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Hugh Bronson

deutscher Politiker der Alternative für Deutschland (AfD)
Hugh Bronson, 2017

Hugh Theodore Bronson (* 12. März 1961 in Apen als Uwe Brunßen) ist ein deutscher Politiker der Alternative für Deutschland (AfD). Er wurde bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2016 über die Landesliste ins Abgeordnetenhaus gewählt.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach dem Abitur 1980 auf der Europaschule Gymnasium Westerstede schloss Bronson 1984 eine Lehre zum Baumschulgärtner ab. Von 1986 bis 1991 studierte er Literaturwissenschaft, Philosophie und Anglistik an der Freien Universität Berlin. Er setzte sein Studium 1991 an der University of East Anglia fort und schloss es 1993 als Magister ab. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of East Anglia und promovierte 2001 zum Doktor der Philosophie. Bronson gründete 2002 ein Konferenzunternehmen in London und arbeitete 2007 als Geschäftsführer von Informedia India in Mumbai. Nach seiner Rückkehr 2008 nach England war er bis 2013 freiberuflich als Programme Editor für Economist Conferences tätig. Bronson kehrte 2012 nach Berlin zurück und unterrichtete bis zu seinem Einzug in das Abgeordnetenhaus von Berlin 2016 Deutsch und Englisch an einer privaten Berliner Sprachschule.[1]

Bronson besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft und ist seit dem 10. April 2013 Mitglied der AfD, in deren Programm der Doppelpass nur eine Ausnahmeregelung sein darf.[2] Neben der deutschen Staatsangehörigkeit, die Bronson seit Geburt besitzt, erlangte er 2007 die britische Staatsbürgerschaft. Sein Geburtsname, Uwe Brunßen, wurde dabei als Hugh Bronson ins Englische übertragen. Bronson ist kinderlos[1][3] und heiratete am 14. Dezember 2018 die Juristin Victoria Tuschik.[4]

Im September 2017 wurde er als Gastredner auf dem jährlichen Parteitag der Ukip in Torquay empfangen.[5]

PolitikBearbeiten

Nach seinem Eintritt in die Alternative für Deutschland war Bronson von 2015 bis November 2017 stellvertretender Vorsitzender der AfD Berlin.[6][7] Seit März 2018 ist er, zusammen mit Nicolaus Fest, Sprecher des AfD Bezirksverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf.[8]

Auf dem Bundesparteitag der AfD im Januar 2014 wurde Bronson zur Europawahl 2014 auf Platz zwölf gewählt und verfehlte damit den direkten Einzug ins EU-Parlament.[9] Nach der Wahl in das Abgeordnetenhaus von Berlin im Oktober 2016 agiert Bronson seit November 2016 als Fachpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion für Europa- und Bundesangelegenheiten.[10] Im Dezember 2017 wurde Bronson vom Abgeordnetenhaus Berlin in das Präsidium des Parlaments gewählt.[11]

Im Februar 2018 gehörte Bronson zu der achtköpfigen Delegation von AfD Landtagsabgeordneten, die einer Einladung der NGO „Deutsche nationale-kulturelle Autonomie der Republik Krim“ zu einem einwöchigen Informationsbesuch auf die Krim gefolgt war.[12][13] Die deutschen Politiker haben sich Vorort über die Auswirkungen der von der EU verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland informiert. Sie wurden vom Ministerpräsidenten der Region Krim, Sergei Aksjonow zum Gespräch empfangen. Die Reise zog ein erhebliches in- und ausländisches Presseecho nach sich,[14][15][16][17] hatte Strafandrohungen aus der Ukraine,[18][19][20] sowie eine kritische Stellungnahme der Bundesregierung zur Folge.[21][22]

Im Juni 2018 war Bronson zu einer weiteren Auslandsreise nach Moskau und in die Industrieregion Kaluga gereist. Eine fünfköpfige Delegation der AfD Fraktionen aus dem Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus hielt sich vier Tage in Russland auf. Es fanden Gespräche mit Politikern und ein Empfang beim Gouverneur der Region Kaluga, Anatomy Artamonov, statt. Im Zentrum der Gespräche stand die Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hinsichtlich der deutschen Zuliefererfirmen für die VW-Niederlassung in Kaluga.[23]

Veröffentlichungen und MedienBearbeiten

Von 2008 bis 2012 war Bronson freischaffend als „Programme Editor“ beim Londoner The Economist tätig.[24] Als Gastkommentator veröffentlichte er Artikel im Handelsblatt und in der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit.[25][26]

Nach seinem Eintritt in die AfD war Bronson von 2013 bis 2016 verantwortlich für die Produktion und Moderation von sieben Folgen des AfD-Radios.[27] Er ist regelmäßig Gast bei englischsprachigen Radiosendungen und Fernsehübertragungen.[28]

Mitglied in folgenden AusschüssenBearbeiten

Ausschuss für Europa- und Bundesangelegenheiten, Medien[29]

Ausschuss für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation[30]

Petitionsausschuss[31]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hugh Bronson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Lebenslauf auf der Webseite des Abgeordnetenhauses Berlin, abgerufen am 28. Mai 2017.
  2. Wahlprogramm - Alternative für Deutschland. Abgerufen am 31. Mai 2018 (deutsch).
  3. Dr. Hugh Bronson: Zur Person eigene Webseite, abgerufen am 28. Mai 2017.
  4. Brandenburg: Juli Zeh zur Verfassungsrichterin gewählt. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 20. Dezember 2018]).
  5. FAZ, 29. September 2017, S. 5.
  6. Karin Janker, Oliver Das Gupta: AfD in Berlin. Diese AfD-Politiker sitzen künftig im Berliner Abgeordnetenhaus. Sueddeutsche. 19. September 2016, abgerufen am 27. September 2016.
  7. afd-charlottenburg-wilmersdorf. In: afd-charlottenburg-wilmersdorf.de. Abgerufen am 8. Dezember 2016.
  8. Bezirksvorstand - AfD Charlottenburg-Wilmersdorf. In: AfD Charlottenburg-Wilmersdorf. (afd.berlin [abgerufen am 3. September 2018]).
  9. AfD hat ihre Bundesliste für die Europawahl 2014 gewählt bei afd.berlin, abgerufen am 8. Oktober 2016.
  10. [1]
  11. Abgeordnetenhaus von Berlin – Das Präsidium. Abgerufen am 28. Februar 2018 (deutsch).
  12. AfD-Politiker auf der Krim: Ukraine betrachtet Besuch als "Verbrechen mit Konsequenzen". In: RT Deutsch. (rt.com [abgerufen am 3. September 2018]).
  13. Sputnik: „Freundliche Menschen, keine Soldaten“: AfD-Abgeordneter Hugh Bronson über Krim-Reise. Abgerufen am 3. September 2018.
  14. Krim-Reise von AfD-Abgeordneten sorgt für Empörung - derStandard.de. Abgerufen am 3. September 2018.
  15. Krim-Besuch: Bundesregierung kritisiert Reise von AfD-Politikern. (handelsblatt.com [abgerufen am 3. September 2018]).
  16. Krim-Sanktionen sofort beenden - rd-zeitung.eu. In: rd-zeitung.eu. 14. Februar 2018 (rd-zeitung.eu [abgerufen am 3. September 2018]).
  17. German Lawmakers Aim to Send a Signal of Readiness for Cooperation with Russia | South Africa Today. In: South Africa Today. 4. Februar 2018 (southafricatoday.net [abgerufen am 13. November 2018]).
  18. Gerhard Lehrke: Drei AfD-Männer im Visier: Ukraine will Berliner Politiker einlochen. In: Berliner-Kurier.de. (berliner-kurier.de [abgerufen am 3. September 2018]).
  19. AfD: Bundesregierung kritisiert Krim-Besuch von AfD-Politikern. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 3. September 2018]).
  20. German politicians visiting Crimea to be held responsible – Ambassador. In: QHA. (com.ua [abgerufen am 3. September 2018]).
  21. RP ONLINE: Reise auf die Krim: Kritik an Landtagsabgeordneten der AfD. Abgerufen am 3. September 2018.
  22. Rechtspopulisten: Bundesregierung kritisiert Krim-Reise von AfD-Abgeordneten. In: Spiegel Online. 6. Februar 2018 (spiegel.de [abgerufen am 3. September 2018]).
  23. Парламентарии Германии находятся с визитом в Калуге. Abgerufen am 28. September 2018 (russisch).
  24. Gastbeitrag: Mario Draghi lässt das BVerfG links liegen. (handelsblatt.com [abgerufen am 29. Oktober 2018]).
  25. Gastbeitrag: Mario Draghi lässt das BVerfG links liegen. (handelsblatt.com [abgerufen am 29. Oktober 2018]).
  26. 20.12.13 / Bis zum Platzen / Große Koalition: Union wie SPD werden auf einen Bruch des Bündnisses hinarbeiten. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  27. AfD Radio | Dr. Hugh Bronson MdA. Abgerufen am 29. Oktober 2018 (deutsch).
  28. Videos | Dr. Hugh Bronson MdA. Abgerufen am 30. Oktober 2018 (deutsch).
  29. Abgeordnetenhaus von Berlin – Ausschuss für Europa- und Bundesangelegenheiten, Medien. Abgerufen am 28. September 2018 (deutsch).
  30. Abgeordnetenhaus von Berlin – Ausschuss für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation. Abgerufen am 28. September 2018 (deutsch).
  31. Abgeordnetenhaus von Berlin – Petitionsausschuss. Abgerufen am 28. September 2018 (deutsch).