Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grünenbach
Grünenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grünenbach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 38′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Verwaltungs­gemeinschaft: Argental
Höhe: 715 m ü. NHN
Fläche: 25,13 km2
Einwohner: 1460 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88167
Vorwahl: 08383
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 113
Gemeindegliederung: 16 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 50
88167 Grünenbach
Website: gruenenbach.de
Bürgermeister: Markus Eugler (Unabhängige Gemeinderäte)
Lage der Gemeinde Grünenbach im Landkreis Lindau (Bodensee)
Baden-WürttembergÖsterreichSchweizLandkreis OberallgäuBodolzGestratzGrünenbachHeimenkirchHergatzHergensweilerLindau (Bodensee)Lindenberg im AllgäuMaierhöfenNonnenhornOberreuteOpfenbachRöthenbach (Allgäu)ScheideggSigmarszellStiefenhofenWasserburg (Bodensee)Weiler-SimmerbergWeißensbergBodenseeKarte
Über dieses Bild

Grünenbach (westallgäuerisch Grienebach) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee) und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Argental.

GeografieBearbeiten

Lage, Gemarkungen und höchste ErhebungBearbeiten

Grünenbach liegt in der Region Allgäu, genauer im Westallgäu.

Die Gemeinde besteht aus 2 Gemarkungen und hat 16 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Die höchste Erhebung ist der Laubenberg mit 916 Metern ü. NN.

NachbargemeindenBearbeiten

Gestratz Maierhöfen
Röthenbach (Allgäu)   Weitnau
Weiler-Simmerberg Stiefenhofen Missen-Wilhams

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

An der Quelle des Grünen Bachs befindet sich ein Kultplatz vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung,[3][4] ein Findling aus Nagelfluh mit noch deutlich erkennbaren vorgeschichtlichen Einfriedungen.

Durch Grünenbach verlief die römerzeitliche Straße von Bregenz nach Cambodunum,[5] die eine wichtige Verbindung für Importe aus dem Mittelmeergebiet ins Voralpenland darstellte (für Olivenöl, Wein, Fischsauce, Oliven).[6]

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte das Gebiet der heutigen Gemeinde Grünenbach zu drei verschiedenen Territorien:

  • Grünenbach mit Heimhofen und Au: Gehörte zu Österreich, Herrschaft Bregenz, Gericht Grünenbach.
  • Schönau mit Schneit, Motzgatsried und Laubenberg: Bildete die Herrschaft Laubenberg. Die Lehenshoheit über die Herrschaft wechselte zu einem unbekannten Zeitpunkt von der Fürstabtei St. Gallen an Österreich. Die Herrschaft gehörte zum Kanton Hegau-Allgäu-Bodensee des Reichsritterkreises Schwaben. Inhaber der Herrschaft waren bis 1647 die Familie von Laubenberg und dann die Familie Pappus von Tratzberg.
  • Ebratshofen mit Schüttentobel, Hohenegg, Oberried, Unterried, Bischlecht, Steig, Gerstland und Pferrenberg: Gehörte zu Österreich, Herrschaft Bregenz, Gericht Hohenegg. Das Gericht Hohenegg bestand aus der ehemaligen Herrschaft Hohenegg, welche Lehen der Abtei Kempten war und 1359 mit der damals montfortischen Grafschaft Bregenz vereinigt wurde. 1451 kam das hoheneggische Gebiet von Montfort an Österreich. Im Gegensatz zu den anderen Gebieten der österreichischen Herrschaft Bregenz (auch "Herrschaft Bregenz-Hohenegg" genannt) behielt das Gericht Hohenegg stets eine gewisse Sonderstellung.

Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die Gebiete zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstanden die drei modernen Gemeinden Grünenbach, Schönau und Ebratshofen.

EingemeindungenBearbeiten

1860 wurde Schönau nach Grünenbach eingegliedert, und am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ebratshofen nach Grünenbach eingemeindet.[7]

 
Pfarrkirche St.Ottmar

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1171 Einwohner
  • 1970: 1140 Einwohner
  • 1987: 1124 Einwohner
  • 1991: 1160 Einwohner
  • 1995: 1253 Einwohner
  • 2000: 1285 Einwohner
  • 2005: 1385 Einwohner
  • 2010: 1445 Einwohner
  • 2015: 1503 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Markus Eugler (Unabhängige Gemeinderäte).

GemeinderatBearbeiten

Nach der Wahl 2014 hat der Gemeinderat 12 Mitglieder.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt und halb gespalten; oben in Silber ein grüner Schräglinksbalken, damasziert mit schwarzen Wellenfäden, belegt mit der goldenen Majuskel „G“, unten vorne in Gold ein rotgezungter, schwarzer Stierkopf, hinten in Rot schrägbalkenweise drei silberne Lindenblätter.“

Das heutige Wappen der Gemeinde Grünenbach besteht seit 1972 und stellt die drei ehemals selbstständigen Gemeinden Grünenbach, Ebratshofen und Schönau dar. Grünenbach wird vom ab 1737 genutzten Gemeindesiegel und späteren Wappen dargestellt. Es zeigt einen grünen Schräglinksbalken in Form eines Baches belegt mit dem goldenen Großbuchstaben G. Der Stierrumpf repräsentiert Ebratshofen und zeigt das Wappen der ehemals auf Burg Hohenegg bei Ebratshofen ansässigen Adelsfamilie Hohenegg. Die drei silbernen Lindenblätter zeigen das Wappen des Rittergeschlechts Laubenberg und stellen Schönau dar, das Teil der Herrschaft Laubenberg war.[9][10]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im produzierenden Gewerbe 160 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 96 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 396. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei und im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 67 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1415 ha.

VerkehrBearbeiten

Durch den Süden des Gemeindegebiets verläuft die Allgäubahn MünchenLindau. Der nächste Bahnhof ist Röthenbach (Allgäu).

BildungBearbeiten

2010 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 56 Kindergartenplätze mit 56 Kindern
  • Volksschule: eine mit dem Namen Laubenbergschule Grünenbach, erbaut 2003

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grünenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Grünenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 28. August 2019.
  3. Kultplatz vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung. Denkmalnummer D-7-8326-0018
  4. Anzeige des Kultplatzes im Bayernatlas
  5. Anzeige des Verlaufes der römerzeitlichen Trasse im Bayernatlas
  6. Schimmer: Amphoren aus Cambodunum (Kempten). 2012, ISBN 978-3-89500-659-3.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 513.
  8. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 14. Januar 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vg-argental.de
  9. Ludwig Scheller: Beiträge zur Heimatgeschichte der Gemeinde Grünenbach. Nr. 1, 1959, S. 78.
  10. Haus der Bayerischen Geschichte - Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 28. August 2018.