherf (SPD) wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Vom 1. November 1993 bis zum 31. Oktober 1994 war Wedemeier turnusgemäß Bundesratspräsident. Von 1985 bis 1995 war er als Bürgermeister Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetages.

Von 1995 bis 1999 war Wedemeier wieder Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

Weitere Mitgliedschaften und ÄmterBearbeiten

  • Von 1994 bis 1999 Mitglied im Ausschuss der Regionen der Europäischen Union.
  • Von 2000 bis 2018 Vorsitzender des Vorstandes des Wirtschaftsverbandes Weser e. V., seit 1989 Ehrenvorsitzender.[2]
  • Von 2002 bis 2018 Vorsitzender des Vorstandes des Weserbundes e.V., seit 1998 Ehrenvorsitzender.
  • Geschäftsführender Gesellschafter der We2 Kommunikation GmbH.
  • Vorsitzender der WESERBRÜCKE e. V., Freundeskreis der Bremer Landesvertretung in Berlin
  • Mitglied im Steering – Komitee des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V.
  • Ehrenmitglied des Vorstandes der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik e. V. (Bundes – SGK).

EhrungenBearbeiten

WerkeBearbeiten

  • Gewollt und durchgesetzt: Die SPD-Bürgerschaftsfraktion des Landes Bremen von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart. Verlag für Sozialwissenschaften, Bremen 1983/2012.
  • Unser Wilhelm Kaisen. Nordwestdeutscher Verlag, 1987.
  • Mut zum Erinnern. Gegen das Vergessen. Donat Verlag, Bremen 1994, ISBN 3924444811.
  • Erinnern für die Zukunft. Bremen 1989. ISBN 3927857017.
  • mit Heinrich Albertz: Deportation Bremer Juden nach Minsk. Edition Temmen, Bremen 1999.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich-Ebert-Stiftung: Archiv der sozialen Demokratie: Klaus Wedemeier.
  2. www.weser.de (Memento des Originals vom 7. November 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.weser.de (Stand 7. November 2016)
  3. Pressestelle des Senats vom 8. Januar 2004.