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Hamburger Hochbahn

Verkehrsunternehmen in Hamburg
(Weitergeleitet von Hamburger Hochbahn AG)
Hamburger Hochbahn AG
Hochbahn.svg

DT5 in Richtung Hauptbahnhof-Süd.JPG
Linie U3 der Hochbahn mit der U-Bahn-Haltestelle Baumwall

Basisinformationen
Unternehmenssitz Hamburg
Webpräsenz hochbahn.de
Bezugsjahr 2017
Eigentümer Freie und Hansestadt Hamburg
Vorstand Henrik Falk (Vorsitzender)
Claudia Güsken
Helmut König
Jens-Günter Lang
Verkehrsverbund Hamburger Verkehrsverbund
Mitarbeiter 4977
Umsatz 525,1dep1
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
U-Bahn 4
Bus 111
Anzahl Fahrzeuge
U-Bahnwagen 260 Einheiten, davon:
DT1: 3 (abgestellt)
DT2: 1 (abgestellt)
DT3: 20[1]
DT4: 126
DT5: 100 (insg. 131 bestellt)
Omnibusse 777 Fahrzeuge, davon:
502 Stadt- und Schnellbusse
240 Gelenkbusse
30 Großraum-Gelenkbusse
15 Dieselhybrid-Gelenkbusse
2 Brennstoffzellen-Hybridbusse
Statistik
Fahrgäste 458,8 Mio. (2017)[2]
Fahrleistung 129,6 Mio. km pro Jahr
Haltestellen U-Bahn: 92
Bus: 1317
Länge Liniennetz
U-Bahn-Linien 104,4 kmdep1
Buslinien 927 kmdep1
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe U-Bahn: 2
Bus: 6
Aktie über 1000 Mark der Hamburger Hochbahn AG vom Dezember 1919
U1-Haltestelle (Jungfernstieg mit DT4)
U-Bahn-Streckennetz
„XXL-Bus“ (Doppelgelenkbus Van Hool AGG 300) auf der Metrobuslinie 5

Die Hamburger Hochbahn AG (HHA, Markenauftritt als „HOCHBAHN“) ist das größte Verkehrsunternehmen in Hamburg. Sie betreibt die Hamburger U-Bahn und einen Großteil des Hamburger Stadtbus-Netzes.

Die Hochbahn ist eines der größten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland und der größte Dienstleister im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Im Jahr 2017 beförderte der Betrieb rund 387,4 Mio. Fahrgäste (Bus: 213,3 Mio., U-Bahn: 242,5 Mio., Umsteiger zwischen den beiden Verkehrsmitteln sind bei der Gesamtzahl nur einmal berücksichtigt) und beschäftigte 5083 Menschen.[3] Die Hamburger Hochbahn AG befindet sich über die Holding HGV vollständig im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Hamburger Hochbahn wurde am 27. Mai 1911 in Form einer Aktiengesellschaft als Konsortium zwischen Siemens & Halske und AEG gegründet. Sie ist seit 1912 privater Betreiber der damals neu erbauten Hochbahn, erster Direktor war Wilhelm Stein, erster Aufsichtsratsvorsitzender Albert Ballin[4]. Die Stadt Hamburg verpachtete die Bahnanlagen an das Unternehmen, das nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt wurde. Die erste Hochbahnstrecke wurde 1912 mit der Ringlinie, Teil der heutigen U-Bahn-Linie U3, in Betrieb genommen. Es folgte die heute nicht mehr existierende Linie vom Hauptbahnhof nach Rothenburgsort.

Die HHA übernahm 1918/1919 die Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft in Hamburg (SEGH), 1923 die Hamburg-Altonaer Centralbahn (HAC) und 1924 die Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt – Volksdorf – Wohldorf (EKV).

Das Tochterunternehmen Fahrzeugwerkstätten Falkenried (FFG) entwickelte, baute und wartete früher auf dem ehemaligen Betriebsgelände am Falkenried Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrzeuge sowie Busse. In der Zentrale in Hummelsbüttel sowie vier weiteren Werkstätten auf den Betriebshöfen der Hochbahn ist sie heute als Volldienstleister der Hochbahn u. a. für Wartung und Instandsetzung der Busflotte zuständig.

Am 1. April 1919 übernahm die Gesellschaft den Betrieb der Alsterschiffe von der Alsterdampfschiffahrts-GmbH. Von 1924 bis 1935 übertrug sie den technischen Betrieb jedoch an die Ewerführerei Lütgens & Reimers. 1977 erfolgte die Gründung der ATG Alster-Touristik mit einer Neuausrichtung auf Ausflugs-, Rundfahrt- und Touristikangebote auf der Außen- und Binnenalster.

1965 war die Hochbahn eines der Gründungsmitglieder des Hamburger Verkehrsverbundes HVV – des ersten Verkehrsverbundes weltweit. 1978 beförderte die Hochbahn mit 1800 Fahrzeugen auf 111,45 Mio. Wagen- bzw. Schiffs-Kilometern 398,2 Mio. Fahrgäste, davon entfielen 175,8 Mio. Fahrgäste auf den Betriebsteil U-Bahn, 221,0 Mio. auf den Busbereich und 1,4 Mio. auf die Alsterschifffahrt. Hinzu kamen 8,5 Mio. Fahrgäste von der am 1. Oktober 1978 eingestellten Straßenbahn[5].

Viele Jahre war die Hochbahn an der Börse gelistet und zahlte außenstehenden Aktionären eine Garantiedividende. Nach der Änderung des Aktiengesetzes mit vereinfachten Möglichkeiten eines Squeeze-out wurden 2003 alle freien Aktionäre abgefunden, so dass sich die Anteile heute komplett im Besitz der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement befinden.

StraßenbahnBearbeiten

Die Hochbahn betrieb auch die Straßenbahn in Hamburg, bis die letzte Linie 1978 stillgelegt wurde. Anfang 2009 wurde das Unternehmen von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mit der Planung der Stadtbahn Hamburg betraut, die allerdings 2011 nach einem Regierungswechsel in Hamburg fallengelassen wurde.

Tochtergesellschaften und BeteiligungenBearbeiten

  • ATG Alster-Touristik GmbH, Hamburg (100 %), 1977 ausgegründet aus dem Betriebszweig Alsterschifffahrt, deren Linien nun außerhalb des HVV neben dem Touristikbereich betrieben werden
  • FFG Fahrzeugwerkstätten Falkenried GmbH, Hamburg (100 %), im Juni 1968 ausgegründet aus der Straßenbahn-Hauptwerkstatt zur Entwicklung von Fahrzeugtechnik sowie Elektrotechnik und Heizungs- und Lüftungsbau
  • HADAG Seetouristik und Fährdienst AG, Hamburg (100 %)
  • HHW Hamburger Hochbahn-Wache GmbH, Hamburg (100 %)
  • hySOLUTIONS GmbH, Hamburg (61 % hält die Hochbahn, 25 % Vattenfall, 6 % Germanischer Lloyd, 4 % Handwerkskammer Hamburg, 4 % Handelskammer Hamburg)
  • Friedrich Jasper Rund- und Gesellschaftsfahrten GmbH, Hamburg (100 %), am 1. November 1959 übernommen, bot neben Busreiseverkehr und Touristikangeboten in Reisebüros auch den Anschluss des Flughafen Hamburg mit Bussen außerhalb des HVV; inzwischen ein Busbetriebsunternehmen, dessen Fahrer hauptsächlich Fahrleistungen für die Muttergesellschaft übernehmen; ein Tochterunternehmen von Jasper war die Dau-Reisen GmbH mit eigenen Reisebüros, und zuletzt auch ein weiteres vorheriges Tochterunternehmen der HHA-Mutter, die Travers Omnibusgesellschaft mbH (TOG), die Auftragsleistungen im Linienverkehr für die HHA und früher auch die VHH sowie Werkverkehr und auch Gelegenheitsverkehr durchführte. Deren Tochterunternehmen waren wiederum die Peter Marquardt Omnibusgesellschaft mbH in Stöckte und die Hansa Kiel Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH (ehemals Autobus Fernfahrten Hansa GmbH).
  • Reiseagentur Hans H. Grünwold GmbH, ein Reiseunternehmen, an dem die HHA in den 1970er bis 1990er Jahren eine Beteiligung von 25 % hatte, das damals auch Vermietungen der Verkehrsmittel aller zur Unternehmensgruppe gehörenden Verkehrsunternehmen anbot
  • SBG Süderelbe Bus GmbH, Hamburg (100 %), Busbetriebsunternehmen für Leistungen auf Hochbahn-Buslinien im südwestlichen Hamburg
  • TEREG Gebäudedienste GmbH, Hamburg (56 % Hochbahn, 44 % Vattenfall), 1963 als TEREG Technische Reinigungsgesellschaft Schmeisser mbH gegründet, 1974 wurde die HEW Mitgesellschafter
  • HVW Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH, Hamburg, gegründet im Juni 1937 zur Vermarktung und Durchführung von Werbung auf und in HHA-Verkehrsmitteln und deren Haltestellen[6], Tochtergesellschaft der HVW war die Spezialreklame A. von Beyer & Co GmbH, die seit den 1930er Jahren in Schleswig-Holstein Plakatanschläge durchführte und in den 1970er bis 1990er Jahren für das Schwesterunternehmen Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) und das damalige HHA-Tochterunternehmen Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) zuständig war
  • HOCHBAHN Verwaltungsgesellschaft, Hamburg (100 %)
  • HOCHBAHN Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg (100 %)
  • HOCHBAHN Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg (100 %)
  • HSG Hanseatische Siedlungs-Gesellschaft mbH, Hamburg (100 %), 1934 durch die Hamburger Sparkasse von 1827 gegründet, 1943 von der HHA-Muttergesellschaft übernommen als gemeinnützige Wohnungsgesellschaft zur Schaffung von Wohnraum für ausgebombte Betriebsangehörige
  • ZOB Hamburg GmbH, Hamburg
  • Hamburg-Consult Gesellschaft für Verkehrsberatung und Verfahrenstechniken mbH (HC), Hamburg, 1967 gegründet, um die Erfahrungen der Fachleute der HHA anderen Unternehmen im In- und Ausland weiter zu geben und bis in die 1990er Jahre Forschungsaufträge des BMFT durchzuführen
  • VDV eTicket Service GmbH & Co. KG, Köln (10,13 %)
  • BeNEX, Hamburg (51 %): Mit Eintragung in das Handelsregister vom 25. Mai 2007 wurde der Expansionsbetrieb der Hamburger Hochbahn AG auf die BeNEX ausgegliedert, an der die Investmentgesellschaft International Public Partnerships derzeit 49 % der Anteile hält. In der BeNEX GmbH werden die Beteiligungen im SPNV und im ÖSPV außerhalb Hamburgs gehalten:

FahrgastinformationBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hamburgs U-Bahnen – die letzte Fahrt geht nach Lübeck auf abendblatt.de vom 30. März 2017
  2. Hochbahn fährt neuen Fahrgast- und Einnahmenrekord ein nahverkehrhamburg.de, abgerufen am 21. Juli 2018
  3. Unternehmensbericht 2017 der Hochbahn
  4. Joachim Häger: Hammonia und ihre U-Bahn. Hamburg 1986, ISBN 3-7672-9967-4
  5. Hamburger Hochbahn AG: Daten und Fakten. In: Prospekt zur IVA 1979
  6. 100 Jahre rollende Werbung. In: Fahr mit uns, Heft 2/1962, Hamburger illustrierte Straßenbahnzeitschrift, Hamburger Hochbahn AG, Hamburg 1962, S. 4/5