Gestratz

Gemeinde in Deutschland

Gestratz (westallgäuerisch Gäschtratz) ist eine Gemeinde und dessen gleichnamiger Hauptort im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gestratz
Gestratz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gestratz hervorgehoben

Koordinaten: 47° 39′ N, 9° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Verwaltungs­gemeinschaft: Argental
Höhe: 629 m ü. NHN
Fläche: 15,32 km2
Einwohner: 1298 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88167
Vorwahl: 08383
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 112
Gemeindegliederung: 34 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Mühlenstr. 1
88167 Röthenbach (Allgäu)
Website: gestratz.de
Erster Bürgermeister: Engelbert Fink (Freie Wählerschaft Gestratz)
Lage der Gemeinde Gestratz im Landkreis Lindau (Bodensee)
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Über dieses Bild
Gestratz von Osten
Ortseingang an der Straße An der Reuthe

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Region Westallgäu an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg, mittig zwischen Kempten und dem Bodensee, von beiden etwa 30 km entfernt. Der namengebende Hauptort liegt am Nordufer der Oberen Argen.

GemeindeteileBearbeiten

Es gibt 34 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Die Einöde Hasenreute gehört heute zu Dinnensberg.

NachbargemeindenBearbeiten

Argenbühl Isny im Allgäu
Röthenbach (Allgäu)   Maierhöfen
Grünenbach

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Gestratz wird erstmals urkundlich im Jahr 1182 als „Gestraese“ genannt.

Bevor Gestratz zu Bayern kam, gehörte es zur österreichischen Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Mit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1970: 1043 Einwohner
  • 1987: 1028 Einwohner
  • 1991: 1086 Einwohner
  • 1995: 1090 Einwohner
  • 2000: 1160 Einwohner
  • 2005: 1221 Einwohner
  • 2010: 1187 Einwohner
  • 2015: 1270 Einwohner
  • 2019: 1330 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1022 auf 1280 um 258 Einwohner bzw. um 25,2 %.

PolitikBearbeiten

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Argental.

GemeinderatBearbeiten

Zur Gemeinderatswahl 2020 trat nur die Freie Wählerschaft Gestratz an und besetzt alle zwölf Sitze im Rat.[3]

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist Engelbert Fink.[4][5][6]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau eine eingeschweifte, gekürzte goldene Spitze, darin eine blaue Dornenkrone; vorne drei schräglinks gelegte goldene Pfeile übereinander, hinten ein goldener Bärenrumpf.“[7]

Dieses Wappen wird seit 1980 geführt.

Wappenbegründung: Der Bärenrumpf weist auf den heiligen St. Gallus hin, den Kirchenpatron der Pfarrkirche von Gestratz. Der Bär ist das Attribut des Heiligen. Alle Pfarreien im Allgäu, die diesen Heiligen als Kirchenpatron haben, können als Gründungen durch das Kloster St. Gallen angesehen werden. Das Kloster ist seit dem 8. und 9. Jahrhundert der bedeutendste Herrschaftsinhaber im Gemeindegebiet. Die drei Pfeile und die Dornenkrone sind dem Wappen der Herren von Horben zu Ringenberg entnommen. Sie waren Ministerialen und im Gemeindegebiet begütert. Die Familie starb 1767 aus. Die Figuren aus ihrem Familienwappen sind auf einem zwischen 1506 und 1509 entstandenen Grabstein an der Pfarrkirche in Gestratz überliefert.

GemeindepartnerschaftBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

2016 gab es nach der amtlichen Statistik 135 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 555. Im verarbeitenden Gewerbe gab es neun, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 43 landwirtschaftliche Betriebe (1999 64 Betriebe) mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1005 ha.

BildungBearbeiten

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze mit 48 Kindern
  • Volksschule: eine mit neun Lehrern und 210 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Joseph Wagner (1706–1780), Kupferstecher, geboren in Thalendorf
  • Anna Maria Wehinger (1853–1922) leitete ab 1889 eine der ersten Koch- und Haushaltungsschulen im deutschsprachigen Raum und verfasste das nicht nur historisch bekannte „Dornbirner Kochbuch“.
  • Michael Kitzelmann (1916–1942), Offizier, hingerichtet durch ein Erschießungskommando, bezahlte seine öffentlich geäußerte Kritik am NS-Regime mit dem Leben.

WissenswertesBearbeiten

In Gestratz spielt der Roman „Tims Briefe“ von Katrin Stehle.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gestratz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Gestratz in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 19. August 2019.
  3. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Gestratz - Gesamtergebnis. Abgerufen am 18. November 2020.
  4. https://www.landkreis-lindau.de/Schnellnavigation/Startseite/index.php?ModID=9&object=tx%7C2562.1&FID=1188.109.1
  5. Bürgermeister. Gemeinde, abgerufen am 23. Juli 2020.
  6. https://www.freistaat.bayern/dokumente/behoerde/42441814567
  7. Eintrag zum Wappen von Gestratz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte