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Alberto Salazar

US-amerikanischer Langstreckenläufer
Alberto Salazar Leichtathletik

Salazar Eugene 08.JPG
Alberto Salazar (2008)

Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 7. August 1958 (61 Jahre)
Geburtsort HavannaKuba
Beruf Trainer
Karriere
Bestleistung 5000 m: 13:11,93 min
10.000 m: 27:25,61 min
Marathon: 2:09:21 h
Status gesperrt
Medaillenspiegel
Crosslauf-WM 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Logo der IAAF Crosslauf-Weltmeisterschaften
0Silber0 Rom 1982 Einzel
letzte Änderung: 11. Oktober 2019

Alberto Salazar (* 7. August 1958 in Havanna, Kuba) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Langstreckenläufer, der Anfang der 1980er Jahre seine größten Erfolge feierte und heute als Trainer tätig ist.

WerdegangBearbeiten

Er gewann dreimal in Folge beim New-York-City-Marathon (1980 bis 1982) und stellte auf der Bahn US-Rekorde über 5000 m (13:11,93 min am 6. Juli 1982 in Oslo) und 10.000 m (27:25,61 min am 26. Juni 1982 in Oslo) auf. 1982 wurde er Zweiter und 1983 Vierter bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften.

Beim New-York-City-Marathon 1981 lief Salazar in 2:08:13 vermeintlich einen neuen Weltrekord. Jedoch wurde bei der Nachmessung festgestellt, dass die Strecke um 148 Meter zu kurz war, was ungefähr einer halben Minute Laufzeit entspricht.

Spektakulär war sein Sieg beim Boston-Marathon 1982, als er im Sprint mit zwei Sekunden Vorsprung auf Dick Beardsley gewann und im Ziel dehydriert zusammenbrach. Mit seiner damaligen Zeit von 2:08:52 h ist er bis heute der drittschnellste Amerikaner.

 
Salazar beim Rotterdam-Marathon 1983

Er galt als Favorit für den Marathon bei den Olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles, landete aber nur auf einem enttäuschenden 15. Platz.

Salazar war kein Naturtalent, machte dies aber durch extremen Trainingsfleiß, der bis zur totalen Verausgabung ging, wieder wett. Allerdings litt seine Gesundheit darunter. Beim Falmouth Road Race verausgabte er sich 1977 dermaßen, dass er mit einem Hitzschlag in eine Badewanne voll Eis gelegt wurde und von einem Priester die Sterbesakramente erhielt.

Ab Mitte der 1980er machten ihm gesundheitliche Probleme zu schaffen, sein Immunsystem brach zusammen, und er gab zeitweise das Laufen ganz auf. 1994 gab es für ihn ein eindrucksvolles Comeback, als er in Südafrika den Comrades Marathon – den weltgrößten Ultramarathon über knapp 90 Kilometer – gewann.

Alberto Salazar arbeitete als Cheftrainer für das Nike Oregon Project.[1] Mo Farah und Galen Rupp, die bei den Olympischen Sommerspielen 2012 Gold und Silber über 10.000 m gewonnen haben sowie Farah zusätzlich Gold über 5.000 m, haben bei ihm trainiert. Ebenso gehörten zu seinen Schützlingen der Äthiopier Yomif Kejelcha sowie die Niederländerin Sifan Hassan, Weltmeisterin von Doha 2019. Zum Oregon Project gehörten weiterhin die Deutsche Konstanze Klosterhalfen und der US-Amerikaner Donavan Brazier, die von Salazars Assistenztrainer Pete Julian gecoacht werden. Der US-amerikanische 1500-m-Olympiasieger Matthew Centrowitz verließ zwischenzeitlich wieder das Nike Oregon Project.[2]

Das Salazar-Training beinhaltete Trainingsumfänge von 200 km/Woche, die im erheblichen Umfang aerob absolviert werden.[3] Hierzu gehört auch der traditionelle Long Jog am Sonntagvormittag, bei ihm in Form eines Marathonlaufes (auf weichen Wegen) in ca. 2:30 Stunden.[4]

Dopingsperre 2019Bearbeiten

Wegen Dopingverstößen wurde der 61-Jährige 2019 von der amerikanischen Antidoping-Agentur für vier Jahre gesperrt.[5] Auf die gleiche Sperrdauer kam der Endokrinologe Jeffrey Brown, der zahlreiche Athleten Salazars behandelt hatte. Salazar kündigte an, Einspruch gegen das Urteil einzulegen. Zuvor hatte ihm die US-amerikanische Langstreckenläuferin Kara Goucher vorgeworfen, sie zur Einnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin gedrängt zu haben, das nicht auf der Doping-Liste steht.[2]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Alberto Salazar – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klosterhalfen bleibt in den USA. In: sport1.de. 28. April 2019, abgerufen am 28. April 2019.
  2. a b Dopingverstöße von Salazar: Klosterhalfen-Chefcoach wird lange gesperrt. In: n-tv.de, 1. Oktober 2019 (abgerufen am 2. Oktober 2019).
  3. Arnd Krüger: Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997). In: N. Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Czwalina, Hamburg 1998, S. 41–56.
  4. Mo Farah’s Typical Weekly Training Schedule. In: trainingarunner.com. 9. Oktober 2014, archiviert vom Original; abgerufen am 20. September 2016 (englisch).
  5. Leichtathletik-Trainer Salazar für vier Jahre gesperrt (30. September 2019)