Ignazio Fabra

italienischer Ringer

Ignazio Fabra (* 25. April 1930 in Palermo; † 13. April 2008 in Genua) war ein italienischer Ringer. Er war zweimaliger Silbermedaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeister 1955 im Fliegengewicht, griechisch-römischer Stil.

Ignazio Fabra
Medaillenspiegel
Ignazio Fabra
Ignazio Fabra

Ringer

Italien
Olympische Spiele
Silber 1952 Helsinki Fliegen
Silber 1956 Melbourne Fliegen
Weltmeisterschaft
Gold 1955 Karlsruhe Fliegen
Silber 1962 Toledo Fliegen
Silber 1963 Helsingborg Fliegen

WerdegangBearbeiten

Ignazio Fabra begann als Jugendlicher mit dem Ringen. Da Ignazio Fabra taubstumm war, ist es umso bewundernswerter, mit welcher Zähigkeit und Energie sich das Temperamentbündel in die italienische Spitzenklasse und später auch in die Weltklasse der Ringer im griechisch-römischen Stil kämpfte. Fabra kämpfte während seiner ganzen Laufbahn in der leichtesten Gewichtsklasse, dem Fliegengewicht (bis 52 kg Körpergewicht). 1950 wurde er erstmals italienischer Meister im Fliegengewicht. Seinen ersten Start bei internationalen Meisterschaften absolvierte er bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki im Fliegengewicht im griechisch-römischen Stil. Er erzielte dort sieben Siege und unterlag erst im Finale dem sowjetischen Ringer Boris Gurewitsch. Die Silbermedaille war der Lohn für seine guten Leistungen.

Bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Neapel erzielte Fabra zunächst einen Sieg über den Olympiasieger von 1948 Lennart Viitala aus Finnland, unterlag aber dann dem starken Türken Ahmet Bilek und erneut gegen Boris Gurewitsch und musste schon nach der dritten Runde ausscheiden.

Bei der Weltmeisterschaft 1955 in Karlsruhe gelang Fabra dann der ganz große Triumph. Mit sechs sicheren Siegen wurde er in überlegenem Stil Weltmeister. Unter den von ihm besiegten Ringern waren u. a. der deutsche Meister Heinrich Weber, Hüseyin Akbaş aus der Türkei und Nail Garajew aus der Sowjetunion.

Natürlich wollte Fabra bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne die Goldmedaille gewinnen. Es schien auch so als ob dieses Vorhaben gelingen sollte, denn er gewann seine ersten vier Kämpfe, traf dann aber auf einen neuen sowjetischen Ringer, Nikolai Solowjow, der ihn nach Punkten besiegte. Für Fabra blieb so wieder nur die Silbermedaille.

Nachdem Fabra an der Weltmeisterschaft 1958 in Budapest wegen Verletzung nicht teilnehmen konnte, nahm er bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom seinen dritten Anlauf zum Olympiasieg. Es gelang ihm aber wieder nicht das Turnier zu gewinnen. Diesmal scheiterte er an Dumitru Pârvulescu aus Rumänien, den er vorher schon mehrmals besiegt hatte. Letztlich blieb ihm der 5. Platz.

1962 in Toledo/USA und 1963 in Helsingborg wurde Fabra, der unermüdlich war, noch zweimal Vizeweltmeister im Fliegengewicht. 1964 rang Ignazio Fabra in drei Länderkämpfen gegen die Sowjetunion gegen den Olympiasieger von 1960 Oleg Karawajew zweimal unentschieden und besiegte diesen einmal nach Punkten. 1964 unternahm er in Tokio seinen vierten und letzten Anlauf auf die olympische Goldmedaille und dieses Mal war es Rolf Lacour aus Köllerbach, der ihm durch einen Sieg über ihn dieses Vorhaben vermasselte, nachdem Fabra schon den sowjetischen Favoriten Armais Sajadow geschlagen hatte. Fabra musste mit dem undankbaren 4. Platz zufrieden sein.

Nach der Weltmeisterschaft 1965 in Tampere, bei der er den 7. Platz belegt hatte, beendete Fabra seine große und erfolgreiche Laufbahn als Ringer.

Internationale ErfolgeBearbeiten

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
1952 Silber OS in Helsinki Fliegen mit Siegen über Edmond Faure, Frankreich, Mahmoud Fawzi, Ägypten, Bengt Johansson, Schweden, Dumitru Pârvulescu, Rumänien und Leo Honkala, Finnland und einer Niederlage gegen Boris Gurewitsch, Sowjetunion
1953 7. WM in Neapel Fliegen mit einem Sieg über Lennart Viitala, Finnland und Niederlagen gegen Ahmet Bilek, Türkei und Boris Gurewitsch
1955 1. WM in Karlsruhe Fliegen mit Siegen über Heinrich Weber (Ringer, 1923), Bundesrepublik Deutschland, Hans Eriksen, Norwegen, Lubomir Brussew, Bulgarien, Hüseyin Akbaş, Türkei, Reijo Nykänen, Finnland und Nail Garajew, UdSSR
1956 6. Welt-Cup in Istanbul Bantam nach Siegen über Michel Nakovzi, Libanon und Imre Hódos, Ungarn und einer Niederlage gegen Boris Gurewitsch
1956 Silber OS in Melbourne Fliegen mit Siegen über John Richard Wilson, USA, Dursun Ali Egribas, Türkei, Istvan Baranya, Ungarn und Dumitru Pârvulescu und einer Niederlage gegen Nikolai Solowjow, UdSSR
1958 1. Intern. Turnier in Udine Fliegen vor Borivoje Vukov, Jugoslawien und Erwin Trouvain, Bundesrepublik Deutschland
1959 1. Intern. Turnier in Savona Fliegen vor Erwin Trouvan, Karakalais, Türkei und Tatas, Frankreich
1960 5. OS in Rom Fliegen mit Siegen über Maurice Mewis, Belgien, Fritz Stange, Bundesrepublik Deutschland, Takashi Hirata, Japan, einem Unentschieden gegen Bengt Frännfors, Schweden und einer Niederlage gegen Dumitru Pârvulescu
1962 2. WM in Toledo/USA Fliegen mit Siegen über Ahmet Nahle, Libanon, Kōji Sakurama, Japan, John Richard Wilson und Burhan Bozkurt, Türkei und einer Niederlage gegen Sergei Rybalko, UdSSR
1963 2. WM in Helsingborg Fliegen mit Siegen über Rudolf Krenger, Schweiz und Ahmet Bilek, einem Unentschieden gegen Sergei Rybalko und Niederlagen gegen Angel Keresow, Bulgarien und Borivoje Vukov
1964 4. OS in Tokio Fliegen mit Siegen über Risto Björlin, Finnland, Fouad Ali, Ägypten und Armais Sajadow, UdSSR und einer Niederlage gegen Rolf Lacour, Bundesrepublik Deutschland
1965 7. WM in Tampere Fliegen mit Siegen über Reino Salimäki, Finnland und A. Abdallah, Frankreich und Niederlagen gegen Rolf Lacour und Gheorghe Stoiciu, Rumänien

Italienische MeisterschaftenBearbeiten

Ignazio Fabra wurde zehnmal italienischer Meister im Fliegengewicht, griechisch-römischer Stil

Erläuterungen
  • alle Wettkämpfe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft
  • Europameisterschaften (EM) wurden von 1950 bis 1965 nicht ausgetragen
  • Weltmeisterschaften wurden von 1950 bis 1959 in turnusmäßigem Wechsel der Stilarten ausgetragen, seit 1961 dann jährlich in beiden Stilarten
  • Fliegengewicht, damals bis 52 kg, Bantamgewicht bis 57 kg Körpergewicht

LiteraturBearbeiten

  • Fachzeitschrift Athletik aus den Jahren 1950 bis 1965,
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976

WeblinksBearbeiten