Gerolsbach

Gemeinde in Deutschland

Gerolsbach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.

Wappen Deutschlandkarte
Gerolsbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gerolsbach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 30′ N, 11° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 58,98 km2
Einwohner: 3703 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85302
Vorwahl: 08445
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 125
Gemeindegliederung: 77 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofmarkstraße 1
85302 Gerolsbach
Website: www.gerolsbach.de
Erster Bürgermeister: Martin Seitz (CSU)
Lage der Gemeinde Gerolsbach im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
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Über dieses Bild
Ortsansicht mit Pfarrkirche Sankt Andreas

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Ort Gerolsbach liegt ungefähr im geographischen Mittelpunkt des Städtedreiecks Ingolstadt, Augsburg und München. Das Pfarrdorf liegt am gleichnamigen Gerolsbach, der auch Kleine Ilm genannt wird, einem kleinen linken Nebenfluss der Ilm. Die nächsten Städte Pfaffenhofen an der Ilm und Schrobenhausen sind jeweils zwölf Kilometer entfernt.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 77 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Die Orte teilen sich auf fünf Gemarkungen auf:

  • Gemarkung Gerolsbach: 39 Orte
  • Gemarkung Alberzell: 7 Orte
  • Gemarkung Klenau: 9 Orte
  • Gemarkung Singenbach: 13 Orte
  • Gemarkung Strobenried: 9 Orte

GeschichteBearbeiten

Name und Geschichte bis zur GemeindegründungBearbeiten

Gerolsbach soll vom Namen des Priesters Kerolt abgeleitet sein, der von 783 bis 811 der Urpfarrei vorstand. Schriftlich wurde Gerolsbach erstmals im 10. Jahrhundert in Urkunden des Klosters Münchsmünster erwähnt. Die ortsadligen Herren von Gerolsbach sind seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachweisbar und fungierten wohl als Ministerialen des Hochstifts Freising. Schon um 1000 wurde Gerolsbach als Freisinger Besitz genannt. Als Propstei des Domkapitels erlangte Gerolsbach den rechtlichen Status einer Hofmark, deren Rechte in der Säkularisation um 1803 abgelöst wurden.

SageBearbeiten

Ein Raubritter namens Gerold trieb sein recht unkeusches und brutales Unwesen auf der Burg Geroldseck. Er überfiel vorbeiziehende Handelsleute auf ihren Wegen zwischen Augsburg und Regensburg. Schließlich wurde er in Österreich geschnappt, hingerichtet und seine Burg geschleift. Ihre Trümmer wurden schon 1740 für den Ausbau der Gerolsbacher St.-Andreas-Kirche benutzt. Tatsächlich gibt es in Gerolsbach eine Ritter-Gerold-Straße.

KreiszugehörigkeitBearbeiten

Die 1818 mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt begründete Gemeinde gehörte bis zum 30. Juni 1972 zum Landkreis Schrobenhausen und wurde dann im Zuge der Gebietsreform in Bayern dem Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm zugeschlagen.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 die Gemeinden Alberzell, Klenau, Singenbach und Strobenried eingegliedert.[4][5] 1979 wurde der Gemeindeteil Kaltenberg an die Gemeinde Jetzendorf abgegeben.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2468 auf 3573 Einwohner bzw. um 44,8 %.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist Martin Seitz (CSU).[6] Bei der Bürgermeisterwahl am 2. März 2008 löste Martin Seitz den langjährigen Amtsinhaber Ries ab, welcher nicht mehr kandidierte. Martin Seitz erreichte im ersten Wahlgang 58,3 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,2 %. In der Bürgermeisterwahl 2014 wurde der Amtsinhaber Martin Seitz mit 76,42 % Stimmenanteil wiedergewählt, die Wahlbeteiligung lag bei 74,28 %. Martin Seitz wurde bei der Bürgermeisterwahl 2020 wiedergewählt.[7]

GemeinderatBearbeiten

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen
Partei / Liste Wahl 2020[8]
% Sitze
CSU 44,00 7
Freie Wähler 29,00 5
Grüne 13,80 2
UB (Unabhängige Bürger) 13,10 2
Gesamt 100 16
Wahlbeteiligung 73,40 %

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein silberner Wolfsrumpf, darunter schräg gekreuzt zwei goldene Halme mit Weizenähren.“[9]
Wappenbegründung: Der Wolfsrumpf ist das Schildbild der ortsadligen Herren von Gerolsbach, die seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachweisbar sind und wohl als Ministerialen des Hochstifts Freising fungierten. Schon um 1000 wird Gerolsbach als Freisinger Besitz genannt. Als Propstei des Domkapitels erlangte Gerolsbach den rechtlichen Status einer Hofmark. Die gekreuzten Ähren versinnbildlichen die landwirtschaftliche Struktur des Gemeindegebiets, in dem besonders der Weizenanbau gepflegt wird.

Dieses Wappen wird seit 1966 geführt.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche Sankt Andreas

BodendenkmälerBearbeiten

BildungseinrichtungenBearbeiten

In Gerolsbach gibt es zwei Kindergärten, eine Kinderkrippe und eine Grundschule:

  • Kindergarten Regenbogen
  • Kindergarten Villa Kunterbunt
  • Im Kindergarten Villa Kunterbunt ist eine Kinderkrippengruppe integriert
  • Grundschule Gerolsbach

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

Im Gemeindegebiet sind Sport- und Tennisplätze, ein Golfplatz und ein Pferdesportzentrum vorhanden.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Der Botaniker, Mediziner und Naturwissenschaftler und spätere Rektor der Universität Lüttich Anton Friedrich Spring (1814–1872) wurde in Gerolsbach geboren.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gerolsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Gerolsbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. September 2019.
  3. Gemeinde Gerolsbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 13. Dezember 2021.
  4. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 52, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 3 und 7).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586.
  6. Zahlen und Fakten. Gemeinde Gerolsbach, abgerufen am 19. Juli 2020.
  7. Ratsinformationssystem - Herr Martin Seitz. Abgerufen am 26. Mai 2020.
  8. wahl.info: Wahlergebnis Kommunalwahl 2020, abgerufen am 3. April 2021
  9. Eintrag zum Wappen von Gerolsbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte