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Amtsgericht Bensheim

Amtsgericht in der südhessischen Stadt Bensheim
Das Amtsgericht Bensheim in der Wilhelmstraße 26

Das Amtsgericht Bensheim (AG Bensheim) ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in der südhessischen Stadt Bensheim an der Bergstraße.

Gerichtssitz und -bezirkBearbeiten

 
Lage des Amtsgerichtsbezirks Bensheim in Hessen

Der Sitz des Gerichtes ist in Bensheim an der Bergstraße in der Wilhelmstraße 26. Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Bensheim umfasst die Stadt Bensheim (einschließlich aller Stadtteile), die Kreisstadt Heppenheim (einschließlich aller Stadtteile), die Stadt Lorsch, die Stadt Zwingenberg (mit dem Stadtteil Rodau), die Gemeinde Einhausen und die Gemeinde Lautertal (mit allen Ortsteilen).

ZuständigkeitBearbeiten

Das Amtsgericht Bensheim ist die Erstinstanz in Zivil-, Familien- und Strafsachen für den eigenen Gerichtsbezirk. Darüber hinaus ist es zuständig für Jugendschöffen- und Schöffensgerichtssachen im eigenen Bezirk und in den Amtsgerichtsbezirken Fürth und Lampertheim.[1]

Nicht zuständig ist das AG Bensheim für Handels- und Vereinsregistersachen sowie Insolvenzssachen. Hierfür ist das Amtsgericht Darmstadt zuständig. Für Mahnverfahren ist ebenfalls nicht das AG Bensheim zuständig. Die hessenweite Zuständigkeit liegt hier beim Amtsgericht Hünfeld.

GeschichteBearbeiten

Auf Veranlassung des Großherzoglichen Ministerium der Justiz wurde mit Wirkung zum 1. Mai 1902 ein Amtsgericht in Bensheim errichtet und der zugehörige Amtsgerichtsbezirk aus den Orten Bensheim, Elmshausen, Gadernheim, Gronau, Lautern, Ober-Hambach, Raidelbach, Reichenbach, Unter-Hambach, Schönberg, Wilmshausen und Zell gebildet.[2] Am 1. Oktober 1934 wurden der gesamte Bezirk des aufgehobenen Amtsgerichts Zwingenberg mit den Gemeinden Alsbach, Auerbach, Balkhausen, Beedenkirchen, Bickenbach, Fehlheim, Hähnlein, Hochstädten, Jugenheim, Langwaden, Ober-Beerbach, Rodau, Schwanheim, Seeheim, Staffel und Zwingenberg und die Gemeinden Erbach, Groß-Hausen, Heppenheim, Kirschhausen, Klein-Hausen, Lorsch, Ober-Laudenbach, Sonderbach und Wald-Erlenbach aus dem Bezirk des aufgehobenen Amtsgerichts Lorsch dem Amtsgericht Bensheim zugeteilt.[3] Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 wurden die Gemeinden Alsbach, Balkhausen, Bickenbach, Hähnlein, Jugenheim a. d. Bergstraße, Ober-Beerbach und Seeheim dem Amtsgericht Darmstadt zugelegt.[4] Infolge der Gebietsreform in Hessen wurden schließlich zum 11. September 1971[5] der nach Heppenheim eingemeindete Ortsteil Mittershausen sowie zum 29. September 1972[6] die nach Lautertal eingemeindeten Ortsteile Knoden und Schannenbach vom Amtsgericht Fürth abgetrennt und dem Amtsgericht Bensheim zugelegt.

Übergeordnete GerichteBearbeiten

Dem AG Bensheim ist das Landgericht Darmstadt und im weiteren Rechtszug das Oberlandesgericht Frankfurt am Main übergeordnet.

GebäudeBearbeiten

 
Hofseite des Gerichtsgebäudes

Das Gebäude, in dem sich das Amtsgericht befindet, ist ein unter Denkmalschutz stehendes Kulturdenkmal. Es wurde von dem Darmstädter Architekten Karl Hofmann entworfen und in der Zeit von 1900 bis 1902 erbaut. Am 1. Mai 1902 wurde der zweigeschossige neoromanische Massivbau unter Ausschluss der Öffentlichkeit seiner Bestimmung übergeben. Bis 1980 befand sich unmittelbar neben dem Gebäude das ebenfalls zweigeschossige, aus Granit gemauerte, Gerichtsgefängnis. Es wurde im November 1980 abgerissen.[7]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gerichtliche Zuständigkeitsverordnung Justiz (GerZustJuV HE)
  2. Großherzogliches Ministerium der Justiz: Bekanntmachung, die Errichtung eines Amtsgerichts in Bensheim betreffend vom 26. März 1902. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1902 Nr. 19, S. 154 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 29,1 MB]).
  3. Verordnung über die Umbildung von Amtsgerichtsbezirken vom 11. April 1934. In: Hessisches Regierungsblatt. 1934 Nr. 10, S. 63 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 13,6 MB]).
  4. Der Hessische Minister der Justiz: Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 2, Abs. 1 a) (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 298 kB]).
  5. Der Hessische Minister der Justiz: Siebzehnte Verordnung zur Berichtigung der Anlage zum Gerichtsorganisationsgesetz (Ändert GVBl. II 210–16) vom 10. September 1971. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1971 Nr. 26, S. 247–248, § 1 Abs. 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 427 kB]).
  6. Der Hessische Minister der Justiz: Zwanzigste Verordnung zur Berichtigung der Anlage zum Gerichtsorganisationsgesetz (Ändert GVBl. II 210-16) vom 28. September 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 25, S. 337–339, § 1 Abs. 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 419 kB]).
  7. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Amtsgericht Bensheim In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 49° 41′ 7″ N, 8° 37′ 11,6″ O