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Zella/Rhön ist ein Ortsteil der Gemeinde Dermbach im Wartburgkreis in Thüringen.

Zella/Rhön
Gemeinde Dermbach
Koordinaten: 50° 40′ 19″ N, 10° 6′ 26″ O
Höhe: 438 m
Fläche: 1,72 km²
Einwohner: 412 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 240 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 36452
Vorwahl: 036964

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Blick ins Feldatal von Süden, vorn Diedorf, Bildmitte: Zella
 
Ansicht von Westen

Geografische LageBearbeiten

Zella/Rhön liegt in der Auersberger Kuppenrhön und gehört zum Biosphärenreservat Rhön.

Nachbargemeinden und -städteBearbeiten

Die Gemeinde Zella/Rhön grenzte zum Zeitpunkt ihrer Auflösung im Osten an Diedorf, im Westen an Brunnhartshausen, im Süden an Empfertshausen und im Norden an Neidhartshausen.

BergeBearbeiten

Die Landschaft um Zella wird durch die Berge und Täler der Vorderen Rhön bestimmt.

FlüsseBearbeiten

Östlich des Ortes fließt die Felda (Werra), welche in Dorndorf in die Werra mündet. Die Schmerbach fließt westlich an Zella vorbei und mündet in dem Nachbarort Neidhartshausen in die Felda.

GeschichteBearbeiten

Das Dorf Zella wurde erstmals 1194 in einer Schenkungsurkunde erwähnt und war über 700 Jahre lang ein reines Tagelöhnerdorf.[1]

Im Bauernkrieg wurde das 1136 gegründete Benediktinerinnenkloster zerstört und bald nach 1550 aufgelöst. Danach blieb Zella bis zur Säkularisation im Jahr 1802 eine Fuldaer Propstei, die das Erbe des Klosters einschließlich seines reichen Grundbesitzes antrat.[1]

Zella war 1660 von Hexenverfolgung betroffen. Thomas N., „der Hexenmeister“, geriet in einen Hexenprozess. Obwohl er unter der Folter kein Geständnis ablegte, wurde er mit Landesverweis bestraft.[2]

Am 15. August 1735 wurde die seit 1715 erbaute Barockkirche "Mariä Himmelfahrt" eingeweiht.[3] Über dem Hauptportal befindet sich das Wappen des Erbauers von Dalberg-sechs Lilien und das Kreuz von Fulda-.[4]

Nach dem Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen das Fürstentum Fulda und überließ noch im Herbst desselben Jahres die Ämter Dermbach (mit der Gemeinde Zella) und Geisa dem Großherzog von Sachsen-Weimar. 1922 bis 1950 gehörte Zella, wie das gesamte bisherige Amt Dermbach, zum Landkreis Eisenach, ab 1950 zum Kreis Bad Salzungen und seit 1994 zum Wartburgkreis.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Zella/Rhön nach Dermbach eingemeindet. Zuvor gehörte sie der Verwaltungsgemeinschaft Dermbach an.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 529
  • 1995: 527
  • 1996: 529
  • 1997: 530
  • 1998: 530
  • 1999: 528
  • 2000: 519
  • 2001: 509
  • 2002: 507
  • 2003: 498
  • 2004: 491
  • 2005: 476
  • 2006: 467
  • 2007: 465
  • 2008: 452
  • 2009: 453
  • 2010: 452
  • 2011: 462
  • 2012: 457
  • 2013: 445
  • 2014: 438
  • 2015: 424
  • 2016: 426
  • 2017: 412
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Zella/Rhön setzt sich aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Da keine Parteien und Wählergemeinschaften antraten, fand eine Mehrheitswahl statt, die Bürger, die die meisten Stimmen erhielten zogen in den Gemeinderat ein.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[5]

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Bürgermeister Stefan Cyriaci wurde am 20. März 2011 gewählt,[6] nachdem sein langjähriger Vorgänger Roland Kämpf das Amt zum 1. Januar 2011 niedergelegt hatte.[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Barockkirche „Mariä Himmelfahrt“Bearbeiten

Die 1715 bis 1732 im Auftrag von Propst Adolph von Dalberg erbaute[8] Barockkirche Mariä Himmelfahrt im Zentrum des Ortes wurde am 15. August 1735 geweiht.[3]

Propstei Zella (Rhön)Bearbeiten

Neben der Kirche befindet sich die schlossartige Propstei, die 1718 durch den Umbau der Ruine des Klostergebäudes zu einem zweigeschossigen Barockbau entstand. In der seit 2001 sanierten Propstei wurde 2002 eine Dauerausstellung über das Biosphärenreservat Rhön eröffnet; seit 2009 hat hier die Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservates ihren Sitz.[3]

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Unmittelbar östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 285 von Bad Salzungen nach Mellrichstadt als wichtige Nord-Süd-Verbindung in der östlichen Rhön. In diese mündet südlich von Zella die aus Richtung Tann (Rhön) kommende Landesstraße 1122 ein. Eine Kreisstraße verbindet Zella mit Brunnhartshausen.

SchienenverkehrBearbeiten

Zella verfügte über einen eigenen Bahnhof an der Feldabahn, deren Betrieb 2003 eingestellt wurde. 2008 erfolgte der Rückbau der Gleisanlage. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich seitdem in der Kreisstadt Bad Salzungen und östlich in Wasungen, jeweils im Streckennetz der Süd-Thüringen-Bahn.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Adalbert Schröter: Land an der Straße. Die Geschichte der katholischen Pfarreien in der thüringischen Rhön. St.Benno Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-7462-0430-5, S. 77–80.
  • Bruno Kühn: Die Geschichte des Amtsbezirks Dermbach. In: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Alterthumskunde. Band 1, 1854, ISSN 0943-9846, S. 249–296.
  • Johannes Mötsch, Fuldische Frauenklöster in Thüringen. Regesten zur Geschichte der Klöster Allendorf, Kapellendorf und Zella / Rhön, (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen: Große Reihe; 5), Urban & Fischer, München u. Jena 1999.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zella/Rhön – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b rhoen.de aufgerufen am 11. März 2011
  2. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 239f.
  3. a b c jahrfeier-zella.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.jahrfeier-zella.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. abgerufen am 11. März 2011
  4. Werner Herrmann: Dorfkirchen in Thüringen Verlagshaus Thüringen, 1992, ISBN 3-86087-014-9, S. 89
  5. Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen - vorläufiges Ergebnis. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 17. Juni 2014.
  6. Südthüringer Zeitung vom 21. März 2011
  7. FREIES WORT: Rücktritt von Zellas Bürgermeister@1@2Vorlage:Toter Link/www.freies-wort.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf Freies-Wort.de (abgerufen am 1. Februar 2011)
  8. Isolde Lehmann: Die Barockkirche von Zella. In: eisenacher land Heft 3/4, Eisenach 1997, S. 24–27.