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Artis Pabriks

lettischer Politologe und Politiker, Mitbegründer der Tautas Partija, Außenminister Lettlands
Artis Pabriks (2018)

Artis Pabriks (* 22. März 1966 in Jūrmala) ist ein lettischer Politologe und Politiker.

Er war von 2004 bis 2007 Außenminister und von 2010 bis 2014 Verteidigungsminister Lettlands. Von 2014 bis November 2018 war er Mitglied des Europäischen Parlaments. Er gehörte nacheinander der Tautas Partija (Volkspartei), der Gesellschaft für eine andere Politik (SCP) und der Partei Vienotība (Einheit) an. Bei der Parlamentswahl 2018 war er Spitzenkandidat des liberalen Bündnisses „Attīstībai/Par!“. Seit Januar 2019 ist er erneut Verteidigungsminister sowie Stellvertreter des Ministerpräsidenten.

LebenBearbeiten

Artis Pabriks studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Lettlands in Riga und der Universität Århus in Dänemark. Er ist Koautor mehrerer historisch-politologischer Werke. Zwischen 1996 und 2004 war er Rektor der neu gegründeten Hochschule Vidzeme in Valmiera.

PolitikBearbeiten

Pabriks war 1998 ein Gründungsmitglied der konservativen Tautas partija. Ab März 2004 war er Mitglied der Saeima. Vom 21. Juli 2004 bis 28. Oktober 2007 amtierte Pabriks als Außenminister im Kabinett Kalvītis I und II. 2008 verließ er wie der ehemalige Minister für Regionalentwicklung Aigars Štokenbergs, die TP und beteiligte sich an der Gründung der Sabiedrība citai politikai (SCP), die eine eher sozialliberale Ausrichtung hatte. Diese war 2010 Bestandteil des Wahlbündnisses Vienotība (V), das ein Jahr später zu einer liberal-konservativen Partei erstarkte. Vom 3. November 2010 bis 22. Januar 2014 war Pabriks stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister in den Kabinetten Dombrovskis II und III.

Bei der Europawahl 2014 wurde er ins Europäische Parlament gewählt, wo er sich der EVP-Fraktion anschloss. Pabriks gehört zu den 89 Personen aus der Europäischen Union, gegen die Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.[1][2]

Im Juni 2018 trat Pabriks aus Vienotība aus und trat zur Parlamentswahl im Oktober desselben Jahres als Spitzenkandidat für das liberale Bündnis Attīstībai/Par! an.[3] Pabriks gelang für dieses, als einem von 13 Abgeordneten, der Einzug ins Parlament (Saeima).[4] Als Mitglied des 8. Europäischen Parlamentes rückte für ihn im November 2018 Kārlis Šadurskis nach. In der Regierung von Krišjānis Kariņš ist Pabriks seit Januar 2019 Verteidigungsminister und stellvertretender Ministerpräsident.

PrivatesBearbeiten

Er ist mit einer Deutschen verheiratet und hat drei Kinder.

WerkeBearbeiten

  • Latvia : The challenges of change / Artis Pabriks; Aldis Purs. London [u. a.] : Routledge, 2001. ISBN 0-415-26730-7
  • wie oben, in: The Baltic states. London : Routledge, 2002. ISBN 0-415-28580-1
  • Occupational representation and ethnic discrimination in Latvia / Artis Pabriks. Riga : Nordik, 2002. ISBN 9984-675-78-5

WeblinksBearbeiten

  Commons: Artis Pabriks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andreas Borcholte: Einreise-Verbote: Russland wirft EU-Politikern Show-Gehabe vor. In: Spiegel Online. 31. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.
  2. RUS: Russische Visasperrliste. (PDF 23 KB) In: yle.fi. 26. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.
  3. Pabriks pamet ‘Vienotību’ un pievienojas ‘Attīstībai/Par!’ In: Delfi.lv, 3 Juni 2018.
  4. Attīstībai/Par!, Informationsseite der Wahlkommission, abgerufen am 8. November 2018 (englisch)