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Der Begriff Standesherr (bzw. standesherrlich) bezeichnete im Deutschen Bund die Mitglieder hochadeliger Häuser, die im Zuge der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches zwischen 1803 und 1815 durch Mediatisierung ihre Reichsstandschaft, also ihre reichsunmittelbaren Herrschaftsrechte (Landeshoheit mit Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat des Reichstags) verloren, aber gemäß der Deutschen Bundesakte weiterhin die Ebenbürtigkeit mit den regierenden Dynastien behielten und bis heute – insoweit die Kategorie „Ebenbürtigkeit“ noch adelsrechtliche oder habituelle Geltung hat – als ebenbürtig gelten. Die Deutsche Bundesakte räumte ihnen in Art. XIV zum Ausgleich erhebliche Sonderrechte ein. Die standesherrlichen Familien bilden die so genannte Deuxième Partie, also die Zweite Abteilung im Almanach de Gotha bzw. im Gothaischen Hofkalender und bis heute in der Bandreihe Fürstliche Häuser des Genealogischen Handbuchs des Adels. Die Standesherren im Deutschen Bund sind zu unterscheiden von den Freien Standesherrschaften in den Ländern der Krone Böhmens, später besonders in der Lausitz und in Schlesien blühend, dann zu Preußen gehörend, die trotz mancher Vorrechte nie reichsständisch waren und folglich bis 1803/1806 auch nicht dem Hochadel angehörten.

Inhaltsverzeichnis

Stellung und BedeutungBearbeiten

 
Siegelmarke Präsidium des Vereins der Deutschen Standesherrn

Die Standesherren konzentrierten sich vor allem im süd- und westdeutschen Raum, in geringerer Zahl gab es sie auch in anderen Teilen des Deutschen Bundes. Sie entsprachen den im Heiligen Römischen Reich im Reichsfürstenrat des Reichstags vertretenen Inhabern der Virilstimmen, also den Reichsfürsten, soweit sie inzwischen mediatisiert waren, sowie der Kuriatstimmen, also den mit je einer gemeinsamen Stimme vertretenen Gruppen der vier „Grafenbänke“ (des Wetterauer Grafenvereins, des schwäbischen, fränkischen und niederrheinisch-westfälischen Reichsgrafenkollegiums).[A 1]

Als Standesherren durften sie sich Durchlaucht (Fürsten und Prinzen) oder Erlaucht (regierende Grafen, also die Häupter der ehemals reichsgräflichen Familien) nennen; nur die Bezeichnung „von Gottes Gnaden“ blieb den regierenden Häusern vorbehalten. Sie genossen Steuerfreiheit für Güter und Personen und unterlagen mit der Austrägalgerichtsbarkeit einer Sonderjustiz. Bis 1918 hatten sie in Teilen Deutschlands die so genannte „erbliche Landstandschaft“ inne: Die Standesherren hatten qua Geburt einen Anspruch auf einen Sitz in der ersten Kammer der Landesparlamente (etwa in Preußen im Herrenhaus oder in der ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen). Da die Gebiete der Standesherren sich nicht immer mit den Grenzen der neu entstandenen Staaten deckten, waren die Standesherren teilweise auch Mitglied der ersten Kammern verschiedener Staaten. So war z. B. der Senior des Hauses Leiningen Mitglied der ersten Kammer im Großherzogtum Hessen und in Baden. Zudem genossen sie Militärfreiheit, wurden aber andererseits, wenn sie Dienst nahmen, üblicherweise sofort als Leutnant eingestellt. Auf lokaler Ebene behielten sie im Gebiet ihrer ehemaligen Territorien richterliche und exekutive Befugnisse, die deutlich über die normaler adeliger Patrimonialgerichtsbarkeit hinausgingen. Neben den Resten der alten Feudalrechte ernannten die Standesherren die Schultheißen, die Pfarrer und Lehrer, sie besaßen die Forst- und Jagdpolizei und hatten ein Kontrollrecht in den Fragen der politischen Gemeinden. Nicht selten existierte ein eigener Beamten- und Justizapparat unabhängig von den staatlichen Instanzen. Diese sehr weitgefassten Rechte konnten die Standesherren bis zur Revolution 1848/1849 behaupten. Allerdings gab es Unterschiede in den einzelnen Bundesstaaten. Besonders großzügig verfuhr Preußen mit dieser Gruppe. In Baden, wo etwa ein Drittel des Territoriums den Standesherrn gehörte, versuchten die Regierungen, deren Sonderrechte zu beschneiden.

Der Anspruch der doppelten Loyalität gegenüber Staat und Standesherrn war ein Faktor, der den Unmut der Bauern etwa in Nordbaden verstärkte und in der Anfangsphase der Revolution von 1848/1849 zu Revolten führte. Größere Gefahr drohte den Standesherren allerdings durch die entstehende bürgerliche Gesellschaft, die den Privilegien außerordentlich kritisch gegenüberstand. Mit der Revolution verloren die Standesherren ihre Sonderrechte – mit Ausnahme ihre Anwartschaft auf einen Sitz in den ersten Kammern – weitgehend. An ihrem hochadeligen Status änderte sich zwar nichts, aber sie verloren ihre quasi nebenstaatlichen Rechte. Die Chefs der noch existierenden standesherrlichen Familien sind seit 1864 bis heute Mitglieder im Verein der deutschen Standesherren.[1] Dieser hält jährlich eine Versammlung ab und organisiert einen Ball für die Mitglieder der standesherrlichen Häuser.

Die standesherrlichen HäuserBearbeiten

Standesherren mit FürstenrangBearbeiten

Im Deutschen Bund bestanden gemäß den Beschlüssen der Bundesversammlung vom 13. August 1825 und 13. Februar 1829 folgende Standesherren im Fürstenrang, denen die Anrede „Durchlaucht“ zustand. Die Fürsten besaßen Territorien in einem oder mehreren Bundesstaaten und nahmen dort die jeweiligen Vorrechte der Standesherren wahr. In Österreich und Preußen konnten die Standesherren ihre Interessen in den Landtagen der Provinzen (das österreichische Herrenhaus wurde 1861, das preußische Herrenhaus 1854 geschaffen) vertreten, in Bayern, Hannover, Württemberg, Baden und Hessen waren sie erbliche Mitglieder der Ersten Kammer der Landstände. Stand 1846, Veränderungen nach dem Ende des Deutschen Bundes und der Reichsgründung bleiben hier unberücksichtigt.[2]

Fürst Kaisertum Österreich Königreich Preußen Königreich Bayern Königreich Württemberg Königreich Hannover Großherzogtum Baden Großherzogtum Hessen Andere Bundesstaaten
Arenberg Westfalen: Grafschaft Recklinghausen Herzogtum Arenberg-Meppen
Auersperg Krain: Herzogtum Gottschee
Bentheim und Steinfurt Westfalen: Grafschaft Steinfurt Grafschaft Bentheim
Bentheim-Tecklenburg-Rheda Westfalen: Herrschaften Rheda und Hohenlimburg
Colloredo Böhmen: Opotschno Limpurg-Sontheim-Gröningen
Croÿ-Dülmen Westfalen: Standesherrschaft Dülmen
Dietrichstein Mähren: Nikolsburg
Esterházy von Galantha Ungarn: Eisenstadt gefürstete Grafschaft Edelstetten Herrschaft Gailingen und Insel Mainau
Fürstenberg Böhmen: Pürglitz Amt Hayingen Fürstentum Fürstenberg Hohenzollern-Sigmaringen: Herrschaften Trochtelfingen und Jungnau
Fugger-Babenhausen Fürstentum Babenhausen
Hohenlohe-Langenburg Mediatisiertes Fürstenhaus Ämter Langenburg und Weikersheim, 1/4 des Öhringer Erbes Sachsen-Coburg und Gotha: mit Kirchberg gemeinsam die obere Grafschaft Gleichen (Amt Ohrdruf)
Hohenlohe-Öhringen (Hohenlohe-Ingelfingen) Schlesien: Majoratsherrschaft Schlawentschitz Ämter Öhringen, Forchtenberg, Ingelfingen, Neuenstein, Niedernhall und Schrozberg, 1/2 des Öhringer Erbes Sachsen-Weimar: Majoratsherrschaften Oppurg, Colba und Positz
Hohenlohe-Kirchberg Standesherrschaft Kirchberg, Anteil an Künzelsau, 1/4 des Öhringer Erbes Sachsen-Coburg und Gotha: mit Langenburg gemeinsam die obere Grafschaft Gleichen (Amt Ohrdruf)
Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein [A 2] Ämter Bartenstein, Pfedelbach, Mainhardt und Sindringen
Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein-Jagstberg Ämter Jagstberg und Niederstetten (Carlsberger Distrikt)
Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst Herrschaft Schillingsfürst Ämter Waldenburg, Kupferzell, Adolzfurt und Ohrntal
Isenburg-Birstein Ämter Offenbach, Dreieichenhain und Wenings
Kaunitz-Rietberg Mähren: Austerlitz, Böhmen: Neuschloss-Böhmisch Leipa Westfalen: Grafschaft Rietberg[A 3]
Khevenhüller-Metsch Österreich unter der Enns: Grafschaft Hardegg
Leiningen Ämter Amorbach und Miltenberg Ämter Mosbach, Boxberg, Schüpf, Buchen, Walldürn, Bischofsheim, Hardheim, Lauda und Ripperg Hesselbach
Leyen Rheinprovinz: Herrschaften Adendorf, Münchhausen, Arenfels und Oberkirchen Domäne Waal Grafschaft Hohengeroldseck Nassau: Herrschaften Fachbach und Nievern
Lobkowitz Böhmen: Herzogtum Raudnitz
Löwenstein-Wertheim-Freudenberg gefürstete Grafschaft Umpfenbach Grafschaft Löwenstein und Erben Limpurg-Sontheim-Michelbach Reichsgrafschaft Wertheim erbliches Mitglied der 1. Kammer
Löwenstein-Wertheim-Rosenberg Böhmen: Schloss Haid Herrschaften Heubach, Rothenfels und Neustadt Amt Abstatt Herrschaft Rosenberg Herrschaften Habitzheim und Nauses
Looz-Corswarem Westfalen: südlicher Teil Fürstentum Rheina-Wolbeck nördlicher Teil Fürstentum Rheina-Wolbeck
Metternich Böhmen: Herrschaft Plaß Fürstentum Ochsenhausen[A 4]
Oettingen-Spielberg Mediatgericht Oettingen Orte Tannhausen, Unterschneidheim, Walxheim und Zipplingen
Oettingen-Wallerstein Herrschaftsgerichte Wallerstein, Bissingen und Harburg der in den Oberämtern Neresheim und Heidenheim gelegene Teil der Grafschaft Oettingen
Orsini-Rosenberg Kärnten: Schloss Grafenstein
Salm-Salm Westfalen: 2/3 Ämter Ahaus und Bocholt
Salm-Kyrburg Westfalen: 1/3 Ämter Ahaus und Bocholt[A 5]
Salm-Horstmar (Wild- und Rheingrafen zu Grumbach) Westfalen: Amt Horstmar
Salm-Reifferscheidt-Krautheim vormals kurmainzisches Amt Krautheim links der Jagst vormals kurmainzisches Amt Krautheim rechts der Jagst[A 6], Amt Hersberg
Salm-Reifferscheidt-Raitz (Altsalm) Böhmen: Raitz
Sayn-Wittgenstein-Berleburg Westfalen: Amt Berleburg
Sayn-Wittgenstein-Hohenstein Westfalen: Grafschaft Wittgenstein Erben Limpurg-Sontheim-Obersontheim
Schönburg-Hartenstein Böhmen: Herrschaft Tschernowitz, Neuschönburg Königreich Sachsen: Rezessherrschaft Hartenstein[A 7]
Schönburg-Waldenburg[A 8][A 9] Königreich Sachsen: Rezessherrschaft Waldenburg
Schwarzenberg Böhmen: Herzogtum Krumau Herrschaft Illereichen und Kellmünz Ort Dettingen der Herrschaft Illereichen und Kellmünz
Solms-Braunfels Rheinprovinz: Grafschaften Braunfels und Greifenstein Erben der Linie Limpurg-Gaildorf, Solms-Assenheimischer Landesteil Ämter Hungen, Gambach und Wölfersheim
Solms-Lich Rheinprovinz: Amt Hohensolms Ämter Lich und Niederweisel
Starhemberg Österreich ob der Enns: Grafschaften Schaunberg und Wartberg
Thurn und Taxis Böhmen: Herrschaft Chotischau, Tirol: Herrschaft Meran und Schlanders Posen: Standesherrschaft Krotoschin Herrschaften Donaustauf und Wörth Fürstentum Buchau, gefürstete Reichsgrafschaften Friedberg-Scheer und Demmingen, Herrschaft Eglingen Hohenzollern-Sigmaringen: Ämter Ostrach und Straßberg
Trauttmansdorff Böhmen: Bischofteinitz
Waldburg-Wolfegg-Waldsee Gut Rohrmoos Grafschaften Waldburg und Waldsee
Waldburg-Zeil-Trauchburg Güter Trauchburg, Wengen und Kleinweiler Grafschaften Zeil und Trauchburg, 1/2 Herrschaft Kißlegg, Herrschaft Zimmern unter der Burg
Waldburg-Zeil-Wurzach Grafschaft Wurzach, 1/2 Herrschaft Kißlegg
Wied Rheinprovinz: Ämter Altwied, Dierdorf, Heddesdorf, Neuerburg und Neuwied Nassau: Ämter Runkel und Selters
Windisch-Graetz Böhmen: Tachau Grafschaft Eglofs und Herrschaft Siggen

Standesherren im Rang von Grafen und FreiherrenBearbeiten

Im Deutschen Bund bestanden gemäß den Beschlüssen der Bundesversammlung vom 13. August 1825 und 13. Februar 1829 folgende Standesherren im Rang von Grafen und Freiherren, denen die Anrede „Erlaucht“ zustand. Die Grafen und Freiherren besaßen Territorien in einem oder mehreren Bundesstaaten und nahmen dort die jeweiligen Vorrechte der Standesherren wahr. In Österreich und Preußen konnten die Standesherren ihre Interessen in den Landtagen der Provinzen (das österreichische Herrenhaus wurde 1861, das preußische Herrenhaus 1854 geschaffen) vertreten, in Bayern, Hannover, Württemberg, Baden und Hessen waren sie erbliche Mitglieder der Ersten Kammer der Landstände. Stand 1846, Veränderungen nach dem Ende des Deutschen Bundes und der Reichsgründung bleiben hier unberücksichtigt.[2]

Grafen und Freiherren Kaisertum Österreich Königreich Preußen Königreich Bayern Königreich Württemberg Königreich Hannover Großherzogtum Baden Großherzogtum Hessen Andere Bundesstaaten
Bentinck Oldenburg: Herrschaften Varel und Kniphausen
Castell Herrschaftsgerichte Rüdenhausen, Burghaslach und Remlingen
Erbach-Erbach (Erbach und Wartenberg-Roth) Mediatgericht Eschau Grafschaft Wartenberg-Roth Anteil Herrschaft Erbach und 1/2 Breuberg
Erbach-Fürstenau Anteil Herrschaft Erbach
Erbach-Schönberg Anteil Herrschaft Erbach und 1/2 Breuberg
Erdödy Grafschaft Baindt[A 10]
Fugger-Glött Herrschaften Glött und Oberndorf
Fugger-Kirchheim Herrschaften Kirchheim, Eppishausen und Hasselbach
Fugger-Nordendorf Herrschaft Nordendorf Rittergut Niederalfingen
Fugger-Kirchberg-Weißenhorn Herrschaften Weißenhorn, Wullenstetten, Pfaffenhausen und Marstetten Reichsgrafschaft Kirchberg und Herrschaft Schnürpflingen
Giech Herrschaften Thurnau, Buchau und Crottendorf Nassau: vormals vom Steinsche Güter und Schloss zum Stein in Bergnassau
Harrach Österreich unter der Enns: Herrschaften Prugg an der Leitha, Stauff und Aschau
Isenburg-Büdingen Ämter Büdingen und Mockstadt
Isenburg-Büdingen-Meerholz Erben der Grafschaft Limpurg-Gaildorf Amt Marienborn Kurhessen: Amt Meerholz
Isenburg-Büdingen-Wächtersbach Grafschaft Limpurg-Gaildorf 5/12 Amt Assenheim Kurhessen: Amt Wächtersbach
Isenburg-Philippseich Amt Philippseich
Königsegg-Aulendorf Grafschaft Königsegg-Aulendorf
Kuefstein Österreich unter der Enns: Baronie Greillenstein
Leiningen-Billigheim Kellerei Billigheim
Leiningen-Neudenau Kellerei Neudenau
Leiningen-Altleiningen-Westerburg Grafschaft Hohengeroldseck Standesherrschaft Ilbenstadt Nassau: Herrschaften Fachbach und Nievern
Leiningen-Neuleiningen-Westerburg Nassau: Herrschaft Westerburg und Herrschaft Schadeck
Neipperg Standesherrschaft Schwaigern Adelshofen und 1/2 Gemmingen
Ortenburg Grafschaft Tambach
Pappenheim Grafschaft Pappenheim
Platen-Hallermund erbliches Mitglied der 1. Ständekammer
Plettenberg-Mietingen[A 11] Grafschaft Mietingen-Sulmingen
Pückler-Limpurg Erben der Linie Limpurg-Sontheim, Herrschaften Gaildorf und Obersontheim
Quadt-Isny Grafschaft Isny
Rechberg und Rothenlöwen Standesherrschaft Mickhausen Grafschaft Hohenrechberg
Rechteren-Limpurg Herrschaft Speckfeld
Schaesberg-Tannheim Standesherrschaft Tannheim
Schlitz gen. Goerz Grafschaft Schlitz
Schaumburg-Österreich (Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym)[A 12] Nassau: Grafschaften Holzappel und Schaumburg
Schönborn-Buchheim Österreich unter der Enns: Fideikommissherrschaft Mühlberg und Göllersdorf
Schönborn-Wiesentheid Fideikommissherrschaften Wiesentheid, Gaibach, Zeilitzheim, Pommersfelden und Krombach Fideikommissherrschaft Heusenstamm Nassau: Schloss Reichartshausen
Solms-Laubach Ämter Laubach und Utphe, 5/18 der Herrschaft Münzenberg
Solms-Rödelheim Grafschaft Solms-Rödelheim und 7/12 Assenheim Kurhessen: 1/2 Praunheim
Solms-Wildenfels Anteil an der ehemaligen Abtei Engelthal Königreich Sachsen: Herrschaft Wildenfels
Stadion-Thannhausen (gemeinsamer Besitz) Böhmen: Herrschaft Kauth Herrschaften Thannhausen und Warthausen Herrschaften Oberstadion und Emerkingen
Stadion-Warthausen (gemeinsamer Besitz) Böhmen: Herrschaft Kauth Herrschaft Thannhausen und Warthausen Herrschaften Oberstadion und Emerkingen
Sternberg-Manderscheid Standesherrschaft Schussenried-Weißenau
Stolberg-Roßla (Stolberg-Ortenberg) Provinz Sachsen: Ämter Roßla, Questenberg, Wolfsberg, Ebersburg und Bärenrode
Stolberg-Stolberg Provinz Sachsen: Anteil an der Grafschaft Stolberg mit Hayn, Amt Heringen Amt Neustadt
Stolberg-Wernigerode Provinz Sachsen: Grafschaft Wernigerode und Amt Schwarza Amt Sophienhof mit Rothesütte Herrschaft Gedern
Toerring-Jettenbach-Gutenzell Güter Törring und Jettenbach Standesherrschaft Gutenzell
Waldbott von Bassenheim Rheinprovinz: Gut Bassenheim Herrschaft Buxheim und Burggrafschaft Winterrieden[A 13] Standesherrschaft Heggbach Nassau: Herrschaft Reifenberg und Kransberg
Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems Vorarlberg: Herrschaft Lustenau mit Hohenems
Waldeck-Bergheim Erben der Linie Limpurg-Gaildorf, Solms-Assenheimischer Landesteil
Wallmoden-Gimborn Westfalen: Grafschaft Gimborn
Wurmbrand-Stuppach Österreich unter der Enns: Herrschaften Schwarzau, Steyersberg und Stickelberg

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Gollwitzer: Die Standesherren. Die politische und gesellschaftliche Stellung der Mediatisierten 1815–1918. Ein Beitrag zur deutschen Sozialgeschichte. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1964.
  • Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 2: Von der Reformära bis zur industriellen und politischen „Deutschen Doppelrevolution“ 1815–1845/49. 2. Auflage. Beck, München 1989, ISBN 3-406-32262-X, S. 145–147, 667–669, 708–711.

WeblinksBearbeiten

BelegeBearbeiten

  1. Standesherren. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 18, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1909, S. 845–846.
  2. a b Carl Weiss, System des deutschen Staatsrechts, 1846. Siehe auch: Genealogisch-historisch-statistischer Almanach für das Jahr 1846, Weimar 1846

AnmerkungenBearbeiten

  1. Eine Ausnahme vom Erfordernis der Reichsstandschaft, also der früheren Vertretung im Reichstag, bilden jedoch die Grafen von Schlitz, die im Alten Reich lediglich zur fränkischen Reichsritterschaft gehört hatten (als Mitglieder des Ritterkantons Rhön-Werra), und zwar auch nach ihrer Erhebung zu Reichsgrafen 1726, da diese keinen Sitz auf einer der Grafenbänke des Reichstags mit sich gebracht hatte. Erst nach der Mediatisierung durch das Großherzogtum Hessen wurden der Familie die Rechte als Standesherren des Deutschen Bundes und 1829 damit auch das Prädikat Erlaucht verliehen. Das Haus Ligne hingegen erreichte 1792 wegen des Besitzes der Reichsgrafschaft Fagnolles seine Aufnahme in den Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis und 1803 – wegen des als Ausgleich für deren Enteignung erhaltenen Kloster Edelstetten – sogar eine Virilstimme, die es jedoch aufgrund des Verkaufs an den Fürsten Esterházy 1804 wieder verlor.
  2. Hohenlohe Bartenstein 1844 erloschen und von der Linie Jagstberg beerbt
  3. Grafschaft Rietberg 1823 verkauft
  4. Fürstentum Ochsenhausen 1824 an Württemberg verkauft
  5. Das 1803 erhaltene 1/3 von Ahaus und Bocholt 1825 an Salm-Salm verkauft, jedoch mit Ausschluss des Schlosses Ahaus und seiner Pertinenzen
  6. Das vormals kurmainzische Amt Krautheim links der Jagst 1826 an Württemberg verkauft, das Amt rechts der Jagst an Baden; dafür die Herrschaft Hersberg am Bodensee erworben
  7. Streitigkeiten mit Kursachsen über die Landeshoheit der Reichslehen wurden 1740 durch zwei Rezesse geschlichtet. Die Stammgüter Glauchau, Waldenburg, Hartenstein und Lichtenstein als Reichsafterlehen des Königreichs Böhmen galten als Rezessherrschaften.
  8. Die fürstliche Linie Schönburg-Waldenburg besaß gemäß Bundesbeschluss von 1828 im Königreich Sachsen dieselben Rechte wie die übrigen mediatisierten Standesherren.
  9. Daneben bestanden die Linien Schönburg-Rochsburg-Hinterglauchau (1825 beerbte Hinterglauchau die Linie Rochsburg), Schönburg-Wechselburg mit Vorderglauchau.
  10. Die Reichsabtei Baindt ging 1803 an Graf von Aspremont-Lynden, der den Besitz 1812 an seinen Schwager, Graf Erdödy, verkaufte. Die Grafschaft Baindt wurde von ihm 1844 an Württemberg verkauft jedoch mit Vorbehalt des Ranges und der Rechte eines deutschen Standesherren.
  11. Grafschaft Plettenberg-Mietingen 1813 erloschen, Erbtochter verheiratet mit Graf Esterhazy-Galantha-Forchtenberg.
  12. Ein Spross des Hauses Anhalt-Bernburg, aus der Nebenlinie Hoym, hatte die Grafschaften Holzappel und Schaumburg erheiratet; seine Nachkommenschaft starb 1812 im Mannesstamm aus. Die älteste Tochter brachte sie in die Ehe mit einem Erzherzog von Österreich ein.
  13. Das zum Pflegamt Tannheim der Reichsabtei Ochsenhausen gehörende Dorf Winterrieden wurde im Reichsdeputationshauptschluss als Burggrafschaft an Burggraf von Sinzendorf-Rheineck gegeben. 1822 erbten die Waldbott von Bassenheim die Burggrafschaft