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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Aschau am Inn liegt in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland in der Talniederung des Inn rund 65 km östlich der Landeshauptstadt München, 17 km westlich von Mühldorf, 30 km nördlich von Wasserburg und vier Kilometer von Waldkraiburg entfernt, wo sich die nächstgelegene Bahnstation an der Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf, betrieben von der Südostbayernbahn, befindet. Aschau am Inn ist naturräumlich im Norden und Westen von einer reich bewaldeten Altmoräne eingefasst, im Gegensatz dazu bildet im Südosten der weitläufige Talraum des Inn mit seinen nacheiszeitlichen Inn-Schotterterrassen und Auwäldern die Gemeindegrenze.

Allgemeine Daten zum OrtBearbeiten

  • Ortsteile: 37
  • Gemeindestraßen: 46 km
  • Vereine: 25
  • Gewerbebetriebe: ca. 200
  • Gaststätten: acht
  • Kirchen und Kapellen: zwölf
  • Plätze in Kindertageseinrichtungen: 134

GemeindegliederungBearbeiten

Aschau am Inn hat 37 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aschau am Inn und Fraham.

 
Aschau am Inn im Winterlicht

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 788 in den Notitia Arnonis. Aschau am Inn gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Kurfürstentums Bayern. Die Grafen Toerring zu Jettenbach besaßen die offene Hofmark Aschau.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. JahrhundertBearbeiten

Im Jahre 1939 lebten in Aschau 1300 Einwohner. Seit diesem Zeitpunkt ist eine stetige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. Während des Zweiten Weltkrieges war im heutigen Industriegebiet eine der größten deutschen Sprengstofffabriken. Ein Einwohnerzuwachs war vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Ansiedlung zahlreicher Heimatvertriebener festzustellen. Am 1. April 1950 trat die Gemeinde Gebietsteile an die neugebildete Gemeinde Waldkraiburg ab.[3]

Am 23. Oktober 1977 wurde der Name der Gemeinde Aschau bei Kraiburg amtlich in Aschau am Inn geändert.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Aus der ehemaligen Gemeinde Fraham wurden am 1. Juli 1976 die Ortsteile Bergham, Fraham, Klugham, Buchtal, Reit und Urfahrn mit insgesamt 158 Einwohnern eingegliedert.[4]

EinwohnerBearbeiten

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[5]:

Stand Einwohner
1960 2203
1970 2553
1980 3079
1990 2891
1995 2842
2000 2922
2005 2862
Stand Einwohner
2006 2863
2007 2836
2008 2816
2009 2758
2010 2757
2011 3010
2012 3089
Stand Einwohner
2013 3131
2014 3168
2015 3231
2016 3310
2017 3353

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2016 um 723 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 27,95 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm sie um 16,71 (6,8) Prozent zu.

PolitikBearbeiten

Bürgermeister ist Alois Salzeder (AWG).

WappenBearbeiten

Blasonierung: Über silbernem Schildfuß, darin eine rote Rose, in Grün eine goldene Esche.[6]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Aschau liegt an der Strecke des Radpilgerweges Benediktweg, der im August 2005 eröffnet wurde.

BaudenkmälerBearbeiten

SportBearbeiten

Ein Sportzentrum bietet Gelegenheit zu sportlicher Betätigung. 25 Vereine und Vereinigungen zeigen die rege Vereinstätigkeit und den Gemeinschaftssinn der Bevölkerung.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Industrie, Handel und GewerbeBearbeiten

In dem 170 ha großen Industriegebiet sind hauptsächlich chemische und metallverarbeitende Betriebe ansässig. Daneben befinden sich in Aschau am Inn viele andere Handwerksbetriebe und alle notwendigen Einrichtungen der Grundversorgung. Insgesamt finden im Gemeindegebiet 2736 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsplatz (Stand 2017). Das Industriegebiet liegt völlig abgeschirmt südlich des Ortszentrums in einem Waldgebiet auf der tiefer gelegenen sogenannten zweiten Inntrasse. Aschau konnte daher bis heute seinen ländlichen Charakter erhalten.

Der Hauptsitz der Bayern-Chemie Gesellschaft für flugchemische Antriebe mbH befindet sich in Aschau am Inn.

Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2016 wurde eine Fläche von 1457 ha landwirtschaftlich genutzt. Bestanden im Jahr 1999 noch 56 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2016 auf 46 zurück.

Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft[7]
Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe
1999 2010
unter 5 6 1
5 bis unter 10 9 7
10 bis unter 20 14 16
20 bis unter 50 22 16
50 oder mehr 5 6
Gesamt 56 46

BildungBearbeiten

In den modern eingerichteten Werkstätten des Berufsbildungswerkes Waldwinkel der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos werden 330 meist körperbehinderte Jugendliche in verschiedenen Berufen ausgebildet.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Johannes Muschol (1949–1981), Todesopfer an der Berliner Mauer
  • Papst Benedikt XVI. verbrachte unter seinem bürgerlichen Namen Joseph Alois Ratzinger seine Grundschulzeit von 1932 bis 1937 in Aschau am Inn und feierte am 15. März 1936 seine Erstkommunion hier. 2009 erhielt die Grundschule nach der Zustimmung der Regierung von Oberbayern den Namen Papst Benedikt XVI. Grundschule
  • Kathi Stimmer-Salzeder (* 1957), deutsche Liedermacherin und Verlegerin ihrer eigenen Werke

LiteraturBearbeiten

  • Bernhard Muschol: Aschau am Inn. Ein Heimatbuch. Gemeinde Aschau am Inn, Aschau am Inn 1985.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aschau am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Aschau am Inn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. Juni 2017.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 525.
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 583.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 3. März 2017.
  6. Haus der Bayerischen Geschichte - Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 18. September 2019.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal – Gemeinde Aschau a.Inn 09 183 113 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 4. Januar 2017.