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Babylon 5

amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie

Babylon 5 ist eine 1993 gestartete US-amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie, die im fiktiven Babylon-5-Universum spielt. Bis 1998 erzählte sie in 110 Episoden von den Geschehnissen in der und um die Raumstation Babylon 5.

Seriendaten
Deutscher TitelBabylon 5
OriginaltitelBabylon 5
Babylon 5 1994 logo.svg
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Jahr(e)1993–1998
Länge44 Minuten
Episoden110 in 5 Staffeln (Liste)
GenreScience-Fiction
IdeeJ. Michael Straczynski
MusikChristopher Franke
Erstausstrahlung22. Februar 1993 (USA) auf PTEN
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
3. August 1995 auf ProSieben
Besetzung
Synchronisation

Der Serie wird eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der Fernsehserien in den USA beigemessen. Es wurden auch noch einige Fernsehfilme und die Fortsetzungsserie Crusade produziert, die an die Serie anknüpfen.

Inhaltsverzeichnis

AllgemeinesBearbeiten

 
Joseph Michael Straczynski („JMS“), der Schöpfer von Babylon 5.

Entwickelt wurde Babylon 5 von Joseph Michael Straczynski, kurz „JMS“, der als Executive Producer den Verlauf der Serie kontrollierte und als ihr „Vater“ gilt. Er schrieb auch für 92 der 110 Folgen das Drehbuch, wobei jene für die dritte und vierte Staffel ausschließlich von ihm verfasst wurden. Neben ihm begleitete der ausführende Produzent Douglas Netter und Science-Fiction-Autor Harlan Ellison als „Conceptual Consultant“ die Serie.

Durch die fast ausschließliche Verwendung von Computergrafik für die Spezialeffekte sowie die Aufnahme im 16:9-Format unterschied sich Babylon 5 von vergleichbaren Serien ihrer Zeit.[1][2] Ungewöhnlich für die Entstehungszeit von Babylon 5 war auch der von vornherein auf fünf Jahre geplante Handlungsbogen. Ursprünglich für fünf Staffeln konzipiert, schien aufgrund der Auflösung des Senders das vorzeitige Aus der Serie nach vier Staffeln sicher. Um die Geschichte dennoch zu einem Abschluss zu bringen, straffte Straczynski den Handlungsbogen der vierten Staffel. Erst nach dem Produktionsende der vierten Staffel erhielt Straczynski die Freigabe für die fünfte Staffel.[3][4] So ergab sich die Situation, dass die bereits fertiggestellte, jedoch noch nicht ausgestrahlte Serien-Abschlussepisode Sleeping in Light (Der Weg ins Licht) an das Ende der fünften Staffel verlegt und eine neue Abschlussepisode für die vierte Staffel gedreht werden musste. Diese Episode, The Deconstruction of falling Stars (In hundert Jahren, in tausend Jahren), fällt aus dem gewohnten Handlungsrahmen heraus und gewährt einen Blick auf die fernere Zukunft im Babylon-Universum.

Aufgrund des nahezu gleichzeitigen Erscheinens wurde die Serie häufig mit Star Trek: Deep Space Nine verglichen. Gemeinsamkeiten waren beispielsweise der Krieg gegen einen übermächtigen Feind, die Spiritualität der Figuren sowie eine Raumstation als zentraler Handlungsort. Dies veranlasste zahlreiche Babylon-5-Fans zu dem Vorwurf, Paramount Pictures hätte Straczynskis Ideen kopiert. Straczynski selbst sah Deep Space Nine zwar eindeutig durch sein Konzept beeinflusst, äußerte aber nie Plagiatsvorwürfe.[2]

Mehrere Hauptcharaktere schieden im Laufe der Zeit aus der Serie aus. Michael O’Hare etwa stieg aus gesundheitlichen Gründen in gegenseitigem Einvernehmen mit Straczynski nach der ersten Staffel aus.[5] Auch Andrea Thompson ging auf eigenen Wunsch in Staffel zwei.[6] Figuren wie Warren Keffer oder Marcus Cole starben im Laufe der Handlung. So auch John Sheridan, der jedoch wiederbelebt wird und 20 Jahre später erneut stirbt.[1] Claudia Christian schied nach einer gescheiterten Vertragsverlängerung vor der fünften Staffel aus.[7]

HandlungBearbeiten

Die Handlung der Fernsehserie Babylon 5 umfasst neben dem Pilotfilm fünf Staffeln mit jeweils 22 Episoden sowie einige zusätzliche Fernsehfilme. Die Kernhandlung der Serie umfasst einen Zeitraum von ca. fünf Jahren um das Jahr 2260 herum. Einzelne Episoden und Filme decken auch Ereignisse außerhalb dieser Zeitspanne ab.

Der Name des Pilotfilms und die Namen der einzelnen Staffeln wurden bei der DVD-Veröffentlichung der Serie teilweise überarbeitet bzw. geändert. Die Bezeichnung „Spacecenter Babylon 5“ (alte deutsche Bezeichnung des Pilotfilms sowie der Serie) findet sich daher nur noch in dessen Synchronfassung. Im weiteren Verlauf der Serie wurde die Station einfach nur noch „Babylon 5“ genannt.

Pilotfilm „Die Zusammenkunft“ („The Gathering“)Bearbeiten

Der Pilot hieß ursprünglich „Spacecenter Babylon 5“

2257: Knapp zehn Jahre nach Ende des für die Erdallianz verheerenden Erd-Minbari-Krieges nimmt die fünfte Babylon-Station ihren Betrieb auf. Sie soll zu einem neutralen Ort für Treffen, Verhandlungen und Handel zwischen den verschiedenen Völkern der Galaxis werden. Allerdings fällt der letzte noch erwartete Diplomat – Vorlonen-Botschafter Kosh – bei seiner Ankunft einem Attentat zum Opfer. Der Hauptverdächtige ist unerwarteterweise Commander Jeffrey Sinclair, der im Namen der Erdallianz die Station leitet. Während sich die Situation zuspitzt und das überlegene Volk der Vorlonen Sinclairs Auslieferung fordert, muss die Wahrheit über den Vorfall gefunden und der dem Tode nahe Botschafter gerettet werden. Abweichend von der englischen Originalfassung wird in der deutschen Synchronisation des Pilotfilms das Jahr 2275 als Handlungszeitpunkt genannt.

Staffel 1 „Zeichen und Wunder“ („Signs and Portents“)Bearbeiten

2258: Aufgrund der Vorfälle im Zusammenhang mit dem Attentat auf Botschafter Kosh wurde der Großteil des ehemaligen Führungsstabs von Babylon 5 ausgetauscht. Lediglich Jeffrey Sinclair und Michael Garibaldi behielten ihre Posten. Für Probleme sorgen nicht nur wiederholte Überfälle durch die so genannten Raiders, eine interstellare Piratenorganisation, sondern auch der erneut aufflammende Konflikt zwischen den Narn und den Centauri, der durch die beiden Botschafter dieser Völker auch auf der Station für Zwischenfälle sorgt. Probleme bereitet auch die rassistisch-militante „Pro Erde!“-Gruppe, die sich gegen außerirdischen Einfluss wendet. Weiterhin geschehen einige merkwürdige Dinge und viele Fragen aufwerfende Ereignisse – so taucht die vor Jahren verschwundene Station Babylon 4 wieder auf, auf dem Planeten Epsilon III in der Nähe von Babylon 5 wird die Große Maschine entdeckt, eine Dilgar-Kriegsverbrecherin kommt auf die Station und ein gewisser Mr. Morden tritt in Erscheinung, der sich zusammen mit seinen „Partnern“ für die Ziele des Centauri-Botschafters Londo Mollari zu interessieren scheint. Außerdem nimmt der Einfluss der Telepathenorganisation Psi-Corps zu, wodurch weitere Unruhen und Probleme entstehen. Auf der Erde formieren sich verdeckt Kräfte, die offenbar eine politische Kursänderung zum Ziel haben. Am Ende der Staffel stirbt der Präsident der Erdallianz, Louis Santiago, bei der Explosion der Earth Force One über Io.

Staffel 2 „Schatten am Horizont“ („The Coming of Shadows“)Bearbeiten

2259: Nachdem Commander Sinclair als Botschafter auf die Heimatwelt der Minbari versetzt wurde, übernimmt Captain John Sheridan das Kommando an Bord von Babylon 5. Minbari-Botschafterin Delenn unterzieht sich einer geheimnisvollen Transformation, die sie teilweise in einen Menschen verwandelt. Der Centauri-Imperator stirbt, die Hardliner um Lord Reefa setzen mit Londos Hilfe ihren Favoriten, Cartagia, auf den Thron des Imperators. Vizepräsident Morgan Clark tritt an die Stelle des verstorbenen Erdallianz-Präsidenten und beginnt totalitäre Überwachungsstrukturen wie Nightwatch aufzubauen. Er steht der Politik seines Vorgängers hinsichtlich der Verständigung und Kooperation der Völker ablehnend gegenüber. Als Hinweise und Gerüchte auftauchen, die den Tod von Präsident Santiago als politisches Attentat in Clarks Auftrag darstellen, schließt sich der Führungsstab von Babylon 5 einer Widerstandsgruppe unter General Haigue an, die dies beweisen möchte. Währenddessen stürzen die Narn in einen offenen Krieg gegen die Centauri, erleiden jedoch eine Niederlage nach der anderen, da die Centauri von Mister Morden und seinen geheimnisvollen Partnern unterstützt werden. Derweil gibt es vermehrt Meldungen über unbekannte schwarze Schatten im Hyperraum. Es wird offensichtlich, dass in den Randzonen, insbesondere auf dem Planeten Z’ha’dum, eine Bedrohung für alle Völker entsteht, als eine der alten Rassen wieder erwacht und sich zu sammeln beginnt. Sheridan wird schließlich von Delenn und Botschafter Kosh in die Ereignisse aus ferner Vergangenheit eingeweiht, als die "Schatten" vor 1000 Jahren das letzte Mal erwachten. Er formt mit ihr insgeheim eine Allianz, um den Schatten zu entgegen zu treten.

Staffel 3 „Kriegsrecht“ („Point of No Return“)Bearbeiten

Diese Staffel hieß ursprünglich „Punkt ohne Wiederkehr“

2260: Während die Bedrohung durch die Schatten zunimmt, erhält Sheridan von Delenn die White Star, ein geheimes, hochentwickeltes Kampfschiff. Die bedingungslos präsidententreue Organisation Nightwatch gewinnt immer mehr an Einfluss, die Erde wird zunehmend zu einem orwellschen Gebilde, in dem die Regierung die Fakten verdreht, alle Fremden zu Feinden erklärt und willkürlich agiert. Weitere Beweise – angeblich außerirdische Intrigen – tauchen auf, die Präsident Clark für die Ermordung seines Vorgängers verantwortlich machen. Als dieser auch noch verfassungswidrig das Kriegsrecht ausruft, lösen sich faktisch alle Erdkolonien – einschließlich Babylon 5 – von der Erdallianz. General Haigues Putsch scheitert jedoch, die Regierungstruppen besetzen die Kolonien, machen Jagd auf die Rebellen, politische Säuberungen bei Militär und Senat folgen und auch Babylon Fünf muss sich militärisch gegen die regierungstreuen Erdstreitkräfte behaupten. Zunehmende Übergriffe seitens der Schatten führen zur zaghaften Bildung einer Vielvölker-Allianz. Diese junge Allianz stellt sich den Schatten erstmals mit einem durch die neue White-Star-Flotte verstärkten Kampfverband. Die Geheimnisse um Babylon 4 und Jeffrey Sinclair werden gelüftet und entgegen allen Warnungen fliegt Sheridan mit seiner einst verschollenen und nun plötzlich zurückgekehrten Frau nach Z’ha’dum – auch wenn bisher niemand von dort zurückgekehrt ist. Dort angekommen, versuchen die Schatten erfolglos ihn für ihre Sache zu gewinnen, sie gewähren im dabei tiefe Einblicke in die grundsätzliche Natur des gesamten Konflikts. Schließlich lässt Sheridan mit seinem Schiff Fusionsbomben auf die Stadt der Schatten, in der er sich befindet, stürzen und springt kurz vor der Detonation in einen Abgrund.

Staffel 4 „Die Befreiung von Proxima 3“ („No Surrender, No Retreat“)Bearbeiten

Diese Staffel hieß ursprünglich „Keine Kapitulation, kein Rückzug“

2261: Sheridan wird auf Z’ha’dum von Lorien, einem uralten Außerirdischen, vor dem sicheren Tod gerettet. Durch Loriens Heilung kann Sheridan noch genau 20 Jahre leben. Während Babylon 5 weiterhin von der Erde sanktioniert wird, kann der wiederkehrende Sheridan das Auseinanderbrechen der jungen Allianz in letzter Minute verhindern. Auch der vermisste Garibaldi kehrt zurück, verhält sich jedoch zunehmend seltsam und wendet sich gegen seine alten Freunde. Mollari muss einsehen, dass er mit Cartagia einem Wahnsinnigen an die Spitze der Macht verholfen hat, der die Centauri in die Vernichtung führen wird. Er betreibt dessen Ermordung und wird danach selbst Premierminister der Centauri, überlässt die Regierungsgewalt aber einem politisch unbelasteten Regenten. Neben den Schatten treten nun ebenfalls die Vorlonen gegenüber vielen der „jungen Völker“ kriegerisch in Erscheinung, der Krieg zwischen den beiden Völkern eskaliert zu ungeahnten Dimensionen. Sheridan führt die neue Allianz in eine große Entscheidungsschlacht, nach der die letzten der „alten Völker“ – unter anderem die Vorlonen und die Schatten – die Galaxis verlassen. Als die Erdregierung die Propagandamaschinerie gegen Babylon 5 und Sheridan in Gang setzt und auf zivile Flüchtlingsschiffe schießen lässt, geht dieser in die Offensive: Militärisch befreit er mehrere Erdkolonien und stürzt die Erdallianz so in einen offenen Bürgerkrieg. Nachdem immer mehr Erdkriegsschiffe sich ihm anschließen, ergreift Sheridan die Initiative und greift Clarks Truppen auf Höhe des Mars an. Um den Eindruck einer Alien-Invasion zu vermeiden, wird der erfolgreiche Angriff auf die Erdstreitkräfte ausschließlich von menschlichen Kampftruppen und den überlegenen White-Star-Schiffen durchgeführt, eine multiplanetare Flotte wartet jedoch im Hyperraum. Die Streitkräfte der Erde werden auf Höhe des Mars überrumpelt. Angesichts der Niederlage seiner Truppen und des Zusammenbruchs seines Regimes begeht Präsident Clark Suizid, richtet zuvor aber noch die planetaren Verteidigungssatelliten gegen die Erde, um die Bevölkerung des Heimatplaneten zu vernichten. Sheridans Allianz und die Reste der Regierungsflotte können die Zerstörung der Erde in letzter Sekunde verhindern. Nach dem Ende des Konflikts wird Sheridan von der neuen Präsidentin Luchenko zum Rücktritt aus den Erdstreitkräften gedrängt, da er als Symbolfigur des Widerstandes dem politischen und gesellschaftlichen Heilungsprozess im Wege steht. Darauf hin wird er von den Repräsentanten der alliierten Völker zum Präsidenten der neu gegründeten Interstellaren Allianz gewählt, der sich auch die Erde anschließt.

Staffel 5 „Augen aus Feuer“ („Wheel of Fire“)Bearbeiten

Diese Staffel hieß ursprünglich „Das Rad des Feuers“

2262: Babylon 5 erhält mit Elizabeth Lochley einen neuen Captain und Michael Garibaldi wird Geheimdienstchef der Interstellaren Allianz; beide misstrauen einander jedoch. Nach dem Abtritt der Schatten und Vorlonen steht nun die Reorganisation der Galaxis, vor allem der Interstellaren Allianz, sowie die Aufarbeitung des Schattenkrieges und seiner Folgen im Vordergrund, was eine Vielzahl paralleler Ereignisreihen zur Folge hat. Auf der Station wird eine Kolonie für Telepathen eingerichtet, die auf der Flucht vor dem Psi-Corps sind; dem Psi-Corps und speziell Alfred Bester ist diese Kolonie und ihr Anführer Byron ein Dorn im Auge, dies führt zwangsläufig zu Konflikten. Lyta Alexander schließt sich den abtrünnigen Telepathen an und organisiert nach Byrons Tod deren Widerstand gegen das Psi-Corps. Währenddessen kommt es immer wieder zu scheinbar willkürlichen Angriffen Unbekannter auf Schiffe aller Mitglieder der Allianz. Da sich zeitgleich der Tod des Centauri-Regenten abzeichnet, begibt sich Londo Mollari nach Centauri Prime; G'Kar begleitet ihn als sein Leibwächter. Schließlich stellt sich heraus, dass offenbar die Centauri hinter den Angriffen stecken, und Narn und Drazi machen alle Bemühungen Sheridans um eine friedliche Lösung durch einen direkten Angriff auf Centauri Prime zunichte. Zu spät findet Sheridan heraus, dass in Wahrheit die mysteriösen Drakh die Centauri instrumentalisieren und den nächsten Krieg vorbereiten. Londo muss hilflos mit ansehen, wie sein Planet durch Orbitalbeschuss verwüstet wird. Kurz darauf geben sich ihm die Drakh zu erkennen und zwingen ihn, das Amt als Imperator der Centauri zu übernehmen und ihren Befehlen zu folgen. Eine seiner ersten Handlungen ist es, seinen engsten Vertrauten, Vir Cotto, zum neuen Centauri-Botschafter zu ernennen. G'Kar wiederum wird nach der nicht genehmigten Veröffentlichung seiner geheimen Aufzeichnungen bei seiner Rückkehr auf die Station wie ein Gott verehrt und flieht vor dieser neuen, ihm unangenehmen und konfliktbeladenen Rolle, indem er in Begleitung Lytas eine Forschungsreise durch das Universum antritt. Garibaldi, Sheridan und andere verlassen nacheinander ebenfalls die Station, um sich neuen Aufgaben zu widmen. 20 Jahre später ist Sheridans Lebensenergie, die er von Lorien erhalten hat, aufgebraucht. Er fliegt alleine mit seinem White-Star-Schiff los und wird über Coriana, am Ort der großen Entscheidungsschlacht, bereits von Lorien erwartet, der ihn mit sich nimmt. Sheridans Körper verschwindet spurlos. Die Raumstation Babylon 5 ist nach Ansicht der Erdregierung mittlerweile überflüssig und unrentabel geworden, da praktisch alle Aufgaben, für die die Station vorgesehen war, von der Interstellaren Allianz übernommen wurden. Da die stillgelegte, nicht kontrollierte Station eine Gefahr für die Raumfahrt (und möglicherweise von unerwünschten Gruppierungen missbraucht werden könnte), wird die Station in der finalen Folge gesprengt. Ein kurzer Überblick zeigt, wie das Leben der Hauptfiguren nach Babylon Fünf und Sheridans Tod weiter geht.

Das UniversumBearbeiten

Besetzung und SynchronisationBearbeiten

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Synchronfirma Telesynchron in Berlin. Die Dialogbücher schrieben Michael Erdmann und Florian Krüger-Shantin, Dialogregie führte Michael Erdmann.

Schauspieler Rolle Staffel Synchronsprecher[8][9]
P 1 2 3 4 5
Michael O’Hare Jeffrey Sinclair HR HR GA GA Bernd Vollbrecht
Bruce Boxleitner John J. Sheridan HR HR HR HR Joachim Tennstedt
Tracy Scoggins Elizabeth Lochley HR Silvia Mißbach
Tamlyn Tomita Lt. Cmdr. Laurel Takashima HR Katharina Gräfe
Claudia Christian Susan Ivanova HR HR HR HR GA Eva Kryll
Joshua Cox Lt. David Corwin NR NR NR NR NR Michael Bauer, Andreas Hof
Robert Rusler Warren Keffer HR Nicolas Böll
Robert Foxworth Gen. William Hague GA Joachim Nottke
Jason Carter Marcus Cole HR HR Thomas Nero Wolff
Jerry Doyle Michael Garibaldi HR HR HR HR HR HR Peter Reinhardt
David L. Crowley Lou Welch NR NR Hans Nitschke, Peter Neusser
Jeff Conaway Zack Allan NR HR HR HR Gerald Paradies
Johnny Sekka Dr. Benjamin Kyle HR Frank Glaubrecht
Richard Biggs Dr. Stephen Franklin HR HR HR HR HR Detlef Bierstedt
Patricia Tallman Lyta Alexander HR GA NR HR HR Liane Rudolph
Andrea Thompson Talia Winters HR HR Evelyn Maron
Walter Koenig Alfred Bester GA GA NR NR NR Till Hagen
Robin Atkin Downes Byron Gordon NR Torsten Sense
Julia Nickson-Soul Catherine Sakai GA Ghadah Al-Akel
Denise Gentile Lise Hampton GA NR NR Diana Borgwardt, Nina Herting, Traudel Haas
Efrem Zimbalist Jr. William Edgars NR Jochen Schröder
Mark Schneider Wade NR Klaus-Dieter Klebsch
Marjorie Monaghan Theresa Halloran / Nummer Eins NR NR Ulrike Möckel
Maggie Egan ISN-Nachrichtensprecherin NR NR NR NR NR Franziska Pigulla
Mira Furlan Delenn HR HR HR HR HR HR Joseline Gassen
Bill Mumy Lennier HR HR HR HR HR Klaus-Peter Grap
John Vickery Neroon GA GA GA NR Michael Christian
Andreas Katsulas G'Kar HR HR HR HR HR HR Lothar Blumhagen
Julie Caitlin Brown Na'Toth (I) HR GA Ursula Heyer
Mary Kay Adams Na'Toth (II) HR Rita Engelmann
Marshall R. Teague Ta'Lon GA NR NR Claus Jurichs
Peter Jurasik Londo Mollari HR HR HR HR HR HR Bert Franzke
Stephen Furst Vir Cotto HR HR HR HR HR Stefan Staudinger
Damian London Milo Virini GA GA NR NR Georg Tryphon, Klaus Jepsen, Heinz Fabian
William Forward Lord Refa NR NR Klaus-Dieter Klebsch
Wortham Krimmer Imperator Cartagia NR Stefan Gossler
Jeffrey Willerth (Stimme)
Ardwright Chamberlain (Kostümträger)
Kosh Naranek NR NR NR NR Wolf Rüdiger Reutermann
Michael Erdmann
Raimund Krone
Ardwright Chamberlain (Stimme)
Jeffrey Willerth (Kostümträger)
Ulkesh (Kosh II) NR NR
Ed Wasser Morden NR NR NR NR GA Ingo Albrecht, Benjamin Völz (eine Folge)
Wayne Alexander Lorien NR GA Friedrich Schoenfelder
Louis Turenne Draal (I) GA Joachim Nottke
John Schuck Draal (II) GA GA Michael Chevalier
Tim Choate Zathras GA GA GA Hermann Ebeling, Gerry Wolff

Anmerkungen: P: Pilotfilm, HR: Hauptrolle, NR: Nebenrolle, GA: Gastauftritte

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1993: Emmy (Special Visual Effects) für den Pilotfilm „Die Zusammenkunft“ („The Gathering“)
  • 1994: Emmy (Makeup) für die Episode „Angriff auf G'Kar“ („The Parliament of Dreams“)
  • 1996: Hugo Award (Best Dramatic Presentation) für die Episode „Schatten am Horizont“ („The Coming of Shadows“)
  • 1997: Hugo Award (Best Dramatic Presentation) für die Episode „Die Strafaktion“ („Severed Dreams“)

WissenswertesBearbeiten

  • Vom Pilotfilm „Die Zusammenkunft“ existieren zwei unterschiedliche Versionen – zum einen die 1993 erstmals ausgestrahlte Originalfassung und eine von J. Michael Straczynski neu geschnittene und 1998 erstmals ausgestrahlte Fassung. Diese ist genauso lang wie das Original, es wurden aber insgesamt 14 Minuten ausgetauscht. So wurden weniger temporeiche Szenen gestrafft und störende Szenen wie der „galaktische Zoo“ in den Alienquartieren entfernt, um vormals nicht verwendetes Material unterzubringen, Kameraeinstellungen ausgetauscht, die CGIs verbessert und neue Musik komponiert.
  • J. Michael Straczynski hat in der letzten Folge „Der Weg ins Licht“ einen kurzen Gastauftritt. Er spielt den Techniker, der das Licht auf der Station ausmacht, bevor diese gesprengt wird.
  • Delenn sollte ursprünglich ein männlicher Minbari mit einem widersprüchlichen Körperbau sein. Diese Idee wurde noch während der Nachproduktion des Pilotfilms verworfen und von dieser Änderung betroffene Textpassagen wurden ausgetauscht. Als Konsequenz daraus unterscheidet sich Delenns Aussehen im Pilotfilm ein wenig von dem in der ersten Staffel der Serie.

Fernsehfilme und AblegerBearbeiten

CrusadeBearbeiten

Ursprünglich als Spin-off mit fünf Staffeln konzipiert, wurde die Produktion 1999 nach nur 13 Folgen noch vor Ausstrahlung der ersten Episode abgebrochen. Die Serie spielt zeitlich zwischen den letzten beiden Folgen von Babylon 5. Ihre Handlung knüpft unmittelbar an den Film Babylon 5: Waffenbrüder an. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffes Excalibur auf ihrer Suche nach einem Heilmittel gegen eine Seuche auf der Erde.

FernsehfilmeBearbeiten

„Babylon 5: Der erste Schritt“ („In the Beginning“) thematisiert hauptsächlich die Geschichte des Erde-Minbari-Krieges im Rückblick und knüpft so an viele Handlungselemente der Serie an. „Das Tor zur 3. Dimension“ („Thirdspace“) und „Der Fluss der Seelen“ („The River of Souls“) bilden eigene abgeschlossene Handlungsbögen, deren Verlauf in die Zeit der Serie fallen. „Waffenbrüder“ („A Call to Arms“) schließt inhaltlich an die fünfte Staffel der Serie an und bildet die Überleitung zur Spin-off-Serie Crusade.

Die vier Babylon-5-Fernsehfilme wurden in den USA während der Ausstrahlung der fünften und letzten Staffel der Fernsehserie Babylon 5 und nach dem Ende der Serie im Winter 1998/1999 erstmals ausgestrahlt.

Neben diesen vier Filmen gibt es den 1993 erstmals ausgestrahlten und 1998 überarbeiteten Pilotfilm Die Zusammenkunft und aus dem Jahr 2002 den Film Legende der Ranger, der Pilotfilm für eine weitere Spin-off-Serie sein sollte, die jedoch nie in Produktion ging.

The Lost TalesBearbeiten

Am 25. Oktober 2006 teilte Straczynski mit, dass ursprünglich drei Mini-Filme – nun unter dem Produktionstitel „Babylon 5: The Lost Tales“ (TLT) bekannt – geplant waren. Aufgrund der Komplexität eines der Themen wurde dieses jedoch verschoben. Es wurden also zunächst nur zwei „Lost Tales“ mit Geschichten rund um die Charaktere John Sheridan, Elizabeth Lochley und Galen gedreht. Zeitlich ist die Handlung nach den Geschehnissen im Rahmen der Serie Babylon 5 angesetzt. Das Projekt war als „Direct-to-DVD“ konzipiert, sollte aber auch im US-Fernsehen ausgestrahlt werden. Einen wirtschaftlichen Erfolg des Projektes vorausgesetzt stellte Straczynski eine ganze Reihe weiterer „Lost Tales“ in Aussicht.[10]

Die erste „The Lost Tales“-DVD ist in Deutschland im August 2007 unter dem Namen „Vergessene Legenden – Stimmen aus dem Dunkel“ erschienen. Der Erfolg der DVD rechtfertigte für das Produktionsstudio Warner Brothers keine Erhöhung des Budgets (2 Millionen Dollar) und so gab Straczynski dann Mitte Juli 2008 bekannt, dass es keine weitere „Lost-Tales“-DVD mehr geben werde, da die Filme mit diesen Mitteln nicht die von ihm gewollte Qualität erreichen würden.[11]

ComputerspieleBearbeiten

Nachdem die Serie 1998 ihr Ende fand, gab es verschiedene Bemühungen, ein PC-Spiel in diesem Universum zu erschaffen. Die aussichtsreichste Entwicklung eines Weltraum-Shooters, Babylon 5: Into the Fire von Sierra Entertainment, wurde 1999 eingestellt. Seitdem versuchen viele private Entwickler und Fans, eigene Spiele zu realisieren. Dabei wird größtenteils auf die Modifikation bereits vorhandener Spiele gesetzt. Es werden Grafiken, Sounds, Texte und nicht zuletzt die Musik dem Babylon-5-Universum angepasst. Ein Beispiel hierfür ist das auf der Freespace-2-Engine beruhende The Babylon Project.

Es existieren jedoch auch einige wenige eigenständige Spiele. Alle Projekte sind kostenlos verfügbar.

LiteraturBearbeiten

Werke innerhalb des KanonsBearbeiten

Die Folgende Auflistung umfasst jene Werke, die zusätzlich zur Hauptserie, den Filmen und dem Ableger Crusade zum Kanon von Babylon 5 zählen.[12] Laut J. Michael Straczyinski gilt dies jedoch nicht für jedes Werk vollständig. So befinde sich beispielsweise der Roman The Shadow within zu „etwa 90%“ innerhalb des Kanons.[13]

RomaneBearbeiten

KurzgeschichtenBearbeiten

Die ersten drei Kurzgeschichten erschienen in der Zeitschrift Amazing Stories (Nummern 597, 599 und 602). Die übrigen im offiziellen Babylon-5-Magazin.

  • J. Michael Straczynski: The Shadow of His Thoughts. 2000
  • J. Michael Straczynski: Genius Loci. 2000
  • J. Michael Straczynski: Space, Time, and the Incurable Romantic. 2000
  • J. Michael Straczynski: Hidden Agendas. 2000
  • Fiona Avery: True Seeker. 2000
  • J. Gregory Keyes: The Nautilus Coil. 2000

ComicsBearbeiten

Der Großteil der Comics wurde ins Deutsche übersetzt, wobei meistens zwei Originale zu einem Werk zusammengefasst wurden. Die englischen Ausgaben erschienen bei DC Comics, lediglich das Lost-Tales-Comic wurde auf DVD veröffentlicht.

  • Mark Moretti, J. Michael Straczynski: Verrat. 1996, ISBN 3-89343-818-1 (Originaltitel: In Darkness Find Me, 1994 und Treason, 1995)
  • Mark Moretti, J. Michael Straczynski: Der Preis des Friedens. 1996, ISBN 3-89343-819-X (Originaltitel: In Harm's Way, 1995 und The Price of Peace, 1995)
  • Tim DeHaas, J. Michael Straczynski: Schatten der Vergangenheit. 1996, ISBN 3-89343-820-3 (Originaltitel: With Friends Like These, 1995 und Against the Odds, 1995)
  • Tim DeHaas, J. Michael Straczynski: Stille Feinde. 1997, ISBN 3-89343-821-1 (Originaltitel: Survival the Hard Way, 1995 und Silent Enemies, 1995)
  • David Gerrold: Der Laserspiegel. 1997, ISBN 3-89343-822-X (Originaltitel: Duet for Human and Narn in C Sharp, 1995 und Coda for Human and Narn in B Flat, 1995)
  • Tim DeHaas, John Ridgeway: Psi Corps. 1997, ISBN 3-89343-823-8 (Originaltitel: The Psi Corps and You!, 1995)
  • J. Michael Straczynski: In Valen's Name, Part 1, 1998
  • Peter David: In Valen's Name, Part 2, 1998
  • Peter David: In Valen's Name, Part 3, 1998
  • The Lost Tales mini-comic, 2007

SonstigesBearbeiten

  • The Official Babylon 5 Magazine, Titan Magazines, 1997–2000
  • Emerson Briggs-Wallace, Stephen C. Smith: Dining on Babylon 5. 1998, ISBN 0-7522-1143-9

Romane außerhalb des KanonsBearbeiten

  • John Vornholt: Tödliche Gedanken. 1996, ISBN 3-442-25013-7 (Originaltitel: Voices, 1995)
  • Lois Tilton: Im Kreuzfeuer. 1996, ISBN 3-442-25014-5 (Originaltitel: Accusations, 1995)
  • John Vornholt: Blutschwur. 1997, ISBN 3-442-25015-3 (Originaltitel: Blood Oath, 1995)
  • Jim Mortimore: Schatten des Todes. 1997, ISBN 3-442-25027-7 (Originaltitel: Clark's Law, 1995)
  • Neal Barrett jr.: Schwarze Träume. 1997, ISBN 3-442-25026-9 (Originaltitel: The Touch of Your Shadow, the Whisper of Your Name, 1995)
  • S. M. Stirling: Krieg der Verschwörer. 1998, ISBN 3-442-25028-5 (Originaltitel: Betrayals, 1995)

SekundärliteraturBearbeiten

DeutschBearbeiten

EnglischBearbeiten

  • Jason Davis: Babylon 5 Encyclopedia. 1. Auflage. Publishing 180, 2017, ISBN 978-0-9821005-9-2.
  • Jane Killick: Season by Season:
  • Andy Lane:

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Babylon 5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Babylon 5 – Zitate

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b 5 THINGS BABYLON 5 DID THAT CHANGED SCIENCE FICTION FOREVER. 10. Juni 2019, abgerufen am 14. Juli 2019.
  2. a b BABYLON 5: EIN KULT, DER KEIN ENDE NIMMT. 29. Juni 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.
  3. Christian Humberg, Andrea Bottlinger: Geek Pray Love. Cross Cult, 2014, ISBN 978-3-86425-461-1.
  4. J. Michael Straczynski, 2014, DVD-Booklet zur 5. Staffel
  5. STRACZYNSKI REVEALS MOVING STORY OF WHY MICHAEL O'HARE LEFT BABYLON 5. Abgerufen am 28. Mai 2013.
  6. Andrea Thompson: Biografie. Abgerufen am 14. Juli 2019.
  7. Über den Weggang von Claudia Christian. 16. April 2000, abgerufen am 14. Juli 2019.
  8. Babylon 5. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. Juli 2012.
  9. Spacecenter Babylon 5. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 29. August 2012.
  10. JMSNews.com, Further B5:TLT update from jms, 26. Oktober 2006
  11. fictionBOX:, Keine weiteren „Lost Tales“, 14. Juli 2008
  12. Jason Davis: Babylon 5 Encyclopedia. 1. Auflage. Publishing 180, 2017, ISBN 978-0-9821005-9-2.
  13. http://jmsnews.com/msg.aspx?id=1-2953 (Memento vom 14. September 2009 im Internet Archive)