Axpo Holding

Schweizer Energieunternehmen
Axpo Holding AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2001
Sitz Baden, Schweiz
Leitung Christoph Brand
(CEO)
Thomas Sieber
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 4'958 (2018/2019)
Umsatz 4'856 Mio. CHF (2018/19)
Branche Energieversorgung
Website www.axpo.com

Die Axpo produziert Strom im Klöntalersee
… und mit Kernkraft

Die Axpo Holding AG mit Sitz in Baden, Kanton Aargau, bildet zusammen mit ihren Tochtergesellschaften den Energiekonzern Axpo. Die Axpo Holding AG wurde 2001 gegründet und ist zu 100 Prozent in öffentlicher Hand.

Axpo produziert, verteilt und vertreibt Strom und ist im internationalen Energiehandel tätig sowie im Geschäft für Energie-Dienstleistungen. International ist der Konzern in rund 30 Ländern präsent.

Axpo ist das grösste Energieunternehmen der Schweiz und gemäss eigenen Angaben der grösste Schweizer Produzent von Strom aus erneuerbaren Energien. Ein grosser Teil der inländischen Stromerzeugung fällt auf Wasserkraft und Kernenergie. Im Ausland stehen Wind- und Solarenergie im Vordergrund. Zudem besitzt das Unternehmen in Italien Gas- und Dampfkombikraftwerke (GuD).

Axpo beschäftigt rund 5000 Mitarbeitende.

Das Unternehmen ist aus der früheren Nordostschweizerischen Kraftwerke AG, NOK, hervorgegangen.

GeschichteBearbeiten

Die Wurzeln der Axpo gehen auf die Anfänge der Elektrifizierung der Schweiz vor über 100 Jahren zurück.

1908 verbindet die damalige Motor AG ihr Niederdruckwasserkraftwerk in der Beznau, Aargau, mit dem Speicherkraftwerk. an der Löntsch, Glarus, durch eine 100 Kilometer lange 27-Kilovolt (kV)-Leitung zum Stromverbund. Gründer der Motor AG ist Walter Boveri, Mitgründer der Brown, Boveri & Cie. (1988 zur ABB fusioniert).

Die sichere Stromversorgung gewinnt früh an Bedeutung und damit steigt politisch der Druck, sie von privater in die öffentliche Hand zu überführen. 1914 schliessen sich die Kantone Aargau, Glarus, Zürich, Thurgau, Schaffhausen und Zug zur Gründung der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG, kurz NOK, zusammen und übernehmen die Kraftwerke Beznau-Löntsch. Später folgen Schaffhausen und Appenzell Innerrhoden. Ihr erstes eigenes Wasserkraftwerk stellt die NOK 1920 bei Eglisau am Rhein fertig. Die Anlage ist seit 1979 denkmalgeschützt.

1958 werden die drei Länder Deutschland, Frankreich und die Schweiz mit einem 220-kV-Netz verbunden, das 1967 auf die 380-kV-Spannungsebene ausgebaut wird. Das zentrale Schaltfeld wird unter dem Namen «Stern von Laufenburg», bekannt und die Basis für einen internationalen Verbundnetzbetrieb gelegt.

Weil die Nachfrage nach Strom stetig und die Produktion aus Wasserkraft gleichzeitig an ihre Grenzen stösst, soll die Atomkraft zum zweiten Pfeiler der Stromversorgung werden. In den 1960er Jahren ist diese Forderung politisch noch breit abgestützt. SP-Bundesrat Willi Ritschard oder der Naturschutzbund, die Vorläuferorganisation von Pro Natura, sprechen sich für Atomkraftwerke aus.

Im Dezember 1969 wird der erste Block des nach einer Bauzeit von vier Jahren kommerziell in Betrieb genommen. 1971 geht der Schwesterblock Beznau 2 in Betrieb.

Neben der Aare-Insel Beznau auf Böttsteiner Boden richtet die NOK 1973 die schweizweit erste Energiedialogstätte mit der Bevölkerung ein, das heutige Axporama.

Die EU leitet Ende der 1990er die schrittweise Liberalisierung des Strommarkts ein. Um aus der NOK ein europafähiges Stromunternehmen zu machen, gründen die NOK sowie die NOK-Kantone und ihre Kantonswerke 2001 die Axpo Holding AG. Sie umfasst unter ihrem Dach die NOK, die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) und die EGL AG, der späteren Axpo Solutions AG. 2009 wird aus der traditionsreichen NOK die Axpo AG und schliesslich folgt drei Jahre später deren Umfirmierung in die heutige Axpo Power AG.

2005 startet Axpo (damals noch als NOK) das Grossprojekt „Linthal2015“ in den Glarner Alpen. Auf Höhe Limmernsee wird die Stufe Muttsee-Limmernsee mit einem Pumpspeicherwerk von 1000 Megawatt (MW) Leistung ausgebaut. Rund zehn Jahre dauern die Planung und der Ausbau. Die Kosten belaufen sich auf 2,1 Mrd. Franken. 

Als Reaktion auf das Reaktorunglück in Fukushima, Japan, von 2011 beschliesst der Schweizer Bundesrat den Verzicht auf den Bau neuer Kernkraftwerke. Deutschland will bis 2022 aus der Atomkraft aussteigen und nimmt ältere AKWs vom Netz, während stillgelegte Kohlekraftwerke wieder hochgefahren werden. Die Folge sind massiv fallende Öl- und Gaspreise, während CO2-Zertifikate aufgrund des nicht funktionierenden Handels zu günstig sind. Gleichzeitig fördert namentlich Deutschland den subventionierten Zubau von Wind- und Solaranlagen stark. In der Folge kommt es an den Strombörsen zum Zerfall der Grosshandelspreise. Die Einnahmen für stromproduzierende Unternehmen wie die Axpo brechen ein.

Ende 2016 setzte die UBS das Kreditrating der Axpo auf "BBB+" herunter.[1]

2017 verwirft das Schweizer Stimmvolk die Atomausstiegsinitiative an der Urne. AKW sollen so lange betrieben werden, wie sie sicher sind und die Lücke überbrücken helfen, bis die Energiestrategie 2050 des Bundes greifen kann. Das Nein wird indes nicht als Ja zur Atomkraft per se gewertet.

Heute hat sich die Situation der Axpo dank deutlichen Kostensenkungen und anziehenden Strompreisen stabilisiert (siehe aktuelle Kreditratings).

Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 expandiert der Konzern in Wind- und Solarenergie.

Namhafte Zukäufe sind die vollständige Übernahme der deutschen Volkswind (2015) sowie der französischen Urbasolar (2019). Des Weiteren hält Axpo an Global Tech I eine Beteiligung von 24,1 %. Der Off-Shore-Windpark ist seit 2015 in Betrieb. Gemäss eigener Aussage will der Konzern den Bereich erneuerbare Energie weiter ausbauen, inkl. dem Geschäft mit langfristigen Stromverträgen (Power Purchase Agreements, PPA). Prozesse sollen vermehrt digitalisiert werden, um Synergien zu heben und an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.

UnternehmenBearbeiten

Die Axpo-Gruppe versorgt in der Nordostschweiz und der Zentralschweiz rund 3 Millionen Menschen und mehrere tausend Industrie- und Gewerbebetriebe mit Energie und energienahen Dienstleistungen. Eigentümer der Axpo Holding sind die Nordostschweizer Kantone und deren Kantonswerke.

UnternehmenszahlenBearbeiten

Die folgende Tabelle zeigt Unternehmenszahlen von Axpo für die Geschäftsjahre 2011/12 bis 2018/19:[2]

GJahr Umsatz (in Mio. CHF) Gew./Verl. (in Mio. CHF) Beschäftigte
2011/12 7'346 329 4'368
2012/13 7'025 364 4'430
2013/14 6'705 -838 4'435
2014/15 5'860 -867 4'312
2015/16 5'416 -1'226 4'293
2016/17 5'567 269 4'231
2017/18 4'850 131 4'441
2018/19 4'856 865 4'958

Hinweis: Die Differenz des Reingewinns 2018/19 gegenüber dem Vorjahr ist massgebend auf eine sogenannte Wertaufholung im Umfang von CHF 398 Mio. zurückzuführen. Diese soll den steigenden Strompreisen im Grosshandel Rechnung tragen.

AktionäreBearbeiten

Die Aktien der Axpo Holding sind vollständig in der Hand der nordostschweizerischen Kantone bzw. Kantonswerke. Im Detail sind dies:[2]

Tochterunternehmen und GeschäftsbereicheBearbeiten

Die Axpo Holding AG bildet mit ihren folgenden Tochtergesellschaften die Axpo-Gruppe:

Der Bereich „Produktion & Netze“ betreibt den Kraftwerkpark im in- und Ausland (Kernenergie, erneuerbare Energien, GuD) sowie die Verteilnetze. Der Bereich investiert zudem in Kraftwerk- und Netzkapazitäten.

Der Bereich „Handel & Vertrieb“ vermarktet die Energie aus dem Kraftwerkportfolio und ist europaweit im Energiehandel aktiv. Axpo handelt vor allem Strom, Erdgas, Biomasse, CO2-Zertifikate und Grüne Zertifikate für Energie aus erneuerbaren Quellen. Der Konzern ist zudem im sogenannten Origination-Geschäft aktiv, welches im Unterschied zu Standardprodukten auf Produkten basiert, über die der Anbieter Risiken von Kunden übernimmt und bewirtschaftet.

Die CKW AG versorgt gegen 200‘000 Privatkunden in den Kantonen Luzern, Uri und Schwyz.

Die Avectris AG bietet IT-Dienstleistungen für Axpo, die Nordostschweizer Kantonswerke sowie für Drittkunden.

AbsatzmärkteBearbeiten

In der Schweiz versorgt Axpo die Nordostschweiz vorwiegend im Business-to-Business Bereich mit Strom. Die grössten Kunden sind Kantons- und Stadtwerke. Die Tochtergesellschaft CKW versorgt in der Zentralschweiz rund 200 000 Privatkunden und rund 5000 Geschäftskunden direkt sowie weitere Kunden indirekt.

In Italien, Spanien, Portugal und Polen verfügt Axpo direkt sowie über ihre Vertriebspartner über insgesamt rund 400 000 Lieferpunkte im Stromvertrieb und über rund 45 000 Lieferpunkte im Gasvertrieb.

NachhaltigkeitBearbeiten

Der Axpo Strommix ist insofern klimafreundlich, als dass er in der Schweiz mit Wasserkraft, Kernenergie und Biomasse kaum CO2 emittiert. Aufgrund der gasbefeuerten Kraftwerke in Italien hat Axpo in den vergangenen Jahren mit dem eigenen Kraftwerkspark allerdings durchschnittlich rund 3 Millionen Tonnen CO2 p.a. emittiert.

Über den gesamten Kraftwerkpark gesehen ist der Axpo Strommix aber dennoch bereits heute auf jenem Niveau, welches für Europa bis 2035 angestrebt wird.

Axpo erreichte zudem, ausgehend vom Geschäftsjahr 2018/19 kumulativ Energieeffizienzsteigerungen von rund 90 Gigawattstunden (GWh) über die letzten sechs Jahre.

Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 bis heute hat das Unternehmen das eigene Portfolio an Wind- und Solarenergie, dies vor allem im Ausland, sowie Biomasse von 350 MW bis auf 620 MW fast verdoppelt.

Axpo versteht diese Investitionen sowie den Ausbau des Geschäfts mit langjährigen Stromabnahmeverträgen (PPA) für nicht subventionierte erneuerbare Energien auch als Beitrag der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Als Mitglied der UNO ist die Schweiz dazu angehalten, diese Ziele bis 2030 umsetzen zu helfen, wobei die Privatwirtschaft und insbesondere die Energieunternehmen eine Schlüsselrolle spielen.

ProduktionsanlagenBearbeiten

Installierte KraftwerkkapazitätenBearbeiten

Axpo betreibt mehr als 100 Kraftwerke und verfügt über installierte Kraftwerkkapazitäten von insgesamt rund 9‘400 MW, Stand Ende September 2019[3]. Der Grossteil davon fällt auf heimische Wasserkraft.

Technologie und Länder Installierte Leistung

GJ 2018/19

Installierte Leistung

GJ 2017/18

Wasserkraft Schweiz, inkl. Kleinwasserkraft ca. 4'300 MW ca. 4'300 MW
Kernenergie Schweiz, inkl. Langfristverträge ca. 1'500 MW ca. 1'500 MW
Neue Energien Schweiz ohne Kleinwasserkraft, hauptsächlich Biomasse ca. 30 MW ca. 30 MW
Kernenergie Ausland (Langfristverträge Frankreich) ca. 1'200 MW ca. 1'200 MW
Gas- und Dampfkombi-Kraftwerke Ausland (Italien) ca. 1'700 MW ca. 1'700 MW
Neue Energien Ausland, hauptsächlich Windkraft (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien) und Photovoltaik (Frankreich) ca. 640 MW ca. 490 MW
Total ca. 9'400 MW ca. 9'300 MW

SicherheitBearbeiten

Sicherheit der Anlagen: Zur Sicherheit der Nuklearanlagen heisst es im Axpo Nachhaltigkeitsbericht 2018/2019: „…verpflichtet sich Axpo, die auf internationaler Ebene durch die IAEA Safety Convention (International Atomic Energy Agency) vorgegebenen und von der Schweiz ratifizierten Standards bezüglich nuklearer Sicherheit einzuhalten. Nationale und internationale Behörden überprüfen regelmässig die nukleare Sicherheit. Einen grossen Stellenwert haben die periodischen Sicherheitsprüfungen. (…) Darüber hinaus wird die nukleare Sicherheit durch die WANO (World Association of Nuclear Operators) regelmässig analysiert und bewertet. (…).“

→ Meldepflichtige Vorfälle bei Atomanlagen, siehe unter Axpo Power AG

Auch Stauanlagen werden permanent überwacht und regelmässig geprüft. Stauanlagen einer bestimmten Kategorie müssen Erdbeben standhalten, die von der Stärke her nur alle 10 000 Jahre zu erwarten sind. Diese Anlagen unterstehen der Aufsicht des Bundesamts für Energie (BFE).

Sicherheit der Energieversorgung: Der Axpo-Kraftwerkspark kombiniert Anlagen, die Grundlast, Spitzenenergie und Regelenergie bereitstellen. In der Schweiz verfügt sie über eine Produktionskapazität von rund 25 Mrd. kWh und ein Stromnetz von 2200 Kilometer.

Die durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrüchen pro Endverbraucher ist gering. Im Geschäftsjahr 2018/19 lag diese bei Axpo Netze bei 0,25 min/a, bei der CKW bei 21,6 min/a.

Energieträger und KraftwerkeBearbeiten

Erneuerbare EnergieBearbeiten

Axpo hat im Bereich Erneuerbare primär in Schweizer Wasserkraft und Biomasse investiert. Jährlich produziert das Unternehmen mehr als 9,5 Mrd. kWh Strom aus erneuerbarer Energie.

Wasserkraft

Wasserkraft spielt beim geplanten Umbau der Stromproduktion in der Schweiz gemäss Energiestrategie 2050 eine wichtige Rolle.

Axpo verfügt in der Schweiz über eine installierte Leistung an Wasserkraft von 4300 MW. Ihr Hydro-Kraftwerkspark (Eigentum und Beteiligungen) umfasst rund 60 Anlagen. Damit ist das Unternehmen der grösste Produzent von Wasserkraft in der Schweiz.

Fortschritte bei der Energieeffizienz: Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden im Kraftwerk Göschenen Effizienzsteigerungen von rund 800 MWh erreicht.

Axpo Wasserkraftwerke mit einer installieren Leistung von über 10 MW (Auswahl):

(Für eine Liste der Schweizer Wasserkraftwerke generell, siehe hier).

Biomasse  

Axpo verfügt in der Schweiz über 15 Biomasseanlagen sowie 5 Kompostierplätze. Das Unternehmen verwertet Bioabfälle von mehr als 2500 Kunden (Städten, Gemeinden, Industrie und Gewerbe).

Fortschritte bei der Energieeffizienz: Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden in der Kompogasanlage Chavornay Effizienzsteigerungen von 150 MWh realisiert.

Photovoltaik

Axpo ist 2019 mit der vollständigen Übernahme der französischen Urbasolar in das stark wachsende, internationale Solargeschäft eingestiegen.

Das Urbasolar-Portfolio umfasst Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 249 MW (per Ende Geschäftsjahr 2018/19). Die Entwicklungspipeline beziffert Axpo auf mehr als 1000 MW. Im März 2020 gab das Unternehmen bekannt, dass es Solaranlagen für die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget baut.

In der Schweiz ist Axpo im Solargeschäft über die CKW AG präsent. Ferner wird der Konzern das Pumpspeicherwerk Limmern auch zur Produktion von Solarstrom nutzen. An der Staumauer des Muttsees auf rund 2500 m ü. M. entsteht eine Grossanlage mit 6000 Photovoltaik-Modulen. Baustart ist Sommer 2021.

Solaranlagen in hohen Lagen haben den Vorteil, dass sie mehr produzieren, als vergleichbare Anlagen im Mittelland, und das vor allem im Winter, wenn die Schweiz auf Importe angewiesen ist. Die alpine Solaranlage wird während des Winters rund 50 % des Stroms erzeugen.

Windenergie

Mit der deutschen Volkswind, die Axpo 2015 vollständig übernommen hat, ist der Konzern in Frankreich und Deutschland in der Windenergie präsent. Er ist zudem mit 24,1 % am Off-shore-Windpark Global Tech I in der Nordsee beteiligt. Die Anlage mit einer installierten Leistung von 400 MW ging 2015 in Betrieb. Seit Anfang 2020 ist Axpo für die gesamte Vermarktung des von Global Tech I erzeugten Stroms verantwortlich, das sind jährlich rund 1500 Mio. kWh.

Marktdaten zum Windenergie-Sektor siehe hier,.

KernenergieBearbeiten

Beteiligungen der Axpo an Schweizer KernkraftwerkenBearbeiten
Anlage Axpo Power AG (in %) Axpo Solutions AG (in %) CKW AG (in %) Axpo Gruppe (in %)
Kernkraftwerk Beznau 100,0 %
Kernkraftwerk Gösgen 25,0 % 12,5 % 37,5 %
Kernkraftwerk Leibstadt * 22,8 % 16,3 % 13,6 % 52,7 %

* AEW Energie AG, die Miteigentümerin der Axpo Gruppe ist, hält 5,43 Prozent am Kernkraftwerk Leibstadt. Dadurch sind indirekt 58,1 Prozent des Kernkraftwerks Leibstadt im Besitz der Axpo und Axpo-naher Gesellschaften.

Neben der Eigentümerschaft an den genannten Kernanlagen verfügt Axpo über Bezugsrechte an französischen Kernkraftwerken.

Fortschritte bei der Energieeffizienz: Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden keine Effizienzsteigerungen realisiert.

NetzeBearbeiten

Axpo unterhält in der Schweiz eine eigene Netzinfrastruktur und verbindet mit ihren Verteilnetzen das Übertragungsnetz der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid mit den Verteilnetzen der Kunden.

Das überregionale Verteilnetz der Axpo (110 kV/50 kV/16 kV) erstreckt sich über 2200 Kilometer und umfasst 8000 Masten. Es besteht zu 82 Prozent aus Freileitungen und zu 18 Prozent aus Kabelleitungen.

Axpo versorgt mit ihren Netzen die gesamte Nordostschweiz, das Fürstentum Liechtenstein sowie Teile der Kantone Schwyz, Zug, Graubünden und Wallis mit Strom.

Anlagen in DeutschlandBearbeiten

 
Mast der Leitung Schlattingen-Thayngen südlich von Bietingen auf deutschem Boden
 
Schild an einem Mast der Leitung Schlattingen-Thayngen südlich von Bietingen auf deutschem Grund

Die Hochspannungsleitung Thayngen-Schlattingen der Axpo verläuft teils über deutsches Gebiet, versorgt aber keine Umspannwerke in Deutschland.

EnergiehandelBearbeiten

Der internationale Energiehandel ist das traditionelle Geschäft der ehemaligen Axpo Trading AG (zuvor EGL AG) und heutigen Axpo Solutions AG.

Axpo ist an zahlreichen Energiebörsen und Broker-Plattformen in ganz Europa akkreditiert. Der Konzern kauft und verkauft sowohl Strom als auch Erdgas, Erdöl sowie Energiederivate.

Das Solar- und Windkraftgeschäft verknüpft der Konzern mit dem Vermarktungsgeschäft über sogenannte Abnahmeverträge, englisch Power Purchase Agreements (PPA).  

→ Weiter Informationen, siehe unter: Axpo Solutions AG

KritikBearbeiten

Die Axpo war 2011 nominiert für den Public Eye Award, mit welchem Konzerne ausgezeichnet werden, welche sich laut den Initianten besonders verantwortungslos gegenüber Mensch und Umwelt verhalten. Der Award ging jedoch an ein anderes Unternehmen. Gemäss Nominationstext ist die russische Anlage Majak, Bezugsort der Kernkraft-Brennelemente, der „verstrahlteste Ort der Welt“.[4] Die Neue Zürcher Zeitung schrieb dazu: Dass Umweltschützer besser über die Herkunft Bescheid wussten als die Axpo-Spezialisten, wirkt peinlich.[5] Die Axpo wollte die Anlage besuchen, was jedoch selbst den Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation verwehrt wird.[6][7] Am 12. November 2011 kommunizierte Axpo, „vorübergehend den Auftrag erteilt“ zu haben, auf Brennelemente aus Majak zu verzichten. Axpo behauptete, es gebe „keine Belege für eine unzulässige Belastung“. Die Anlagen entsprächen „international akzeptierten Vorschriften“ und würden „die gesetzlichen Anforderungen“ erfüllen.[8]

2014 gab der Konzern schliesslich bekannt, dass er nach einer einstweiligen Sistierung endgültig auf Uran aus dem russischen Majak verzichte.

Kritik an Betriebsdauer des KKB, siehe Axpo Power AG

VariaBearbeiten

Die Axpo Holding war bis zum Jahr 2012 Hauptsponsor der höchsten Schweizer Fussballliga, der Axpo Super League.

Über den gesamten Kraftwerkpark des Konzerns, also inklusive der Anlagen im Ausland (wie der GuD in Italien), liegt die Treibhausgas-Intensität für das Geschäftsjahr 2018/19 bei 97 g CO2-Äquivalenten pro Kilowattstunde (kWh). Zum Vergleich: Für den europäischen Strommix liegt der Wert bei rund 300 g.

2018 erzeugte die Axpo durchschnittlich 103 Gramm CO2-Äquivalente und 29 Kubikmillimeter Atommüll pro Kilowattstunde. Unter den vier grössten Energiekonzernen in der Schweiz – neben der Axpo sind dies Alpiq, BKW und Repower – schnitt die Axpo mit durchschnittlich 316 Umweltbelastungspunkten (UBP) im Mittelfeld ab.[9]

WeblinksBearbeiten

www.axpo.com

Commons: Axpo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. handelszeitung.ch 22. Dezember 2016: Nach Rekordminus: UBS stuft Axpo zurück
  2. a b Geschäftsbericht 2016 17 Axpo Holding AG (pdf 1,3 MB)
  3. Quelle: Axpo Nachhaltigkeitsbericht 2018/19, Seite 32. Werte in der Tabelle sind gerundet. Wesentliche Änderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben sich bei den neuen Energien im Ausland durch die Übernahme von Urbasolar (Photovoltaik-Portfolio Frankreich).
  4. Nominationstext Public Eye Award (Memento vom 15. September 2011 im Internet Archive)
  5. NZZ vom 10. September 2010
  6. Aargauer Zeitung: nicht einmal IAEA darf Majak inspizieren
  7. NZZ vom 20. Juni 2011: Axpo in Russland „ausgesperrt“
  8. axpo.ch 12. November 2011: Axpo verzichtet auf Uran aus Majak bis die notwendige Transparenz hergestellt ist (Memento vom 18. November 2011 im Internet Archive)
  9. Simon Banholzer, Tonja Iten: Kurzstudie: Strommix 2018. (PDF; 3 MB) Schweizerische Energiestiftung, 17. Juli 2019, abgerufen am 25. Juli 2019.