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Kissenbrück

Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kissenbrück
Kissenbrück
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kissenbrück hervorgehoben

Koordinaten: 52° 6′ N, 10° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Elm-Asse
Höhe: 93 m ü. NHN
Fläche: 6,46 km2
Einwohner: 1756 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 272 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38324
Vorwahl: 05337
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 021
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Im Winkel 4
38319 Remlingen
Website: www.elm-asse.de
Bürgermeister: Gerhard Wiche (CDU)
Lage der Gemeinde Kissenbrück im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GoslarLandkreis HelmstedtLandkreis HildesheimLandkreis PeineSalzgitterAm Großen RhodeBarnstorf-WarleVoigtsdahlumVoigtsdahlumBaddeckenstedtBörßumBörßumBurgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)CrammeCremlingenDahlumDahlumDenkteDettumDorstadtElbe (Niedersachsen)ErkerodeEvessenEvessenFlötheSchladen-WerlaHaverlahHedeperHeereHeereHeiningen (Niedersachsen)KissenbrückKneitlingenKneitlingenOhrumRemlingen-SemmenstedtRoklumSchöppenstedtSehldeSickteUehrdeVahlbergVeltheim (Ohe)WinnigstedtWittmarWolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Kissenbrück ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Elm-Asse an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schöppenstedt hat.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Kissenbrück liegt im Nordwesten der Samtgemeinde Elm-Asse an den südlichen Ausläufern des Ösel in einer zur Oker nach Westen hin offenen Senke. Durch den Ort fließt östlich der Kirche die namensgebende Kisse, ein Nebengewässer des Großen Grabens, die historisch als Kissena überliefert ist.[2]

Der von Osten kommende Große Graben verläuft zwischen dem Ortskern und dem Rittergut Hedwigsburg und mündet in die Alte Ilse. Oker und Alte Ilse bilden die westliche Gemeindegrenze.

GliederungBearbeiten

Ein Ortsteil der Gemeinde ist Hedwigsburg (51 Einwohner).

NachbarorteBearbeiten

Wolfenbüttel
Ohrum
Hedwigsburg
Klein Denkte
Neindorf
Groß Denkte
Wittmar
Sottmar
  Remlingen
Klein Biewende
Groß Biewende
Dorstadt
Heiningen
Bornum
Börßum
Kalme

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung von Kissenbrück stammt aus dem 9. Jahrhundert und geht auf eine Urkunde zurück, die sich als Nummer 1419 in den Akten des Klosters Corvey befindet. Der Graf Thuring vermachte seinen Besitz in Kissenbrück und Neindorf dem Kloster. Für die Bedeutung der Urkunde spricht die ansehnliche Zahl von zwanzig Zeugen. Das genaue Jahr der Beurkundung ist nicht bekannt, auf Grund von Untersuchungen wurde die Entstehungszeit der Urkunde auf die Zeit von 822 bis 826 begrenzt.[3]

Des Weiteren ist für das Jahr 827 die Errichtung einer Kirche durch Bischof Hildegrim sowie später die Existenz einer Königspfalz Curtis Cissenbrugea überliefert. Dort hat sich 944 Kaiser Otto I. aufgehalten und sind in den folgenden Jahrzehnten durch andere Könige mehrere Urkunden ausgestellt worden. Dieser Hof wird von den Chronisten in dem Dreieck zwischen den Bächen Kisse und Scharrenbeeke (heute Großer Graben) in der Flur Eulenburg südlich des Ortskerns vermutet. Sie führen den Namen auf „Ol“ wie „Sumpf“ zurück. Die Pfalz dürfte den historischen Verkehrsweg zwischen dem Okerübergang in Ohrum und Schöningen gesichert haben. Diese als Deitweg überlieferte Fernstraße verlief vermutlich zwischen Kissenbrück und Neindorf. Dort ist der Deiweg kartiert bzw. westlich von Remlingen der Flurname Hinter dem Deiwege. Dieser Weg verlor spätestens nach der Gründung Wolfenbüttels endgültig seine überregionale Bedeutung und damit vermutlich auch der Königshof. Dieser ging im 18. Jahrhundert als Schriftsassenhof in das Eigentum des Ritterguts über.

Seit dem 12. Jahrhundert ist das Schloss Hedwigsburg bezeugt, das überwiegend in fürstlichen Besitz und mit der Gerichtsbarkeit belehnt war.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Kissenbrück setzt sich aus drei Ratsfrauen und acht Ratsherren zusammen. Im Rat befinden sich zusätzlich zwei weitere Mitglieder (CDU, SPD).[4]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister von Kissenbrück ist Gerhard Wiche (CDU). Seine Stellvertreter sind Dieter Fricke (SPD) und Wilfried Bennecke (CDU).[5]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Wappens von Kissenbrück stammt von Kleinau und von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat.[6] Das genaue Einführungsdatum des Wappens lässt sich nicht mehr ermitteln. Wahrscheinlich wird es Ende 1955 oder Anfang 1956 eingeführt worden sein, jedenfalls wurde die Genehmigung vom Niedersächsischen Minister des Innern vor dem 11. Januar 1956 erteilt.[7]

Blasonierung: „In Rot über Wellen eine silberne Brücke, in deren Bogen ein goldenes Mühleisen schwebt und über der ein gestürztes silbernes Schwert mit goldenem Griff zwischen zwei goldenen Ähren schwebt.“[7]
Wappenbegründung: Das redende Wappen weist auf die zweite Hälfte des Ortsnamens hin, der schon in ahnlicher Form aus dem 9. Jahrhundert überliefert ist. Im 10. Jahrhundert gab es hier sogar ein Königshof, später dann ein Gerichtssitz, der z. B. 1360 und 1391 erwähnt wird. Das Bauerngericht wurde im Jahre 1400 von den Herzögen Bernhard und Heinrich unter Verweisung der Bauern an das Goding und an das Landgericht aufgehoben. Das Schwert soll als strenges Gerichtssymbol damaliger Rechtsprechung über das Leben und den Tod erinnern. Das Mühleisen weist auf die Fährmühle hin, die sich an der Oker befindet. Die Ähren symbolisieren die für die Region wichtige Landwirtschaft und deren Erträge.

SportBearbeiten

  • Golfplatz mit 18 Löchern
  • Fußballplatz
  • Tennisplätze

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Kursbuchstrecke 353 der Deutschen Bahn AG (Braunschweig–Wolfenbüttel–Vienenburg–Bad Harzburg–Goslar) führt durch das Gemeindegebiet von Kissenbrück. Sie ist als zweigleisige Hauptbahn ausgebaut und nach dem niedersächsischen Raumordnungsprogramm zur Elektrifizierung vorgesehen. In der Vergangenheit hatte der Ortsteil Hedwigsburg einen Bahnhof an dieser Strecke. Die Bundesstraße 79 (WolfenbüttelHalberstadt) verläuft etwa zwei Kilometer nördlich des Ortes in westöstlicher Richtung vorbei.

MühlenstandortBearbeiten

Im Ortsteil Hedwigsburg ist seit 1318 der Betrieb einer Wassermühle belegt. Diese wurde als Fährmühle bezeichnet und war zwischenzeitlich im Besitz der Stadt Braunschweig. An dem Standort wird noch heute eine aus dem Stromnetz versorgte Industriemühle von der Hedwigsburger Okermühle GmbH betrieben.[8]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Walter Bennecke, Gemeinde Kissenbrück (Hrsg.): Kissenbrück – Beiträge zur Geschichte eines alten Dorfes, Kissenbrück 1997.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kissenbrück – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Walter Bennecke u. a., Gemeinde Kissenbrück (Hrsg.): Kissenbrück – Beiträge zur Geschichte eines alten Dorfes. Kissenbrück 1997, S. 14 ff.
  3. Walter Bennecke u. a., Gemeinde Kissenbrück (Hrsg.): Kissenbrück – Beiträge zur Geschichte eines alten Dorfes. Kissenbrück 1997, S. 11.
  4. Sitzverteilung der Gemeinde Kissenbrück. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 13. September 2016, abgerufen am 28. Dezember 2018.
  5. Rat der Gemeinde Kissenbrück. In: Internetseite der Samtgemeinde Elm-Asse. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  6. Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985.
  7. a b Arnold Rabbow: Braunschweigisches Wappenbuch. Die Wappen der Gemeinden und Ortsteile in den Stadt- und Landkreisen Braunschweig, Gandersheim, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Hrsg.: Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung und Wolfsburger Nachrichten. Eckensberger & Co Verlag, Braunschweig 1977, DNB 780686667, S. 102.
  8. Internetauftritt der Hedwigsburger Okermühle. Abgerufen 9. März 2013.