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Tann (Rhön)

hessische Stadt im Landkreis Fulda
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tann (Rhön)
Tann (Rhön)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tann (Rhön) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 39′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 371 m ü. NHN
Fläche: 60,45 km2
Einwohner: 4430 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36142
Vorwahl: 06682
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 023
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 9
36142 Tann (Rhön)
Website: tann-rhoen.de
Bürgermeister: Mario Dänner (parteilos)
Lage der Stadt Tann (Rhön) im Landkreis Fulda
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Über dieses Bild

Tann (Rhön) ist eine Stadt im osthessischen Landkreis Fulda. Die Stadt ist ein anerkannter Luftkurort.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

 
Rhönlandschaft bei Tann (Ansicht von Nordosten/Schlitzenhausen)

Der staatlich anerkannte Luftkurort Tann (Rhön) liegt im mittleren Tal der Ulster in der hessischen Rhön, auf etwa 370 m ü. NN. Westlich fließt die Ulster an der Stadt vorbei. Jenseits der Ulster steigt das Gelände zum Habelberg (718,5 m ü. NN) an. Östlich der Ulster liegt der Altstadtbereich von Tann. Die neueren Teile von Tann dehnen sich nördlich und südlich der Altstadt im Flusstal aus und ziehen sich an den westlichen Hängen des Josberges (etwa 510 m ü. NN) hoch. Der Josberg ist ein Sporn des Engelsberges (724 m ü. NN).

Der niedrigste Punkt innerhalb der Stadtgemarkung liegt mit einer Höhe von etwa 313 m ü. NN nordwestlich der Stadt, in der Ulsteraue bei Sinswinden. Der höchste Punkt ist der 726 m ü. NN hohe Dadenberg, etwa 3 km östlich der Stadt.

NachbargemeindenBearbeiten

Tann grenzt im Norden an die Gemeinden Schleid und Geisa im thüringischen Wartburgkreis, im Osten an die Gemeinde Empfertshausen (Wartburgkreis) sowie an die Stadt Kaltennordheim im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Im Süden liegt die Gemeinde Hilders und im Westen Hofbieber (beide im Landkreis Fulda).

StadtgliederungBearbeiten

Neben der Kernstadt Tann (mit den Weilern Schweidhof, Friedrichshof und der Hasenmühle) gibt es folgende Stadtteile:

Beschriftetes Panorama von Tann, aufgenommen vom unteren Osthang des Habelberges

GeschichteBearbeiten

 
Stadttor (erbaut 1557–1563)

Über die ersten Besiedlungen im Bereich der heutigen Stadt Tann gibt es keine urkundlichen Unterlagen. Der Name Thann (ursprünglich mit „Th“ geschrieben) soll auf irische Mönche zurückzuführen sein, die bereits in der Zeit vor Bonifatius den Altgau Buchonia, das Buchenland, wie die zu dieser Zeit noch ausschließlich mit Buchen bestandene Rhön damals hieß, gekommen waren, um das Christentum zu lehren. Das würde bedeuten, dass es diese von den Mönchen Thonn genannte Siedlung bereits um die Wende des 6. zum 7. Jahrhundert gegeben haben muss.

Auch der Name Ulster soll auf die Mönche zurückzuführen sein, die das in ihrer Siedlung vorbeifließende Gewässer nach ihrer Heimatprovinz in Nordirland benannt haben sollen.

Tann wurde 1197 erstmals als Stadt erwähnt. Die erste Burganlage der Herren von der Tann wurde im 11. oder 12. Jahrhundert erbaut. Die Marktrecht erhielt die Stadt im Jahr 1541. Die Stadt gehörte zur ritterschaftlichen Herrschaft derer von und zu der Tann, die 1656 Reichsritter wurden und zum Fränkischen Ritterkreis gehörten. Sie wurde von Eberhard von der Tann im 16. Jahrhundert befestigt, um sie während der bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Äbten von Fulda über Religion und Lehensbeziehungen besser sichern zu können. Die ab 1815 zum späteren Unterfranken im Königreich Bayern gehörige Stadt wurde, wie auch Bad Orb, nach dem Sieg Preußens über die deutschen Bundestruppen im Deutschen Krieg von 1866 von Preußen annektiert und gehört seit 1946 zum Bundesland Hessen. Im Jahr 1879 zerstörte ein Stadtbrand große Teile der mittelalterlichen Bebauung.

Seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze, die über 40 Jahre lang das Stadtgebiet halbinselförmig einschnürte, liegt Tann wieder mitten im Herzen Deutschlands.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. April 1970 die bis dahin eigenständige Gemeinde Wendershausen eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 folgten die bis dahin selbständigen Gemeinden Günthers und Lahrbach. Am 1. April 1972 kam Hundsbach hinzu. Habel, Neuschwambach, Neuswarts, Schlitzenhausen und Theobaldshof folgten kraft Landesgesetz am 1. August 1972.[3][4]

ReligionBearbeiten

 
Die evangelische Stadtkirche

Tann ist seit der Einführung der Reformation durch Eberhard von der Tann in den 1530er Jahren evangelisch. Eberhard von der Tann hatte Martin Luther in Wittenberg kennengelernt und war dessen Freund geworden.

Kirchen

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,9 9 43,2 10 40,2 9 48,0 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,1 6 29,5 7 33,4 8 29,7 7
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Tann 21,9 5 18,9 4 18,9 4 16,1 4
FDP Freie Demokratische Partei 12,2 3 8,4 2 7,5 2
FBL Freie Bürgerliste Tann 6,2 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 62,1 61,3 57,8 68,8

BürgermeisterBearbeiten

  • Karl Hilgen (SPD) bis 1983
  • Wolfgang Schwake (CDU) bis 1989
  • Dieter Herchenhan (SPD) bis 2001
  • Markus Meysner (CDU) bis 2013
  • Mario Dänner (parteilos) seit 2013[8][9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold eine bewurzelte grüne Tanne, den oberen und unteren Schildrand berührend.“

Der einseitige Probeabschlag der bayerischen Bürgermeistermedaille für Tann (Rhön) von 1820 aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München zeigt das Stadtwappen mit der Tanne.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Eine Städtepartnerschaft besteht mit der Nachbargemeinde Kaltennordheim (Verwaltungsgemeinschaft Oberes Feldatal in Thüringen).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schlossbrunnen
 
Gelbes Schloss
 
Rotes Schloss
 
Blaues Schloss
 
„Elf-Apostel-Haus“ im Zentrum

1999 kürten die Zuschauer und Zuhörer des Hessischen Rundfunks Tann (Rhön) zum beliebtesten Ferienort Hessens, 2007 errang Tann den 14. Platz der beliebtesten Orte Deutschlands im ZDF von 1000 Orten, die sich beworben hatten.

  • Das Tanner Grenzmuseum, die Ausstellung Informationsstelle ehemalige Grenze zur DDR, wurde bereits 1987 durch das Zollgrenzkommissariat eingerichtet, damals noch unter dem Namen Informationsstelle Grenze zur DDR.
  • Das Rhöner Museumsdorf errang in der Sendung Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Hessens im Hessischen Fernsehen (2007) den dritten Platz.[10]

BauwerkeBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • In Tann kann man Stadtrundfahrten auf dem Segway machen
  • Maimarkt (erstes Maiwochenende)
  • Johannismarkt (Wochenende vor dem 24. Juni)
  • Geriethfest (erster Sonntag im Juli)
  • Wirtefest (zweiter Sonntag im September)
  • Allerheiligenmarkt (1. November)
  • Weihnachtsmarkt/Klasmarkt (dritter Donnerstag im Dezember)
  • Tanner Musiksommer (im Zeitraum Mai bis September)
  • Straßenmal-Festival Via Pictura (August)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftsstrukturBearbeiten

Tann liegt an der Bundesstraße 278. Durch seine geographische Lage im ehemaligen Zonenrandgebiet war Tann wirtschaftlich bis 1990 sehr regional geprägt. Dadurch herrschen in Tann kleine und mittlere Firmen vor. Die bedeutendsten Unternehmen in Tann sind das Diakoniezentrum, das Bauunternehmen Fleischmann, das Sägewerk Schmidt sowie das Unternehmen Gleisbau Kaiser. Durch die regionale Entwicklung nach der Wiedervereinigung arbeitet heute der Großteil der Tanner Bevölkerung in Fulda.

Der Ortsteil Lahrbach ist seit 2015 ein staatlich anerkannter Erholungsort.[11]

RadwanderwegeBearbeiten

Durch die Stadt führen folgende Radwanderwege:

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
  • Eberhard von der Tann (1495–1574), kursächsischen Rat und Regent der Herrschaft Tann; führte dort 1534 die Reformation ein
  • Johann Michael Bach III (1745–1820), Mitglied der berühmten Musikerfamilie; wirkte hier als Kirchenmusiker von 1786 bis etwa 1795
  • Sebastian Kehl (* 1980 in Fulda), im Stadtteil Lahrbach aufgewachsen, Fußballprofi (Borussia Dortmund 2002–2015)
  • Marilena (* 1997 in Fulda), in Tann aufgewachsen, Volksmusik-Sängerin
  • Rolf Kreuder (1923–1995), Fotograf und Bildjournalist

FilmeBearbeiten

  • Das Rhönmagazin im April 2019 – Tann in der Rhön. Videoreportage, 13:27 Min., TV Mainfranken, ausgestrahlt am 10. April 2019 (Online).

LiteraturBearbeiten

(chronologisch geordnet)

  • Klaus-Peter Wegera: Kontrastive Grammatik: Osthessisch – Standardsprache. Eine Untersuchung zu mundartbedingten Sprachschwierigkeiten von Schülern am Beispiel des 'Fuldaer Landes'. Diss. Bonn. Elwert, Marburg 1977.
  • Joachim S. Hohmann (Hrsg.): Wir in Tann. 800 Jahre Stadtgeschichte [...]. Hünfeld 1996.
  • Joachim S. Hohmann (Hrsg.): Chronik der jüdischen Schule zu Tann (Rhön). Mit einer kurzen Geschichte der israelitischen Gemeinde und zeitgenössischen Lichtbildern. Frankfurt am Main u. a. 1997.
  • Wolf-Dieter Raftopoulo: Rhön und Grabfeld Kulturführer. Eine kunst- und kulturhistorische Gesamtdokumentation der alten Kulturlandschaften. RMd Verlag, Gerbrunn 2017, ISBN 978-3-9818603-7-5, S. 313–317.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tann (Rhön) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikisource: Tann (Rhön) – Quellen und Volltexte
  Wikivoyage: Tann (Rhön) – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 81. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 13. Oktober 2015. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2016 Seite 218
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda (GVBl. II 330-14) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 220, § 5 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394 und 395.
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistsches Landesamt, abgerufen am 27. August 2017.
  6. Kommunalwahlen 2011 in Hessen. Abgerufen am 27. August 2017.
  7. Kommunalwahlen 2006 in Hessen. Abgerufen am 27. August 2017.
  8. Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl 2013. Stadt Tann, abgerufen am 27. August 2017.
  9. "Wir machen den Weg frei" – Mario DÄNNER (36) am Ziel: neuer Bürgermeister // Osthessen|News. Abgerufen am 27. August 2017.
  10. Freilichtmuseum „Rhöner Museumsdorf“. In: Internetauftritt der Stadt Tann (Rhön). Abgerufen im Oktober 2108.
  11. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 81. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 13. Oktober 2015. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2016 Seite 218