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Gut gegen Nordwind (Film)

Spielfilm von Vanessa Jopp (2019)

Gut gegen Nordwind ist ein deutscher Spielfilm der Regisseurin Vanessa Jopp aus dem Jahr 2019. Das Drama entstand nach einem Drehbuch von Jane Ainscough und basiert auf dem gleichnamigen Briefroman des österreichischen Schriftstellers Daniel Glattauer, der 2006 im Deuticke Verlag veröffentlicht wurde. Es erzählt von Emma und Leo, die sich durch Zufall per E-Mail kennenlernen und trotz ihrer familiären Hintergründe und ohne einander jemals persönlich gesehen zu haben im Laufe der Zeit ineinander verlieben.

Filmdaten
OriginaltitelGut gegen Nordwind
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2019
Länge122 Minuten
Stab
RegieVanessa Jopp
DrehbuchJane Ainscough
ProduktionJonas Dornbach
Janine Jackowski
MusikVolker Bertelmann
KameraSten Mende
SchnittAndrew Bird
Besetzung

ProduktionBearbeiten

Gut gegen Nordwind wurde vom 17. April bis 20. Juni 2018 in Nordrhein-Westfalen sowie an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins gedreht.[1] Die Herstellung übernahm Komplizen Film in Koproduktion mit Erfttal Film und der Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion. Als Produzenten traten Janine Jackowski, Jonas Dornbach und Klaus Dohle in Erscheinung; als Koproduzenten agierten Markus Reinecke, Martin Bachmann und Eva van Leeuwen. Tschirner wirkte wiederum als Associate Producer.[1] Produktions- und Verleihförderung erhielt das Projekt durch die Filmförderungsanstalt, die 700.000 Euro zur Verfügung stellte, sowie die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), die Gut gegen Nordwind mit 190.000 Euro bezuschusste.[2] Weitere Fördergelder stellten die Film- und Medienstiftung NRW mit rund 750.00 Euro und das Medienboard Berlin-Brandenburg mit 300.000 Euro bereit.[2]

KritikenBearbeiten

Knut Elstermann von MDR Kultur bewerte Gut gegen Nordwind in seiner Kritik mit vier von fünf Sternen und bezeichnete die Produktion als „romantischen, sehr gut gespielten Film, der auf große Gefühle setzt, auch wenn sie hier nicht aus der unmittelbaren Begegnung erwachsen – vielleicht sind sie gerade deshalb umso größer und überwältigender“. Nora Tschirner und Alexander Fehling machten „auf erstaunliche Weise glaubhaft, dass ein begehrenswertes Bild des anderen aus der Sprache heraus entstehen kann, einzig und allein aus einer Projektion der Sehnsucht.“ Neben dem Spiel lobte er vor allem Jane Ainscoughs „sorgfältiges Drehbuch“.[3]


Nora Tschirner und ihr Kollege Alexander Fehling ernteten positive Kritiken für ihre Darstellung.[4]

„Eine dank kluger Inszenierung und exzellentem Spiel eine ebenso berührende wie authentisch anmutende moderne Love-Story“, urteilte Oliver Kabe in seiner Kritik für Filmstarts. Tschirner und Fehling gelinge „es trotz der räumlichen Trennung eine absolut glaubhafte Korrelation ihrer Charaktere zu kreieren, die das Publikum berührt, mitfühlen und in manchen Momenten sogar mitleiden lässt“. Bei „aller Melancholie, die die Handlung sowie ihre Umsetzung mit ruhiger Kameraführung, einem von eher sanften, verspielten Klängen bestimmten Score und meist gedämpftem Licht über weite Strecken ausstrahlen, schafft Jopp es dennoch, eine gewisse Leichtigkeit beizubehalten, die das positive Gefühl des Verliebtseins illustriert“. Dies sei neben den beiden Hauptdarstellern primär Drehbuchautorin Jane Ainscough, aber auch den „geschickten Schnitten“ von Andrew Bird zu verdanken.[4]

„Kinoromanzen laufen meist nach den gleichen schnöden Mustern ab. Die Romanverfilmung Gut gegen Nordwind ist eine wohltuende Ausnahme.“, befand Christian Horn von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Jopp könne sich auf neben ihrem „glänzenden Liebesduo“ verlassen und finde „allerlei kreative Wege, die E-Mail-Romanvorlage ins Filmische zu übersetzen. Die vielen Nachrichten werden entweder modern ins Bild eingeblendet oder aus dem Off verlesen. So und durch ein paar symbolische Bilder entsteht eine Nähe zwischen den Figuren, die auch ohne gemeinsame Szenen glaubhaft wirkt. Und gleichzeitig gibt es einen Twist, der dem Plot neue Würze verleiht, bevor das Ende wieder perfekt auf den Punkt inszeniert ist. Man bekommt, wofür man gezahlt hat, und ein bisschen mehr davon“.[5]

„Mit starken Schauspielern gelingt, bis auf eine kurze Durststrecke, eine glaubwürdige Umsetzung“, resümierte der Stern. Für Glaubhaftigkeit sorgten vor allem „die beiden Hauptdarsteller Fehling und Tschirner. Trotz räumlicher Trennung machen sie durch ihre Blicke und Gesichtsausdrücke beim Lesen und Verfassen ihrer Nachrichten deutlich, dass sie sich nahe sind.“ Besonders am Anfang der Film auch „mit dem pointierten, trockenen Humor der E-Mails“. Der „erste Zauber des E-Mail-Dialogs“ verfliege jedoch „zur Mitte des Films. Es folgen teilweise eintönige Szenen, in denen sich Emmi und Leo hinter ihren Laptops verstecken und ihre digitale Insel partout nicht verlassen wollen. Eine Entscheidung muss her: Erst am Ende nimmt der Film noch einmal Fahrt auf, als sich jemand in den E-Mail-Verkehr einmischt und ein Aufeinandertreffen der scheinbar Seelenverwandten kurz bevorsteht - einen größeren Spannungsverlauf kann man bei einer Romanze via Web vielleicht auch nicht erwarten“.[6]

ErfolgBearbeiten

Gut gegen Nordwind feierte am 3. September 2019 im Cinedom in Köln Weltpremiere.[7] Die Freigabe zur öffentlichen Aufführung erfolgte ab 12. September durch den Sony Pictures-Verleih.[7] Presseberichten zufolge zählte die Produktion nach Ende des ersten Vorführwochenendes rund 65.000 Besucher (105.000 inklusive Previews) in 476 Kinos.[8] Der Film konnte sich damit als höchster Neueinsteiger hinter Es Kapitel 2, Once Upon a Time in Hollywood und Der König der Löwen auf Platz vier der deutschen Kinocharts platzieren.[8] Das Einspielergebnis betrug dabei rund 580.000 Euro.[8] In Österreich stieg Gut gegen Nordwind am Startwochenende hinter Es Kapitel 2 auf Platz zwei der Kinocharts ein.[9] Das Einspielergebnis betrug rund 128.000 Euro.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Drehstartmeldung. Presseportal. Abgerufen am 22. September 2019.
  2. a b Gut gegen Nordwind. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. Abgerufen am 22. September 2019.
  3. Knut Elstermann: Gut gegen Nordwindf. MDR Kultur. Abgerufen am 22. September 2019.
  4. a b Oliver Kube: Der bessere "e-m@il für dich". Filmstarts.de. Abgerufen am 22. September 2019.
  5. Christian Horn: Gefühlvoll: Nora Tschirner glänzt in 'Gut gegen Nordwind'. Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 22. September 2019.
  6. So geht E-Mail-Romantik heute. Stern. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  7. a b "Gut gegen Nordwind" feiert Weltpremiere. In: Blickpunkt:Film. Abgerufen am 22. September 2019.
  8. a b c Kinocharts Deutschland: Gruselwetter. In: Blickpunkt:Film. Abgerufen am 22. September 2019.
  9. a b Kinocharts Österreich: "Gut gegen Nordwind" verfehlt die Spitze knapp. In: Blickpunkt:Film. Abgerufen am 22. September 2019.