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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Argenbühl
Argenbühl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Argenbühl hervorgehoben
Koordinaten: 47° 42′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Höhe: 670 m ü. NHN
Fläche: 76,37 km2
Einwohner: 6460 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88260
Vorwahl: 07566
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 094
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 9
88260 Argenbühl
Website: www.argenbuehl.de
Bürgermeister: Roland Sauter
Lage der Gemeinde Argenbühl im Landkreis Ravensburg
BayernBodenseekreisLandkreis BiberachLandkreis SigmaringenAchbergAichstettenAitrachAltshausenAmtzellArgenbühlAulendorfBad WaldseeBad WurzachBaienfurtBaindtBerg (Schussental)BergatreuteBodneggBomsBomsEbenweilerEbersbach-MusbachEichstegenEichstegenFleischwangenFronreuteGrünkrautGuggenhausenGuggenhausenGuggenhausenGuggenhausenHorgenzellHoßkirchIsny im AllgäuKißleggKönigseggwaldKönigseggwaldLeutkirch im AllgäuRavensburgRiedhausenSchlier (Gemeinde)UnterwaldhausenVogt (Gemeinde)Waldburg (Württemberg)Wangen im AllgäuWeingarten (Württemberg)Wilhelmsdorf (Württemberg)WolfeggWolpertswendeBodenseeKarte
Über dieses Bild

Argenbühl ist eine Gemeinde im Landkreis Ravensburg (Baden-Württemberg).

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Württembergischen Allgäu zwischen den Städten Wangen und Isny. Die Quellflüsse der Argen, die Untere und die Obere Argen, bilden zum Teil die Gemeindegrenzen. Die höchste Erhebung ist bei Isnyberg (Ortsteil Eglofs) mit 761 m über NN.

OrteBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortschaften mit den zugehörigen Wohnplätzen.

(Einwohner: Stand 1. Januar 2016)

NachbargemeindenBearbeiten

Kißlegg Leutkirch im Allgäu
Wangen im Allgäu   Isny im Allgäu
Heimenkirch Röthenbach (Allgäu) Gestratz

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde entstand am 1. Januar 1972 durch den Zusammenschluss der zuvor selbständigen Gemeinden Christazhofen, Eglofs, Eisenharz, Göttlishofen, Ratzenried und Siggen.[2] Der Name Argenbühl ist eine Zusammensetzung aus Argen und Bühl. Der zweite Teil des Namens Bühl (=Hügel) soll die hügelige Landschaft zum Ausdruck bringen, in der die Gemeinde liegt. Ihre Geschichte ist in der Beschreibung des Oberamts Wangen[3] von 1841 sehr ausführlich geschildert. 1810 wurden alle vorgenannten Gemeinden dem Oberamt Wangen zugeordnet. Über den früheren Landkreis Wangen kam das Gebiet 1973 zum Landkreis Ravensburg.

 
 
  • Eglofs, gelegentlich auch als Meglofs und Megletz beurkundet, kann sich rühmen, lange Zeit keine Herrschaft außer dem Kaiser über sich gehabt zu haben. 1661 wurde Eglofs den Grafen von Abensperg und Traun überlassen und 1804 von den Fürsten Windisch-Graetz gekauft. 1806 wurde das Gebiet um Eglofs dem Königreich Württemberg zugesprochen.
 
  • Eisenharz kam 1301 durch Kauf in den Besitz der Truchsessen von Waldburg und letztlich wie Christazhofen zur Herrschaft Trauchburg.
 
  • Göttlishofen kam vergleichbar Eglofs an die Fürsten von Windisch-Grätz.
 
  • Siggen kam ebenfalls vergleichbar Eglofs an die Fürsten von Windisch-Grätz.
 
  • Ratzenried war eine ehemals reichsritterschaftliche Herrschaft, die im 14. Jahrhundert ausstarb. Mehrfach änderten sich danach die Besitzverhältnisse, lange Zeit war der Ort geteilt, was zwei Burganlagen, die parallel existierten, bezeugen. Zuletzt erbte 1813 Paul Joseph von Beroldingen Ratzenried. 1806 kam das Gebiet an Bayern, doch schon 1810 ebenfalls an Württemberg.
    siehe auch Burg Ratzenried, Burg Neideck, Burg Schwenden, Burg Valleray

ReligionenBearbeiten

In Argenbühl gibt es sechs römisch-katholische Gemeinden. Für die wenigen evangelisch-lutherischen Gläubigen ist die Kirchengemeinde in Wangen im Allgäu zuständig.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

In Argenbühl wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Argenbühl hat nach der letzten Wahl 16 Mitglieder (2014: 17). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

  1. CDU: 65,8 %, 11 Sitze (+1)
  2. Die Unabhängigen (UA): 34,2 %, 5 Sitze (−2)

BürgermeisterBearbeiten

Im Juni 2015 wurde Roland Sauter mit 53,2 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Josef Köberle gewählt; dieser hatte das Amt seit 1996 bekleidet.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Capannoli und Cieszanów sind auch miteinander eine Partnerschaft eingegangen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist durch einige Buslinien mit den umliegenden Städten verbunden, unter anderem mit Leutkirch,[6] Isny im Allgäu und Wangen im Allgäu und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. In Ratzenried existierte früher ein Haltepunkt der Bahnstrecke Kißlegg–Hergatz.

BildungBearbeiten

In Eglofs und Ratzenried besteht jeweils eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In Christazhofen und Eisenharz gibt es reine Grundschulen. Für die jüngsten Bewohner gibt es vier Kindergärten in der Gemeinde.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Eglofs um 1900

Die Ortschaft Eglofs liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.

MuseenBearbeiten

Ratzenried beherbergt das Heimatmuseum, während sich in Eglofs das Museum mit Musik[7], Geschichte und Geologie mit dem Allgäu-Schwäbischen Musikarchiv befindet. In Eisenharz wurde 2009 eine Museumsstube eröffnet, die sich mit der Geschichte des Ortes und der historischen industriellen Milchverwertung durch die Molkerei Wunderlich und die Nestlé AG beschäftigt.[8]

GebäudeBearbeiten

 
Ratzenried im Winter

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Gebhard Razenried/Ratzenried (1583–1652), Jesuit, 1621–1631 Rektor des Jesuitenkollegs in Eichstätt, ab 1637 des Jesuitenkollegs in Augsburg[9]
  • Maria von Beroldingen (1853–1911), Malerin, geboren und gestorben in Ratzenried
  • Konstantin Rösch (1869–1944), Theologe
  • Anton Kulmus (1900–1989), Entwickler und Hersteller landwirtschaftlicher Fahrzeuge
  • Anton Morent (1924–2006), Busunternehmer
  • Helmut Maucher (1927–2018), Manager (Nestlé)

Weitere PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hermann Kinkele (1892–1956), Bürgermeister, Katholik und Pazifist; lebte in Eisenharz
  • Melanie Leupolz (* 1994), Fußballspielerin, aufgewachsen in der Ortschaft Ratzenried

LiteraturBearbeiten

  • August Friedrich Pauly: Gemeinde Eglofs. In: Beschreibung des Oberamts Wangen. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1841 (Volltext bei Wikisource)
  • Peter Kissling: Freie Bauern und bäuerliche Bürger. Eglofs im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit. Epfendorf: biblioteca academica Verlag, 2006, ISBN 3-928471-53-8
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band I, Leutkirch 1986, ISBN 3-9801361-0-8
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band II, Leutkirch 1988, ISBN 3-9801361-1-6
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band III, Leutkirch 1990, ISBN 3-9801361-2-4
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band IV, Leutkirch 1993, ISBN 3-9801361-3-2
  • Reinhart Kempter: Geschichte der Pfarrei Eisenharz im Allgäu. mit Zeichnungen von Andreas Sammet, Kempten – Verlag für Heimatpflege – 1966
  • Wolfram Benz: Argenbühl – Gemeinde im sonnigen Allgäu. Josef Fink Verlag, Lindenberg, 2008, ISBN 3-89870-541-2

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 536.
  3. Beschreibung des Oberamts Wangen. (Wikisource)
  4. Günther Bradler: Studien zur Geschichte der Ministerialität im Allgäu und in Oberschwaben. Göppingen 1973
  5. Wahlinformation des Kommunalen Rechenzentrums
  6. Linie 7572 (Memento vom 23. Dezember 2010 im Internet Archive) (PDF)
  7. Das Musikmuseum in Eglofs/Argenbühl im Westallgäu. In: www-old.eglofs.de. Abgerufen am 3. Februar 2019.
  8. Museumsstube in der „Sonne“
  9. Franz Sales Romstöck: Zur Statistik des Jesuiten-Collegiums in Eichstätt. Eichstätt, 1902, S. 8; Bernhard Duhr: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. 2. Band, 1. Teil. Freiburg i. Br. 1913, S. 228, 239, 610