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Greta Van Fleet ist eine US-amerikanische Rockband aus Frankenmuth, Michigan. Die Band steht bei Lava Records unter Vertrag und hat bislang ein Studioalbum und drei EPs veröffentlicht. 2019 gewann Greta Van Fleet einen Grammy.

Greta Van Fleet
Greta Van Fleet live 2017
Greta Van Fleet live 2017
Allgemeine Informationen
Herkunft Frankenmuth, Michigan, Vereinigte Staaten
Genre(s) Classic Rock, Hard Rock, Blues Rock
Gründung 2012
Website www.gretavanfleet.com
Aktuelle Besetzung
Joshua „Josh“ Kiszka
Jacob „Jake“ Kiszka
Samuel „Sam“ Kiszka
Daniel „Danny“ Wagner (seit 2013)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Kyle Hauck (bis 2013)

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Gründung und Black Smoke RisingBearbeiten

 
Sänger Joshua Kiszka

Die Band wurde im Jahre 2012 von den Brüdern Joshua, Jacob und Samuel Kiszka (Gesang, Gitarre bzw. Bass) und dem Schlagzeuger Kyle Hauck gegründet. Jacob Kiszka ging damals noch zur Highschool und jammte zunächst mit Kyle Hauck. Später kamen Jacobs Zwillingsbruder Joshua und der jüngere Bruder Samuel Kiszka hinzu.[1] Der Bandname stammt von einer Bewohnerin von Frankenmuth namens Gretna Van Fleet[2]. Da sie ebenfalls Musikerin ist, bekam sie ständig Anrufe, ob sie am Abend ein Konzert geben würde. Gretna Van Fleet besuchte später ein Konzert der Band und erlaubte den Musikern, ihren leicht abgewandelten Namen als Bandnamen zu benutzen.[3] Im Oktober 2013 verließ Kyle Hauck aus zeitlichen Gründen die Band und wurde durch Jacob Kiszkas Schulfreund Daniel Wagner ersetzt.[1]

 
Gitarrist Jacob Kiszka

Ein Jahr später veröffentlichte die Band die Live-EP Greta Van Fleet: Live in Detroit. Der Automobilhersteller Chevrolet verwendete das Lied Standing On in seiner Werbung für das Modell Equinox. Im Januar 2016 verwendete der US-amerikanischen TV-Sender Showtime das Lied Highway Tune in seiner Serie Shameless.[4] Die Band wurde von Lava Records, einer Tochterfirma der Universal Music Group unter Vertrag genommen und veröffentlichte am 21. April 2017 die Debüt-EP Black Smoke Rising, die von Al Sutton und Marlon Young produziert wurde und Platz 182 der US-amerikanischen Albumcharts erreichte. Der Streamingdienst Apple Music kürte Greta Van Fleet gleichzeitig als neuen Künstler der Woche[4], bevor die Band zusammen mit der Band The Struts auf Tour ging. Die Single Highway Tune erreichte Platz eins der Billboard-Mainstream-Rock-Charts.[5]

From the FiresBearbeiten

 
Bassist Samuel Kiszka

Im Oktober 2017 wurde die Band bei den Loudwire Music Awards als beste neue Band ausgezeichnet[6], bevor am 10. November 2017 die zweite EP From the Fires veröffentlicht wurde. From the Fires erschien als Doppel-EP und wurde erneut von Al Sutton und Marlon Young produziert. Außer den vier Titeln der ersten EP enthält From the Fires neben zwei neuen Eigenkompositionen noch Coverversionen der Lieder A Change Is Gonna Come von Sam Cooke und Meet on the Ledge von Fairport Convention.[7] Die EP erreichte Platz 36 der US-amerikanischen, Platz 23 der kanadischen und Platz 84 der deutschen Albumcharts.

Im Januar 2018 begann die Band mit den Aufnahmen für ihr Debütalbum, das von Al Sutton, Marlon Young und Herschel Boone produziert wurde. Am 24. Januar 2018 erschien bei Spotify die ausschließlich digital veröffentlichte Single Spotify Singles mit dem Titel Black Smoke Rising sowie einer Coverversion des Songs Rolling in the Deep von Adele.[8] Greta Van Fleet spielten am 4. März 2018 bei Elton Johns Wohltätigkeitsgala zu Gunsten seiner AIDS-Stiftung.[9] Bei den iHeartRadio Music Awards 2018 wurden Greta Van Fleet in der Kategorie Best New Rock/Alternative Rock Artist nominiert, der Preis ging jedoch an Judah & the Lion.[10] Es folgten Festivalauftritte in Nordamerika unter anderem beim Rock on the Range, dem Carolina Rebellion oder dem Coachella Valley Music and Arts Festival. Im Sommer spielte die Band ihre ersten Konzerte in Europa und trat im Vorprogramm von Guns n’ Roses sowie bei Festivals wie Rock am Ring, Rock im Park, Pinkpop und dem Download-Festival auf.

Anthem of the Peaceful ArmyBearbeiten

Das Debütalbum Anthem of the Peaceful Army erschien am 19. Oktober 2018 und stieg auf Platz drei der deutschen und US-amerikanischen Albumcharts ein. In den USA wurden 87.000 äquivalente Einheiten des Albums verkauft. Hiervon entfielen 80.000 auf traditionelle Albumverkäufe. Betrachtet man nur letztere, war Anthem of the Peaceful Army das meistverkaufte Album der Woche.[11] Darüber hinaus erreichte das Album Platz sechs in der Schweiz und Platz neun in Österreich. Am 19. Januar 2019 trat die Band in der NBC-Sendung Saturday Night Live auf und spielte die Lieder Black Smoke Rising und You’re the One.[12]

Greta Van Fleet wurden bei den Grammy Awards 2019 für die EP From the Fires in der Kategorie Best Rock Album ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt die Band Nominierungen in den Kategorien Best New Artist, Best Rock Performance und Best Rock Song, allerdings gingen die Preise an Dua Lipa, Chris Cornell bzw. St. Vincent.[13] Bei den iHeartRadio Music Awards 2019 wurde das Lied Safari Song in der Kategorie Rock Song of the Year ausgezeichnet. Die Band wurde außerdem in der Kategorie Rock Artist of the Year nominiert, der Preis ging jedoch an Three Days Grace.[14] Bei den Pollstar Awards 2019 gewannen Greta Van Fleet in der Kategorie Best New Headliner.[15]

Die für Februar und März 2019 geplanten Tourneen durch Australien und Europa musste verschoben werden, da Sänger Josh Kiszka an einer Atemwegsinfektion erkrankte. Die Europatournee soll im Herbst 2019 nachgeholt werden.[16] Währenddessen wurde Anthem of the Peaceful Army bei dem polnischen Musikpreis Fryderyk als bestes ausländisches Album ausgezeichnet.[17] Bei den Kerrang! Awards 2019 in der Kategorie Bestes Album nominiert. Der Preis ging jedoch an die Band Ghost.[18] Im April 2020 werden Greta Van Fleet im Vorprogramm von Metallicas Tournee in Südamerika auftreten.[19]

StilBearbeiten

 
Schlagzeuger Daniel Wagner

Greta Van Fleet werden in der Regel mit Led Zeppelin verglichen. Die Band selber stellte in einem Interview mit dem niederländischen Magazin FaceCulture klar, dass Led Zepplin keinen überragenden Einfluss auf die Band darstellen würde und auch keinerlei Einfluss auf ihr Songwriting habe.[20] Josh Kiszka erklärte, dass er bis zur High School nicht einmal gewusst habe, wer Led Zeppelin überhaupt war.[21] Laut Jacob Kiszka wurden alle vier Bandmitglieder stark vom Blues und der so genannten British Invasion beeinflusst.[1] Zu den Haupteinflüssen zählen Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Buddy Guy oder Elmore James,[4] Cream, Jefferson Airplane, The Doors, Wilson Pickett, Joe Cocker oder Sam & Dave.

Bei früheren Konzerten spielte die Band neben eigenem Material viele Coverversionen aus dem Blues bzw. von Bands wie Cream oder Bad Company. Zeitgenössische Bands spielen bei der Band kaum eine Rolle. Ausnahmen wären die Fleet Foxes, First Aid Kit, Rival Sons oder The Black Keys. Gitarrist Jake Kiszka zählt Elmore James, Duane Allman, Pete Townshend, Jimmy Page, Eric Clapton und Jimi Hendrix zu seinen Vorbildern. Bei eher folklastigen Liedern orientiert er sich an dem Picking von John Denver.[22]

Von Seiten der Medien werden die Parallelen der Band zu Led Zeppelin unterschiedlich bewertet. Thomas Erlewine vom Onlinemagazin Allmusic bezeichnete Greta Van Fleet als „Led Zeppelin anbetende Millenials“. Sein Kollege James Christoph Monger zog darüber hinaus noch Vergleiche zu Kingdom Come. Für Frank Thießies vom deutschen Magazin Metal Hammer wäre es „ein Leichtes, das Debütalbum als Kopistenkram abzustrafen“. Greta Van Fleet würden es „unangestrengt schaffen, Blues, (Hard)Rock und Folk zu fusionieren“.[23] Juliane Kehr vom deutschen Magazin Visions schrieb, dass Greta Van Fleet ihre musikalischen Helden der 60er und 70er „nicht plagiieren, sondern studieren, sezieren und zum Teil der eigenen musikalischen DNA“ werden lassen.[24] Jeremy D. Larson vom Onlinemagazin Pitchfork Media hingegen bezeichnete das Debütalbum als „halbgaren Boomerfetisch“ und „49minütigen, endlosen Langweiler“. Jedes Lied hätte auch von „einer der tausend anderen Classic-Rock-Coverbands geschrieben oder gespielt werden können“.[25] Der Musiker und Produzent Steven Wilson äußerte sich ebenfalls sehr negativ über die Band, sie sei „grottenschlecht, ein Witz“, spielten „wie eine armselige, drittklassige Led-Zeppelin-Imitation“ und er „glaube nicht eine Minute, dass sich in zehn Jahren noch jemand an sie erinnern wird“.[26]

DiskografieBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Greta Van Fleet gewannen 2019 den Grammy Award in der Kategorie Best Rock Album für die EP From the Fires. Bei den Loudwire Music Awards wurde die Band 2017 in der Kategorie Best New Band ausgezeichnet. 2019 wurde die Band bei den Pollstar Awards als Best New Headliner gekürt. Das Album Anthem of the Peaceful Army, die EP From the Fires sowie die Singles Highway Tune und Safari Song wurden in Kanada jeweils mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Greta Van Fleet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Chad Childers: Greta Van Fleet’s Jake Kiszka Talks ‘Black Smoke Rising’ EP, British Invasion Influence + More. Loudwire, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  2. Greta Van Fleet. laut.de, abgerufen am 18. Juli 2018.
  3. Tatiana Cirisano: Chartbreaker: Greta Van Fleet on Led Zeppelin's Influence and 'Living In the Resurgence of Rock'. Billboard, abgerufen am 22. Dezember 2017 (englisch).
  4. a b c Isis Simpson-Mersha: Frankenmuth's Greta Van Fleet talks record deal, tour and graduation. Michigan Live, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  5. Michael Christopher: Greta Van Fleet Announce Double EP ‘From the Fires’. Loudwire, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  6. Chad Childers: Greta Van Fleet Win Best New Artist – 2017 Loudwire Music Awards. Loudwire, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  7. GRETA VAN FLEET To Release 'From The Fires' Double EP. Blabbermouth.net, abgerufen am 22. Dezember 2017 (englisch).
  8. Spotify Singles. Greta Van Fleet, abgerufen am 6. April 2019 (englisch).
  9. Brian Ives: Watch Greta Van Fleet Jam With Elton John. Loudwire, abgerufen am 21. Juni 2018 (englisch).
  10. Katie Atkinson: iHeartRadio Music Award Winners 2018: Complete List. Billboard, abgerufen am 20. Juni 2018 (englisch).
  11. Jeff Cornell: Rock Thrives as Disturbed + Greta Van Fleet Albums Debut in Billboard Top Five. Loudwire, abgerufen am 29. Oktober 2018 (englisch).
  12. GRETA VAN FLEET Performs On 'Saturday Night Live' (Video). Blabbermouth.net, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
  13. Rabab Al-Sharif: Greta Van Fleet Lose Best New Artist at 2019 Grammys. Loudwire, abgerufen am 11. Februar 2019 (englisch).
  14. Denise Warner: Here Are All the Winners From the iHeartRadio Music Awards 2019. Billboard, abgerufen am 15. März 2019 (englisch).
  15. Eric Renner Brown: Louis Messina, Marty Diamond, Foo Fighters, More Highlight 30th Annual Pollstar Awards. Pollstar, abgerufen am 2. März 2019 (englisch).
  16. GRETA VAN FLEET Postpones European Tour. Blabbermouth.net, abgerufen am 22. Februar 2019 (englisch).
  17. Nominowani i laureaci 2019. ZPAV, abgerufen am 16. August 2019 (polnisch).
  18. wookubus: Metallica, Ghost, Architects, Etc. Among Winners For 2019 ‘Kerrang! Awards’. The PRP, abgerufen am 20. Juni 2019 (englisch).
  19. METALLICA Announces April 2020 South American Stadium Tour With GRETA VAN FLEET. Blabbermouth.net, abgerufen am 16. August 2019 (englisch).
  20. GRETA VAN FLEET Guitarist Says LED ZEPPELIN 'Wasn't An Overwhelming Influence' On Band's Music. Blabbermouth.net, abgerufen am 31. Oktober 2018 (englisch).
  21. Brian Hiatt: Greta Van Fleet’s Misty Mountain Revival. Rolling Stone, abgerufen am 1. November 2018 (englisch).
  22. Alexander Kolbe: Reise zu den Sternen. In: Rocks, 06/2018, Seite 36
  23. Frank Thießies: Greta Van Fleet - Anthem of the Peaceful Army. Metal Hammer, abgerufen am 31. Oktober 2018.
  24. Juliane Kehr: Greta Van Fleet - Anthem of the Peaceful Army. In: Visions, Ausgabe 308, Seite 116
  25. Jeremy D. Larson: Greta Van Fleet - Anthem of the Peaceful Army. Pitchfork Media, abgerufen am 27. Oktober 2018 (englisch).
  26. News! Das Neueste aus Rock und Pop. In: eclipsed. Nr. 210. Sysyphus Verlags GmbH, Aschaffenburg 26. April 2019, S. 14.