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Marktgemeinde
Ziersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ziersdorf
Ziersdorf (Österreich)
Ziersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen: HL
Fläche: 48,69 km²
Koordinaten: 48° 32′ N, 15° 56′ OKoordinaten: 48° 31′ 42″ N, 15° 55′ 37″ O
Höhe: 230 m ü. A.
Einwohner: 3.403 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 70 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3710
Vorwahl: 02956
Gemeindekennziffer: 3 10 53
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wienerstraße 12
3710 Ziersdorf
Website: ziersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Johann Gartner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
16
7
16 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Ziersdorf im Bezirk Hollabrunn
Alberndorf im PulkautalGöllersdorfGrabernGuntersdorfHadresHardeggHaugsdorfHeldenbergHohenwarth-Mühlbach am ManhartsbergHollabrunnMailbergMaissauNappersdorf-KammersdorfPernersdorfPulkauRavelsbachRetzRetzbachSchrattenthalSeefeld-KadolzSitzendorf an der SchmidaWullersdorfZellerndorfZiersdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Ziersdorf im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Rathaus in Ziersdorf
Rathaus in Ziersdorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ziersdorf ist eine Marktgemeinde mit 3403 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich.

GeografieBearbeiten

Ziersdorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 48,72 Quadratkilometer. 18,76 Prozent der Fläche sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun, bis auf Ziersdorf (Markt) als Dorf[1] qualifizierte Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dippersdorf, Fahndorf, Gettsdorf, Großmeiseldorf, Hollenstein, Kiblitz, Radlbrunn, Rohrbach sowie Ziersdorf.

GeschichteBearbeiten

Der Ort Ziersdorf wurde erstmals um 1100 als Ziehgeißdorf urkundlich erwähnt. Die ursprüngliche Hauptortsachse zog sich von Ost nach West durch die heutige Hollabrunner Straße und die alte Kellergasse entlang eines alten Handelsweges. Entlang dieser Straße findet man auch heute die ältesten noch erhaltenen Häuser des Ortes.

Erst mit dem Bau der k.u.k.-Reichsstraße, die von der kaiserlichen Reichshauptstadt Wien kommend, von Süd nach Nord durch Ziersdorf gebaut wurde, erhielt der Ort seine neue Hauptachse. An der wichtigen Hauptverkehrsstrecke der österreichischen Monarchie gelegen, wuchs der Ort und übertraf auch langsam seine bis dahin größer gewesenen Nachbarorte.

Mit dem Bau der kaiserlichen Eisenbahnstrecke Kaiser-Franz-Josefs-Bahn erhielt der Ort eine zusätzliche Verkehrsader, die das Wachstum des Ortes weiter steigerte. Wegen des lehmreichen Bodens entstanden in Ziersdorf zahlreiche Ziegelöfen, die lange Zeit den Ort und seine Bevölkerung prägten. Durch die Ziegel erzeugenden Betriebe entstand ein Zuzug an Arbeitern nach Ziersdorf. Die Gemeinde wurde größer und erhielt das Marktrecht. Heute ist von der Ziegel erzeugenden Geschichte Ziersdorfs nahezu nichts mehr zu sehen; die Gemeinde errichtete jedoch ein Ziegelmuseum, in welchem an die Geschichte der Ziegelmachertradition erinnert wird und die Standorte der ehemals auf dem Gemeindegebiet vorhandenen 21 Ziegelöfen dokumentiert werden.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Zunahme der Bevölkerungszahl zwischen 1991 und 2001 beruht auf einer starken Zuwanderung, die Geburtenbilanz war nur leicht positiv.[4]

 

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Jahr 2010 gab es 117 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 65 Haupterwerbsbetriebe, die 76 Prozent der Flächen bewirtschafteten. Im Jahr 1999 waren es insgesamt 179 Betriebe, davon 104 im Haupterwerb.[5] Im Produktionssektor gab es 20 Betriebe, die 150 Arbeitnehmer beschäftigten, etwa zwei Drittel im Bau und ein Drittel mit der Herstellung von Waren. Der Dienstleistungssektor gab in 136 Betrieben 372 Menschen Arbeit. Etwa ein Drittel in sozialen und öffentlichen Diensten und ein Drittel im Handel (Stand 2011).[6][7]

BildungBearbeiten

In Ziersdorf gibt es drei Kindergärten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[8]

GesundheitBearbeiten

In der Marktgemeinde ordinieren praktische Ärzte und Fachärzte. Eine Apotheke befindet sich im Ortszentrum.[8]

VerkehrBearbeiten

PolitikBearbeiten

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Johann Gartner, Amtsleiterin Herta Ehrentraud. Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 23 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP 16, SPÖ 7, andere keine Sitze.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Franz Rigler (1839–1914), Reichratsabgeordneter
  • Ignaz Stich (* 1863 in Fahndorf; † 1926 in St. Andrä), österreichischer Bibliothekar und Wiener Kommunalpolitiker (CS)[11]
  • Erwin Pröll (* 1946 in Radlbrunn), ehemaliger österreichischer Politiker (ÖVP) und von 1992 bis 2017 Landeshauptmann von Niederösterreich
  • Gerhard Ruiss (* 1951 in Ziersdorf), österreichischer Schriftsteller
Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Josef Pröll (* 1968 in Stockerau),[12] ehemaliger österreichischer Politiker (ÖVP) und Bundesminister für Finanzen und Vizekanzler
  • Herbert Baumgartner (* 1970 in Hollabrunn), österreichischer Staatsmeister im Taekwondo
  • Peter Schleicher (1945–2015), österreichischer Sänger und Musiker

LiteraturBearbeiten

  • Festschrift der Marktgemeinde Ziersdorf zur 850-Jahrfeier. Marktgemeinde Ziersdorf, Ziersdorf 1962, OBV.
  • Friedrich Damköhler: Eine Wanderung durch Ort und Zeit. Ziersdorf im Wandel eines Jahrhunderts. Gewerbe, Betriebe, Institutionen. Ziersdorf von 1880 bis 2004. F(riedrich) Damköhler, Ziersdorf 2005, ISBN 3-200-00344-8.
  • Hannes Bauer, Friedrich Damköhler, Gerhard H. Gürtlich, Paul Weiss: Hundertvierzig Jahre Franz-Josef-Bahn – 900 Jahre erste urkundliche Erwähnung von Ziersdorf. Fassbaender, Wien 2010, ISBN 978-3-902575-35-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ziersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 4. Teil: Gemeinden Niederösterreich 567. Ziersdorf. In: Österreichischer Amtskalender online, Jusline Österreich (Verlag Österreich), Wien 2002–, ZDB-ID 2126440-5.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. Sabine Daxheimer: Ziegelmuseum zeigt Geschichte von Ziersdorf. In: noe.orf.at. 1. November 2017, abgerufen am 29. Mai 2018.
  4. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Ziersdorf, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Ziersdorf, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Ziersdorf, Arbeitsstätten. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  7. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Ziersdorf, Beschäftigte. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  8. a b Marktgemeinde Ziersdorf, Bildung&Gesundheit. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  9. ÖBB Stationsinformation, Ziersdorf. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  10. OpenStreetMap, Ziersdorf. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  11. Georg Winter: Ignaz Stich (1863–1926). In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekare. Nr. 2/1988 (XLI. Jahrgang), ZDB-ID 2018209-0, S. 88–92. (Online bei ALO).
  12. Josef Pröll: Fusion von Primärgenossenschaften. Motive und Auswirkungen aufgezeigt am Beispiel der Fusion der Raiffeisengenossenschaften von Absdorf und Ziersdorf. Diplomarbeit. Universität für Bodenkultur Wien, Wien 1993, OBV.