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GeschichteBearbeiten

 
Karte der Villenkolonien an den Bahnhöfen Nikolassee, Schlachtensee und Wannsee, 1911

Die Villenkolonie Nikolassee wurde 1901 gegründet und 1910 zu einer selbstständigen preußischen Landgemeinde erklärt. 1902 wurde der Bahnhof Nikolassee eingeweiht, der sich damals noch auf freiem Feld befand. Im Jahr 1906 entstand die Anlage des späteren Evangelischen Kirchhofs Nikolassee, auf dem 1912/1913 eine Kapelle errichtet wurde. Gegenüber dem Friedhof wurde ab 1909 die evangelische Kirche Nikolassee erbaut und ein Jahr später entstand die Schlachtenseer Johanneskirche.

Die Eingemeindung der Landgemeinde Nikolassee[1] nach Groß-Berlin erfolgte 1920. In den 1930er Jahren kam am Ostrand von Nikolassee die Siedlung Wonnegauviertel hinzu.

Im Jahr 1954 entstand die katholische Kirche Zu den Heiligen Zwölf Aposteln in der Schlachtenseer Wasgenstraße.

Ortslagen und ViertelBearbeiten

 
Übersichtskarte des Ortsteils Nikolassee
  • Gartenstadt Düppel
  • Germanenviertel
  • Hubertshäuser: Hubert war im 18. Jahrhundert ein Grundbesitzer. Als Königlicher Kammerrat unter Friedrich II. erhielt er 1772 den Auftrag, südwestlich von Zehlendorf eine Kolonie für ausgediente Soldaten zu gründen. Dafür waren 240 Morgen mageren Bodens von den Zehlendorfer Bauern für 1000 Taler erworben worden. Die Besiedelung begann auf dem kontributionsfreien Gebiet nach 1775 und das besiedelte und landwirtschaftlich erschlossene Gelände – als Hubertshäuser ausgewiesen – wurde der Gemeinde vom König vor 1780 übereignet. Später wurde diese Siedlung als Kolonie Neu-Zehlendorf geführt.[2]
  • Kleistviertel[3]
  • Marinesiedlung
  • Schlachtensee
  • Wagnerviertel,[4] auch als Nibelungenviertel bezeichnet
  • Waldhaus-Viertel
  • Wonnegauviertel

Ehemalige Überhorizont-RichtfunkanlageBearbeiten

 
Funkstelle Berlin-Nikolassee auf einer Sondermarke

Rund 500 Meter östlich des Strandbades Wannsee errichtete die „Abteilung für Post- und Fernmeldewesen des Magistrats von Berlin“ bzw. ab Januar 1951 „Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen“ (SVPF, eine Organisation Deutsche Bundespost Berlin gab es zu keiner Zeit. Hierzu siehe auch: Oberpostdirektion - Berlin) für die über das Fernamt Berlin in der Winterfeldtstraße laufenden Telefonverbindungen nach Westdeutschland die Richtfunkstelle Berlin 2,[5] die im Mai 1951 den Betrieb aufnahm. Mit Richtantennen und hohen Sendeleistungen wurde der (wetterabhängige) Beugungseffekt der Radiowellen ausgenutzt.

Ab dem 20. Oktober 1952[6] konnte von dort auch eine Fernsehverbindung zum Hamburger Studio des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) geschaltet werden. Als Antennenträger der Überhorizont-Richtfunkanlage (Lage) dienten drei 150 Meter hohe abgespannte Stahlgittermaste.[7] Davon waren zwei in 25 Metern Abstand aufgestellt und bildeten die Form eines ‚H‘, da sie in 120 Metern Höhe über eine Stahlfachwerkbrücke verbunden waren. Gegenstation war die ca. 135 Kilometer entfernte Funkstelle Höhbeck (späterer Name: Richtfunkstelle Gartow).

Im Briefmarken-Jahrgang 1956 der Deutschen Bundespost Berlin gab es anlässlich der Deutschen Industrieausstellung eine 25-Pf-Sondermarke (Michel-Nr. 157), auf der die drei Masten der Überhorizont-Richtfunkanlage Berlin-Nikolassee abgebildet sind.

Die im Berliner Volksmund kurz „Niko“ genannte Anlage verlor nach der Inbetriebnahme des Fernmeldeturms Schäferberg im Juli 1964 und dem 1970 begonnenen Aufbau der Richtfunkanlage Berlin-Frohnau an Bedeutung. Von 1969 bis 1973 liefen über die „Niko“-Antennen nur noch Fernseh-Übertragungsstrecken. Nach Demontage der Masten im Oktober 1974 und dem Abbau der technischen Geräte wurde das Gelände am 26. Mai 1975 an die Landesforstverwaltung übergeben.

Gewässer im OrtsteilBearbeiten

 
Villa auf Schwanenwerder

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Henning Schröder, Hans H. Lembke: Nikolassee – Häuser und Bewohner der Villenkolonie. (mit Unterstützung der BVV Steglitz-Zehlendorf).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Berlin-Nikolassee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Übersichtskarte Nikolassee. In: Berliner Adreßbuch, 1920, Teil 5, Nikolassee, S. 841.
  2. An den Hubertshaeusern. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  3. Südliche Potsdamer Chaussee – Königsweg, Kleist- oder auch Zickenviertel (Memento vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) auf www.schroederniko.de
  4. Wannsee-Dreieck – das Wagnerviertel: Tristan- und Isoldestraße (Memento vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) auf www.schroederniko.de
  5. Richtfunkstelle Berlin 2 auf forst-grunewald.de, abgerufen am 12. Juli 2019
  6. Die große Richtfunkverbindungsstrecke vom Norden zum Süden auf fernsehmuseum.info (Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden), abgerufen am 12. Juli 2019
  7. Günter Nitsche: Der Richtfunk zwischen Westberlin und Westdeutschland – Eine Brücke zur freien Welt von 1948 bis zur Wende, August 2002. PDF; 340 kB, Anhang mit Bildern, PDF; 4,9 MB, abgerufen am 16. Juli 2019