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Apple Music

Musikstreaming-Dienst von Apple

Apple Music ist ein Musikstreaming-Dienst von Apple. Er wurde am 8. Juni 2015 auf der WWDC 2015 im Moscone Center in San Francisco vorgestellt und ist seit dem 30. Juni 2015 in 100 Ländern verfügbar, darunter auch in Deutschland,[2] Österreich und der Schweiz.[3]

Apple Music

Logo
Basisdaten

Entwickler Apple Inc.
Erscheinungsjahr 2015
Aktuelle Version 2.9.0 (Android)
(5. Juni 2019)
Betriebssystem iOS (ab 8.4), iPadOS, macOS, watchOS, tvOS, Windows, Android
Kategorie Musik-Streaming-Dienst
deutschsprachig ja
Sonstiges 60 Mio. Abonnenten (Stand 6.2019).[1]Vorlage:Infobox Software/Wartung/Sonstiges
www.apple.com/music
Logo des zu Apple Music gehörenden Radiosenders Beats 1

KonzeptBearbeiten

Der Dienst bietet für eine monatliche Gebühr von 9,99 Euro, bzw. 4,99 Euro für Studenten oder 14,99 Euro für ein Familienabo (bis zu 6 Nutzer), den Zugriff auf den Apple-Music-Katalog mit ca. 50 Millionen Titeln[4] (Angebot des iTunes Music Stores: ca. 50 Millionen Titel weltweit[5]). Apple Music darf, jedoch nicht gleichzeitig, auf bis zu zehn Geräten genutzt werden. Dabei ist dies unter anderem auf bis zu fünf Computern möglich.[6] Der Dienst teilt sich in verschiedene Funktionen auf. Künstler sollen auf der Plattform Musik veröffentlichen, Fotos und Videos hochladen und Nachrichten verbreiten können.

Mit der Funktion „Für dich“ wird dem Nutzer Musik empfohlen. Die Empfehlungen richten sich sowohl danach, was für Musik er im iTunes Store gekauft hat, als auch danach, welche Lieder er auf Apple Music wiedergegeben und welche er mit „Mag ich“, bzw. „Gefällt mir nicht“ markiert hat. Hier werden sowohl Musikvorschläge automatisch mit einem Algorithmus generiert, als auch von DJs zusammengestellte Playlists präsentiert.

In der „Entdecken“-Funktion wird vor kurzem veröffentlichte Musik vorgestellt. Diese kann nach Beliebtheit sortiert werden, aber auch nach Musikrichtung. Es werden sowohl neue Alben, Singles sowie Musikvideos vorgestellt. Die Empfehlungen beinhalten sowohl Musik basierend auf der geografischen Lage als auch beliebte ältere Musik.

Für die Radio-Funktion wird lediglich eine Apple-ID benötigt, jedoch kein kostenpflichtiges Apple-Music-Abo. Es kann sowohl das von Apple stark beworbene Beats-1-Radio genutzt werden als auch Radiostationen, die eine ausgewählte Musikrichtung spielen. Ohne kostenpflichtige Mitgliedschaft ist es jedoch nur in begrenztem Umfang möglich, Tracks zu überspringen. Der Radiosender Beats 1 wird rund um die Uhr von Zane Lowe in Los Angeles (ehemaliger BBC-Radio-1-Moderator), Ebro Darden in New York City (Hip-Hop-DJ) und Julie Adenuga aus London moderiert.[7] Weiterhin können auch lokaler Radiosender gespielt werden.[8]

In der „Mediathek“-Sektion kann die gespeicherte Musik eingesehen werden. Hier kann die Musik je nach Album, Interpret, Lied, Playlist, Genre, Komponist und Kompilation sortiert werden. Es kann zusätzlich ein Filter für die zur Offline-Nutzung gespeicherte Musik aktiviert werden.

Auch können Playlists erstellt werden. Diese können sowohl mit einem Bild als auch einer Beschreibung versehen werden. Auch Playlists von anderen Nutzern können hinzugefügt werden.

Seit iOS 11 kann sich jeder Apple Music Nutzer ein Profil erstellen. Hier können Playlists und das aktuelle Hörverhalten veröffentlicht werden. Nutzer können auch andere Nutzer finden und diesen folgen. Hierfür kann man das Profil mit Facebook verbinden.

Die Mitgliedschaft beinhaltet die iTunes-Match-Funktion. Musik, die nicht bei Apple Music verfügbar ist, sich aber in der iTunes-Bibliothek des Nutzers befindet, wird automatisch in die iCloud hochgeladen, sodass auch diese Lieder auf allen synchronisierten Geräten verfügbar sind. Es können derzeit bis zu 100.000 Lieder hochgeladen werden.[9]

VerfügbarkeitBearbeiten

Der Dienst ist seit dem 30. Juni 2015 für iOS, watchOS, macOS, tvOS und Windows verfügbar, eine Android-Version folgte im Herbst 2015. Apple startete somit – obwohl die Struktur und Ressourcen seit 2003 gegeben waren – erst 12 Jahre später mit dem Musikstreaming, da Firmengründer Steve Jobs eine ablehnende Haltung gegenüber Musikstreaming hatte. Er argumentierte auf dem Apple Special Event 2003[10], dass man im Gegensatz zu einem Film ein Lied sein ganzes Leben lang höre und nicht nur ein paarmal. So sei es sinnlos, ein Abo abzuschließen das lediglich ein Zugriffsrecht erlaubt aber die persönliche Verwendung (CDs brennen, in Homemovies verwenden etc.) untersagt.

Im Gegensatz zu anderen Streaming-Diensten konnte anfangs auf Apple Music nicht mit einem Webbrowser zugegriffen werden, was die Verwendung eines Clients, für Windows und OS X iTunes, erforderlich macht. Die übertragende Musik wird mit dem FairPlay-Kopierschutz geschützt und kann so nach dem Stream nicht von anderen Programmen verwendet werden. Dabei wird eine Streamingqualität von 256 kbit/s im AAC-Format verwendet. (Gleichwertig zu MP3 mit 320 kbit/s).[11]

Auf der Worldwide Developers Conference 2018 stellte Apple mit MusicKit ein JavaScript-Framework vor, mit dem auch über den Browser auf Tracks und Alben zugegriffen werden kann.[12][13]

KontroversenBearbeiten

Bereits vor der Veröffentlichung des Dienstes wurde durch Wettbewerbsbehörden in den US-Bundesstaaten New York und Connecticut geprüft, ob Apple Druck auf die Labels ausgeübt hat, um Gratis-Angebote bei Konkurrenten wie Spotify einzustellen.[14]

Am 21. Juni 2015 veröffentlichte die Künstlerin Taylor Swift einen offenen Brief an Apple,[15] in dem die fehlende Vergütung der Künstler während der drei Monate langen Probephase, die für den Nutzer kostenlos ist[16], kritisiert wurde. Sie argumentierte: „Wir fordern von euch ja auch keine kostenlosen iPhones. Also fragt nicht, ob wir euch unsere Musik ohne Abfindung zur Verfügung stellen.“ (“We don’t ask you for free iPhones. Please don’t ask us (recording artists) to provide you with our music for no compensation.”) Einen Tag später meldete[17][18] sich darauf hin Eddy Cue, der Senior Vice President of Internet Software and Services von Apple, über Twitter, um eine Änderung der Geschäftspraktiken seitens Apple bekannt zu geben. Es werden jetzt Künstler auch während der kostenlosen Probephase für die Streams vergütet. (“Apple Music will pay artist for streaming, even during customer’s free trial period”.) Daraufhin entschied sich Taylor Swift ihr neues Album 1989 über Apple Music zu veröffentlichen.[19] Swift merkte zudem an, dass alle Künstler jetzt vergütet werden und dass sie keine exklusive Vereinbarung mit Apple hat. Was in ihrer Sicht auch der Grund ist: „… warum es sich zum ersten Mal gut anfühlt, ein Album über einen Streaming Service anzubieten.“ (“After the events of this week, I’ve decided to put 1989 on Apple Music… And happily so”, “the first time it’s felt right in my gut to stream my album”).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Apple Music hat 60 Millionen aktive Abonnenten. 28. Juni 2019, abgerufen am 6. Juli 2019.
  2. Apple Music ab 30. Juni auch in Deutschland heise.de, abgerufen am 10. Juni 2015
  3. Apple Music: 50 Millionen zahlende Abonnenten – Apple News: 85 Millionen aktive Nutzer › Macerkopf. 30. Januar 2019.
  4. Apple.com - Apple Music Produktseite (englisch). 6. Juli 2015. Abgerufen am 6. Juli 2015.
  5. Apple.com - iTunes Match Produktseite (englisch). 6. Juli 2015. Abgerufen am 6. Juli 2015.
  6. Apple Music Infos Abgerufen am 15. Juli 2015.
  7. Apple Music: Das kann der neue Streaming-Service. musikexpress.de, abgerufen am 10. Juni 2015.
  8. Apple Music: iOS 13 zeigt und spielt TuneIn-Radiosender. In: iPhone-Ticker.de. Abgerufen am 19. Juli 2019.
  9. Apple plans to increase iTunes Match limit to 100,000 songs. 6. Juli 2015. Abgerufen am 6. Juli 2015.
  10. First Click: Remember when Steve Jobs said even Jesus couldn’t sell music subscriptions?. 6. Juli 2015. Abgerufen am 6. Juli 2015.
  11. Was Apple auf seiner Keynote verschwiegen hat. FOCUS online, abgerufen am 11. Juni 2015.
  12. Apple holt Karten und Musik ins Web, heise.de am 7. Juni 2018
  13. MusicKit on the Web, apple.com, abgerufen am 7. Juni 2018
  14. Apple Music im Visier der Kartellwächter. heise.de, abgerufen am 11. Juni 2015.
  15. Taylor Swift: Taylor Swift - To Apple, Love Taylor. Tumblr. 21. Juni 2015. Archiviert vom Original am 1. Juli 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/taylorswift.tumblr.com Abgerufen am 1. Juli 2015.
  16. "[1]"Apple Music, abgerufen am 9. Oktober 2016
  17. Apple Music changes policy after Taylor Swift stand. BBC News. 22. Juni 2015. Abgerufen am 1. Juli 2015.
  18. Shirley Halperin: Apple Changes Course After Taylor Swift Open Letter: Will Pay Labels During Free Trial. In: Billboard. 21. Juni 2015. Abgerufen am 1. Juli 2015.
  19. Christopher Rosen: Taylor Swift is putting 1989 on Apple Music. In: Entertainment Weekly. 25. Juni 2015. Abgerufen am 1. Juli 2015.