Riedhausen

Gemeinde in Deutschland

Riedhausen ist eine Gemeinde im Nordwesten des Landkreises Ravensburg in Baden-Württemberg.

Wappen Deutschlandkarte
Riedhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Riedhausen hervorgehoben

Koordinaten: 47° 55′ N, 9° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal­tungsverband: Altshausen
Höhe: 631 m ü. NHN
Fläche: 8,41 km2
Einwohner: 742 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88377
Vorwahl: 07587
Kfz-Kennzeichen: RV, SLG, ÜB, WG
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 067
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 1
88377 Riedhausen
Website: www.riedhausen.de
Bürgermeister: Yvonne Heine
Lage der Gemeinde Riedhausen im Landkreis Ravensburg
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Über dieses Bild
Hauptstraße in Riedhausen

Die Gemeinde ist seit 1972 Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen.

GeografieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Riedhausens Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend: Königseggwald, Unterwaldhausen, Guggenhausen und Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg sowie Ostrach im Landkreis Sigmaringen.

GeschichteBearbeiten

Mittelalter und frühe NeuzeitBearbeiten

Riedhausen wurde erstmals 1083 urkundlich erwähnt. Von 1179 bis 1380 ist das Ministerialengeschlecht der Herren von Riedhausen als Ortsadel nachgewiesen. 1179 wird Berthold von Riedhausen als Zeuge für den Welfen Welf VI. und den Herzog von Schwaben, den Staufer Friedrich V., in einer Urkunde erwähnt. Im Jahre 1344 verkauften die Ritter von Riedhausen ihren Besitz an einen Ravensburger Kaufmann Gunde und dessen Enkel veräußerte diesen Besitz an das Heilig-Geist-Spital in Ravensburg. Bereits im Spätmittelalter gelangte das Dorf unter die Herrschaft der Herren von Königsegg, die auch den Blutbann ausübten. Sie erwarben allmählich sämtlichen Besitz des Heilig-Geist-Spitals am Ort. Riedhausen war ein Bestandteil der Herrschaft Königseggwald und zum Ende des Heiligen Römischen Reichs der Reichsgrafschaft Königsegg-Aulendorf.

Seit der Zugehörigkeit zu WürttembergBearbeiten

Im Jahre 1806 wurde der Ort Teil des Königreichs Württemberg und dem Oberamt Saulgau zugeordnet. Die Grafen von Königsegg hatten auch nach der Mediatisierung 1806 noch bis 1849 das Recht der standesherrlichen Patrimonialverwaltung. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Riedhausen 1938 zum neu umrissenen Landkreis Saulgau. Im Jahre 1945 wurde der Ort Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform von 1973 ist die Gemeinde Teil des Landkreises Ravensburg.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Mit einem Durchschnittsalter von 36,5 Jahren war Riedhausen Ende 2011 die Gemeinde mit den im Schnitt jüngsten Einwohnern in Baden-Württemberg.[2] Auch 2019 lag die Kommune mit einem Durchschnittsalter von 38,3 Jahren ganz vorn.[3]

ReligionBearbeiten

Die Gemeinde ist Sitz der katholischen Pfarrei St. Michael, die zur Seelsorgeeinheit Altshausen im Dekanat Saulgau der Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört.

Die evangelischen Christen der Gemeinde gehören zur Kirchengemeinde Altshausen im Kirchenbezirk Biberach der Württembergischen Landeskirche.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Von 1992 bis 2022 war Ekkehard Stettner Bürgermeister von Riedhausen. Zu seiner Nachfolgerin wurde am 10. Oktober 2021 mit 88,37 Prozent der Stimmen Yvonne Heine gewählt, die zum Zeitpunkt ihres Amtsantritt am 1. März 2022 mit 25 Jahren die jüngste Bürgermeisterin in Baden-Württemberg war.

GemeinderatBearbeiten

Riedhausen ist eine der wenigen Gemeinden in Baden-Württemberg, in der der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt wird. Bei der Mehrheitswahl gibt es keine Listen oder Gruppierungen. Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern. Darunter sind gemäß dem Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 zwei Frauen. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

WappenBearbeiten

 
Wappen der Herren von Riedhausen in der Zürcher Wappenrolle, um 1340

Die Gemeinde führt ein am 3. Juli 1980 verliehenes Wappen.

Blasonierung: „In Rot ein rechtshin gebogen aufspringender silberner (weißer) Fisch.“

Das Wappen geht auf das um 1340 in der Zürcher Wappenrolle dargestellte Wappen der Herren von Riedhausen zurück.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Theatergruppe Riedhausen bringt jedes Jahr in etwa zehn Aufführungen eine Komödie auf die Bühne.

VereineBearbeiten

Riedhausen hat ein reges Vereinsleben. Der größte örtliche Verein ist der Sportverein Riedhausen, der Sportmöglichkeiten für alle Altersklassen anbietet. Besonderen Zulauf haben der Jedermann-Sport und der Sport für Senioren. Im Frühjahr veranstaltet der SV Riedhausen das weithin bekannte Maifest. Fußball bietet die FG 2010 WRZ an. Der Narrenverein „Wasenstecher“ mit seinen Narrenfiguren Wasenstecher und Moorgeist betreibt die schwäbisch-alemannische Fasnet. Zu den weiteren ortsansässigen Vereinen zählen ein Ortsverein des Landfrauenverbands, die Landjugend, der Fischereiverein Pfrunger Ried, der Motorradverein Free-Biker und der Musikverein Unterwaldhausen. Zudem gibt es einen Kirchenchor.

TriviaBearbeiten

Ende 2020 gehörte Riedhausen nicht nur zu den acht Kommunen in Baden-Württemberg, in denen das Durchschnittsalter bei unter 40 Jahren lag. Mit einem Altersdurchschnitt von 38,1 Jahren lebte in der Kommune landesweit die jüngste Bevölkerung.[4]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Matthäus Kern (1801–1852), Maler, Lithograph, Kupferstecher und Radierer
  • Maria Ferschl (1895–1982), österreichische Lehrerin, Schriftstellerin und Kirchenlieddichterin. Sie lebte von 1945 bis 1962 im Pfarrhaus Riedhausen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Riedhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2021 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Durchschnittsalter in Baden-Württemberg: 43 Jahre. (Nicht mehr online verfügbar.) Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 30. August 2012, archiviert vom Original am 17. Oktober 2012; abgerufen am 31. August 2012 (Pressemitteilung Nr. 283/2012).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-bw.de
  3. Jüngstes Durchschnittsalter in Riedhausen, ältestes in Ibach. Abgerufen am 23. August 2019.
  4. 43,8 Jahre im Schnitt, in: Badische Woche, 20./21. August 2021, S. 8.