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Nikolassee ist ein Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin. In diesem Ortsteil befinden sich der Nikolassee, die Ortslage Schlachtensee sowie am Ostufer des Großen Wannsees das Strandbad Wannsee.

Nikolassee
Ortsteil von Berlin
BerlinBrandenburgWannseeNikolasseeZehlendorfDahlemSteglitzLankwitzLichterfeldeNikolassee auf der Karte von Steglitz-Zehlendorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 26′ 0″ N, 13° 12′ 0″ OKoordinaten: 52° 26′ 0″ N, 13° 12′ 0″ O
Fläche 19,61 km²
Einwohner 16.602 (30. Jun. 2018)
Bevölkerungsdichte 847 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 14129, 14163, 14193
Ortsteilnummer 0606
Verwaltungsbezirk Steglitz-Zehlendorf

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Karte der Villenkolonien an den Bahnhöfen Nikolassee, Schlachtensee und Wannsee, 1911

Die Villenkolonie Nikolassee wurde 1901 gegründet und 1910 zu einer selbstständigen preußischen Landgemeinde erklärt. 1902 wurde der Bahnhof Nikolassee eingeweiht, der sich damals noch auf freiem Feld befand. Im Jahr 1906 entstand die Anlage des späteren Evangelischen Kirchhofs Nikolassee, auf dem 1912/1913 eine Kapelle errichtet wurde. Gegenüber dem Friedhof wurde ab 1909 die evangelische Kirche Nikolassee erbaut und ein Jahr später entstand die Schlachtenseer Johanneskirche.

Die Eingemeindung der Landgemeinde Nikolassee[1] nach Groß-Berlin erfolgte 1920. In den 1930er Jahren kam am Ostrand Nikolassees die Siedlung Wonnegauviertel hinzu.

Im Jahr 1954 entstand die katholische Kirche Zu den Heiligen Zwölf Aposteln in der Schlachtenseer Wasgenstraße.

Ortslagen und ViertelBearbeiten

 
Übersichtskarte des Ortsteils Nikolassee
  • Gartenstadt Düppel
  • Germanenviertel
  • Hubertshäuser: Hubert war im 18. Jahrhundert ein Grundbesitzer. Als Königlicher Kammerrat unter Friedrich II. erhielt er 1772 den Auftrag, südwestlich von Zehlendorf eine Kolonie für ausgediente Soldaten zu gründen. Dafür waren 240 Morgen mageren Bodens von den Zehlendorfer Bauern für 1000 Taler erworben worden. Die Besiedelung begann auf dem kontributionsfreien Gebiet nach 1775 und das besiedelte und landwirtschaftlich erschlossene Gelände – als Hubertshäuser ausgewiesen – wurde der Gemeinde vom König vor 1780 übereignet. Später wurde diese Siedlung als Kolonie Neu-Zehlendorf geführt.[2]
  • Kleistviertel[3]
  • Marinesiedlung
  • Schlachtensee
  • Wagnerviertel,[4] auch als Nibelungenviertel bezeichnet
  • Waldhaus-Viertel
  • Wonnegauviertel

Ehemalige Überhorizont-RichtfunkanlageBearbeiten

 
Funkstelle Berlin-Nikolassee auf einer Sondermarke

Rund 600 Meter östlich des Strandbads Wannsee betrieb die Deutsche Bundespost ab 1950 – zunächst nur für die Telefonverbindungen nach Westdeutschland – die Richtfunkstelle Berlin 2.[5] Zusätzlich konnte ab dem 20. Oktober 1952[6] von dort auch eine Fernsehverbindung zum Hamburger Studio des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) geschaltet werden. Als Antennenträger der Überhorizont-Richtfunkanlage (Lage) dienten drei 150 Meter hohe abgespannte Stahlgittermaste.[7] Davon waren zwei in 25 Metern Abstand aufgestellt und bildeten die Form eines ‚H‘, da sie in 120 Metern Höhe über eine Stahlfachwerkbrücke verbunden waren. Gegenstation war die ca. 135 Kilometer entfernte Funkübertragungsstelle Gartow (Sender Höhbeck).

Im Briefmarken-Jahrgang 1956 der Deutschen Bundespost Berlin gab es anlässlich der Deutschen Industrieausstellung eine 25-Pf-Sondermarke (Mi.-Nr. 157), auf der die drei Masten der Überhorizont-Richtfunkanlage Berlin-Nikolassee abgebildet sind.

Mit der Inbetriebnahme des Fernmeldeturms Schäferberg im Jahr 1964 wurde diese Richtfunkanlage schrittweise entbehrlich und die Masten wurden im Oktober 1974 abgebaut.

Gewässer im OrtsteilBearbeiten

 
Villa auf Schwanenwerder

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Henning Schröder, Hans H. Lembke: Nikolassee – Häuser und Bewohner der Villenkolonie. (mit Unterstützung der BVV Steglitz-Zehlendorf).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Berlin-Nikolassee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Übersichtskarte Nikolassee. In: Berliner Adreßbuch, 1920, Teil 5, Nikolassee, S. 841.
  2. An den Hubertshaeusern. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  3. Südliche Potsdamer Chaussee – Königsweg, Kleist- oder auch Zickenviertel (Memento vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) auf www.schroederniko.de
  4. Wannsee-Dreieck – das Wagnerviertel: Tristan- und Isoldestraße (Memento vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) auf www.schroederniko.de
  5. Richtfunkstelle Berlin 2 auf forst-grunewald.de, abgerufen am 12. Juli 2019
  6. Die große Richtfunkverbindungsstrecke vom Norden zum Süden auf fernsehmuseum.info (Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden), abgerufen am 12. Juli 2019
  7. Günter Nitsche: Der Richtfunk zwischen Westberlin und Westdeutschland – Eine Brücke zur freien Welt von 1948 bis zur Wende, August 2002. PDF; 340 kB, Anhang mit Bildern, PDF; 4,9 MB, abgerufen am 16. Juli 2019