Das Amtsgericht Gernsheim (bis 1879 Landgericht Gernsheim) war von 1839 bis 1934 ein hessisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in Gernsheim.

GeschichteBearbeiten

Am 16. Dezember 1839 wurden auf Veranlassung des Großherzoglich Hessischen Ministerium des Innern und der Justiz ein Landgericht mit Sitz in der Stadt Gernsheim errichtet und dem Bezirk dieses neuen Landgerichts

zugeteilt.[1] Durch die Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Starkenburg mit Wirkung vom 1. Juni 1853[2] wurden die Orte Eich, Eschollbrücken und Hahn an den Bezirk des Landgerichts Darmstadt abgegeben[3].

Zum 1. Oktober 1879 erfolgte aufgrund des Gerichtsverfassungsgesetzes die Umbenennung in Amtsgericht Gernsheim und die Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Darmstadt.[4] Mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 wurde das Amtsgericht Gernsheim aufgehoben und aus dem aufgelösten Amtsgerichtsbezirk die Gemarkungen Biblis, Groß-Rohrheim, Hammer-Aue, Maulbeer-Aue, Nordheim und Wattenheim dem Amtsgericht Worms, die übrigen Gemarkungen dem Amtsgericht Groß-Gerau zugeteilt.[5]

GebäudeBearbeiten

Das Gericht hatte seinen Sitz im Rathaus der Stadt.[6]

RichterBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bekanntmachung, die Errichtung eines Landgerichts zu Gernsheim betreffend vom 16. November 1839 (Hess. Reg.Bl. S. 375–376)
  2. Bekanntmachung, 1. die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt und Waldmichelbach, 2. die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichtsbezirke in der Provinz Starkenburg betr. vom 20. Mai 1853 (Hess. Reg.Bl. S. 377)
  3. Bekanntmachung vom 15. April 1853, betreffend:
    1) die Aufhebung der Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt, Waldmichelbach, Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
    2) die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen. (Hess. Reg.Bl. S. 221–230)
  4. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  5. Verordnung über die Umbildung von Amtsgerichtsbezirken vom 11. April 1934. In: Hessisches Regierungsblatt. 1934 Nr. 10, S. 63 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 13,6 MB]).
  6. Hans-Josef Becker: Heimat am Strom: Lesebuch Gernsheim, 2006, S. 157-


Koordinaten: 49° 45′ 5,3″ N, 8° 29′ 6,5″ O