Działoszyn

Stadt in Polen

Działoszyn (deutsch Dzialoszyn, 1943–1945 Dilltal)[2] ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Łódź. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat Pajęczański.

Działoszyn
Wappen von Działoszyn
Działoszyn (Polen)
Działoszyn
Działoszyn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Łódź
Powiat: Pajęczno
Fläche: 4,94 km²
Geographische Lage: 51° 7′ N, 18° 52′ OKoordinaten: 51° 7′ 0″ N, 18° 52′ 0″ O
Einwohner: 5884
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 98-355
Telefonvorwahl: (+48) 43
Kfz-Kennzeichen: EPJ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: RadomskoWieluń
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 15 Schulzenämter
Fläche: 120,59 km²
Einwohner: 12.508
(30. Jun. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1009013
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Krzysztof Piekarz
Adresse: ul. Piłsudskiego 21
98-355 Działoszyn
Webpräsenz: www.dzialoszyn.e-bip.pl



GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an der Stelle des heutigen Działoszyn stammt aus dem Jahre 1411. Ein Jahr später erfolgte die Vergabe des Stadtrechts nach Magdeburger Recht. 1502 erteilte Alexander der Jagiellone dem Ort das Recht auf zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt an jedem Mittwoch. Während des Schwedisch-Polnischen Kriegs wurde der Ort 1655 durch General Burchard Muller zerstört. Eine Synagoge wurde 1760 errichtet. Während der Zweiten Teilung Polens wurde der Ort 1793 in Preußen eingegliedert. Am 2. Oktober 1803 zerstörte ein großes Feuer fast die gesamte Stadt. Mit der Bildung des Herzogtums Warschau wurde der Ort 1807 diesem zugeteilt und war ab 1815 Teil Kongresspolens. 1870 wurde eine Reform des Stadtrechts auf polnischem Boden durch Zar Alexander II. durchgeführt, bei der die Zahl der Städte von 452 auf 114 reduziert wurde. Zu den Städten, die ihr Stadtrecht verloren, gehörte auch Działoszyn. Zwei Jahre später brannten am 29. Juli bei einem Brand 186 Häuser ab. Während des Ersten Weltkrieges fand sich die Stadt mehrmals im umkämpften Frontgebiet, wobei sich die Frontlinie mal westlich, mal östlich der Stadt verschob. Nach Ende des Krieges wurde die Stadt Teil der Zweiten Republik Polens. Der Anschluss an das Schienennetz erfolgte 1930. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte bereits am 1. September 1939 Bombardierungen durch die Luftwaffe der Wehrmacht. Am folgenden Tag gab es in der Gegend eine Schlacht deutscher gegen polnische Truppen. Am 3. September wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht besetzt. Bis 1945 war Dilltal dem Landkreis Welun im Reichsgau Wartheland zugeordnet. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort ab 1945 wieder aufgebaut. Der Bau eines Zementwerkes zwischen 1961 und 1964 sorgte für das Wachstum des Ortes. Daher erhielt der Ort mit Wirkung zum 1. Januar 1994 wieder das Stadtrecht.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

1673 lebten die 479 Einwohner des Ortes in 50 Häusern. Im Rahmen der Eingliederung in Preußen stieg im gesamten Gebiet die Einwohnerzahlen an. Działoszyn hatte dabei 1793 1.294 Einwohner, Łódź hatte damals gerade mal 191. In der Stadt gab es 142 Häuser, 16 davon gemauert, 126 hölzern. 1810 lebten schon 4.500 Menschen in der Stadt. 1825 lebten in nun 259 Häusern 1.980 Menschen. 1870, im Jahr des Verlustes des Stadtrechts, gab es in Działoszyn 4.500 Einwohner, die 386 Häuser bewohnten. 1931 lebten 4.498 Menschen in 533 Häusern.

VerkehrBearbeiten

Der Dienstbahnhof Działoszyn liegt an der Bahnstrecke Chorzów–Tczew.

GemeindeBearbeiten

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören neben der Stadt Działoszyn weitere 15 Ortsteile mit einem Schulzenamt:

Bobrowniki (1943–1945 Biberwald[3])
Draby
Grądy
Lisowice
Lisowice-Kolonia (1943–1945 Kabel[3])
Niżankowice (1943–1945 Gründau[3])
Posmykowizna
Raciszyn (1943–1945 Raldorf[3])
Sadowiec (1943–1945 Baumgart[3])
Sadowiec-Wrzosy
Szczepany
Szczyty (1943–1945 Schilddorf[3])
Trębaczew (1943–1945 Trümmerfeld[3])
Zalesiaki (1943–1945 Waldenau[3])
Zalesiaki-Pieńki
 
Vogelperspektive

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

Bugaj
Kapituła
Kiedosy
Młynki
Patoki Małe
Sadowiec-Niwa
Sadowiec-Pieńki
Sęsów
Szczyty-Błaszkowizna
Szczyty-Las
Tasarze
Węże
Wójtostwo

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Palast der Spätrenaissance
  • Pfarrkirche von 1787

Tochter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. Vgl. "Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland, Nr.62" vom 18. Mai 1943
  3. a b c d e f g h http://www.mapywig.org/m/German_maps/1919-1945/300K/Osteuropa_1_300_000_Ausgabe_Nr._3_Blatt-Nr._Q52_Litzmannstadt.jpg@1@2Vorlage:Toter Link/www.mapywig.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (17,4 MiB)