Hauptmenü öffnen

Ösel (Berg)

Hügel bei Neindorf, Landkreis Wolfenbüttel

GeographieBearbeiten

Der Hügel, welcher seit 1966 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, ist auf knapp zwei Kilometer Länge und einem Kilometer Breite von ausgedehnten Rasenflächen überzogen. Dieser Magerrasen repräsentiert ein historisches Landschaftsbild, wie es einst für weite Teile des Ostbraunschweigischen Hügellands charakteristisch war. Geringer Baumbestand bedeckt lediglich den östlichen Abhang, während Sträucher und Gebüsche die Ränder der ehemaligen Kalkbrüche säumen. Der Ösel liegt im Gebiet der Gemeinde Denkte. In der Umgebung finden sich zwei Höhenzüge. Die Asse liegt rund drei Kilometer nordöstlich, der Oderwald etwa vier Kilometer westlich.

Der Ösel wird als eigener Unter-Naturraum des Ostbraunschweigischen Hügellands mit der Kennziffer 512.04 geführt.

Geologie und GeschichteBearbeiten

Entstanden ist der Ösel durch Halokinese. Die zum Teil fossilienreichen Gesteinsschichten liegen nicht waagerecht übereinander, sie sind steilgestellt und fallen nach Osten hin ab. Dies wird in den zahlreichen verlassenen Steinbrüchen deutlich, durch die das Gebiet zernagt ist. Vor allem Rogenstein, Wellen- und Trochitenkalk aus der Triaszeit wurden hier abgebaut. Herzog Bernhard gestattete im Jahre 1425 „den Bürgern der Stadt Braunschweig, auf dem Ösel Steine zu brechen und Kalk zu brennen“. Der Transport wurde auf Altenau und Oker mit Kähnen durchgeführt. Vom Ösel stammt ein erheblicher Teil der am Ende des 16. Jahrhunderts zum Bau der Festung Wolfenbüttel benötigten Steine. 1575 erstellte Herzog Julius für die Steinbrüche von Elm (Elmkalkstein), Asse und Ösel ein „Instrumentenbuch“ mit den für jede „Steinkuhle“ notwendigen Geräten. Seit den 1980er Jahren hat der BUND die Pflege des Landschaftsschutzgebiets übernommen.

Flora und FaunaBearbeiten

Durch die Schafhaltung bis in die 1950er Jahre und seit den 1990er Jahren hat sich hier ein artenreicher Magerrasen erhalten. Die Gelbe Spargelerbse (Tetragonolobus maritimus) hat hier einen von zwei Standorten in Niedersachsen. Auch der Dänische Tragant (Astragalus danicus), die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum) und die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) kommen hier vor. Typisch sind Wolfsmilchgewächse, auf denen ab Anfang Juli Wolfsmilchschwärmer im Raupenstadium anzufinden sind. Zur Fauna gehören Grauammern, Zauneidechsen und Schwalbenschwänze.

SonstigesBearbeiten

Der Ösel ist ein beliebter Treffpunkt für Betreiber von Modellsegelflugzeugen und für Funkamateure.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten