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VDV eTicket Service GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2003
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Nils Zeino-Mahmalat
Mitarbeiterzahl 20 (2017)[1]
Website www.eticket-deutschland.de

Die VDV eTicket Service GmbH & Co. KG, an der unter anderem der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) beteiligt ist, betreibt und koordiniert die technische Plattform für die elektronische Fahrkarte eTicket Deutschland im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).[2]

HintergrundBearbeiten

Die Kommanditgesellschaft ist durch eine Umfirmierung am 1. Januar 2014 aus der VDV-Kernapplikations GmbH & Co. KG hervorgegangen.[3] Diese wurde im Jahr 2003 als Entwicklungsgesellschaft gegründet, um einen E-Ticket-Standard im ÖPNV zu entwickeln, die sogenannte VDV-Kernapplikation.

BeteiligungenBearbeiten

Aufgaben und PartnerBearbeiten

Die Gesellschaft gibt in alleiniger Zuständigkeit[6] den Standard für das eTicket Deutschland heraus und integriert neue technische Lösungen. Sie betreut und verwaltet die teilnehmenden Unternehmen und Lieferanten, stellt organisatorische Regeln auf und überwacht diese. Außerdem zertifiziert die Gesellschaft die eingesetzten Komponenten (kontaktlose Chipkarten, Verkaufsterminals, Erfassungsterminals und Hintergrundsystem-Schnittstellen), wozu sie bei der Firma CTC advanced GmbH ein Prüflabor betreiben lässt.

Ein weiterer Aufgabenbereich ist das Sicherheitsmanagement. Beim Dienstleister T-Systems lässt die Gesellschaft die zentral ausgegebenen Schlüssel und Sicherheitszertifikate in einem Trust Center verwalten, steuert den Sicherheitsprozess und den Web-Service ASM-Tool (siehe Abschnitt „ASM-Tool für Geschäftskunden“ im Artikel „VDV-Kernapplikation“), der den Geschäftskunden über den Partner IVU Traffic Technologies AG zur Verfügung steht.

Den internen Datenaustausch der am eTicket-System beteiligten Geschäftskunden regelt die Gesellschaft über den Dienstleister Atos Worldline GmbH. Dieser betreibt eine „Zentrale Vermittlungsstelle“ (ZVM) und ermöglicht so über das Internet ein „Interoperables Netzwerk“ (ION) für das eTicket Deutschland.

Bis Herbst 2018 baut der VDV eTicket Service ein Clearingsystem für eTicket Deutschland auf. Dieses Clearing wird eine regionsübergreifende Tarif-, Produkt- und Preisermittlung (Produktclearing), ein Forderungsclearing hinsichtlich der gegenseitigen finanziellen Ansprüche sowie ein Finanzclearing (Settlement) zum Zahlungsausgleich für alle Verkehrsunternehmen und Verbünde zur Verfügung stellen.[7] Mit diesem zentralen Dienst werden Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde in die Lage versetzt, elektronische Fahrkarten für regionsübergreifende Fahrten zu verkaufen. Der Aufbau des Clearingsystems wird finanziell gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.[8]

Zudem schreibt die Gesellschaft als zentrale Dienstleistung Chipkarten im gemeinsamen Auftrag von Verkehrsunternehmen und -verbünden aus und bietet Beratungsworkshops für Verkehrsunternehmen und Systemkomponentenhersteller an.[9] Das Bildungsangebot umfasst Grundlagen- und Fachseminare sowie Anwenderschulungen.[10]

Eine beratende Arbeitsgruppe soll sicherstellen, dass die eingesetzten Verfahren auf dem aktuellen Stand der Technik bleiben.[11] So können alle teilnehmenden Verkehrsverbünde und -unternehmen (VV/VU) an Verbesserungen mitwirken, indem sie sogenannte Change Requests (CR) einreichen. Die „AG Standardisierung“, die mit Fachexperten der VV/VU besetzt ist, unterstützt und berät bei der Beurteilung dieser CR. Die Freigabe beschließt die Teilnehmerversammlung, eine Art Parlament von allen beteiligten VV/VU.

Internationale KooperationenBearbeiten

Im internationalen Markt kooperiert die Gesellschaft unter anderen mit Calypso Network Association (Belgien), ITSO (Großbritannien), der französischen Regierungsorganisation Agence française pour l’information multimodale et la billettique (AFIMB) und dem Weltverband UITP.[12]

WeblinkBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten