Kansk

Stadt in Russland

Kansk (russisch Канск) ist eine russische Stadt mit 94.226 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Region Krasnojarsk in Sibirien.

Stadt
Kansk
Канск
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Region Krasnojarsk
Stadtkreis Kansk
Bürgermeister Andrei Sidelnikow
Gegründet 1636
Stadt seit 1822
Fläche 92 km²
Bevölkerung 94.226 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1024 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 200 m
Zeitzone UTC+7
Telefonvorwahl (+7) 39161
Postleitzahl 663600–663619
Kfz-Kennzeichen 24, 84, 88, 124
OKATO 04 420
Website www.gorodkansk.ru
Geographische Lage
Koordinaten 56° 12′ N, 95° 42′ OKoordinaten: 56° 12′ 0″ N, 95° 42′ 0″ O
Kansk (Russland)
(56° 12′ 0″ N, 95° 42′ 0″O)
Lage in Russland
Kansk (Region Krasnojarsk)
(56° 12′ 0″ N, 95° 42′ 0″O)
Lage in der Region Krasnojarsk
Liste der Städte in Russland

GeographieBearbeiten

Kansk liegt am linken Ufer des Jenissei-Zuflusses Kan, am Kilometer 4344 der Transsibirischen Eisenbahn sowie am Kilometer 992 der Fernstraße M 53. Die Entfernung zur Regionshauptstadt Krasnojarsk beträgt knapp 250 km in westliche Richtung; die nächstgelegene Stadt ist Ilanski, 22 km östlich von Kansk entfernt.

GeschichteBearbeiten

Die Stadt gilt als eine der älteren sibirischen Städte: Sie entstand im Jahre 1636, ursprünglich als eine hölzerne Festung (auch Ostrog genannt) zum Schutz gegen mögliche kirgisische Angriffe angelegt. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts galt Kansk, dessen Name an den Fluss Kan angelehnt wurde, vorwiegend als Kosakensiedlung und wurde mehrmals bei Angriffen verwüstet.

Um 1740 wurde durch Kansk der sogenannte sibirische Trakt verlegt, die damals einzige durchgehend passierbare Verbindungsstraße von Moskau nach Sibirien. Das förderte die Entwicklung des Handels, machte Kansk aber auch zu einem Verbannungsort, wo auch zur Katorga verurteilte Personen hingeschickt wurden. Diese Gegebenheit setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort, als Kansk auch als Standort von Gulag-Straflagern diente.

1822 erhielt Kansk Stadtrechte und galt bis Anfang des 20. Jahrhunderts als wichtiger Handelsort der Krasnojarsker Gegend. Aus dieser Zeit sind in Kansk Teile der Altstadt mit ehemaligen Handelsgebäuden und Kaufmannshäusern erhalten geblieben. Ab den 1940er-Jahren, als in Kansk mehrere aus dem europäischen Russland infolge des Zweiten Weltkriegs evakuierte Betriebe aufgebaut wurden, wandelte sich Kansk zu einer Industriestadt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1897 7.537
1939 41.584
1959 82.662
1970 94.680
1979 100.558
1989 109.607
2002 103.000
2010 94.226

Anmerkung: Volkszählungsdaten

WirtschaftBearbeiten

In der Stadt gibt es Betriebe der Maschinenbau-, der Holz- und der Textilindustrie, von denen allerdings viele nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 1990er-Jahren geschlossen wurden. Heute spielen in Kansk vor allem die Holzverarbeitung und die Nahrungsmittelherstellung wirtschaftlich eine Rolle. In der Umgebung von Kansk befinden sich mehrere Garnisonen sowie militärische Übungsgebiete.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

WeblinksBearbeiten

Commons: Kansk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien