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Kraiburg am Inn

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kraiburg a.Inn
Kraiburg am Inn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kraiburg a.Inn hervorgehoben

Koordinaten: 48° 11′ N, 12° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Verwaltungs­gemeinschaft: Kraiburg am Inn
Höhe: 462 m ü. NHN
Fläche: 27,56 km2
Einwohner: 3999 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84559
Vorwahl: 08638
Kfz-Kennzeichen: MÜ, VIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 124
Marktgliederung: 54 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
84559 Kraiburg a.Inn
Website: www.markt-kraiburg.de
Erster Bürgermeister: Herbert Heiml (CSU)
Lage des Marktes Kraiburg a.Inn im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer HartZangbergWaldkraiburgUnterreitTaufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn)SchwindeggSchönberg (Oberbayern)ReichertsheimRechtmehringRattenkirchenPolling (bei Mühldorf am Inn)ObertaufkirchenOberneukirchen (Oberbayern)OberbergkirchenNiedertaufkirchenNiederbergkirchenNeumarkt-Sankt VeitMühldorf am InnMettenheim (Bayern)MaitenbethLohkirchenKraiburg am InnKirchdorf (bei Haag in Oberbayern)Jettenbach (Oberbayern)HeldensteinHaag in OberbayernGars am InnErhartingEgglkofenBuchbach (Oberbayern)Aschau am InnAmpfingLandkreis LandshutLandkreis Rottal-InnLandkreis RosenheimLandkreis EbersbergLandkreis AltöttingLandkreis ErdingLandkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild

Kraiburg am Inn (amtlich: Kraiburg a.Inn) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kraiburg am Inn. Mitglieder jener sind neben dem Markt Kraiburg a.Inn die Nachbargemeinden Jettenbach und Taufkirchen.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Kraiburg am Inn liegt in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland an der südlichen Seite des Inns rund 23 km nordöstlich von Wasserburg, 22 km nordwestlich von Trostberg, 73 km östlich der Landeshauptstadt München und 14 km von der Kreisstadt Mühldorf entfernt. Die nächstgelegene, von der Südostbayernbahn betriebene Bahnstation an der Strecke Mühldorf–Rosenheim befindet sich im Nachbarort Waldkraiburg.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Kraiburg am Inn hat 54 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Guttenburg, Kraiburg am Inn und Maximilian.

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

 
Markt Kraiburg nach einem Stich von Michael Wening von 1721

Von 1100 beginnend bis 1259 war die Burg Kraiburg auf dem Schlossberg Sitz der Grafen von Kraiburg. 1259 kam Kraiburg an die Wittelsbacher. Im Jahre 1385 wurde Kraiburg das Marktrecht verliehen[3][4]. Der Markt Kraiburg am Inn war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt Burghausen des Kurfürstentums Bayern. Kraiburg besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. bis 21. JahrhundertBearbeiten

Kraiburg erhielt am 1. Mai 1876 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf einen eigenen Bahnhof. Dieser wurde jedoch, wie die Bahnstrecke selbst, auf der aus Kraiburger Sicht gegenüberliegenden, nördlichen Seite des Inns errichtet und befindet sich damit rund drei Kilometer vom Ort entfernt. Im Zweiten Weltkrieg wurde im Bereich des Bahnhofs ein Rüstungsbetrieb, das „Werk Kraiburg“ gegründet und bis 1945 größtenteils durch Zwangsarbeiter betrieben. Ab 1946 entstand auf dem weitläufigen, nun verlassenen Gelände der Ort Waldkraiburg. Der frühere Kraiburger Bahnhof wurde entsprechend umbenannt. Am 1. April 1950 entstand aus dieser Industriesiedlung eine selbständige Gemeinde, die heutige Stadt Waldkraiburg.[5]

Anfang bis Mitte der achtziger Jahre (19. Juli 1981 und 6. August 1985) war bei mehreren Hochwassern der niedrig liegende Teil des Ortsgebietes betroffen. 1997 wurde deshalb gemeinsam mit der Stadt Waldkraiburg ein auf beiden Seiten des Inns liegender Hochwasserdamm fertiggestellt. Wie nötig er war, zeigte zuletzt das Augusthochwasser 2005, bei dem er seine erste Bewährungsprobe bestand.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Februar 1935 wurde die Gemeinde Maximilian (vormals Niederkraiburg) nach Kraiburg eingemeindet. Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Guttenburg eingegliedert.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2988 2735 2876 3243 3964 4020 4097 4004 4037

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Nach der Wahl zum Gemeinderat am 16. März 2014 setzte sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

Partei CSU SPD Grüne UWG Gesamt
Sitze 8 2 1 5 16

BürgermeisterBearbeiten

Herbert Heiml (CSU) wurde am 7. Oktober 2012 bei zwei Mitbewerbern mit 77,9 Prozent der Stimmen zum 1. Bürgermeister gewählt, nachdem er als 2. Bürgermeister (in diesem Amt seit 1996) bereits seit Sommer 2011 seinen gesundheitlich verhinderten Vorgänger Michael Loher (Unabhängige Wählergemeinschaft) vertreten hatte.

Ehemalige Bürgermeister:[6]

  • Michael Loher (UWG, 2002 – 2012)
  • Alois Schlagmann (CSU, 1981 – 2002)
  • Johann Kifinger (1978 – 1981)
  • Emil Storfinger (1972 – 1978)
  • Johann Brandl (1948 – 1972)
  • Christian Drechsel (1945 – 1948)
  • Johann Nennhuber (1935 – 1945)
  • Martin Wesner (1932 – 1935)
  • Hubertus Wimmer (1919 – 1932)
  • Johann Gillitzer (1913 – 1919)
  • Alois Hardt (1901 – 1913)
  • Anton Schenkl (bis 1901)

GemeindefinanzenBearbeiten

Gemeindefinanzen:[7]

  • Im Jahr 2017 hatte die Gemeinde Steuereinnahmen von 3497 T€, davon waren 724 T€ Gewerbesteuereinnahmen (netto).
  • Die Verschuldung je Einwohner lag Ende 2018 bei 784,00 €.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die „Schuster-Schleif“ war einst eine Messer- und Wekzeugschleiferei, heute ist sie ein Industriedenkmal. Die Besonderheit dieser Schleiferei ist der Antrieb durch eine Fassturbine, in ganz Deutschland gibt es nur noch zwei dieser Art. Über Bänder und Wellen wird die Energie dieser Turbine übertragen und treibt dann Schleifsteine, Bohrmaschinen und eine Drehbank an.[8]

MuseumBearbeiten

GedenkstätteBearbeiten

Auf dem Friedhof erinnert eine Grabanlage mit Gedenkstein an 242 KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Mettenheim des KZ Dachau, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion wurden.[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 176 und im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe 101 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 75 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1644. Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bauhauptgewerbe gab es keine Betriebe. Im Jahr 2016 bestanden zudem 52 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1352 ha. Davon waren 957 ha Ackerfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):[10]

  • zwei Kindergärten: 164 Kindergartenplätze mit 130 Kindern
  • eine Grundschule: mit acht Lehrern und 146 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des MarktesBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit dem Markt in Verbindung stehenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120104/130243&attr=OBJ&val=403
  3. Bayerns Gemeinden - Markt Kraiburg a. Inn. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 18. August 2017.
  4. Kraiburg a.Inn - Baudenkmäler. (PDF) Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 18. August 2017.
  5. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 525.
  6. Ein Sitz, der zur Zeit sehr begehrt ist in: OVB online, 21. August 2012, abgerufen am 7. April 2019
  7. @1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.bayern.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09183124.pdf)
  8. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 11. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturkreis-kraiburg.de
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 156
  10. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistik kommunal 2018 [1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kraiburg am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien