Heinz Braun (Politiker)

deutscher Jurist und Politiker (SPS), MdL

Heinz Braun (* 10. April 1888 in Neuss; † 22. Dezember 1962 in Zürich, Schweiz) war ein deutscher Jurist und Politiker (SPS).

Leben und BerufBearbeiten

Nach dem Abitur absolvierte Braun zunächst ein Lehrerseminar und arbeitete dann als Volksschullehrer. Anschließend studierte er Philologie und Rechtswissenschaft an den Universitäten in Bonn und Halle. Er war ab 1924 als Rechtsanwalt in Magdeburg tätig und gehörte während der Zeit der Weimarer Republik dem Vorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold an, den er als Syndikus in Gerichtsprozessen vertrat. Er war auch Stadtverordneter von Magdeburg. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Braun 1933 kurzzeitig in „Schutzhaft“ genommen. Danach floh er ins Saargebiet, wo er als Redakteur für die Magdeburger Volksstimme arbeitete. Er emigrierte 1935 nach Frankreich, setzte dort seine journalistische Tätigkeit fort und arbeitete ab 1936 als Justitiar für das Office pour les refugiés Sarrois. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs floh er 1940 über Casablanca nach Großbritannien. Dort war er von 1942 bis 1945 als Mitglied der Gruppe der Parlamentarier um Karl Höltermann im Ministry of Economic Warfare sowie beim Foreign Office in London tätig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Braun nach Deutschland zurück. Er war 1945/46 Berater am Nürnberger Gerichtshof und wirkte von 1946 bis 1951 als Generalstaatsanwalt im Saarland.

PolitikBearbeiten

Braun trat nach 1945 in die SPS ein, gehörte 1947 der Verfassungskommission des Saarlandes und der Gesetzgebenden Versammlung des Saarlandes an und war anschließend bis 1955 Mitglied des Saarländischen Landtages. Vom 20. Dezember 1947 bis zum 14. April 1951 sowie erneut vom 23. Dezember 1952 bis zum 17. Juli 1954 amtierte er als Justizminister in der von Ministerpräsident Johannes Hoffmann geführten Regierung des Saarlandes. Außerdem war er von 1949 bis 1955 Präsident der Europa-Union Saar. von 1949 bis 1956 war er daneben auch in Saarbrücken Stadtverordneter. Nach der Saarabstimmung zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Im März 1958 übersiedelte er in die Schweiz.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten