Jeep Grand Cherokee

Full-Size-SUV von Jeep produziert
Jeep Grand Cherokee
Produktionszeitraum: seit 1993
Klasse: SUV
Karosserieversionen: Kombi
Vorgängermodell: Jeep Grand Wagoneer

Der Jeep Grand Cherokee ist ein SUV der Oberen Mittelklasse, das von der Jeep-Division von Chrysler hergestellt wird. Der Grand Cherokee für Europa entstand bis 2010 bei Magna Steyr in Österreich.

EntwicklungBearbeiten

Der Grand Cherokee wurde eigentlich aus dem kleineren Jeep Cherokee entwickelt. Seine Ursprünge gehen auf das Jahr 1983 zurück, als die Ingenieure von AMC einen Nachfolger für den Cherokee konstruierten. Der Prototyp „Jeep Concept 1“ von 1989 nahm die grundsätzliche Konstruktion bereits vorweg. Der Grand Cherokee war der erste Jeep mit Chrysler-Emblem, da das Konzept ja von AMC stammte; die AMC-Ingenieure, die an diesem Projekt beteiligt waren – später Chrysler-Angestellte (nach dem Kauf von AMC durch Chrysler 1987) – wollten den Wagen in den späten 1980er-Jahren präsentieren, aber der damalige Konzernchef Lee Iacocca räumte überarbeiteten Chrysler-Minivans Priorität ein; dadurch verzögerte sich die Vorstellung des Grand Cherokee bis 1992. Chrysler setzte den Grand Cherokee gegen den Ford Explorer.

Der Grand Cherokee wurde 1992 in großem Stil auf der North American International Autoshow in Detroit vorgestellt. Der damalige Chrysler-Präsident Robert A. Lutz fuhr den Bürgermeister von Detroit, Coleman Young, die Stufen der Cobo Hall hinauf und durch ein Glasfenster, um das neue Produkt entsprechend zu präsentieren. Die Produktion des Grand Cherokee begann wenig später in dem eigens dafür gebauten „Jefferson North Assembly“-Werk in Detroit und blieb auch dort.

ZJ (1993–1998)Bearbeiten

ZJ
Produktionszeitraum: 1993–1998
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
4,0–5,9 Liter
(130–177 kW)
Dieselmotor:
2,5 Liter (85 kW)
Länge: 4488–4500 mm
Breite: 1760–1795 mm
Höhe: 1684 mm
Radstand: 2690 mm
Leergewicht: 1750–1933 kg
 
1993 Jeep Grand Cherokee
 
Hinten

Die ZJ-Modelle wurden von 1993 bis 1998 gebaut. Mit V8-Motor stand er 1993 auf der Liste der „10 Besten Autos“ der Zeitschrift „Car and Driver“ und war er Truck of the Year der Zeitschrift Motor Trend. Das Modell war Petersen’s 4×4 der Jahre 1993, 1996 (nach der Einführung des neuen Vorgeleges) und –als Limited 5.9– 1998.

Auf Wunsch gab es ein Up-Country-Paket mit stärkeren Gasdruckstoßdämpfern und anderen verstärkten Fahrwerkskomponenten.

1995 steigerte Chrysler das Drehmoment des 5,2-Liter-V8-Motors von 386 auf 407 Nm. Das Modelljahr 1996 brachte kosmetische Änderungen am Kühlergrill und am Stoßfänger mit integrierten Nebelleuchten; innen gab es zwei Airbags und bessere Bezugsstoffe. Zugleich wurden die noch von AMC stammenden „Grand Cherokee“-Embleme auf den vorderen Kotflügeln durch bei Chrysler übliche ersetzt. Der AMC-Reihensechszylindermotor mit 4,0 Litern Hubraum wurde ebenfalls überarbeitet; er verlor zwar etwas Leistung, gewann aber etwas maximales Drehmoment und Laufruhe.

AusstattungsvariantenBearbeiten

SerieBearbeiten

  • Base (1993–1995) hatte als einfachstes Modell Stoffsitzbezüge und manuelle 5-Gang-Getriebe. 1994 in SE umbenannt gehörten elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung noch nicht zu dieser Basisausstattung des ZJ. Sie wurden erst 1995 serienmäßig. Der hohe Preis führte zu schwachem Kundeninteresse und damit zu geringen Stückzahlen und dies wiederum zur Einstellung des heute seltenen Grundmodells.
  • Laredo (1993–1998) war das zunächst mittlere, 1996 zur Basis gewordene Modell mit zusätzlichen Kunststoffplanken und -schürzen an der Karosserie, elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, Tempomat und Fünfspeichen-Aluminiumräder.
  • Der Limited (1993–1998) war das Spitzenmodell. Seine Kunststoffschürzen waren in Wagenfarbe. Er hatte eine Lederausstattung und auf Wunsch ein Schiebedach, beheizbare Spiegel, elektrisch verstellbare und beheizbare Sitze, eine Schlüsselkarte (Keyless Entry), Bordcomputer und Aluminiumräder in speziellem Design. Ab 1996 bot er noch mehr Luxus wie einen Memory-Fahrersitz, die Fernbedienung des Radios vom Lenkrad aus und eine progressiv arbeitende Servolenkung.

SondermodelleBearbeiten

Limited 5.9 (1998)Bearbeiten
 
Grand Cherokee 5,9 l (1998) (mit Luftaustrittsöffnungen auf der Motorhaube und Streckgittereinsatz im Kühlergrill)

Der Limited mit 5,9-Liter-Motor wurde in limitierter Stückzahl und nur im Modelljahr 1998 gefertigt, hatte eine bessere Ausstattung und mehr Leistung als der nicht limitierte Limited und trug das Emblem „5.9 Limited“. In Europa gab es eine ähnliche Ausstattung unter der Bezeichnung Limited LX. Er wurde weltweit 15.000 Mal ausgeliefert. Er hatte eine Magnum-5,9-l-V8-Maschine, die 177 kW (241 PS) leistete und den Wagen in 7,3 s von 0 auf 100 km/h beschleunigte (Motor Trend maß sogar 6,8 s), was ihn zum schnellsten SUV des Jahres machte. Seine Beschleunigungswerte wurden von Jeep erst 2006 mit dem Grand Cherokee SRT8 mit 6,1 Liter großem Hemi-V8 übertroffen. Dieser 1998er-Grand Cherokee wurde von Petersen's 4-Wheel & Off-Road zum „4x4 of the Year“[1] gewählt. Seine Seltenheit und seine Leistung sorgen dafür, dass er sehr gesucht ist. Zusätzlich zum Limited hat er außerdem

  • funktionstüchtige Luftaustritte auf der Motorhaube
  • Kühlergrill mit feinmaschigen Gittereinsätzen
  • spezielle Aluminiumräder mit fünf Speichen
  • Reifen ohne weiße Aufschrift
  • ein höherwertiges Premium-Audio-Stereo-System mit 180 W und zehn Lautsprechern, davon vier auf einer Lautsprecherkonsole hinten
  • Sitzbezüge aus weicherem Kalbsleder
  • Türverkleidungen aus Leder
  • Automatikhebel, Hebel für die Handbremse und Vorgelegehebel mit Lederknauf
  • Holzimitatverkleidung um den Sockel Automatikwählhebels
  • eine Reserveradabdeckung aus Leder mit verschiedenen Taschen
  • eine Mittelarmlehne hinten
  • einen niedrigeren Dachgepäckträger, der die Quietschgeräusche des Trägers am Limited 5.2 beseitigte
  • Kunststoffbeplankungen außen in Wagenfarbe
  • Schwellenschürzen

und zur zusätzlichen Leistungssteigerung

  • ein stärkeres Getriebe mit verstärkter Abtriebswelle
  • ein Dana-44A-Differential (Aluminiumgehäuse) mit Sperre
  • einen elektrischen Ventilator
  • Lichtmaschine mit erhöhter Leistung
  • Hochleistungs-Auspuffanlage mit dreizölligen Rohren (7,6 cm Durchmesser) und einem großen polierten Endstück aus Edelstahl.

Es gab ihn nur in den Außenfarben Deep Slate (Schwarz Metallic), Forest Green PG 8 und Bright Platinum Metallic (Platinsilber) und in Kanada auch deep amethyst (violett-blaumetallic) und weiß.

Grand Wagoneer (1993)Bearbeiten
 
Jeep Grand Wagoneer (1993)

Nur im Modelljahr 1993 gab es eine besonders gut ausgestattete Version mit 5,2-l-V8-Motor, der als letzter Jeep den Namen Grand Wagoneer trug. Er hatte die Ausstattung des Limited und dazu Seitendekors aus Holzimitatfolie und besondere „Grand Wagoneer“-Embleme. Er war der teuerste Wagen der Modellpalette und wurde nur in begrenzter Stückzahl gebaut.

Orvis Edition (1995–1997)Bearbeiten

Der Orvis – erhältlich 1995–1997 – war ein Ausstattungspaket für den Limited, das in den Außenfarben Moss Green Pearlcoat (= Moosgrünmetallic, Chrysler-Farbcode PJN) oder – seltener – Light Driftwood mit roten und goldenen Seitenzierstreifen (1995) erhältlich war. Grüne Lackakzente auf den Rädern (passend zur grünen Wagenfarbe) und besondere „Orvis“-Embleme waren die einzigen äußerlichen Erkennungsmerkmale, nebst dem Up-Country-Suspension-Paket, das eine Höherlegung des Fahrzeugs um einen Zoll, zwei spezielle Abschlepphaken vorne und hinten, Schutzplatten für Getriebe, Benzintank und die Unterseite sowie stärkere Gasdruckstoßdämpfer und Geländereifen umfasste. Bis auf die Windschutzscheibe und die vorderen Seitenfenster waren die Fensterscheiben dunkel getönt. Die Inneneinrichtung unterschied sich stark vom Ausgangsmodell und umfasste zweifarbig grün-braune Ledersitze mit roten Kedern und „Orvis“-Emblemen. Dieses Ausstattungspaket machte den Wagen – wenn in vollem Umfang geordert – bis 1997 zur teuersten Grand-Cherokee-Version.

TSi (1997–1998)Bearbeiten

Das sportliche TSi-Modell (1997–1998) hatte in Wagenfarbe gehaltene Kunststoffplanken mit indigoblauen Streifen im unteren Karosseriebereich ähnlich wie beim Eagle Talon. Das TSi-Paket enthielt 16″-Aluminiumräder mit fünf Speichen, Reifen der Dimension 225/70 R 16, Sportfahrwerk und direktere Lenkung, Sitzbezüge aus perforiertem Leder und ein erstklassiges Sound-System. Den 5,2-Liter-V8-Motor gab es gegen Aufpreis. Der TSi lag im Preis zwischen Laredo und Limited.

MotorenBearbeiten

Modell Hubraum Zylinder Motor Leistung max.Drehmoment Bemerkungen Bauzeit
Ottomotoren
4.0 3956 cm³ R6 AMC Power Tech 130 kW (177 PS) 301 Nm bei 2400/min Laredo, Limited, TSi 1996–1998
4.0 3956 cm³ R6 AMC 242 135 kW (184 PS) 290 Nm bei 3950/min 1993–1995
5.2 5210 cm³ V8 Chrysler Magnum 155 kW (211 PS) 400 Nm bei 3000/min Limited 1995–1996
5.2 5216 cm³ V8 Chrysler Magnum 156 kW (212 PS) 388 Nm bei 2950/min Limited 1996–1998
5.2 5210 cm³ V8 Chrysler Magnum 158 kW (215 PS) 375 Nm bei 3050/min 1993–1995
5.2 5210 cm³ V8 Chrysler Magnum 164 kW (223 PS) 386 Nm bei 3600/min nur auf dem amerikanischen Markt 1993–1995
407 Nm bei 3200/min nur auf dem amerikanischen Markt 1995–1998
5.9 5898 cm³ V8 Chrysler Magnum 177 kW (240 PS) 472 Nm bei 3050/min Limited 1997–1998
Dieselmotor
2.5 TD 2499 cm³ R4 VM Motori 425 OHV 85 kW (115 PS) 278 Nm bei 1800/min Limited, Laredo 1993–1998

AllradBearbeiten

4x4-Antrieb gab es anfangs automatisch zuschaltend als Command-Trac. Er fiel mit der SE-Ausstattungslinie nach dem Modelljahr 1996 aus dem Angebot. Das System „Selec-Trac“ bot hingegen die Möglichkeit, entweder zeitweise oder dauernd mit Allradantrieb zu fahren. Beide Systeme gab es schon im Cherokee. Nur beim Grand Cherokee gab es mit „Quadra-Trac“ zudem einen permanenten Allradantrieb. Serienmäßig war er in der Ausstattung Limited und den meisten Sondermodellen und auf Wunsch im Laredo. Bloßen Hinterradantrieb gab es für die Sechszylinder-Ausführungen bis Ende 1993 nur für den Laredo und ab 1994 auch im Limited und ab 1997 zudem für die 5,2-Liter-V8–Versionen.

WJ (1999–2004)Bearbeiten

WJ
Produktionszeitraum: 1999–2004
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
4,0–4,7 Liter
(140–190 kW)
Dieselmotoren:
2,7–3,1 Liter
(103–120 kW)
Länge: 1999–2000: 4610 mm
2001–2003: 4613 mm
2004: 4605
 mm
Breite: 1999–2000: 1836 mm
2001–2003: 1844 mm
2004: 1836
 mm
Höhe: 1999–2000: 1763 mm
2001–2003: 1786 mm
2004: 1763
 mm
Radstand: 2690 mm
Leergewicht: 1881–2135 kg

Der überarbeitete Grand Cherokee WJ oder (aus der Fertigung in Graz für den europäischen Markt) WG ab Modelljahr 1999 hatte nur 127 Teile mit seinem Vorgänger gemeinsam. Der Aufbau wurde von Porsche Engineering versteift, um geringeres Gewicht und bessere Lenkeigenschaften zu erreichen. Das Reserverad wanderte von der Seite des Laderaums unter den Laderaumboden, was die Käufer sehr schätzten.

 
Grand Cherokee WJ Heckansicht

Der WJ war der erste Jeep nach der Übernahme durch Chrysler 1987, der anstatt des sonst bei Jeep üblichen 4,5″-Fünfer-Lochkreises einen breiteren 5″-Fünferlochkreis aufwies. 5″-Lochkreis mit fünf Radschrauben (Durchmesser 127 mm), der sich zunächst an hinterradgetriebenen PKW und leichten Trucks und Vans von GM fand, breitete sich auch auf Ford-Fahrzeuge aus, namentlich den Ford LTD (1973–1978) und die Lincoln-Modelle. Chrysler nutzte diesen Lochkreis erstmals im Modelljahr 1986 beim Dodge Ram als großem Halbtonner-Pickup und beim SUV Dodge Ramcharger.

 
Grand Cherokee WJ vor dem Facelift rechts und ab MJ 2004 links

2004 erhielt der Grand Cherokee ein Jahr vor seiner Ablösung nochmals eine leichte Modellpflege.

AusstattungsvariantenBearbeiten

SerieBearbeiten

Neben dem weniger reich ausgestatteten Laredo mit Sportsitzen gab es zunächst nur den luxuriöseren Limited.

Ab 2002 wurde der nach dem früheren Jeep-Eigner Willys-Overland benannte Overland Spitzenmodell. Zu üppigerem Interieur mit „Overland“-Emblemen kamen ab Mitte 2003 eine zweifarbig-schwarze Innenausstattung und ein Navigationssystem hinzu. Zur Ausstattung gehörten Front- und Seiten-Airbags, ein Infinity-Soundsystem mit Wechsler für zehn CDs, beheizte und elektrisch verstellbare Vordersitze, ein elektrisch betätigtes Schiebedach, ein Lenkrad in Leder-Holz-Finish und 17″-Aluminiumräder. Serienmäßig mit der 4,7-Liter-Hochleistungsmaschine ausgestattet, konnte er auch mit dem Common-Rail-Dieselmotor geliefert werden.

SondermodelleBearbeiten

  • 2002–2003: Sport, über dem Laredo positioniert mit spezieller zweifarbig-schwarzer Innenausstattung,
  • 2002–2004: Special Edition zunächst wie ein Limited mit durchgehend glatten Kunststoffplanken und mit 4,7 l-V8-Motor, später zudem mit reicherer Innenausstattung wie einem im Laderaum installierten CD-Wechsler,
  • 2003–2004: Columbia Edition mit der üblichen Ausstattung der anderen Sondermodelle und darüber hinaus einer zweifarbige Innenausstattung mit Columbia-Sportswear-Emblemen und gegen Aufpreis einem Navigationssystem,
  • 2004–2005: auf 333 Stück limitiert Vision, wie Overland, zusätzlich mit Aluminiumzierleisten außen und innen, Navigationssystem, Parkassistent und einer Plakette im Innenraum mit eingravierter Produktionsnummer,
  • 2004–2005: Final Edition, wie Overland mit Zierleisten außen in Wagenfarbe und innen aus Holz und zudem einer Standheizung von Webasto.

MotorenBearbeiten

Die beiden schweren V8-Motoren des Vorgängermodells mit hängenden Ventilen (ohv) ersetzte ein moderner V8-Motor mit Aluminiummotorblock und oben liegenden Nockenwellen (ohc), genannt ‘Power-Tech‘. Er war leichter, verbrauchte deutlich weniger Benzin bei gleicher Leistung und höherem Drehmoment. Das hier eingesetzte Chrysler-Automatikgetriebe 45RFE war bemerkenswert: Es hat drei anstatt der sonst bei 4-Stufen-Automatikgetrieben üblichen zwei Planetensätze. Dies ermöglichte theoretisch sechs Stufen, womit das Getriebe die erste in Serie produzierte 6-Stufen-Automatik gewesen wäre; es war aber so programmiert, dass nur fünf Stufen nutzbar waren. Vier Stufen dienten der normalen Fahrt, eine zusätzliche zweite Stufe trat beim Herunterschalten in Aktion. Obwohl fünf der sechs möglichen Übersetzungen benutzt wurden, entschied sich Chrysler, das Getriebe als „4-Stufen-Automatik“ zu bezeichnen. Erst später wurde per Software-Update auch die längste Übersetzung aktiviert. Fortan lautete die Bezeichnung 545RFE.

Der allein in Europa ab 1999 verfügbare 3,1-Liter-Turbodiesel wurde zusammen mit Detroit Diesel und VM Motori entwickelt. Er hat eine elektronische Einspritzpumpe, eine elektronisch gesteuerte, vakuumbetriebene Abgasrückführung und einen speziellen Katalysator zur Stickoxid-Reduzierung. In Cento in Italien wurden jährlich 13.000 Stück gefertigt. Sein Abgasverhalten entsprach der Norm EURO I. Ausgerüstet wurde er mit einem elektronisch gesteuerten Vierstufen-Automatikgetriebe. Ab 2002 wurde er durch eine Variante des aus den Mercedes 270 CDI bekannten 2,7-Liter-Fünfzylindermotors ersetzt. Der hier 120 kW (163 PS) starke Common-Rail-Dieselmotor gibt maximal 400 Nm ab und ermöglicht mit 10 l/100 km einen weit niedrigeren Verbrauch als der Vorgänger. Die Kraft überträgt hier ein Fünfstufen-Automatikgetriebe von Mercedes-Benz.

Modell Hubraum Zylinder Motor Leistung Drehmoment Bemerkungen Bauzeit
Ottomotoren
4.0 3956 cm³ R6 AMC-Power Tech 140 kW (190 PS) 295 Nm bei 3050/min nur für Europa 1998–2004
4.0 3956 cm³ R6 AMC-Power Tech 145 kW (197 PS) 312 Nm bei 3000/min nur für Amerika 1998–2004
4.7 4701 cm³ V8 Chrysler-PowerTech 162 kW (220 PS) 390 Nm bei 3200/min nur für Europa 1999–2001
4.7 4701 cm³ V8 Chrysler-PowerTech 164 kW (223 PS) 394 Nm bei 3300/min nur für Europa 2001–2003
4.7 4701 cm³ V8 Chrysler-PowerTech 167 kW (227 PS) 394 Nm bei 3200/min nur für Europa 2003–2004
4.7 4701 cm³ V8 Chrysler-PowerTech 175 kW (238 PS) 400 Nm bei 3200/min nur für Amerika 1999–2004
4.7 4701 cm³ V8 High-Output-Chrysler-V8 PowerTech 190 kW (258 PS) 425 Nm bei 3500/min nur für Europa 2002–2004
4.7 4701 cm³ V8 High-Output-Chrysler-V8 PowerTech 198 kW (269 PS) 441 Nm bei 3600/min nur für Amerika 2002–2004
Dieselmotoren
2.7 CRD 2685 cm³ R5 Mercedes-Benz OM647 120 kW (163 PS) 400 Nm bei 1800/min nur für Europa und Australien 2002–2004
3.1 TD 3124 cm³ R5 VM Motori 531 103 kW (140 PS) 384 Nm bei 1800/min nur für Europa 1999–2001

AllradantriebBearbeiten

Bemerkenswertes Detail war der auf Wunsch erhältliche, sich automatisch zuschaltende Vierradantrieb „Quadra-Drive“. Er hatte drei Flüssigkeitskupplungen. Damals war er einer der wenigen Allradantriebssysteme, die über drei Sperrdifferentiale verfügten, und das einzige vollautomatische. Ansonsten boten neben dem Unimog von Mercedes-Benz nur die ebenso wie der WG in Graz bei Magna Steyr gefertigten[2] Geländewagen Mercedes-Benz-G-Modell und Steyr Pinzgauer zu 100 % sperrbare Differentiale an Achsen und Kardanwelle.

Weiterproduktion in China seit 2006Bearbeiten

Die Beijing Jeep Corporation, die seit 1984 schon den alten Cherokee XJ herstellte, erwarb 2004 nach Einführung des WK die Produktionsanlagen des WJ. Nach der Wiedererrichtung der Anlagen wurde 2006 der WJ für den chinesischen Markt als Jeep 4000 und Jeep 4700 (mit 4,0-l–R6–Motor und 4,7-l–V8–Motor einschl. Hochleistung-Sondermodelle) vorgestellt. Es wurde das Spitzenmodell von Beijing und glich in Aussehen und Ausstattung dem Limited von 2004 einschließlich Fahrwerk, Allradantriebssystemen, Kunststoffplanken in Wagenfarbe, Aluminiumrädern, Soundsystemen und Klimaautomatik. Damit war man anders verfahren als beim Cherokee XJ, den Beijing Jeep für den chinesischen Markt wesentlich verändert hatte.

WH (2005–2010)Bearbeiten

WH
Produktionszeitraum: 2005–2010
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
3,7–6,1 Liter
(148–313 kW)
Dieselmotor:
3,0 Liter (160 kW)
Länge: 4742 mm
SRT-8: 4953
 mm
Breite: 1870 mm
Höhe: 2005–2007: 1712 mm
2008–heute: 1745 mm
SRT-8: 1694
 mm
Radstand: 2781 mm
Leergewicht: 2037–2345 kg

Der Grand Cherokee WH wurde 2004 als Modell 2005 eingeführt. Jeep-Neuheiten, die zum ersten Mal im Programm standen, waren das Allradantriebssystem Quadra-Drive II, ein DVD-Spieler für den Fond und auf Wunsch ein 5,7-l–Hemi–V8–Motor.

Die Konstruktion betont weiterhin Leistung und Luxus, man hatte aber kräftig an der Reduktion von Lärm und Vibrationen gearbeitet. Zum ersten Mal jedoch legte Jeep eben soviel Wert auf gute Straßeneigenschaften wie auf die markentypische ausgezeichnete Geländetauglichkeit.

Diese neue Konzentration auf die Fahreigenschaften auf asphaltierten Straßen veranlasste Jeep, die Starrachse vorne mit Längslenkern (wie im ZJ und WJ) durch eine Konstruktion mit doppelten Querlenkern wie im 2002 vorgestellten Jeep Liberty zu ersetzen. Chrysler reagierte damit auf die verstärkte Nachfrage nach besser auf Asphaltstraßen fahrbaren SUVs mit geringerer Geländetauglichkeit. Obwohl die neue Konstruktion auf Waschbrettpisten als weicher wahrgenommen wird, wurde die Vorderradaufhängung von der Klientel, die den Jeep im Gelände nutzt, wegen der geringeren möglichen Achsverschränkung insbesondere bei langsamen Fahrmanövern auf unebenem Terrain kritisiert.

 
Jeep Grand Cherokee (2008)

Zur Markteinführung standen in Deutschland drei Motoren und zwei Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Der Mercedes-Benz-Diesel war genau wie der kleine V8-Motor sowohl im Laredo als auch im Limited zu haben, der 5,7-Liter-Hemi nur in der gehobenen Limited-Variante. Als Sonderausstattung standen unter anderem ein DVD-Navigationssystem mit integriertem CD-Wechsler zur Wahl, außerdem war im Limited ein sogenanntes Exclusive-Paket lieferbar, das Leder- und Chromapplikationen im Innenraum beinhaltet.

Das Topmodell SRT8 mit dem großen 6,1-Liter-V8 stand ab 2006 in den Preislisten. Eine Vollausstattung inklusive Navigationssystem und Leder-Sportsitzen ist bei ihm serienmäßig.

 
Jeep Grand Cherokee SRT8 (2008)

Der Jeep Grand Cherokee Modelljahr 2007 wurde in Europa auf dem Euro Camp Jeep im Département Ardèche, Frankreich, vorgestellt. In diesem Jahr kam die Luxusausstattung Overland für den Diesel und den Hemi dazu. Das Limited-Exclusive-Paket und ein Navigationssystem waren hier serienmäßig an Bord, ebenso wie die Metallic-Lackierung und ein Schiebedach.

Auch 2008 erhielt der Jeep Grand Cherokee eine kleine Modellpflege. Neu waren unter anderem die im Overland serienmäßigen Xenon-Scheinwerfer und eine überarbeitete Innenausstattung mit einem neuen Touchscreen-Navigationssystem. In Europa wurden außerdem im Modelljahr 2008 nur noch der SRT8 und der Mercedes-Benz-Diesel angeboten.

Mit dem Modelljahr 2009 rückte auch der überarbeitete 5,7-Liter-Hemi wieder in das Europa-Programm. Er leistete nun 259 kW (352 PS) und war nur in der hochwertigen Overland-Ausstattung verfügbar. Ansonsten blieb das Modellprogramm mit dem SRT8 und dem Diesel bis auf die größeren Außenspiegel und dem überarbeiteten Navigationssystem unverändert.

 
OVERLAND-Schriftzug an der Vordertür

Ausstattungslinien und SondermodelleBearbeiten

Ähnlich dem Vorgänger bildet der seit 2005 angebotene Laredo die Basisvariante mit Stoffsitzen. Darauf folgen der mit Leder und Sitzheizung bestückte Limited und der seit 2007 angebotene vollausgestattete Overland. Der ebenfalls seit 2006 angebotenen SRT8 hat eine andere, bessere Lederausstattung und ein serienmäßiges Navigationssystem.

Zum Modelljahr 2007 bot Jeep das Sondermodell S-Limited mit geänderter Frontschürze, 18-Zoll-Leichtmetallrädern, lederbezogenem Lenkrad und Aluminiumblenden im Innenraum an. Auch ein Navigationssystem ist serienmäßig und der Frontgrill komplett schwarz lackiert.

MotorenBearbeiten

Nicht alle hier aufgeführten Motoren werden in allen Ländern angeboten, der 3,7-Liter mit 157 kW und der 4,7-Liter mit 175/227 kW wurde nur in den USA vertrieben. In Deutschland waren zur Einführung nur der Diesel, der 4,7-Liter und der Hemi-V8 verfügbar. Später kam der SRT8 dazu, den es zwischenzeitlich als einzigen Benzinmotor im Grand Cherokee in Deutschland gab. Die beiden kleineren Achtzylinder wurden hier zum Modelljahr 2008 mangels Nachfrage aus dem Programm gestrichen. Mit dem Modelljahr 2009 wurde der leistungsgesteigerte 5,7-Hemi jedoch auch wieder in Deutschland eingeführt.

Modell Hubraum Motor Leistung Drehmoment Ausstattungsvarianten Bauzeit
Ottomotoren
3.7 3701 cm³ Chrysler-V6 PowerTech 148 kW (201 PS) 307 (315) Nm bei 3700 (3900)/min Laredo 2008–2010
3.7 3701 cm³ Chrysler-V6 PowerTech 157 kW (214 PS) 319 Nm bei 4000/min Laredo 2005–2010
4.7 4701 cm³ Chrysler-V8 PowerTech 170 kW (231 PS) 410 Nm bei 3600/min Laredo, Limited 2005–2010
4.7 4701 cm³ Chrysler-V8 PowerTech 175 kW (238 PS) 414 Nm bei 3600/min Laredo, Limited 2005–2007
4.7 4701 cm³ Chrysler-V8 PowerTech 227 kW (309 PS) 453 Nm bei 3950/min Laredo, Limited 2008–2010
5.7 5645 cm³ Chrysler-V8 HEMI 240 kW (326 PS) 500 Nm bei 4000/min Limited, Overland 2005–2008
5.7 5645 cm³ Chrysler-V8 HEMI 259 kW (352 PS) 520 Nm bei 4200/min Overland 2009–2010
6.1 SRT8 6063 cm³ Chrysler-V8 HEMI 313 kW (426 PS) 569 Nm bei 4600/min SRT-8 2006–2010
Dieselmotor
3.0 CRD 2987 cm³ Mercedes-Benz-V6 OM 642 160 kW (218 PS) 510 Nm bei 1600–2800/min Laredo, Limited, Overland 2005–2010

BemerkungenBearbeiten

Die 4,7-Liter-Hochleistungsmaschine, die zuerst im Grand Cherokee Overland WJ erschien, entfiel für die aktuelle Jeep-Modellpalette. Sie wird nun ausschließlich im Dodge Dakota verwendet. Der Standard-4,7-Liter ist in Amerika als FlexFuel-Triebwerk im Angebot und kann mit Ethanol betankt werden. Außerdem können die offiziellen Leistungsangaben auf den verschiedenen Märkten geringfügig differieren.

SRT-8Bearbeiten

 
Jeep Grand Cherokee SRT8

Eine SRT-8-Version des Grand Cherokee wurde auf der New York International Auto Show 2005 vorgestellt. Der SRT-8 wird von einer 313-kW-Version (420 bhp/426 PS) des 6,1-Liter-Chrysler-V8-Hemi angetrieben und hat stärkere Brembo-Bremsen, große Auspuffrohre mit verchromten Enden (die in der Mitte des Hecks münden), verstärkte Gasdruckstoßdämpfer, geänderte Radaufhängungen, ein spezielles Vorgelegegetriebe, ein elektronisches Allradantriebssystem und Ausstattungsverbesserungen innen und außen.

DieselBearbeiten

Seit der Einführung bietet Jeep einen V6-Common-Rail-Diesel von Mercedes-Benz an. Er basiert auf dem in vielen Mercedes-Modellen eingesetzten OM 642 und leistet als 3.0 CRD 160 kW (218 PS) und 510 Nm. Der Dieselpartikelfilter ist serienmäßig. Die Kraft überträgt eine Mercedes-Fünfstufenautomatik.

AllradantriebBearbeiten

Im aktuellen Grand Cherokee werden drei verschiedene Allradsysteme angeboten. Standard in den Laredo-Modellen (und seit 2008 auch im Limited) ist das Quadra-Trac II-Allradsystem, ein vollautomatisch geregelter Vierradantrieb mit Geländeuntersetzung. Anfangs in allen Modellen (außer dem Benziner im Laredo) angeboten, ist der Quadra-Drive-II-Antrieb seit 2008 dem Overland vorbehalten. Zusätzlich zum Quadra-Trac besitzt er drei hydraulische Differenzialsperren mit elektronischer Steuerung. Nur im SRT-8 wird der Quadra-Trac Active on Demand-Allradantrieb angeboten. Es handelt sich um einen bedarfsgesteuerten Allradantrieb ohne Geländeuntersetzung.

WK2 (seit 2010)Bearbeiten

WK2

Jeep Grand Cherokee WK2 (2010–2013)

Produktionszeitraum: seit 2010
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
3,6–6,4 Liter
(210–522 kW)
Dieselmotoren:
3,0 Liter
(140–177 kW)
Länge: 4822–4846 mm
Breite: 1943 mm
Höhe: 1749–1781 mm
Radstand: 2915 mm
Leergewicht: 2266–2531 kg
Sonstige Messwerte
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[3]  

Seit dem Frühsommer 2010 wurde das neue Modell des Grand Cherokee in den USA vertrieben. Highlights des Jeep Grand Cherokee 2011 sind ein neuer 3,6-l-Pentastar-V6-Motor mit etwa 11 % weniger Benzinverbrauch gegenüber dem Vorgängermodell bei mehr Leistung und höherem Drehmoment, ein überarbeiteter Innenraum mit hochwertigen Materialien, das Selec-Terrain-System, das es dem Fahrer ermöglicht, die Fahrleistungen des Jeep an die jeweilige Umgebung anzupassen, eine neue Quadra-Lift-Luftfederung, mit der sich das Fahrzeug auf bis zu 292 mm Bodenfreiheit anheben lässt. Darüber hinaus ist der WK2 aerodynamischer als jeder seiner Vorgänger, um den Verbrauch zu optimieren.

Neu hinzu kamen ebenfalls die Ausstattungsversionen „Overland Summit“ bzw. ab der Modellpflege 2013 nur „Summit“, die besonders luxuriös, aber durch ab 2013 andere und tiefer hängende Stoßstangen weniger geländegängig sind.

Seit Dezember 2010 wird der Grand Cherokee mit dem 3,6-l-Pentastar-V6-Motor mit 210 kW (286 PS) sowie dem 5,7-l-V8-Hemi-Motor mit 259 kW (352 PS) in Deutschland verkauft. Im Frühjahr 2011 folgte ein 3,0-l-V6-Diesel (CRD) von VM Motori mit 140 kW (190 PS) bzw. 177 kW (241 PS), der in den USA nicht angeboten wurde. Im Herbst 2011 folgte schließlich als stärkste Version der Grand Cherokee SRT8 mit einem 6,4-Liter-Hemi-V8-Motor mit einer Leistung von 344 kW (468 PS).

AusstattungBearbeiten

Der Jeep Grand Cherokee verfügt über ein komfortables Interieur, zum Beispiel mit beheizbaren, vorne belüfteten Sitzen, einem Dachhimmel in Wildlederoptik und schwarzen oder braunen offenporigen Holzverkleidungen bei der Version „Summit“. Serienmäßig dabei sind beispielsweise die Natura-Plus-Ledersitze mit ihren aufwendigen Nähten und ein Multifunktionslenkrad mit Leder- und Holzfinish (bei bestimmten Versionen) sowie eine lederbezogene Instrumententafel. Optional verfügbar ist ein CommandView®-Panorama-Glasdach, in höheren Versionen auch serienmäßig.

Das individuell konfigurierbare 7”-Info-Display im Kombiinstrument mit TFT-Technologie kann ganz nach den Wünschen und Informationsbedürfnissen des Fahrers eingestellt werden. Das Fahrzeuginformationssystem kann beispielsweise die Fahrzeuggeschwindigkeit, Navigationshinweise und Detailinformationen über Fahrzeugsysteme wie Selec-Terrain® oder Quadra-Lift® anzeigen.

Mit an Bord ist ein 8,4”-Infotainmentsystem mit 3D-Navigation. Die neueste Generation des uconnect-Systems bietet einen großen 8,4”-Touchscreen sowie Drehregler für einen schnellen Zugriff auf alle Funktionen, einschließlich Klimaautomatik und Radio. Die sprachgesteuerte Telefon-Freisprechanlage mit SMS-Vorlesefunktion ermöglicht über Bluetooth® zudem die kabellose Integration von externen Geräten, beispielsweise für Audio-Streaming. Weitere Funktionen des Systems sind ein USB-Anschluss, ein SD-Karten-Leser, DAB-Plus-Radio mit Doppeltuner sowie Premium-Navigation mit dreidimensionaler Darstellung von Sehenswürdigkeiten, Gebäuden und Geländeoberflächen. Ebenso über den Touchscreen steuerbar sind die Fahrzeug- und Klimatisierungseinstellungen sowie Komfortelektronik wie Sitzheizung und -belüftung oder die Lenkradheizung.

Ein Harman-Kardon-Audiosystem ist serienmäßig in den Versionen „Summit“ und „SRT“ erhältlich. Das leistungsstarke 7.3-Surround-Sound-System verfügt über 19 GreenEdge-Lautsprecher mit Subwoofer und einen 825-Watt-Verstärker. Das Alpine-Surroundsystem gehört bei den Versionen „Limited“ und „Overland“ zur Serienausstattung. Dieses Soundsystem mit seinem 12-Kanal-Hochleistungsverstärker mit 506 Watt verfügt über einen Subwoofer und neun Lautsprecher.

Optionales Feature ist das Blu-Ray-/DVD-Entertainmentsystem mit zwei hochauflösenden 9”-VGA-Displays, welche in die Rückenlehnen integriert sind, um die Passagiere im Fond zu unterhalten. Das System spielt DVDs und Blu-rays ab. Beide Bildschirme verfügen über unabhängige HDMI- und Audio-/Video-Eingänge für den Anschluss externer Geräte (z. B. Blu-ray-Player, Spielekonsole). Außerdem dabei sind zwei drahtlose Kopfhörer.

Geländegängigkeit / FahrwerkBearbeiten

Für optimale Traktion, bei verschiedenen Wetter- und Straßenbedingungen, sollen die Allradsysteme Quadra-Trac® II und Quadra-Drive® II sorgen. Mit Selec-Terrain®-System und Quadra-Lift®-Luftfederung sollen die Fahrwerkseigenschaften zudem noch besser an unterschiedlichste Fahranforderungen angepasst werden. Mit dem Selec-Terrain®-System kann der Grand Cherokee optimal auf unterschiedlichste Fahrbedingungen eingestellt werden. Wählbar mit dem Bedienschalter in der Mittelkonsole ist der Geländeuntergrund, zum Beispiel Matsch, Sand oder steiniges Gelände, und Selec-Terrain koordiniert automatisch bis zu zwölf verschiedene Systeme – von der Stabilitäts- und Traktionskontrolle bis hin zu Drehmomentverteilung, Schaltpunkten und Gasannahme.

Der Grand Cherokee verfügt über eine Geländeuntersetzung, ein sperrendes Mitteldifferential sowie ein sperrendes Hinterachsdifferential. Die Wattiefe beträgt 500 mm.

Die Quadra-Lift®-Luftfederung ermöglicht es, den Jeep per Knopfdruck auf eine Bodenfreiheit von 270 mm anzuheben – zum Beispiel für Fahrten über Felsen oder durch Schneeverwehungen. Für leichteres Ein- und Aussteigen und bequemeres Beladen lässt sich der Grand Cherokee aber auch um bis zu 40 mm absenken. Bei höheren Geschwindigkeiten senkt der Aero-Modus die Karosserie ab und sorgt so für einen geringeren Luftwiderstand und geringen Kraftstoffverbrauch.

Modellpflege 2013Bearbeiten

Zum Modelljahr 2014 wurde der Grand Cherokee leicht überarbeitet und erhielt unter anderem neu gestaltete Scheinwerfer und Rückleuchten sowie geänderte Stoßfänger. Darüber hinaus ist der Grand Cherokee ab dem Modelljahr 2014 auch in den USA mit dem 3,0-l-V6-Dieselmotor und einer Leistung von 184 kW erhältlich. Der Motor wird, wie die Ottomotoren auch, mit einem Achtstufenautomatikgetriebe von ZF kombiniert. Dabei erhielt der 3.6-V6-Pentastar-Ottomotor ein schwächeres Getriebe und somit auch weniger Anhängelast, ähnlich wie die Ausstattungslinie Summit, dort minderte man die Anhängelast aus zulassungstechnischen Gründen. Der Summit und der SRT werden als PKW zugelassen, während die anderen Versionen als Geländewagen zugelassen werden. In Deutschland begann der Verkauf des geänderten Modells am 6. Juli 2013.

Modellpflege 2017Bearbeiten

Zum 75. Jubiläum (2016) der Marke wurde mit dem Sondermodell „75th Anniversary“ und final mit dem Modelljahr 2017 der Grand Cherokee äußerlich und technisch neu überarbeitet und erhielt unter anderem neue, geänderte Stoßfänger, Räder und Ausstattungen. Er wirkt durch die steilere Stoßstange und Kühlergrill etwas „bulliger“ und durch das neu gestaltete Design hochwertiger. Die Serienausstattungen bei „Overland“ und „Summit“ wurden weiter aufgewertet, indem beispielsweise neue Assistenzsysteme, darunter ein Einpark- und Spurhalteassistent, hinzugekommen sind. Ebenfalls neu angeboten werden bei der Ausstattungslinie „Summit“ und die optionale Innenausstattung „Laguna“. Sitze und Türverkleidungen sind dabei teilweise mit einem Leder mit Rautenmuster überzogen. Die unteren Verkleidungen der Tür und die der Mittelkonsole sehen ebenfalls nach Leder aus. Alternativ können nun auch SRT-Sportsitze bestellt werden.

Das Sportmodell bekam für den Heimatmarkt eine leichte Leistungssteigerung auf 354 kW und wird nun einfach als Grand Cheeroke SRT bezeichnet.

Zusätzlich wurde mit der neuen Ausstattungslinie „Trailhawk“ die bisher geländegängigste Variante im Modellprogramm vorgestellt. Der Trailhawk ist preislich und vom Ausstattungsumfang zwischen den bekannten Ausstattungslinien „Limited“ und „Overland“ positioniert. Er ist serienmäßig zusätzlich unter anderem mit einem verstärkten Unterbodenschutz, Luftfederung, elektronischem Sperrdifferenzial, Geländereduzierung (Quadra Drive ® II Allradantriebssystem), spezieller Offroad-Bereifung (All-Terrain) von Goodyear, klimatisierten Sportsitzen aus dem SRT und einen Blendschutz auf der Motorhaube ausgestattet. Er ist die ab Werk leistungsfähigste Variante des Jeep Grand Cherokees für Fahrten abseits der Straße.

Der Trailhawk ist nur in Verbindung mit dem 3,0-l-V6-Dieselmotor oder dem 3,6-l-V6-Ottomotor erhältlich. Der 5,7-l-Hemi V8 ist in Europa nicht für den Trailhawk lieferbar.

Grand Cherokee TrackhawkBearbeiten

Im Rahmen der NYIAS im April 2017 präsentierte Jeep den Grand Cherokee Trackhawk. Dieser erhält den 527 kW (717 PS) starken 6,2-Liter-V8-Ottomotor aus dem Dodge Challenger SRT Hellcat und ist damit das aktuell (Stand: April 2017) stärkste in Serie gebaute SUV mit Verbrennungsmotor der Welt. Der Motor selbst stammt aus dem 6.4 V8 SRT, hat hier jedoch weniger Hubraum.[4] Auf 100 km/h beschleunigt das Fahrzeug in 3,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit gibt Jeep mit 289 km/h an. Im vierten Quartal 2017 sollen die ersten Exemplare des Grand Cherokee Trackhawk ausgeliefert werden. Im Gegensatz zum Challenger SRT Hellcat und zum Charger SRT Hellcat sollte das Fahrzeug ab Frühjahr 2018 auch offiziell in Deutschland verkauft werden.[5]

MotorenBearbeiten

3.6 V6 5.7 V8 6.4 V8 SRT 6.2 V8 Trackhawk 3.0 V6 CRD 3.0 V6 MultiJet 3.0 V6 CRD 3.0 V6 MultiJet
Bauzeitraum 2010–2013 2013–2017 2017–2018 2010–2013 2013–2017 2017–2018 2010–2013 2013–2017 seit 2017 2010–2013 2013–2017 2017–2019 2010–2013 2013–2017 seit 2017
Motortyp Chrysler Pentastar V6-Otto Chrysler Hemi V8-Otto VM Motori V6-Diesel
Hubraum (cm³) 3604 5654 6417 6166 2987
Max. Leistung
bei 1/min
210 kW (286 PS)
bei 6350
213 kW (290 PS)
bei 6250
259 kW (352 PS)
bei 5200
344 kW (468 PS)
bei 6250
522 kW (710 PS)
bei 6000
140 kW (190 PS)
bei 4000
177 kW (241 PS)
bei 4000
184 kW (250 PS)
bei 4000
184 kW (250 PS)
bei 3600
Max. Drehmoment
bei 1/min
347 Nm
bei 4300
347 Nm
bei 4000
520 Nm
bei 4200
624 Nm
bei 4100
868 Nm
bei 4000
440 Nm
bei 1600–2800
550 Nm
bei 1800–2800
570 Nm
bei 2000
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h 210–225 km/h 225 km/h 257 km/h 289 km/h 190 km/h 202 km/h
Beschleunigung (0–100 km/h) 9,1 s 8,3 s 8,7 s 7,3 s 5,0 s 3,7 s 10,2 s 8,2 s
Getriebe (Serienmäßig) 5-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik 5-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik 5-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik 5-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik 5-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik
Verbrauch (kombiniert)
in l/100 km
11,0 N 10,4 N 10,0 N 14,1 S 13,0 S 14,1 S 14,0 S 16,8 S 8,3 D 7,5 D 7,0 D 8,3 D 7,5 D 7,0 D
CO2-Emission (kombiniert) in g/km 256–265 g/km 244 g/km 233 g/km 327 g/km 304 g/km 328 g/km 327 g/km 315 g/km 385 g/km 218 g/km 198 g/km 184 g/km 218 g/km 198 g/km 184 g/km
Tankinhalt 93 l

Die angegebenen Werte gelten für die Europäischen Märkte. Für den Heimatmarkt können die Daten leicht abweichen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Jeep Grand Cherokee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 1998 4x4 of the Year: The Score Card. In: fourwheeler.com. 1. Februar 1998, abgerufen am 9. Februar 2019 (mit Fotogalerie).
  2. Magna: Performance Report 2019, S. 10 (Historie)
  3. Ergebnisse Euro NCAP
  4. Danno, oh2o, JRS200x, and AutoTechnician: Supercharged 6.2 Hemi: “HellCat V8”. Abgerufen am 23. März 2018 (englisch).
  5. Dieser Hellcat kommt nach Deutschland
  • Car and Driver. Ausgabe August 1998, Seiten 69–70: Jeep Grand Cherokee Preview. Autor Phil Berg.
  • Preisliste/Verkaufshandbuch Jeep Grand Cherokee MJ'09