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Piet Fuchs (* 1964 in Brühl) ist ein deutscher Schauspieler, DJ, Autor, Filmemacher und Moderator. Er ist Mitglied der sogenannten „Kölner Gruppe“, einem losen Zusammenschluss von unabhängigen Kölner Filmemachern. Sein Kinodebüt war der Dokumentarfilm Rudi Rastlos – Der Ball rollt für Ruanda über den Fußball-Trainer und Weltenbummler Rudi Gutendorf.

LebenBearbeiten

Piet Fuchs ist das zweite von drei Kindern des Bauingenieurs Diether Fuchs und der Lehrerin Heidi Fuchs (geb. Ziegler). Er wuchs kosmopolitisch in Köln (1964–65), Abu Simbel (Ägypten, 1965–68), Hamburg (1968–72), Fray Bentos (Uruguay, 1972/73), wieder Köln (1973/74) und Koblenz (1974–83) auf, wo er 1983 sein Abitur ablegte und anschließend seinen Zivildienst im Pflegebereich absolvierte. Seit 1985 lebt er in Köln. Von 1985 bis 1993 studierte Fuchs an der Universität Köln Philosophie, Germanistik und VWL (Magisterabschluss 1993 über die Zitaten-Welt des Alexander Kluge – als Text und Video). 1986–1993 war Fuchs als Autor Teil der Autorenwerkstatt der Uni Köln.

Von 1990 bis 2000 lernte Piet Fuchs sein Handwerk als Schauspieler bei diversen Schauspiellehrern (u. a. bei Keith Johnstone am Loose Moose Theatre, John Costopoulos am Actors Studio in New York und Jim Boerlin im Berghof Actors Studio N.Y. sowie bei den Regisseuren Arno Kleinofen und Thomas Ulrich). Er wurde 1995 bis 1997 vom Artistiktheater Luftkuss als Clown engagiert und spielte in der Produktion Wenn Herzen fliegen eine Hauptrolle als Stummfilmregisseur. Seit 1998 spielte Piet Fuchs als Schauspieler in über hundert Kino-, TV- und Internet-Produktionen mit. Parallel realisierte er mit seiner Produktionsfirma next movie diverse Kurzfilme, Musikvideos und Dokumentarfilme der Kölner Gruppe.

1992/93 leitete Fuchs die Filmwerkstatt und das Uni-Kino der Studiobühne + Filmwerkstatt der Uni Köln. Dort inszenierte er von 1990 bis 1993 mit Frank Tönsmann seine ersten Kurzfilme Zwergenblut 2, Asphaltfritten und die Fake-Doku Es gibt nichts zu bereuen – Die Filme des Helmut Weidling, die auf Festivals und teilweise im Fernsehen gezeigt wurden. Parallel begann er als aktives Mitglied im Filmclub 813 mitzuwirken.

1993 gründete Piet Fuchs mit sechs anderen Filmemachern die CutCologne-Filmproduktion und produzierte u. a. den Kinofilm Etwas ist immer (Regie: Christoph Weber), der 1994 auf dem Festival in Hof und 1995 in Göteborg lief.

1995 bis 1997 studierte Piet Fuchs Drehbuch und Regie an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM; Post-Graduierten-Studium) und gründete seine eigene Produktionsfirma, die Filmproduktion next movie. Seine KHM-Abschlussarbeit, das Kurzfilm-Musical Liebe ist Geschmacksache (Co-Regie: Bernhard Marsch), lief auf internationalen Festivals und im Fernsehen und war Teil eines Kurzfilmprogramms der Kölner Gruppe.

Nebenbei produzierte Piet Fuchs von 1995 bis 2005 als freier Autor und Werbetexter für Super-RTL (u. a. die Comedy-Spot-Reihe Neulich … und Auch das noch …).

Piet Fuchs ist auch als Moderator bei Filmfestivals und Organisator von filmpolitischen Talkrunden (u. a. bei der Deutschen Akademie für Fernsehen) aktiv. Er hat u. a. von 1998 bis 2007 beim Filmfest Dresden moderiert und moderiert seit 2007 jährlich beim Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken. Im Herbst 2015 hat er den Kinoprogrammpreis 2015 in Dresden moderiert.

Seit 1997 ist Piet Fuchs als DJ p-bone Teil des DJ-Kollektivs Soulsauce mit der DJ-Homebase Kahnstation/Blücherpark Köln. Zum Soulsauce-Kollektiv zählen noch die DJs Dr. Maraseque (Christian Mrasek), Pierre Legere (Peter Niggemann) und Warme Cola (Jukka Schmidt).

Zuletzt spielte Piet Fuchs in der ZDF-Satiresendung Neo Magazin Royale den CEO des fiktiven Unternehmens HG Business Consulting, Raphael Gamper.

Filmographie (Auswahl)Bearbeiten

Als SchauspielerBearbeiten

KinofilmeBearbeiten

FernsehfilmeBearbeiten

Als Filmemacher (Autor, Regisseur, Produzent, Kamera)Bearbeiten

  • 1985: Der Kameramann (Co-Editor)
  • 1990: Zwergenblut 2 (Co-Autor, Co-Regie, Produktion)
  • 1990: – Weiter im Text
  • 1991: Asphaltfritten (Co-Autor, Co-Regie, Produktion)
  • 1992: Es gibt nichts zu bereuen – Die Filme des Helmut Waidling (Co-Autor, Co-Regie, Produktion)
  • 1993: 2,3,4 (Co-Autor, Co-Regie, Produktion)
  • 1994: Etwas ist Immer (Produzent, Produktionsleiter)
  • 1994: Liebe Mutter (Co-Regie)
  • 1995: MachMaHall (Co-Autor, Co-Regie, Produktion)
  • 1996: La Rose (Co-Regie)
  • 1997: Kölle isch kumme (Musikvideo, Buch, Regie, Produktion)
  • 1997: Liebe ist Geschmacksache (Buch, Co-Produktion, Co-Regie)
  • 1998: Brücken (auch Co-Autor)
  • 1998: Die Kümmerer (auch Co-Autor)
  • 1999: Bitte Schön (Soundtrack)
  • 1999: Ida Fuchs wird 95 (Doku, Buch, Regie, Produktion)
  • 2001: Tour Eifel (Co-Autor)
  • 2002: Rudi Rastlos – Der Ball rollt für Ruanda (Buch, Regie, Produktion)
  • 2004: Sorry (Buch, Regie, Produktion)
  • 2006: Swim Low (Buch & Regie & Produktion)
  • 2008: Power (Co-Autor)
  • 2008: Warteschleifen (Co-Autor)
  • 2010: pause.rec (Buch, Regie, Produktion, Sound-Mix)
  • 2011: Wolkenheime (Co-Autor)
  • 2011: Fraktus (Co-Kamera)
  • 2013: Adam & Omar (Co-Autor, Co-Regie & Co-Produktion)
  • 2013: Storyteller (Co-Autor, Socialspot)
  • 2013: Heimwärts mit … (Co-Autor, sechs Folgen)
  • 2014: This is not a selfie (Buch, Regie, Produktion)
  • 2014: Heaven & Earth (Buch, Regie, Produktion)
  • 2014: People & Buildings (Buch, Regie, Produktion)
  • 2015: Die Grenze der Liebe (Buch, Regie, Produktion, Musik)
  • 2015: Plattenbau (Buch, Regie, Produktion, Soundmix)

WeblinksBearbeiten