Alfred Steinke

deutscher Eishockeyspieler

Alfred Wilhelm Steinke (* 6. Juni 1881 in Berlin; † Mai 1945 ebenda) war ein deutscher Eishockeyspieler, -torwart, -schiedsrichter und -funktionär.

  Alfred Steinke
Geburtsdatum 6. Juni 1881
Geburtsort Berlin, Deutsches Reich
Todesdatum Mai 1945
Sterbeort Berlin, Deutsches Reich
Spitzname Papa
Position Stürmer, Verteidiger, Torwart
Karrierestationen
1900–1901 BFC Preussen
1901–1930 Berliner SC

KarriereBearbeiten

 
Alfred Steinke (vorne links) mit dem Berliner Schlittschuhclub (1909)
 
Alfred Steinke (ganz links) bei der LIHG-Meisterschaft 1913 in St. Moritz

Alfred Steinke war in der Saison 1900/01 für den BFC Preussen aktiv. Von 1901 mit 1931 war er Spieler beim Berliner Schlittschuhclub auf verschiedenen Positionen: Erst Verteidiger, Rover oder Stürmer und gegen Ende der Karriere Torhüter. 1912 war er Mitglied der Mannschaft, die den ersten deutschen Meistertitel errang. Insgesamt gewann er elf deutsche Meisterschaften, die letzte im Jahr 1929. Des Weiteren gewann er mit dem Berliner SC dreimal den Spengler Cup und 1913 den Ringhoffer-Pokal um die erste österreichische internationale Scheiben-Meisterschaft. Während seiner Karriere spielte er unter anderem mit Gustav Jaenecke zusammen.

In der Nationalmannschaft spielte er von Beginn an mit, da in den 1910er Jahren meist der Berliner SC als beste Mannschaft des Landes als Vertretung zu internationalen Turnieren geschickt wurde. Im Jahr 1928 nahm er als Torwart der Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen teil, stand in beiden Turnierspielen im Tor und erhielt nur ein Gegentor.[1] Steinke war damals bereits 46 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Athleten, die jemals an einem olympischen Eishockeyturnier teilgenommen haben (Béla Ordódy war mit 48 Jahren der Älteste).[2]

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere war Steinke als Schiedsrichter und Funktionär im Eissport aktiv, war Mitte der 1930er Jahre Fachwart für Eishockey im Deutschen Eissport-Verband und Organisator der Finalrunde um die deutsche Meisterschaft. Zudem war er Mitherausgeber der Zeitschrift des Verbandes, der Eis- und Rollsport. Außerdem war er bei den Olympischen Winterspielen 1936 für die Organisation des das Eishockeyturnier verantwortlich und leitete ein Spiel als Schiedsrichter.[3]

Während des Zweiten Weltkriegs diente Steinke in Rumänien. Im letzten Kriegsmonat, im Mai 1945, verstarb er in Berlin.[4] Für seine sportlichen Erfolge wurde er posthum mit der Aufnahme in die Hockey Hall of Fame Deutschland geehrt.

Erfolge und AuszeichnungenBearbeiten

NationalBearbeiten

  • 1912 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1913 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1913 Österreichischer Meister (im Scheibenspiel) mit dem Berliner SC[5]
  • 1914 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1920 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1921 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1923 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1924 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1925 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1926 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1928 Deutscher Meister mit dem Berliner SC
  • 1929 Deutscher Meister mit dem Berliner SC

InternationalBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Alfred Steinke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jan Bürk: Eishockey bei den Olympischen Spielen unter besonderer Berücksichtigung der Teilnahme Deutschlands. GRIN Verlag, 2007, ISBN 3-638-71780-1, S. 21 und 22 (google.de [abgerufen am 28. Februar 2020]).
  2. Oldest ice hockey player at a Winter Olympic Games (male). In: guinnessworldrecords.com. Abgerufen am 28. Februar 2020 (englisch).
  3. Organisationskomitee für die IV. Olympischen Winterspiele (Hrsg.): Olympische Winterspiele 1936 – Amtlicher Bericht. Reichssportverlag, Berlin 1936, S. 22, 28, 265, 354, 356 (Werk online [PDF; abgerufen am 28. Februar 2020]).
  4. Olympians Who Were Killed or Missing in Action or Died as a Result of War. In: sports-reference.com. Abgerufen am 28. Februar 2020 (englisch).
  5. Stephan Müller: Alfred Steinke. (Nicht mehr online verfügbar.) In: sihss.se. 2004, archiviert vom Original am 28. März 2008; abgerufen am 28. Februar 2020.