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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Intragnaf zu vermeiden.
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Intragna
Wappen von Intragna
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Melezza
Gemeinde: Centovalli TIi2
Postleitzahl: 6655
Koordinaten: 697401 / 114787Koordinaten: 46° 10′ 39″ N, 8° 42′ 0″ O; CH1903: 697401 / 114787
Höhe: 366 m ü. M.
Fläche: 24,05 km²
Einwohner: 897 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 37 Einw. pro km²
Website: www.intragna.ch
Ansicht von Norden

Ansicht von Norden

Karte
Intragna TI (Schweiz)
Intragna TI
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 24. Oktober 2009

Intragna ist ein Ort in der Gemeinde Centovalli und ist eine ehemalige politische Gemeinde im Kreis Melezza, im Bezirk Locarno des Kantons Tessin in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

GemeindefusionBearbeiten

Am 25. Oktober 2009 fusionierten die Gemeinden Intragna, Borgnone und Palagnedra zur neuen Gemeinde Centovalli.

GeographieBearbeiten

Intragna liegt auf 369 m üM., Hauptort des Kreises Melezza, am Eingang in die Thäler von Onsernone und Centovalli und an der Vereinigung der beiden starken Wildbäche Isorno und Melezza, mitten in reichen Weingärten und alten Kastanienbäumen. Zur ehemaligen Gemeinde gehörten die Weiler Calezzo, Corcapolo mit Salmina, Costa, Cremaso, Golino, Pila, Rasa, Vosa sowie Verdasio mit Bolle und Sassalto.

GeschichteBearbeiten

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1272 unter dem damaligen Namen Intranea. Im Mittelalter gehörten die Bischöfe von Como und die Capitanei von Locarno zu den Grundherren. Zusammen mit Golino und Verdasio bildete das Dorf eine Vicinia (Nachbarschaft), deren erste Statuten von 1365 stammen (revidiert 1469). Sie besass das Recht, einen Vertreter an den Rat der Pieve von Locarno zu delegieren. Der Ortsvorsteher (console) wurde abwechselnd während fünf Jahren von Intragna, dann während je einem von Golino und Verdasio gestellt. Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert war Iintragna Teil der Landvogtei Locarno[1].

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1653 1801 1850 1900 1950 1970 2000[2] 2005 2007 2008
Einwohner 604 936 1428 1240 957 881 915 894 882 897

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[3]

  • Pfarrkirche San Gottardo[4][5] mit Campanile – er ist mit 65,11 m der höchste im Tessin.[6]
  • Wohnhaus Maggetti, Museum Centovalli und Pedemonte[4][7]
  • Pfarrkirche San Giorgio im Ortsteil Golino, erwähnt 1297, mit Gemälde San Giorgio a Cavallo (17. Jahrhundert)[4]
  • Pfarrkirche Santi Giacomo Maggiore e Cristoforo (1578) im Ortsteil Verdasio[4]
  • Pfarrkirche Sant’Anna (1746) im Ortsteil Rasa mit Gemälde Sant’Anna e Maria bambina von Pietro Ligari[4]
  • Steinbrücke auf der Strasse Intragna-Remagliasco (1588)[4]
 
Glockenturm der Kirche San Gottardo

TourismusBearbeiten

Intragna liegt an der Centovallibahn. Unterhalb des Ortes überquert sie mit einem 82 m hohen Viadukt den Fluss Isorno. Die Bahn ermöglicht die direkte Verbindung nach Locarno und Domodossola, das an der Simplonlinie liegt. Intragna ist Ausgangspunkt einer Seilbahn nach Costa mit einer Zwischenstation für den Ort Pila. In Intragna steht der mit 65,114 m höchste Campanile des Kantons.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Petronus Bianchi (* um 1310 in Intragna; † nach dem 1365 ebenda), Mitglied des Rats der Pieve Locarno 1365.[8]
  • Familie Bustelli[9]
    • Paolo Maria Bustelli (* um 1710 in Intragna; † nach dem 1750 ebenda), Kapuziner, schrieb 1750 die Geschichte von Intragna.[10]
    • Franz Anton Bustelli (1723–1763), Plastiker und Bildhauer
    • Paolo Bustelli (* um 1790 in Intragna; † nach dem 1844 ebenda), Tessiner Grossrat 1839–1844,[11]
  • Giuseppe Pedrazzi (* um 1830 in Cerentino ?; † nach 1859 in Intragna ?), Dekorationsmaler[12]
  • Mansueto Maggetti (* 1813 in Intragna; † ebenda 1844), Organist, 1826–1828 und dann 1837–1844 Organist der Pfarrkirche San Gottardo von Intragna; er studierte 1828 und 1837 in Mailand[13]
  • Gottardo Fedele Ponziano Piazzoni (* 12. April 1872 in Intragna; † 1. August 1945 in Carmel Valley (San Diego)), Maler und Bildhauer,[14]
  • Antoinette de Saint Léger (* 1856 im Russischen Kaiserreich; † 1948 in Intragna) von 1885 bis 1927 die Besitzerin der Isole di Brissago[15]
  • Boris Hellmann (* 1905 in Heiden AR; † 1975 in Zürich), Schauspieler und Bühnenbildner[16].
  • Ettore Jelmorini (* 17. Mai 1909 in Intragna; † 6. April 1968 ebenda), Steinhauer und Mineur[17]
  • Werner Zingg (* 15. Oktober 1916 in Basel; † 2. September 2010 in Intragna), Maler und Bildhauer[18][19]
  • Friedrich Reinhard Brüderlin (* 1919 in Basel; † 2009 in Intragna), Bildhauer und Maler[20]
  • Ermano Maggini (1931–1991), Musikpädagoge und Komponist
  • Fede Cavalli Melià (* 19. April 1936 in Cevio), Kunstmalerin, Linoleumgrafin[21]
  • Roberto Maggini (* 28. August 1944 in Intragna), Sänger und Folkgesangforscher, er begleitete Dimitri in tournèe; 1975 besuchte er dei Scuola Teatro Dimitri; 1980 Mitglied der Compagnie Théâtre Pashahu[22]
 
Intragna mit dem Viadukt der Centovallibahn

LiteraturBearbeiten

  • Eugenio Bernasconi: L’asilo ricovero San Donato Intragna. In: Pro Senectute: schweizerische Zeitschrift für Altersfürsorge, Alterspflege und Altersversicherung, Zürich 1930.
  • Rodolfo Huber: Intragna. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 21. Dezember 2016.
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, (Golino) S. 116, 117.
  • Elfi Rüsch: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Distretto di Locarno IV: La Verzasca, il Pedemonte, le Centovalli e l’Onsernone. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 123). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, (Golino: S. 185–199), (Intragna: S. 200–223), (Verdasio: S. 234–243).
  • Celestino Trezzini: Intragna. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 4, Hoescheller – Jestetten., Attinger, Neuenburg 1927, S. 358 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rodolfo Huber: Intragna. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 21. Dezember 2016.
  2. Rodolfo Huber: Intragna. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 21. Dezember 2016.
  3. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  4. a b c d e f Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 215–218.
  5. Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 185–243.
  6. Ticinoweekend
  7. Museo Regionale delle Centovalli e del Pedemonte
  8. Petronus Bianchi auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 25. Juni 2017).
  9. Bustelli@1@2Vorlage:Toter Link/biblio.unibe.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 10. Juli 2017).
  10. Paolo Maria Bustelli@1@2Vorlage:Toter Link/biblio.unibe.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 10. Juli 2017).
  11. Paolo Bustelli@1@2Vorlage:Toter Link/biblio.unibe.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 10. Juli 2017).
  12. Giuseppe Pedrazzi. In: Sikart, abgerufen 14. Januar 2016.
  13. Mansueto Maggetti (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario/ (abgerufen am: 18. Dezember 2017.)
  14. Red.: Gottardo Fedele Ponziano Piazzoni. In: Sikart (Stand: 2015), abgerufen 15. Januar 2016.
  15. Antoinette de Saint Léger auf ticinarte.ch
  16. Boris Hellmann auf ticinarte.ch
  17. Ettore Jelmorini. In: Sikart, abgerufen 27. Januar 2016.
  18. Werner Zingg. In: Sikart (abgerufen am 4. Oktober 2016)
  19. Werner Zingg auf ticinarte.ch
  20. Friedrich Reinhard Brüderlin auf ticinarte.ch
  21. Fede Cavalli Melià. In: Sikart
  22. Roberto Maggini (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario/ (abgerufen am: 18. Dezember 2017.)