1021
Kaiser Heinrich II. lässt Fürst Pandulf IV. von Capua gefangensetzen
Kaiser Heinrich II. zieht auf Wunsch Papst Benedikts VIII. gegen das byzantinische Apulien.
Illustration zum Genji Monogatari aus dem 19. Jh., Musée Saint-Remi
Der Genji Monogatari
der Murasaki Shikibu
wird erstmals erwähnt.
Das Reich Vaspourakan 908–1021
Byzanz annektiert das unabhängige Königreich Vaspurakan.
1021 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 469/470 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1013/14
Buddhistische Zeitrechnung 1564/65 (südlicher Buddhismus); 1563/64 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 61. (62.) Zyklus

Jahr des Metall-Hahns 辛酉 (am Beginn des Jahres Metall-Affe 庚申)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 383/384 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 399/400
Islamischer Kalender 411/412 (Jahreswechsel 16./17. April)
Jüdischer Kalender 4781/82 (10./11. September)
Koptischer Kalender 737/738
Malayalam-Kalender 196/197
Seleukidische Ära Babylon: 1331/32 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1332/33 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1059
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1077/78 (Jahreswechsel April)

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Reich der FatimidenBearbeiten

Al-Hākim bi-amr Allāh, sechster Kalif der Fatimiden und sechzehnter Imam der schiitischen Ismailiten, verschwindet in der Nacht zum 13. Februar unter ungeklärten Umständen. Es wird angenommen, dass er bei seinem Ausritt ermordet wurde, obwohl sein Leichnam nie gefunden wird. Nachfolger wird sein 15-jähriger Sohn az-Zāhir li-iʿzāz dīn Allāh in Übergehung der von al-Hākim vorgesehenen Nachfolgeregelung. Die zwei für die Nachfolge designierten Cousins werden ausgeschaltet, indem Prinz Abbas „mit dem Schwert über dem Haupt“ zur Aufgabe seines Anspruches genötigt und Prinz Abdarrahim in einen Kerker gesperrt wird. Die Regierungsgeschäfte für az-Zāhir werden vorläufig von seiner Tante Sitt al-Mulk geführt. Diese lässt mehrere Suwaidī-Beduinen wegen derer vermutlichen Beteiligung an der Ermordung al-Hākims hinrichten. Erst am 27. März, dem Schlachtopferfest, wird das Verschwinden al-Hākims der Öffentlichkeit verkündet und der neue Kalif proklamiert. Al-Hākim wird später von den Drusen vergottet.

Byzantinisches Reich/ItalienBearbeiten

  • 11. September: Die Schlacht von Shirimni zwischen einer byzantinischen und einer georgischen Armee in der Nähe von Shirimni am Ufer des Palakazio-Sees endet mit einem Sieg der Byzantiner unter Kaiser Basileios II., der die Georgier und ihren König Giorgi I. tief in ihr Land zurückdrängt.
  • Herbst: Auf Wunsch Papst Benedikts VIII., der sich vom byzantinischen Reich unter Basileios II. bedrängt sieht, unternimmt Kaiser Heinrich II. einen neuerlichen Italienzug. Drei Heeresgruppen, die neben dem Kaiser die Bischöfe Pilgrim von Köln und Poppo von Aquileia befehligen, ziehen nach Süditalien. Pandulf von Capua, Waimar von Salerno und andere italienische Fürsten, die sich der byzantinischen Herrschaft angeschlossen haben, ergeben sich Pilgrim. Pandulf wird vom Fürstengericht zum Tode verurteilt und soll in Bari öffentlich ertränkt werden. Auf Fürsprache Pilgrims ordnete Heinrich jedoch seine Verbannung in Ketten ins Reich nördlich der Alpen an, eine für diese Zeit unübliche Bestrafung. Heinrch zieht weiter nach Nordapulien und belagert die byzantinische Festung Troia. Er kann aber die byzantinischen Truppen nicht zu einer offenen Feldschlacht zwingen.

Weitere Ereignisse in EuropaBearbeiten

Urkundliche ErsterwähnungenBearbeiten

 
Die Schenkungsurkunde Heinrichs II.

Kultur und GesellschaftBearbeiten

  • 16. März: Nach knapp vier Jahren endet die japanische Ära (Nengō) Kannin. Sie wird am folgenden Tag von der Ära Jian abgelöst.
 
Murasaki Shikibu, nach Tosa Mitsuoki (17. Jahrhundert)

Der psychologische Roman Genji Monogatari (Die Geschichte vom Prinzen Genji) erfährt seine erstmalige Erwähnung. Das Monogatari – ein Sammelbegriff für romanhafte, fiktionale Erzählungen –, das einen festen Stellenwert in der japanischen Literatur hat und gelegentlich als der erste Roman überhaupt angesehen wird, wird der japanischen Hofdame Murasaki Shikibu (ca. 978–1014) aus der Heian-Zeit zugeschrieben.

ReligionBearbeiten

GeborenBearbeiten

  • um 1021: Otto, Graf von Savoyen sowie Markgraf von Susa-Turin († 1060)
  • 1021/1022: Solomon ibn Gabirol, jüdischer Philosoph in al-Andalus (gest. um 1070)

GestorbenBearbeiten

Todesdatum gesichertBearbeiten

 
Al-Hakim
 
Schrein des Heribert von Köln
  • 16. März: Heribert von Köln, Erzbischof von Köln, Kanzler von Deutschland und Italien (* um 970)
  • 21. April: Wolbodo, Bischof von Lüttich und Heiliger der katholischen Kirche
 
Sarkophag von Erzbischof Erchanbald in St. Johannis in Mainz (mittig mit pfeilartigem Muster)
 
Walther Bischof von Eichstätt; Abbildung aus dem Pontifikale Gundekarianum, 11. Jahrhundert
  • 20. Dezember: Walther, Fürstbischof von Eichstätt

Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

  • Fujiwara no Akimitsu, japanischer Beamter (* 944)
  • Irmentraud, Äbtissin des freiweltlichen Damenstifts Buchau
  • al-Mundir I., Emir des Taifa-Königreichs von Saragossa und Begründer der Dynastie der Tudschibiden

Gestorben um 1021Bearbeiten

  • 1. Juni 1019 oder 1021: Stephan I., Graf von Meaux und Troyes
  • Hamza ibn ʿAlī, ismailitischer Gelehrter und eigentlicher Begründer der Drusen-Religion

WeblinksBearbeiten

Commons: 1021 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien